Leben mit den Lockerungen

Abstand halten: Tipps für den neuen Alltag mit Corona

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Halten Sie Abstand! So lautet die zentrale Regel für den neuen Alltag mit dem neuartigen Coronavirus. Doch warum ist gerade diese soziale Distanz im Kampf gegen SARS-CoV-2 so wichtig und wie gelingt es, sich im Alltag daran zu halten?

Abstand halten: Tipps für den neuen Alltag mit Corona
Abstand halten: Das ist die wichtigste Regel für den neuen Alltag mit dem kursierenden Coronavirus.
© iStock.com/kzenon

Die Maßnahmen zur Eindämmung des neuartigen Coronavirus werden schrittweise gelockert, doch so wie vor der Pandemie sieht unser Leben noch lange nicht aus. Viele Regeln bilden jetzt das neue Normal – allen voran die Abstandsregel.

Artikelinhalte im Überblick:

Coronavirus: So schützen Sie sich in Bus und Bahn

Warum es trotz Coronavirus schwerfällt, Abstand zu halten

Damit die Ausbreitung des Coronavirus nicht erneut Fahrt aufnimmt, sollen wir uns weiterhin von anderen Menschen fernhalten. Genauer gesagt: mindestens 1,5 Meter. Diese Regel erklärt die Bundesregierung gemeinsam mit einer gründlichen Handhygiene und dem Tragen von Alltagsmasken zu den bedeutsamsten Schutzmaßnahmen in Bezug auf das Coronavirus. Einige Experten gehen sogar davon aus, dass uns diese Maßnahmen noch lange begleiten werden: Ohne Impfstoff könne eine zweite Infektionswelle laut Harvard-Forschern nur verhindert werden, wenn wir "Social Distancing" (deutsch: soziale Distanzierung) längerfristig praktizieren – Simulationen zufolge bis ins Jahr 2022.

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Umso wichtiger ist es jetzt, dass wir uns an die neuen Regeln gewöhnen. Doch das fällt gar nicht so leicht. Denn unser Gehirn braucht eine gewisse Zeit, um sich auf neue Rituale einzustellen. Es verwundert also nicht, dass man zur Begrüßung immer noch geneigt ist, jemandem die Hand zu reichen oder einen guten Freund beim Wiedersehen herzlich zu umarmen. Der Wunsch nach körperlichen Berührungen lässt sich sogar wissenschaftlich erklären: Durch Körperkontakt schütten wir das Hormon Oxytocin aus. Dieser Botenstoff wird zum Beispiel nach einer Geburt vermehrt produziert, um eine intensive Mutter-Kind-Bindung aufzubauen. Er weckt das Gefühl der Verbundenheit, schafft Vertrauen, mindert Ängste und Stress. Gerade in Krisensituationen haben wir daher eigentlich das Bedürfnis, zum Trost näher zusammenzurücken. Das wir ausgerechnet in diesen schweren Zeiten auf diese nötigen sozialen Kontakte verzichten müssen, kann sich laut Experten sogar negativ auf unsere Psyche auswirken.

Hier erfahren Sie alles über die Folgen von Social Distancing und finden eine Übersicht zu Hilfsangeboten.

Coronavirus: Was bringt es, Abstand zu halten?

Es stellt sich also die Frage, wofür genau wir dieses Opfer der sozialen Distanzierung eigentlich bringen. Der Hintergrund: Da eine Infektion mit SARS-CoV-2, wie das neuartige Coronavirus auch genannt wird, auch zu schweren Krankheitsverläufen führen kann, muss man seine Mitmenschen vor einer Infektion schützen.

Tatsächlich scheint das Abstand halten im Kampf gegen das Coronavirus besonders wirkungsvoll zu sein. Laut Robert Koch-Institut wird das Risiko einer Ansteckung vermindert, wenn man zu anderen Menschen mindestens 1,5 Meter Distanz wahrt. Bei näherem Kontakt zwischen Menschen können nämlich zum Beispiel bei Gesprächen virusübertragende Tröpfchen eingeatmet werden. Besonders tückisch: Eine Übertragung ist auch dann möglich, wenn die infizierte Person selbst keine Krankheitssymptome zeigt.

Alles über die Symptome von COVID-19, der neuartigen Lungenerkrankung, die durch eine Infektion mit dem Coronavirus ausgelöst wird, lesen Sie hier.

Coronavirus: Schützen Mundspülungen?

© Funke Mediengruppe

Wegen Coronavirus: Wie gelingt das Abstand halten im Alltag?

In letzter Zeit haben viele kreative Lösungen zum Thema Abstand halten für Schlagzeilen gesorgt: Wir sahen Bilder von Schülern in China, die in ihrer Klasse selbst gebastelte Hüte mit integrierten Abstandshaltern trugen. Im New Yorker Stadtteil Brooklyn wurden Kreise auf den Boden gezeichnet, die den Menschen ihren Sitzplatz im Park zuwiesen. Und in Singapur fuhr ein batteriebetriebener Roboter als Streife durch die Straßen, um an die Abstandsregel zu erinnern. Einfacher geht es mit einer kleinen Merkhilfe: Strecken zwei erwachsene Menschen einen Arm aus und ihre Finger berühren sich dabei nicht, sind das ungefähr 1,5 Meter Abstand.

Coronavirus: Wer gehört zur Risikogruppe für einen schweren Verlauf?

