Krankheiten der Atemwege

Impfung schützt vor Infektionskrankheit Diphtherie

Diphtherie ist zwar selten, aber sehr gefährlich. Die meldepflichtige Infektionskrankheit wird durch das Bakterium Corynebacterium diphteriae ausgelöst. Eine Impfung gegen Diphtherie muss regelmäßig aufgefrischt werden – der Impfstoff wird häufig mit anderen wie Keuchhusten oder Tetanus kombiniert.

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Eine Impfung ist der beste Schutz vor Diphtherie.
© iStock.com/Tero Vesalainen

Diphtherie tritt weltweit auf, vor allem in den GUS-Staaten, Afrika, Afghanistan, Indonesien, Indien, Philippinen und auf Haiti. Seit den 1950er Jahren erhalten die meisten Babys in Deutschland eine Impfung gegen Diphtherie. Seitdem werden pro Jahr lediglich Einzelfälle an Diphtherie gemeldet. Allerdings hält der Schutz durch eine Impfung gegen Diphtherie nur rund zehn Jahre an, danach muss sie aufgefrischt werden.

Die wichtigsten Impfungen

Was ist Diphtherie?

Die Infektionskrankheit Diphtherie wird durch Bakterien ausgelöst (Corynebacterium diphtheriae). Diphtherie tritt in Deutschland zwar sehr selten auf, ist aber äußerst gefährlich und deshalb meldepflichtig. Die Bakterien können nicht nur den Rachen so stark anschwellen lassen, dass Ersticken droht, sondern sie bilden auch Giftstoffe (Toxine), die mit dem Blutkreislauf zu allen Organen gelangen und dort lebensbedrohliche Komplikationen hervorrufen können.

Es gibt verschiedene Formen der Diphtherie:

  • Rachendiphtherie, die in Europa häufigste Form der Diphtherie
  • blutige Nasendiphtherie, die meist Säuglinge betrifft
  • Haut- oder Wunddiphtherie, die vor allem in tropischen Ländern auftritt

Die Behandlung von Diphtherie muss so rasch wie möglich erfolgen – am besten noch bevor sich die Toxine an Zellen gebunden haben.

Diese Symptome sind typisch für Diphtherie

Die meisten verwechseln Diphtherie anfangs mit einer starken Erkältung oder Grippe. Denn die Symptome einer Diphtherie im Rachenbereich sind anfangs Halsschmerzen und Schluckbeschwerden. Danach werden die Krankheitszeichen jedoch stärker:

Bei Fortschreiten der Diphtherie kann das Gaumensegel gelähmt werden. Die Rachenmandeln und der gesamte Rachen entzünden sich. Grau-weißer oder bräunlicher Belag bildet sich. Schwillt der Rachen stark an, droht Luftnot bis zu Ersticken. Diese Komplikation wird als Krupp bezeichnet. Typisch bei Diphtherie ist außerdem ein süßlicher Mundgeruch.

Symptome der anderen Diphtherie-Formen

  • Kehlkopfdiphtherie: Husten und Heiserkeit
  • nasale Diphtherie: Blutiger Ausfluss aus der Nase
  • Haut- oder Wunddiphtherie: eitrige Entzündungen, Abszesse

Ursache der Diphtherie sind spezielle Bakterien

Ursache der Diphtherie sind bestimmte Bakterien und zwar drei Wuchsformtypen des Bakteriums Corynebacterium diphtheriae. Dabei handelt es sich um gram-positive Bakterien. Wie die Erreger einer Erkältung werden die Diphtherie-Bakterien ebenfalls per Tröpfcheninfektion übertragen, also über:

  • Husten
  • Niesen
  • Türklinken und Griffe
  • gemeinsam benutztes Besteck und Gläser
  • Handtücher
  • Händedruck
  • Küssen

Diphtherie übertragen, ohne selbst erkrankt zu sein

Besonders tückisch: Man kann mit Diphtherie infiziert sein, ohne selbst zu erkranken – gleichzeitig können Betroffene andere Menschen mit Diphtherie anstecken. Die Ansteckungszeit (Inkubationszeit), also die Zeit vom Kontakt mit dem Bakterium bis zum Ausbruch der Diphtherie beträgt zwei bis fünf Tage, manchmal bis zu einer Woche.

Wer Diphtherie hat und Antibiotika einnimmt, ist meist zwei bis vier Tage nach beginn der Antibiotika-Therapie nicht mehr ansteckend. Ohne Antibiotika-Therapie besteht die Ansteckungsgefahr noch zwei bis vier Wochen.

