Harmlos oder ernstzunehmen?

Heiserkeit: Was tun, wenn die Stimme versagt?

Heiserkeit ist ein Symptome bei verschiedenen Erkrankungen. Alles über Ursachen, was hilft und welche Hausmitteln angewendet werden können.

heiserkeit
Heiserkeit tritt häufig im Zuge von Infekten im Bereich der oberen Atemwege auf und kann gut mit Hausmitteln behandelt werden.
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Heiserkeit (Dysphonie) ist ein häufiges Symtom und zählt zu den Stimmstörungen. Das bedeutet, das einer der Prozesse, die für die Stimmbildung verantwortlich sind, gestört ist. Meistens tritt Heiserkeit bei Infekten im Bereich der oberen Atemwege auf. Sie legen sich auf Kehlkopf und Stimmbänder.

Heiserkeit ist in den meisten Fällen harmlos. Doch spätestens, wenn sich nach drei bis vier Wochen die Beschwerden nicht gebessert haben, sollte der HNO-Arzt aufgesucht werden. Es können Veränderungen an den Stimmbändern oder sogar ernsthafte Kehlkopfkrankheiten wie Krebs oder eine Epiglottitis hinter der Heiserkeit stecken.

Die Stimmbildung findet hauptsächlich im Kehlkopf statt. Bei normaler Atmung sind die Stimmlippen, auch Stimmbänder genannt, entspannt, die Luft kann ungehindert durch die Stimmritze fließen. Beim Sprechen erfolgt ein Anspannen der Stimmlippen, wobei diese zusammentreten und die Stimmritze bis auf einen kleinen Spalt verschließen. Die Stimme wird mithilfe des Luftstroms bei der Ausatmung erzeugt, denn dabei werden die Stimmbänder in Schwingungen versetzt, sodass Töne entstehen.

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Heiserkeit bis zum Stimmverlust

Heiserkeit tritt auf, wenn die Schwingungsfähigkeit der Stimmbänder behindert ist und die Stimmritze nicht mehr richtig schließen kann. Dies kann zum Beispiel passieren, wenn die Schleimhäute von Kehlkopf und Stimmbändern im Zuge einer Infektion entzündet und geschwollen sind. Die Folge einer solchen Veränderung ist eine heisere (Dysphonie) oder sogar tonlose (Aphonie) Stimme. In schweren Fällen, also bei Aphonie, ist die Stimme gar nicht mehr zu hören, der Betroffene kann nur noch flüstern.

Die Ursachen von Heiserkeit sind zumeist relativ harmlos, sodass die Stimmprobleme bei entsprechender Schonung der Stimme in der Regel nach ein bis zwei Wochen vorübergehen. Bei anhaltender Heiserkeit ist eine Abklärung durch den Arzt erforderlich, um ernste Ursachen auszuschließen oder eine bleibende Schädigung der Stimmbänder zu verhindern.

Ursachen für Heiserkeit

Heiserkeit kann viele Ursachen haben. Meistens handelt es sich um ein vorübergehendes Symptom einer Erkältung oder eines Infekts der oberen Atemwege, der sich auf den Kehlkopf ausgeweitet hat und dort zu einer akuten Kehlkopfentzündung (akute Laryngitis) führt. In fast der Hälfte aller Fälle von Heiserkeit ist dies die Ursache. Die Heiserkeit verschwindet in der Regel mit Abheilen des Infekts nach etwa ein bis zwei Wochen wieder, vor allem wenn der Betroffene seine Stimme schont.

Weitere Ursachen können sein:

  • funktionelle Stimmstörungen, zum Beispiel nach Überlastung durch viel Sprechen, Singen oder Schreien

  • Tumore (gutartige häufiger als bösartige)

  • neurologische Ursachen wie eine Stimmlippenlähmung

  • Heiserkeit im Alter (nicht krankhaft)

  • psychische Faktoren wie Nervosität, Angst oder Unsicherheit

Bei länger als drei Wochen andauernder Heiserkeit und bei Heiserkeit ohne erkennbare Ursache sollte immer ein Arzt aufgesucht werden.

Berufsrisiko Heiserkeit

Unter die oft von Heiserkeit geplagten Berufe fallen beispielsweise Lehrer und Politiker. Aber auch Schauspielern, Sängern und Moderatoren droht eine Reibeisen-Stimme als Berufskrankheit. Der Hals der Betroffenen fühlt sich rau, trocken und kratzig an. Die Stimme klingt tiefer, gleichzeitig oft leiser.

