Bleibt oft lange unbemerkt

Chronische Niereninsuffizienz: Symptome, Stadien und Behandlung

Bei einer chronischen Niereninsuffizienz büßen die Nieren schrittweise ihre Leistungsfähigkeit ein. Rechtzeitig behandelt, lässt sich die Nierenschwäche stoppen oder rückgängig machen. Allerdings verspüren viele Nierenpatienten erst dann Symptome, wenn die Krankheit fortgeschritten ist.

Frau bei Laboruntersuchung
Die Menge der Eiweißausscheidung über den Urin weist auf das Stadium der chronischen Niereninsuffizienz hin.
© iStock.com/bluecinema

Bei einer chronischen Niereninsuffizienz verschlechtert sich die Nierenfunktion schleichend im Lauf von Monaten oder Jahren. Immer mehr funktionsfähiges Nierengewebe geht zugrunde und die Nieren bringen schließlich keine ausreichende Leistung mehr. Meist betrifft die Erkrankung gleich beide Nieren. Der Verlust der Nierenfunktion ist nur zu stoppen oder rückgängig zu machen, wenn Ärzte frühzeitig Gegenmaßnahmen ergreifen.

Bei chronischer Niereninsuffizienz, die auch chronische Nierenschwäche oder chronisches Nierenversagen heißt, schafft es der Körper nicht mehr, Abfallprodukte des Stoffwechsels aus dem Blut zu fischen und mit dem Urin auszuscheiden. Die Substanzen sammeln sich im Blut an.

Anfangs verläuft die Nierenschwäche oft unbemerkt und die Patienten verspüren lange Zeit keine Beschwerden. Erst wenn die Nierenschwäche weiter fortgeschritten ist, zeigen sich Symptome wie Appetitlosigkeit, Übelkeit, Kopfschmerzen oder Müdigkeit. Im schlimmsten Fall stellen die bohnenförmigen Entgiftungsorgane ihren Betrieb ganz ein.

Die Hauptursache der abnehmenden Nierenfunktion sind andere Krankheiten, zum Beispiel die Zuckerkrankheit Diabetes, Bluthochdruck, Gefäßkrankheiten, Nierenentzündungen und die Einnahme von Medikamenten, zum Beispiel Schmerzmittel.

Freunde und Feinde der kranken Niere

Verlauf der Niereninsuffizienz

Die chronische Nierenschwäche lässt sich oft gut über Jahre hinweg stabil halten. Eine Heilung ist jedoch meist nicht mehr möglich. Erkennen und behandeln Ärzte die Niereninsuffizienz erst, wenn sie weit fortgeschritten ist, sind meist schon andere Organe in Mitleidenschaft gezogen worden. Versagen mehrere Organe, stehen die Überlebenschancen nicht gut. Ärzte schätzen, dass die chronische Niereninsuffizienz in Deutschland jährlich etwa 10.000 Menschen das Leben kostet.

Welche Symptome bei chronischer Niereninsuffizienz?

Die chronische Nierenschwäche verläuft schleichend und ruft anfangs nur wenige oder überhaupt keine Symptome hervor. So bemerken viele die drohende Gefahr in den Nieren und die eingeschränkte Nierenfunktion gar nicht. Weil die Ursache der chronischen Niereninsuffizienz oft eine andere Grunderkrankungen ist, stehen meist die Beschwerden dieser Krankheiten im Vordergrund.

 Folgende frühe Symptome deuten auf ein chronisches Nierenversagen hin: 

  • Verstärkte Ausscheidung von sehr hellem, kaum gefärbtem Urin

  • Erstmaliger Bluthochdruck oder hoher Blutdruck, der immer schwerer einzustellen ist

  • Wassereinlagerungen (Ödeme) im Gewebe: Beine, Gesicht (um die Augen) oder im ganzen Körper

  • Blut im Urin: Der Harn ist rot gefärbt

  • Schäumender Urin aufgrund hoher Eiweißmengen

Können die Nieren ihre Funktion weiter nicht erfüllen, zeigen sich folgende Symptome: 

Erreicht die chronische Niereninsuffizienz das Endstadium, sind nahezu alle Organe und Körperfunktionen beeinträchtigt: Herz und Kreislauf, Magen und Darm, Nervensystem, Haut, Knochen, Hormon- und Blutbildung.

