Selten, aber schmerzhaft

Blasenentzündung beim Mann: Symptome und was hilft

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Meist sind es zwar Frauen, die immer wieder eine Blasenentzündung bekommen. Doch manchmal leiden auch Männer unter einem Harnwegsinfekt mit Schmerzen beim Wasserlassen und Blut im Urin. Warum die Blasenentzündung beim Mann häufig gefährlicher ist als bei der Frau und was betroffenen Männern hilft.

Blasenentzündung Mann
Längeres Sitzen auf kaltem Untergrund kann auch beim Mann eine Blasenentzündung auslösen.
© iStock.com/AscentXmedia

Statistisch gesehen ist die Blasenentzündung (Zystitis) beim Mann die Ausnahme: Experten gehen davon aus, dass jede zweite Frau mindestens einmal in ihrem Leben eine Blaseninfektion bekommt, unter Männern jedoch nur einer von hundert.

Der Grund dafür liegt in der weiblichen Anatomie: Frauen haben eine kurze Harnröhre, die Harnröhrenöffnung befindet sich nahe beim After. Bakterien können dadurch schnell in die Blase gelangen und eine Entzündung auslösen.

Artikelinhalte auf einen Blick:

Blasenentzündung: Was die Beschwerden lindert

Blaseninfektion: Auch bei Männern durch Bakterien ausgelöst

Die Auslöser einer Blasenentzündung beim Mann sind genau wie bei der Frau Bakterien, die natürlicherweise im Magen-Darm-Trakt vorkommen. Das sind vor allem:

Männer sind von Natur aus besser geschützt: Ihre Harnröhre durchläuft den Penis, ist also viel länger als bei der Frau. Außerdem ist der Abstand zwischen Harnröhrenöffnung und Anus groß. Die meisten Bakterien werden zudem bereits innerhalb der Harnröhre durch die lokale Immunabwehr unschädlich gemacht und erreichen das Organ gar nicht erst.

Zusätzlich spielen folgende äußere Faktoren eine Rolle, die auch für die Blaseninfektion bei Frauen gelten:

  • geschwächte Immunabwehr
  • Kälte (etwa Sitzen auf kaltem Untergrund)
  • mangelnde Hygiene im Intimbereich allgemein
  • mangelnde Hygiene nach dem Geschlechtsverkehr

Blasenentzündung beim Mann: Oft ist die Prostata schuld

Was die Blaseninfektion beim Mann jedoch deutlich von der einer Frau unterscheidet: Ursache der Zystitis bei Männern ist meistens eine vergrößerte Prostata (Vorsteherdrüse). Sie behindert den Urinabfluss aus der Blase. Die Blase kann sich also nicht vollständig entleeren (Blasenentleerungsstörung). Restharn bleibt nach jedem Urinieren in der Blase und bietet Bakterien einen Nährboden.

Die gutartige Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie) entsteht, wenn sich der männliche Hormonhaushalt mit den Jahren ändert und die Produktion von Sexualhormonen abnimmt. Deshalb trifft die Blasenentzündung auch meist Männer, die älter als 50 Jahre sind. Junge Männer bekommen nur äußerst selten eine Zystitis.

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Blasenentzündung: Männer haben ähnliche Symptome wie Frauen

Die Anzeichen der Blasenentzündung von Männern sind:

  • massive Schmerzen im Penis, zwischen Hoden und Anus sowie im Unterleib
  • zusätzlich Schmerzen beim Wasserlassen
  • häufiger Harndrang
  • Der Urin riecht übel und/oder ist trüb
  • manchmal Blut im Urin
  • leichte Inkontinenz
Blasenentzündung: 14 Mythen, die Sie kennen sollten!

Blasenentzündung beim Mann: Wann zum Arzt gehen?

Während viele Frauen häufig und wiederkehrend an unkomplizierten Harnwegsinfekten leiden, die sie mitunter selbst behandeln können, ist eine Blaseninfektion bei Männern meistens ein Fall für den Arzt. Wegen der starken Schmerzen suchen Betroffene meist ohnehin einen Behandler auf.

Es besteht zudem die Gefahr, dass sich die Entzündung auf folgende andere Organe ausbreitet:

Solche Komplikationen zeigen sich mit Blut im Urin, ausgeprägtem Krankheitsgefühl und Fieber. Im schlimmsten Fall droht eine Blutvergiftung (Sepsis). Deshalb sollten Männer unbedingt zum Arzt gehen, wenn sie auch nur eines der aufgeführten Symptome wie Schmerzen beim Wasserlassen bemerken.

Blasenentzündung beim Mann behandeln

Mit einer Urinprobe (Urinkultur) klärt der Hausarzt oder gleich der Urologe, ob und welche Bakterien in der Blase vorliegen. Bis das Ergebnis feststeht, dauert es jedoch oft mehrere Tage. Doch bereits die Beschreibung der Symptome legt die Vermutung nahe, dass es sich um eine Blasenentzündung handeln könnte.

Sind die Beschwerden sehr ausgeprägt oder gehen etwa mit Fieber und Blut im Urin einher, wird der Arzt zusätzlich Blase, Prostata und Nieren untersuchen. Zur Diagnose nutzt er Sonografie (Ultraschall).

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    Harnwegsinfekte natürlich und verträglich behandeln.

    Pflanzliche Hilfe – schon bei den ersten Anzeichen einer Blasenentzündung anwendbar.

Meist verschreibt er dann ein Antibiotikum. Empfohlen werden zur Behandlung von unkomplizierten Blasenentzündungen Männern und Frauen Wirkstoffe aus den Substanzgruppen:

  • Aminopenicilline in Kombination mit einem Betalaktamase-Inhibitor
  • Cephalosporine
  • Fluorchinolone
  • Fosfomycin-Trometamol
  • Nitrofurantoin
  • Nitroxolin
  • Pivmecillinam
  • Trimethoprim bzw. Cotrimoxazol

Das Risiko für die Entstehung von multiresistenten Keimen ist bei Fluorchinolonen und Cephalosporinen am höchsten. Daher sollen diese beiden Arten an Antibiotika nicht als erste Wahl bei einer unkomplizierten Blasenentzündung eingesetzt werden.

Zusätzlich sind Wärme und viel trinken sinnvoll. Bestimmte Heilkräuter wie etwa Hauhechel, Birkenblätter und Goldrute haben sich ebenfalls bewährt. Die Heilpflanzen wirken harntreibend, Resturin wird so schneller wieder ausgetauscht und Bakterien können durch den frischen Nachstrom kaum wachsen.

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