Rachenentzündung (Pharyngitis): Was hilft gegen die Halsschmerzen?

Eine Rachenentzündung (Pharyngitis) ist eine Entzündung der Rachenschleimhäute. Sie tritt in akuter Form meist im Rahmen einer Erkältung auf. Die chronische Rachenentzündung mit dauerhaften Halsschmerzen kann unter anderem durch übermäßiges Rauchen ausgelöst werden. Symptome, Dauer, Therapie und welche Hausmittel helfen, lesen Sie hier.

halsschmerzen bei rachenentzuendung
Eine Rachenentzündung (Pharyngitis) tritt meist bei einem grippalen Infekt auf.
© iStock.com/BartekSzewczyk

Unter dem Begriff akute Rachenentzündung (Pharyngitis) werden verschiedene Entzündungen im Rachen bezeichnet, die als Hauptsymptom Halsschmerzen haben. Meist treten sie gehäuft im Herbst und Winter durch eine Erkältung oder einen grippalen Infekt auf. Die Dauer der Beschwerden beträgt nicht länger als 14 Tage in der akuten Form. Bei der chronischen Rachenentzündung ist die Dauer der Beschwerden mindestens drei Monate.

Im Überblick:

Krankheiten, bei denen Antibiotika überflüssig sind

Ursachen der akuten und chronischen Rachenentzündung

Eine akute Pharyngitis wird in den meisten Fällen durch Viren (Adeno-Viren, Influenza-Viren, Parainfluenza-Viren) ausgelöst. Nur in seltenen Fällen sind Bakterien, dann meist Streptokokken, der Auslöser der Rachenentzündung. In seltenen Fällen (ein Prozent) ist das Eppstein-Barr-Virus (Pfeiffersches Drüsenfieber) die Ursache der Pharyngitis.

Die chronische Pharyngitis hat andere Ursachen. Hier sind keine Krankheitserreger für die Halsentzündung verantwortlich, sondern mechanische Ursachen wie übermäßiges Rauchen, trockene Raumluft, Reflux (Rückfluss von reizender Magensäure in die Speiseröhre) beziehungsweise Sodbrennen oder eine Strahlentherapie im Halsbereich.

Was sind Symptome einer akuten Rachenentzündung?

Als erstes Symptom wird häufig ein Kratzen im Hals und Schluckbeschwerden bemerkt. Daraus werden dann schnell richtige Halsschmerzen, die auch in die Ohren ausstrahlen können. Der Hals fühlt sich oft trocken und unangenehm rauh an, was mit häufigem Räuspern einhergeht. Bei der akuten Infektion kann Fieber dazu auftreten und außerdem weitere Erkältungssymptome wie Schnupfen, Heiserkeit und Husten. Die Beschwerden der akuten Rachenentzündung verlaufen meist ohne Komplikationen und verschwinden durchschnittlich innerhalb von drei bis fünf Tagen wieder.

Die Infektion kann auch auf den Kehlkopf oder die Stimmbänder übergehen (Laryngitis). Dann tritt zusätzlich Heiserkeit auf.

Beschwerden einer chronischen Rachenentzündung

Bei einer chronischen Rachenentzündung sind leichte Beschwerden über längere Zeit hinweg vorhanden. Dabei besteht ein trockenes Gefühl im Hals. Betroffene räuspern sich häufig und haben oft das Gefühl, etwas im Hals zu haben (Globus-Syndrom).

Diagnose der Pharyngitis

Der Arzt lässt sich die Beschwerden und die Krankheitsgeschichte (Anamnese) schildern. Dann schaut er in den Rachen. Bei einer akuten Entzündung erscheint die Rachenschleimhaut gerötet und entzündet. Wenn zusätzlich Schnupfen vorhanden ist, ist auch Schleim im Rachen sichtbar.

Bei einer zusätzlich bestehenden Mandelentzündung (Angina tonsillaris) sind stark geschwollene, rote Mandeln mit Belägen zu erkennen. Wurden die Mandeln entfernt, sind rote, geschwollene Seitenstränge sichtbar.

Bei starken Beschwerden mit hohem Fieber sollte unbedingt der Hausarzt kontaktiert werden, damit abgeklärt werden kann, ob eine echte Grippe (Influenza) vorliegt. Eine Mandelentzündung oder Seitenstrangangina sollte beim HNO-Arzt abgeklärt werden, um zu entscheiden, ob möglicherweise doch ein Antibiotikum notwendig ist.

Bei der chronischen Rachenentzündung werden zwei Formen unterschieden:

  1. Atrophische Form (Pharyngitis atrophicans et sicca): Lymphatisches Gewebe im Rachenbereich bildet sich zurück.
  2. Hypertrophische (oder hyperplastische) Form (pharyngitis hyperplastica): Gewebewucherung im Rachen.

Beide Formen kann der Arzt beim Blick in den Rachen erkennen. Bei der atrophischen Form sieht er eine zarte, blasse und trockene Rachenschleimhaut, die Beläge aufweist. Auch Borken können im Rachen zu sehen sein. Bei der hypertrophischen Pharyngitis sind oft Wucherungen der Lymphzellen und Rötungen im Rachen sichtbar.

Was hilft bei Rachenentzündung?

Bei einer durch Erkältungsviren ausgelösten akuten Rachenentzündung erfolgt eine symptomatische Behandlung, da der Einsatz von Antibiotika hier sinnlos ist, diese wirken nur gegen Bakterien. Nur wenn eine schwere nachgewiesene bakterielle Infektion nach Rachenabstrich vorliegt, ist die Gabe eines passenden Antibiotikums möglicherweise sinnvoll. Bei Streptokokken ist Penicillin wirksam.

Zur Linderung der Halsschmerzen können Schmerzmittel, wie Paracetamol oder Ibuprofen, oder auch Halstabletten eingenommen werden.

Eine chronische Rachenentzündung kann nur durch das Meiden der auslösenden Stoffe dauerhaft bekämpft werden. Dann klingt die Entzündung normalerweise innerhalb weniger Wochen wieder ab. Gegen die Entzündung können entzündungshemmende Medikamente wie Diclofenac oder Ibuprofen vorübergehend eingenommen werden. Für die Behandlung der chronischen Rachenentzündung, die durch eine Strahlentherapie verursacht wurde, gibt es künstlichen Speichel (Glandosane).

Hausmittel gegen Rachenentzündung

Gut wirksam sind bei einfachen Infekten Hausmittel gegen Halsschmerzen. Hilfreich ist, den Hals zu befeuchten, beispielsweise durch das Lutschen von Halsbonbons oder Tabletten und das Gurgeln mit einer Salzlösung oder Salbeitee. Wichtig ist dabei auch ausreichend zu trinken, um so die Schleimhäute feucht zu halten. Der Hals sollte warm eingepackt werden. Klassische Hausmittel gegen Halsschmerzen bei einer Rachenentzündung sind:

  • warme Halswickel
  • warme Kräutertees mit Honig
  • Inhalation mit Salzwasser oder Kamillentee

Bessern sich die Beschwerden der Rachenentzündung nicht innerhalb weniger Tage oder kommt Fieber hinzu, muss unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

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