Selten, aber gefährlich

Babesiose: Hunde-Malaria beim Menschen

Babesiose ist eine seltene Infektionskrankheit, die durch Zecken auf den Menschen übertragen wird. Im schlimmsten Fall kann sie ähnlich schwer wie die Malaria verlaufen. In Deutschland ist die Babesiose aber bisher nur sehr selten aufgetreten.

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Zecken sollten zum Schutz vor Erkrankungen, wie Babesiose und Borreliose, möglichst früh komplett entfernt werden, beispielsweise mit einer Zeckenzange.
© iStock.com/andriano_cz

Die Babesiose ist eine weltweit verbreitete, aber sehr seltene Infektionskrankheit, die ebenso wie Borreliose oder Ehrlichiose von Zecken übertragen wird. Die Babesiose wird von winzigen Einzellern der Gattung Babesia hervorgerufen, welche die roten Blutkörperchen des Infizierten befallen. Die meisten Erkrankungen werden in den USA von Babesia microti, in Europa hingegen von Babesia divergens verursacht. Beschwerden und Krankheitsverlauf der Babesiose ähneln denen der Malaria, weshalb sie auch als "kleine Schwester" der Malaria bezeichnet wird. Da sie oft Hunde befällt, wird sie auch Hunde-Malaria genannt.

Zecken richtig entfernen

Babesiose zeigt allgemeine Symptome

Die Beschwerden der Babesiose ähneln denen der Malaria, ohne dass eine Reise in die Tropen vorangegangen ist. Die Symptome bleiben über eine bestimmte Zeit bestehen, verschwinden allmählich und treten dann zu einem späteren Zeitpunkt nochmals auf.

Die Symptome treten nach einer Inkubationszeit von ein bis vier Wochen nach einem Zeckenbiss auf.

 Zu den ersten Symptomen zählen:

In den folgenden Tagen tritt Fieber auf, das kontinuierlich ansteigt und sehr hohe Werte erreicht. Es wird begleitet von:

Manchmal kommt es zusätzlich noch zu:

Wie kann Babesiose übertragen werden und wer ist besonders gefährdet?

Der Hauptüberträger der Babesiose für den Menschen sind Zecken der Gattung Ixodes, zu der auch der gemeine Holzbock (Ixodes Ricinus), die in Mitteleuropa am häufigsten vorkommende Zeckenart, gehört.

Es sind aber auch schon Fälle bekannt geworden, in denen Personen über eine Bluttransfusion mit Babesiose-Erregern infiziert wurden. Hieraus ergibt sich die gesundheitliche Gefahr, dass Blutspender, die eine Babesiose durchgemacht haben, auch nach Ausheilung der Symptome der Akuterkrankung noch über Monate bis Jahre die Babesiose-Erreger in sich tragen und diese über einen Blutspende-Empfänger weitergeben können.

Risikogruppen bei Babesiose

Früher haben Ärzte vermutet, dass Menschen, denen aufgrund eines Unfalls oder anderen Ereignisses die Milz entfernt werden musste, die einzige Risikogruppe für eine Infektion mit Babesiose bilden, weil die fehlende Milz sie anfälliger für Infektionen macht. In den letzten Jahren sind aber Erkrankungen mit schweren Verläufen bei Menschen aufgetreten, die noch ihre Milz haben. In der Regel sind Menschen mit Milz aber gegen diese Erreger resistent.

So erfolgt die Behandlung der Babesiose

Die Behandlung der Babesiose erfolgt mit Medikamenten, die auch in der Malariatherapie angewendet werden. Bei normalen Verläufen werden Chininsulfat und Clindamycin für sieben bis zehn Tage unter sorgfältiger Überwachung des Arztes eingenommen. Meistens bleiben Beschwerden, wie Unwohlsein, Ermüdung und leichtes Fieber, noch über Wochen und Monate nach der Behandlung bestehen.

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Die Babesiose verläuft in den seltensten Fällen schwer oder sogar tödlich und betrifft in der Hauptsache ältere Menschen und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem.

Vorbeugende Maßnahmen

Einer Babesiose können Sie vorbeugen, indem Sie sich vor Zeckenbefall und damit vor Zeckenbissen schützen. Bei Waldspaziergängen oder anderen Aufenthalten im Wald ist lange Kleidung sinnvoll zum Schutz vor Zecken. Außerdem können Körper und Kleidung mit Anti-Zecken-Mitteln eingesprüht werden. da diese jedoch nur zeitlich begrenzt wirken, müssen sie regelmäßig neu aufgetragen werden.

Eine Impfung steht für Babesiose nicht zur Verfügung.

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