Diagnose bei Heiserkeit

Die Diagnose beziehungsweise die Abklärung der Ursache der Heiserkeit beginnt mit einem ausführlichen Patientengespräch. Dabei erkundigt sich der Arzt unter anderem nach:

  • Dauer und Umständen der Heiserkeit

  • möglichen beruflichen Risiken (viel Sprechen, Umgang mit reizenden Stoffen)

  • weiteren Beschwerden (Husten, Schnupfen, Schluckbeschwerden, Halsschmerzen, saures Aufstoßen)

  • bestehende Erkrankungen oder vorangegangene Operationen oder Verletzungen, die den Hals oder Kehlkopf betrafen

Bei der anschließenden körperlichen Untersuchung werden die Lymphknoten abgetastet und der Mund- und Rachenraum begutachtet, um eine mögliche Entzündung zu erkennen. Bei einer vorliegenden Infektion kann ein Abstrich zur Bestimmung des verantwortlichen Erregers sinnvoll sein.

Besteht die Heiserkeit erst seit kurzem und ist vermutlich ein Infekt die Ursache, wird der Arzt in der Regel zunächst keine weiteren Untersuchungen vornehmen, sondern das Abklingen des Infekts abwarten, da dann in der Regel auch die Heiserkeit verschwindet.

Abklärung bei unklarer Ursache

Bei unklarer Ursache der Heiserkeit und/oder längerem Bestehen, kann der Kehlkopf genauer untersucht werden:

  • Durch eine äußere Untersuchung des Kehlkopfs und das Abtasten (Palpation) von außen lassen sich erste Hinweise auf das Vorliegen krankhafter Veränderungen bekommen.

  • Eine wichtige Untersuchung zur genaueren Diagnostik ist die Rachenspiegelung (Laryngoskopie), womit Entzündungen im Kehlkopfbereich sowie Knötchen, Zysten und weitere Veränderungen entdeckt werden können.

  • Die Beweglichkeit der Stimmbänder lässt sich mit einer Stroboskopie beurteilen. Dies ist eine Methode, die durch regelmäßiges Aussenden von Lichtblitzen Bewegung beziehungsweise Veränderungen der Stimmlippenposition sichtbar macht.

  • Bildgebende Verfahrung wie Ultraschall (Sonografie) und Computertomografie (CT) geben Auskunft über bestimmte Veränderungen am Kehlkopf und im Kopf-Hals-Bereich.

  • Blutuntersuchungen

  • Gewebeentnahme (Biopsie), bei Verdacht auf einen Tumor

Heiserkeit – was hilft? Behandlung und Hausmittel

Experten empfehlen bei Heiserkeit im Rahmen eines Infekts eine sogenannte Kehlkopfdiät:

  • nicht rauchen

  • kein hochprozentiger Alkohol

  • Verzicht auf scharfe Gerichte

  • zu heißes und zu kaltes Essen meiden

  • Stimme schonen

Je nach Erkrankung, die die Heiserkeit verursacht, muss die Therapie darauf abgestimmt werden. Bei einer Stimmüberlastung kann eine Logopädie (Stimmtherapie) helfen. Bei anderen Erkrankungen können auch Medikamente oder im schlimmsten Fall eine Operation notwendig werden. Liegen psychische Ursachen für die Heiserkeit vor, kann eine Psychotherapie sinnvoll sein.

Was Betroffene bei Heiserkeit noch tun können

Einfache Verhaltensmaßnahmen können zu den oben genannten Tipps noch weitere Maßnahmen ergreifen, die gegen die Heiserkeit helfen:

  • viel trinken, um die Stimme feucht zu halten

  • Luftbefeuchtung beziehungsweise ausreichende Luftfeuchtigkeit

  • Verzicht auf anstrengende Sportarten

  • Bewegung wie Spazieren an der frischen Luft

  • Entspannungstechniken wie autogenes Training bei zu viel Stress

Hausmittel gegen Heiserkeit

Als erste Hilfe bei Heiserkeit gibt es einige bewährte Hausmittel. Dazu gehören:

  • Halswickel, beispielsweise Quarkwickel für ein bis zwei Stunden auflegen, zweimal täglich

  • Warmer Salbei- oder Ingwertee mit Honig

  • Bei zusätzlichem Hustenreiz sind Eibischwurzel, Isländisch Moos und Süßholzwurzel geeignet

  • Dampfinhalation mit Salzwasser, Salbei- oder Kamillentee

  • Halsbonbons mit Salbei, Emser Salz oder Isländisch Moos lutschen

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