Bluthochdruck, der nicht mehr einzustellen ist

  • Sinkende Urinmengen

  • Wassereinlagerungen 

  • Luftnot

  • Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen

  • Unregelmäßiger Herzschlag

  • Benommenheit, Schläfrigkeit

  • Muskelkrämpfe, Lähmungserscheinungen

  • Bewusstlosigkeit

Hilfe bei häufigem und nächtlichem Harndrang

Chronische Niereninsuffizienz - Ursachen sind oft andere Krankheiten

Die häufigsten Ursachen für die chronische Nierenschwäche sind andere Krankheiten, allen voran die Zuckerkrankheit Diabetes mellitus und Bluthochdruck (Hypertonie). Folgende Erkrankungen und Auslöser stehen außerdem im Zusammenhang mit der chronischen Niereninsuffizienz:

  • Glomerulonephritis: Sie ist eine Entzündung der Nierenkörperchen. Die Glomeruli filtern Salze, Schadstoffe, Stoffwechselprodukte und Wasser aus dem Blut. Meistens betrifft die Glomerulonephritis beide Nieren. Ärzte unterscheiden bei der Glomerulonephritis die viel häufigere primäre Form, bei der in der Regel das Immunsystem die Nierenkörperchen angreift, und eine sekundäre Form – hier sind andere Krankheiten außerhalb der Niere die Verursacher, zum Beispiel Infektionen mit Streptokokken. Auch Medikamente kommen als Verursacher der sekundären Glomerulonephritis in Frage.

  • Medikamente: Bei der interstitiellen Nephritis sind die kleinen Nierenkanälchen und das Bindegewebe der Nieren (interstitielle Räume) entzündet. Die häufigsten Ursachen sind Medikamente wie Antibiotika, Protonenpumpenhemmer, Zytostatika oder nicht-steroidale Antirheumatika. Das Immunsystem reagiert überschießend auf die Wirkstoffe, es kommt also zu einer allergischen Reaktion. Seltener sind Infektionen mit Viren oder Bakterien der Grund für die interstitielle Nephritis.

  • Diabetes mellitus: Die Zuckerkrankheit ist eine sehr häufige Ursache der chronischen Nierenschwäche. Eine Spätfolge der Zuckerkrankheit ist die sogenannte diabetische Nephropathie. Dabei nehmen die Wände der kleinsten Blutgefäße Schaden: Sie "verzuckern", verdicken sich und verlieren ihre Elastizität. In der Folge ist der Blutfluss eingeschränkt und die Nieren werden nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Die Ursache der diabetischen Nephropathie ist ein schlecht eingestellter Blutzuckerspiegel, bei dem die Blutzuckerwerte langfristig erhöht sind.

  • Zystennieren: Sie zählen zu den erblich bedingten Nierenerkrankungen. Betroffene besitzen von Geburt an Nieren, die mit vielen flüssigkeitsgefüllten Hohlräumen (Zysten) durchsetzt sind. Diese Zysten schränken die Nierenfunktion von Beginn an erheblich ein. Die meisten Patienten erleiden noch vor dem 60. Lebensjahr ein chronisches Nierenversagen und brauchen eine Dialyse oder Nierentransplantation.

  • Bluthochdruck: Eine Hypertonie schädigt die Nierenkörperchen und schmälert die Nierenfunktion. Umgekehrt sorgt die nachlassende Nierenfunktion dafür, dass der Blutdruck steigt. Der Grund: Der Körper produziert vermehrt blutdrucksteigernde Hormone und lagert Wasser ins Gewebe ein (Ödeme). Ein unbehandelter Bluthochdruck schädigt alle Gefäße, auch die der Nieren.