Fünf Tipps zum Abstand halten im Alltag

  1. Abstand halten im Supermarkt: Der Supermarkt ist ein öffentlicher Ort, an dem sich viele Menschen aufhalten. Deshalb ist es wichtig, hier auf Abstand zu gehen. Am besten gelingt das, indem Sie einen Einkaufswagen vor sich herschieben – so ist Ihnen ein gewisser Abstand schon einmal garantiert. Oft ist dies beim Betreten eines Supermarktes ohnehin schon Pflicht. Üben Sie sich außerdem in Geduld: Planen Sie lieber etwas mehr Zeit zum Einkaufen ein und warten Sie dafür an den Regalen kurz ab, bis sich die Person vor Ihnen bedient hat und gehen Sie erst dann selbst zum Regal und greifen Sie zu. Halten Sie sich an der Kasse an Wartemarkierungen, die den Mindestabstand ausweisen.

  2. Abstand halten im Restaurant: Je nach Bundesland gibt es für die Öffnung von gastronomischen Betrieben strenge Auflagen. Steh- und Sitzplätze werden zum Beispiel so aufgestellt, dass sich zwischen den Tischen ein Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten lässt. Wie viele Haushalte an einem Tisch gemeinsam Platz nehmen dürfen, ist abhängig von den Maßnahmen des jeweiligen Bundeslands. Halten Sie sich an die Regeln, die Ihnen beim Besuch des Restaurants vorgegeben werden: Schieben Sie keine Tische oder Stühle zusammen, beachten Sie Wegleitsysteme für Ein- und Ausgang, halten Sie Abstand beim Besuch der Toilette. Außerdem empfehlenswert und teilweise Pflicht: Reservieren Sie vorab einen Tisch, um ein erhöhtes Personenaufkommen beim Warten zu vermeiden.

  3. Abstand halten bei der Arbeit: Nachdem monatelang im Homeoffice gearbeitet wurde, kehren viele Unternehmen nun zurück zum Alltag im Büro. Doch auch hier gilt weiterhin: Vermeiden Sie persönlichen Kontakt zu Kollegen so gut es geht und in jeder Situation – ob auf dem Arbeitsweg, in der Kaffeepause, beim Meeting oder in der Kantine. Arbeitgeber sind dazu angehalten, Arbeitsschutzmaßnahmen umzusetzen, indem sie die Arbeitsplätze entsprechend einrichten – zum Beispiel durch mehr Platz zwischen den Schreibtischen oder dem Aufstellen von Plexiglasscheiben. Zudem sollte die Anzahl der Mitarbeiter im Büro durch versetzte Arbeitszeiten und versetzte Pausen reduziert werden und in der Kantine weniger Stühle zur Verfügung stehen. Besonders wichtig: Wer sich krank fühlt, sollte der Arbeit unbedingt fernbleiben!

  4. Abstand halten in den öffentlichen Verkehrsmitteln: Wenn möglich, sollten Sie auf die Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln verzichten, keine unnötigen Fahrten machen und nicht zu Hauptverkehrszeiten fahren. Ist man jedoch zwingend auf Bus und Bahn angewiesen, sollte man diese alleine betreten – fahren Sie nicht in Gruppen oder mit Kollegen. Planen Sie außerdem für den Weg mehr Zeit ein, um bei einem vollen Zug zum Beispiel auf den nächsten zu warten. Verteilen Sie sich am Bahnsteig oder der Haltestelle und lassen Sie im Zug oder Bus Sitzplätze neben sich frei.

  5. Abstand halten unter Kindern: Soziale Distanz ist Kindern von Natur aus eher fremd, doch je nach Alter kann man ihnen gewisse Regeln trotzdem gut vermitteln – dazu gehört auch das Abstand halten von Personen außerhalb der Familie. Um Kindern die Regeln beizubringen, kann man sie zum Beispiel ein Bild zum Thema malen lassen oder man lässt sich eine Geschichte einfallen. Wichtig ist, dass Sie mit Ihrem Kind darüber sprechen: Wie genau Sie das Wissen zum Coronavirus und zu der aktuellen Situation vermitteln, erklären wir Ihnen hier. Bei kleineren Kindern, für die Abstandsregeln nicht vermittelbar sind, sollten Eltern achtgeben: Treffen Sie sich lieber nur mit einer anderen, befreundeten Familie zum Spielen, statt Ihr Kind auf dem Spielplatz mit vielen fremden Kindern in Kontakt kommen zu lassen.

Welche Symptome können auf das Coronavirus hindeuten?

Was ist, wenn man keinen Abstand halten kann?

Es gibt Situationen, da lässt sich der Sicherheitsabstand einfach nicht einhalten. Das betrifft die Arbeit von Handwerkern, ebenso wie die der Friseure oder Krankenpfleger. Und auch wenn man sich nicht in eine ohnehin schon volle Bahn oder einen Aufzug quetschen soll, wird es im Berufsverkehr manchmal trotzdem zu eng für 1,5 Meter Abstand zu jeder Person. Gerade in solchen Situationen ist es wichtig, die anderen Schutzmaßnahmen weiterhin zu beachten. Durch das Tragen von Alltagsmasken kann die Verbreitung des Virus eingedämmt werden: Beim Einkaufen oder in den öffentlichen Verkehrsmitteln ist ein Mund-Nasen-Schutz daher Pflicht – bei Verstößen drohen in einigen Bundesländern Geldstrafen. Außerdem gilt zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus: Husten oder Niesen Sie ausschließlich in Ihre Armbeuge, fassen Sie sich nicht mit den Händen ins Gesicht und waschen Sie sich regelmäßig gründlich die Hände mit Seife.

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Beratender Experte
Herr Dr. Jan Leidel

Mikrobiologie u. Infektionsmedizin in Köln

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