Auch für den Menschen eine Gefahr

Schweinegrippe: Symptome und Verlauf der Neuen Grippe

Im Herbst 2009 war die Schweinegrippe das Thema in Deutschland. Lesen Sie hier nochmals über die Symptome, Diagnose und Therapie der Schweinegrippe beim Menschen.

Schwein auf Wiese
Schweinegrippe: Infektionsgefahr vermehrt bei häufigem Kontakt zu Schweinen.

Schweinegrippe bezeichnet eine ansteckende Atemwegserkrankung bei Schweinen, die durch Grippeviren des Typs A verursacht werden. In den meisten Fällen wird die Schweinegrippe durch den Virus-Subtyp A/H1N1 verursacht, aber auch andere Subtypen des Erregers können die Krankheit auslösen. Die Infektion ist nur in seltenen Fällen tödlich für die Tiere.

Normalerweise ist eine Übertragung der Viren auf den Menschen eher selten und betrifft in erster Linie Personen, die häufig direkten Kontakt zu Schweinen haben. Das 2009 neu aufgetretene Schweinegrippe-Virus kann dagegen auch leicht von Mensch zu Mensch übertragen werden und die sogenannte Neue Grippe verursachen.

Symptome der Schweinegrippe beim Menschen

Schweinegrippe oder Neue Grippe äußert sich beim Menschen durch dieselben Anzeichen wie eine herkömmliche Grippe. Dies sind plötzlich auftretendes Fieber, Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit und Husten. Einige Personen, die mit dem neuen Schweinegrippe-Virus infiziert wurden, klagen außerdem über Schnupfen, Halsschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

Ursachen der Schweinegrippe

Schweinegrippe wird durch Grippeviren ausgelöst. Alle echten Grippeviren haben die Eigenschaft, ihr Erbgut stetig zu verändern. Dabei können sie Gene von Grippeviren verschiedener Tierarten und auch Gene menschlicher Grippeviren aufnehmen und miteinander kombinieren. So kann ein einziger Erreger-Typ unterschiedliche Spezies befallen und eine Erkrankung auslösen. Im Fall der Neuen Grippe hat das Schweinegrippe-Virus Gene menschlicher Grippeviren aufgenommen, wodurch eine leichte Ansteckung von Mensch zu Mensch möglich wird.

Verbreitung der Erreger der Schweinegrippe

Die Erreger der Neuen Grippe verbreiten sich in erster Linie durch Tröpfcheninfektion, das heißt durch Niesen oder Husten beziehungsweise durch die Aufnahme von infektiösem Schleim oder Speichel über die Hände. Eine Infektion durch den Verzehr von Schweinefleisch, das bei über 72 Grad Celsius zubereitet wurde, gilt als ausgeschlossen.

Inkubationszeit und Ansteckungsgefahr

Die Inkubationszeit der Schweinegrippe beträgt ein bis vier Tage. Prinzipiell kann eine infizierte Person auch schon Grippeviren ausscheiden und an ihre Mitmenschen weiter geben, bevor bei ihr selbst erste Anzeichen der Erkrankung auftreten. In der Regel erfolgt eine Virusausscheidung im Zeitraum von etwa sieben Tagen, kann aber bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem auch länger andauern.

So erkennt der Arzt Schweinegrippe

Schweinegrippe kann durch ein speziell angepasstes Diagnoseverfahren mithilfe eines Rachen- oder Nasenabstrichs diagnostiziert werden.

Schweinegrippe kann gut behandelt werden

Schweinegrippe kann gut mit den Wirkstoffen Oseltamivir und Zanamivir, die auch bei normalen Grippe-Infektionen zum Einsatz kommen, behandelt werden. Eine Einnahme sollte aber auf keinen Fall vorbeugend erfolgen, da sich dadurch resistente Virenstämme bilden könnten. Zudem sind die Wirkstoffe rezeptpflichtig und dürfen erst nach entsprechender Diagnose durch einen Arzt verschrieben werden.

Meist leichter Verlauf der Schweinegrippe

In Deutschland zeigten die meisten Fälle der Schweinegrippe einen leichten Verlauf. Vereinzelt kamen allerdings Menschen mit Vorerkrankungen aufgrund der Grippe ums Leben.

Kann man der Schweinegrippe vorbeugen?

Spezielle Impfstoffe für das neue Grippevirus sind seit dem Herbst 2009 verfügbar. Außerdem sollten einige Regeln beachtet werden, um sich selbst und andere Menschen vor der Schweinegrippe  zu schützen:

  • Die Hände sollten regelmäßig und gründlich für 20 bis 30 Sekunden mit Seife gewaschen werden.

  • Viren können über die Schleimhäute in den Körper gelangen, daher sollte man die Berührung von Mund, Nase oder Augen mit den Händen vermeiden.

  • Beim Husten und Niesen sollte man Abstand zu anderen Personen halten. Außerdem ist es ratsam, nicht in die Hand zu niesen oder zu husten, sondern stattdessen den Ärmel oder optimalerweise ein Papiertaschentuch zu verwenden und dieses direkt im Anschluss zu entsorgen.

  • Bei Verdacht auf eine Infektion mit dem Erreger der Neuen Grippe sollte man möglichst zeitnah einen Arzt kontaktieren.

  • Im Krankheitsfall ist es empfehlenswert, auf den Körperkontakt zu anderen beispielsweise durch Küssen oder Umarmen zu verzichten. Der Aufenthalt in getrennten Räumen und Sauberkeit in den Wohnräumen, besonders in Küche und Bad, bieten zusätzlichen Schutz vor Ansteckung.

  • Durch das regelmäßige Lüften geschlossener Räume lässt sich die Zahl der Viren in der Luft verringern und dem Austrocknen der Mund- und Nasenschleimhäute vorbeugen.

Hygienemasken (Mundschutz) und die Schweinegrippe

Ob Hygienemasken vor einer Infektion mit Erregern der Neuen Grippe schützen, ist bislang nicht wissenschaftlich erwiesen. Hygienemasken dienen in erster Linie dazu, die Menge von abgegebenen Krankheitserregern durch Mund und Nase nach außen hin zu verringern. Vollständig verhindert wird die Abgabe von Erregern in die Umgebung dadurch jedoch nicht. Ebenso kann eine Hygienemaske das Eindringen von Erregern von außen nicht verhindern. Sollte man sich dennoch für den Gebrauch einer Hygienemaske entscheiden, ist eine korrekte und konsequente Anwendung in allen relevanten Situationen entscheidend für die mögliche Schutzwirkung.

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