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      Sie möchten Ihren Blutdruck regelmäßig dokumentieren? Eine Blutdrucktabelle hilft Ihnen und Ihrem Arzt, gefährliche Schwankungen und Spitzen festzustellen.

  • Gefäßerkrankungen: Sie werden vor allem durch Arteriosklerose verursacht, eigentlich ein normaler Alterungsprozess. Doch bestimmte Risikofaktoren beschleunigen die Arterienverkalkung: Übergewicht, hohe Blutfettwerte, Bluthochdruck, Bewegungsmangel oder Rauchen. Aufgrund der Ablagerungen (Plaques) büßen die Gefäße, welche die Nieren versorgen, ihre Elastizität ein und sie verengen sich. So wird der Blutfluss gedrosselt, auch zu den Nieren. Die Filterorgane werden schlechter durchblutet, mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt und schließlich stirbt Nierengewebe ab.

Seltene Ursachen für chronische Niereninsuffizienz

  • Prostatavergrößerung oder Steine in Harnleiter, Blase oder Harnröhre, welche den Abfluss des Urins behindern

  • Tumorerkrankungen der Niere, zum Beispiel Nierenzellkrebs

  • Amyloidose: Dabei lagern sich Eiweiße in den Nieren und anderen Organen ab und behindern den Stoffaustausch; die Niere verliert ihre Funktion.

  • Erbliche Faktoren (Gene): Personen, bei denen in der Familie eine Nierenkrankheit vorkommt, erkranken häufiger an chronischer Niereninsuffizienz.

Diese gefährlichen Wechselwirkungen sollten Sie kennen

Diagnose Niereninsuffizienz – so geht der Arzt vor

Am Anfang der Diagnose einer Niereninsuffizienz steht immer das Gespräch mit dem Arzt zur Krankengeschichte (Anamnese). Folgende Fragen helfen dem Arzt, um erste Anhaltspunkte für die Diagnose zu bekommen:

  • Welche Symptome haben Sie? Seit wann bestehen sie und wie stark sind sie ausgeprägt?

  • Sind Krankheiten bei Ihnen bekannt, zum Beispiel Diabetes, Bluthochdruck, Krebs, Prostatavergrößerung, Entzündungen, Infektionen?

  • Gibt es Nierenerkrankungen in Ihrer Familie?

  • Nehmen Sie Medikamente ein? Wenn ja: welche?

  • Haben Sie Kontakt mit Chemikalien oder Giftstoffen?

  • Hatten Sie kürzlich einen Unfall oder mussten sich einer Operation unterziehen?

Körperliche Untersuchung und Ultraschall

Der Arzt klopft die Nieren ab und prüft, ob dies Schmerzen verursacht. Zusätzlich misst er den Blutdruck und Herzschlag. Das Abtasten der Haut und Halsvenen geben Hinweise auf den Zustand des Flüssigkeitshaushaltes und ob sich Wasseransammlungen gebildet haben.

Eine Ultraschalluntersuchung zeigt, wie groß die Nieren sind, welche Form sie haben, ob es Engpässe gibt und sich der Urin staut oder ob die Nierengefäße und das Nierengewebe gesund sind. Kleine, geschrumpfte Nieren deuten darauf hin, dass die Nierenschädigung bereits seit längerem besteht. 

Urinuntersuchung: Das liest der Arzt im Urin

  • zum Lexikon

    Was wird beim Bluttest untersucht und was bedeuten die Abkürzungen und die Werte genau? Das Lifeline-Lexikon über Labor- und Blutwerte gibt Auskunft über die wichtigsten Parameter

Auch die Urinuntersuchung gibt Aufschluss über eine mögliche Niereninsuffizienz. Folgende Werte analysiert der Arzt im Urin, der über 24 Stunden gesammelt wird:

  • Eiweiß: Das Vorhandensein von Eiweiß im Harn (vor allem Albumin) zeigt, dass die Nieren nicht richtig arbeiten. Denn normalerweise enthält der Urin kaum oder keine Eiweiße (maximal 200 Milligramm pro Tag). Ein Urinschnelltest mithilfe eines Teststreifens auf Eiweiß und Blutzellen im Urin lässt eine erste Einschätzung zu. Anhand der ausgeschiedenen Eiweißmenge lässt sich auch der Verlauf der Niereninsuffizienz gut beobachten. Schreitet die Nierenschwäche weiter fort, findet der Arzt stetig ansteigende Eiweißmengen.