Abstrich und typische Symptome erlauben Diphtherie-Diagnose

Meist erkennt der Arzt bereits mit einem Blick in den entzündeten Rachen und über den typisch süßlichen Mundgeruch der Patienten, dass eine Diphtherie vorliegt. Um die Diagnose abzusichern und genau zu erkennen, ob es sich um eine durch andere Bakterien hervorgerufene Rachenentzündung oder Diphtherie handelt, wird der Arzt einen Abstrich aus dem Hals nehmen.

Es dauert etwa vier Tage, bis die Ergebnisse des Tests vorliegen. Allerdings bieten nicht alle medizinischen Labore den Diphtherienachweis an, am sichersten sind deshalb Konsiliarlaboratorien für Diphtherie.

Die Therapie beginnt jedoch meist schon vor dem Nachweis, kann danach falls nötig noch modifiziert werden. Zusätzlich muss der Arzt, wenn der Nachweis erbracht ist, den Diphtheriefall ans zuständige Gesundheitsamt melden.

Diphtherie-Behandlung: Medikamentöse Therapiemaßnahmen

Die Therapie von Diphtherie sollte so schnell wie möglich einsetzen, um lebensbedrohliche Komplikationen zu verhindern. Deshalb wird der Arzt bereits beim Verdacht einer Diphtherie die entsprechenden Medikamente verschreiben. Dazu gehören:

  • Antitoxine, um Bakteriengifte unschädlich zu machen, bevor sie sich an Zellen binden,
  • Antibiotika gegen die Bakterien selbst.

Als Antibiotika eignen sich Penicillin, Erythromycin und Tretrazykline. Wichtig ist, die Medikamente gegen Diphtherie ausreichend lange und in der richtigen Dosis einzunehmen.

Komplikationen bei Diphtherie wie Nierenversagen, Atemstillstand oder Herzrhythmusstörungen werden intensivmedizinisch behandelt.

Verlauf und Komplikationen der gefährlichen Diphtherie

Je nachdem, wo die Bakterien sich zuerst eingenistet haben, entwickelt sich die spezielle Form der Diphtherie – in der Nase, dem Rachen oder dem Kehlkopf. Die Entzündung breitet sich bereits nach wenigen Tagen im Körper aus.

Daraus können schwerwiegende Komplikationen entstehen:

  • Verengung der Atemwege mit Erstickungsgefahr
  • Herzmuskelentzündung (Myokarditis)
  • Entzündung der Herzinnenhaut (Endokarditis)
  • Gehirnentzündung (Enzephalitis)
  • Nierenentzündung mit Nierenversagen
  • Entzündliche Erkrankungen des Nervensystems (Polyneuritis)

Die Erkrankungsdauer unter Antibiotikabehandlung beträgt zwei bis drei Wochen. Bettruhe ist sinnvoll. Noch heute beträgt die Letalität (Sterblichkeit) bei Diphtherie zwischen fünf und zehn Prozent. Nach einer ausgeheilten Infektion besteht keine lebenslange Immunität, sodass die Impfung auch in diesen Fällen notwendig ist.

Diphtherie vorbeugen mit regelmäßiger Impfung

Das einzig wirksame Mittel, einer Diphtherie vorzubeugen, ist die Impfung. Sie verhindert, dass die Krankheit ausbricht. Trotzdem ist eine Infektion mit dem Diphtherie-Erreger möglich. Geimpfte können also Überträger von Diphtherie sein, ohne selbst daran zu erkranken.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) rät, dass grundsätzlich jeder Mensch gegen Diphtherie geimpft sein sollte. Babys erhalten sie im Rahmen der Grundimmunisierung mit den Impfungen im dritten, vierten, fünften, zwischen dem zwölften und 15. Lebensmonat. Danach ist eine Auffrischung empfohlen zwischen dem elften und dem 18. Lebensjahr. Denn die Wirkung der Impfung hält nur zehn Jahre an.

Darüber hinaus empfehlen die Experten der STIKO die Diphtherie-Impfung vor allem für:

  • Reisende in Gebiete mit hohem Diphtherie-Risiko
  • Personal in Laboratorien mit Diphtherie-Risiko
  • Bedienstete des Bundesgrenzschutzes und der Zollverwaltung
  • Flüchtlinge, Aussiedler und Asylbewerber aus Gebieten mit hohem Diphtherie-Risiko
  • medizinisches Personal, das ersten Kontakt mit Erkrankten hat

Kombi-Impfung gegen Diphtherie und Keuchhusten

Momentan verfügt nur ein Drittel der erwachsenen Deutschen über einen ausreichenden Diphtherie-Schutz. Im Erwachsenenalter wird der Impfstoff gegen Diphtherie häufig als Kombinationsimpfung angeboten und immunisiert dann zugleich etwa gegen Keuchhusten (Pertussis), Wundstarrkrampf (Tetanus) und/oder Kinderlähmung (Polio). Die Diphtherie-Impfung wird in aller Regel gut vertragen, Nebenwirkungen sind selten.

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