  • Urinsediment: Der Urin wird zentrifugiert und der Arzt sucht im verbliebenen Bodensatz unter dem Mikroskop nach roten Blutkörperchen (Erythrozyten im Urin) und weißen Blutkörperchen (Leukozyten im Urin).

  • Glomeruläre Filtrationsrate (GFR): Die GFR lässt sich nicht direkt messen, sondern Ärzte müssen den GFR-Wert berechnen, und zwar aus dem Kreatininwert oder dem Cystatin C im Blut. Diese dienen als Marker zur GFR-Bestimmung. Der GFR-Blutwert zeigt, wie viel Volumen die Nierenkörperchen (Glomeruli) pro Zeiteinheit filtrieren. Die chronische Nierenschwäche und auch deren Schweregrad können Ärzte anhand der GFR schon früh erkennen.

Um den GFR-Wert zu berechnen, gibt es verschiedene Formeln. Beispiele sind die CKD-EPI-Formel, die MDRD-Formel oder die Cockcroft-Gault-Formel. Im Internet finden Sie eigene elektronische GFR-Rechner dafür. Die GFR-Normwerte liegen etwa zwischen 90 und 120 Milliliter pro Minute (ml/min). 

Blutuntersuchung: Wie gut arbeiten die Nieren?

Bei einer verminderten Filterleistung der Nieren reichern sich harnpflichtige Substanzen, die normalerweise mit dem Urin ausgeschieden werden, im Blut an. Und diese können Ärzte im Rahmen einer Blutanalyse nachweisen. Sie messen folgende Werte: 

  • Kreatinin: Die Normalwerte liegen zwischen 8 und 12 Milligramm pro Liter (mg/l). Bei einer Niereninsuffizienz ist das Kreatinin im Serum zu hoch.

  • Harnstoff: Normal sind 200 bis 450 Milligramm pro Liter (mg/l) – bei Niereninsuffizienz fällt der Harnstoff-Wert zu hoch aus.

  • Cystatin C: Manchmal bestimmen Ärzte diesen Wert anstelle des Kreatinins.

Je höher diese Nierenwerte im Blut ausfallen, desto schlechter arbeitet die Niere und desto schwerer ist die Niereninsuffizienz. Das Problem ist, dass der Kreatininwert oft erst ansteigt, wenn die Niere bereits die Hälfte ihrer Leistung eingebüßt hat. Die Diagnose einer leichten Niereninsuffizienz gelingt deshalb mithilfe des Kreatininwertes meist nicht. Stattdessen ziehen Ärzte deswegen die sogenannte Kreatinin-Clearance zur Diagnostik heran.

Fünf Stadien bei chronischer Niereninsuffizienz

Ärzte teilen die Erkrankung in fünf Stadien ein. Die Grundlage sind die sogenannten KDIGO-Leitlinien (KDIGO = Kidney Disease: Improving Global Outcomes). Der wichtigste Wert für die Stadieneinteilung ist die Glomeruläre Filtrationsrate (GFR) – das gefilterte Flüssigkeitsvolumen. Die GFR zeigt, wie gut die Filterleistung der Nieren ist.

  • Stadium 1: GFR über 90, die Nierenfunktion ist normal, die Blutwerte für harnpflichtige Substanzen (Kreatinin, Harnstoff) liegen im Normalbereich, eventuell scheiden die Nieren vermehrt Eiweiße über den Urin aus (Proteinurie), weitere Untersuchungen folgen, um einer Verschlechterung der Nierenfunktion vorzubeugen

  • Stadium 2: GFR 60 bis 89, die Nieren scheinen weiterhin normal zu funktionieren, aber genauere Untersuchungen zeigen die eingeschränkte Leistungsfähigkeit, die Blutuntersuchung liefert nicht immer Hinweise auf die Nierenschwäche

  • Stadium 3: GFR 30 bis 59, Ärzte finden im Blut auffällige Werte an Kreatinin und Harnstoff; Patienten verspüren erste Symptome der Nierenschwäche wie Bluthochdruck, Leistungsminderung, Müdigkeit; das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt; Ärzte müssen die Dosis an Medikamenten reduzieren, die über die Nieren ausgeschieden werden, um Nebenwirkungen zu verhindern

  • Stadium 4: GFR 15 bis 29, die Nierenfunktion ist jetzt soweit eingeschränkt, dass dies der gesamte Körper zu spüren bekommt; die Beschwerden nehmen zu: Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Erbrechen, Übelkeit, Juckreiz, Knochenschmerzen, Wassereinlagerungen (Ödeme)

  • Stadium 5: GFR unter 15, es droht ein endgültiges Nierenversagen: Blutwäsche (Dialyse) ist unabdingbar, auch eine Nierentransplantation kommt nun in Betracht

Allgemein gilt: Patienten mit bestimmten Grunderkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck sollten ihre Nierenfunktion mindestens einmal pro Jahr überprüfen lassen.

Chronische Niereninsuffizienz: So lässt sich die Krankheit bremsen

Die Behandlung der chronischen Nierenschwäche zielt darauf ab, das Fortschreiten der Erkrankung zu bremsen und ein endgültiges Nierenversagen zu verhindern. Meist sind andere Grunderkrankungen die Ursache der chronischen Niereninsuffizienz. Deshalb behandeln Ärzte zunächst diese Krankheiten. Ansonsten versuchen Ärzte, die Auswirkungen der chronischen Nierenschwäche mit verschiedenen Therapien zu mildern. So lässt sich die Nierenkrankheit häufig zumindest aufhalten. Die Erfolgschancen stehen umso besser, je früher die Behandlung beginnt. In vielen Fällen ist die chronische Niereninsuffizienz nicht heilbar.

Gegen die Niereninsuffizienz helfen Medikamente: 

  • Menschen mit Diabetes erhalten Medikamente, die den Blutzucker senken. 

  • Zur Behandlung von Bluthochdruck setzen Ärzte Blutdrucksenker ein: ACE-Hemmer oder Angiotensin-II-Rezeptorantagonisten (auch Sartane, AT1-Blocker). Wirkstoffe aus diesen Gruppen belasten zudem die Nieren weniger.

  • Bei Entzündungen der Nierenkörperchen helfen entzündungshemmende Arzneien. Sie drosseln die Aktivität des Immunsystems. Häufig eingesetzte Wirkstoffe sind Kortison, Cyclosporin oder Cyclophosphamid.

  • Bei Blutarmut verabreichen Ärzte das Hormon Erythropoetin (EPO), um die Bildung roter Blutkörperchen anzuregen.

  • Gegen erhöhte Blutfettwerte (Cholesterin) und Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) setzen Ärzte meist Medikamente aus der Gruppe der Statine ein.

  • Harntreibende Medikamente erhöhen die Ausscheidung von Salz und Wasser.

  • Phosphatbindende Mittel (Kalziumkarbonat, -azetat, -zitrat) helfen, wenn die Phosphatwerte trotz phosphatarmer Ernährung zu hoch sind.

  • Vitamin D und oder Vitamin-D-Analoga bringen den Kalzium- und Phosphatstoffwechsel wieder in Balance.

Chronische Nierenschwäche behandeln – das können Sie selbst tun

  • Achten Sie bei Bluthochdruck und Diabetes auf gut eingestellte Werte. So können Sie die Weiterentwicklung einer Nierenschwäche oft bremsen (oder die Erkrankung schon im Ansatz verhindern).

  • Treiben Sie Sport und bewegen Sie sich regelmäßig im Alltag.

  • Rauchen Sie nicht und falls Sie Raucher sind: Versuchen Sie, es aufzugeben.

  • Achten Sie auf eine salzarme Ernährung.

  • Auch eine eiweißarme Ernährung kann bei Niereninsuffizienz helfen. Lassen Sie sich am besten von einem Ernährungsberater unterstützen.

Ernährungsregeln: So essen Sie sich gesund und fit

Blutwäsche (Dialyse, künstliche Niere) 

Manchmal sinkt die Nierenfunktion trotz Medikamente und spezialisierter Ernährung soweit ab, dass eine Dialyse unumgänglich wird. Die Blutwäsche reinigt das Blut von Abfall- und Giftstoffen, übernimmt also die Aufgabe der Nieren. Ein frühzeitiger Beginn der Blutwäsche steigert die Behandlungsaussichten. Jedes Jahr müssen sich ungefähr 90.000 Menschen einer Dialyse unterziehen, weil ihre Nieren nicht mehr ausreichend funktionieren. 

Es gibt zwei Arten der Dialyse: 

  • Hämodialyse: Ärzte führen sie in einer Klinik durch, sie ist die häufigste Art der Dialyse. 

  • Bauchfelldialyse (Peritonealdialyse): Sie ist auch zu Hause möglich ist und verschafft Ihnen mehr Freiraum, da Sie nicht jeden Tag ein Dialysezentrum aufsuchen müssen. 

Nierentransplantation

Die Nierentransplantation ist die letzte Möglichkeit der Behandlung bei chronischer Niereninsuffizienz. Ärzte verpflanzen dabei die Niere eines toten oder lebenden Spenders. Derzeit stehen mehr als 8.000 Menschen in Deutschland auf der Warteliste für eine neue Niere.

Chronischer Niereninsuffizienz vorbeugen

Einer chronischen Niereninsuffizienz  vorbeugen können Sie, indem Sie bestimmte Grunderkrankungen verhindern, die für die Nierenschwäche verantwortlich sind. Allen voran sind dies Diabetes und Bluthochdruck. Wenn Sie die Risikofaktoren für diese Krankheiten möglichst ausschalten, können Sie die Entwicklung beider Krankheiten womöglich verhindern. Dazu gehören unter anderem: 

  • Achten Sie auf eine gesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten; greifen Sie besser zu pflanzlichen statt zu tierischen Fetten, mehr Fisch als Fleisch, und bevorzugen Sie kalorienarme Getränke wie Wasser oder ungesüßten Tee; trinken Sie ausreichende Mengen: empfohlen sind 1,5 bis zwei Liter pro Tag.

  • Ernähren Sie sich möglichst salzarm, denn Salz gilt als Blutdrucktreiber.

  • Bewegen Sie sich möglichst viel, statt auf der Couch zu sitzen: Gut sind Ausdauersportarten wie Wandern, Schwimmen oder Radfahren; auch Krafttraining im Fitnessstudio ist in Maßen empfehlenswert.

  • Rauchen Sie besser nicht, denn das Qualmen ist ein wichtiger Risikofaktor für Arteriosklerose. Wenn Sie Raucher sind – versuchen Sie, das Laster loszuwerden.

  • Lassen Sie Bluthochdruck, erhöhte Blutzuckerwerte und zu hohe Blutfette ausreichend mit Medikamenten behandeln, kontrollieren Sie diese Werte regelmäßig.

  • Schmerzmittel setzen Sie am besten sparsam ein; das Gleiche gilt für Antibiotika, die ebenfalls die Nieren schädigen können.

  • Wenn Sie Risikofaktoren einer chronischen Niereninsuffizienz aufweisen, lassen Sie Ihre Nierenfunktion regelmäßig von einem Arzt überprüfen, er kann Leistungseinbußen früher aufdecken.

Und wenn Sie an Diabetes oder Bluthochdruck erkrankt sind, lassen Sie diese immer rechtzeitig und ausreichend behandeln. Achten Sie auf gut eingestellte Blutzucker- beziehungsweise Blutdruckwerte. So können Sie einer chronischen Niereninsuffizienz am besten vorbeugen. 

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