Halsweh ist nicht immer harmlos

Halsschmerzen: Ursachen und Hausmittel

Halsschmerzen kennt jeder: Im Rachen kratzt es gehörig, das Schlucken ist unangenehm, mitunter tut auch das Sprechen weh. Wer sich zusätzlich müde und abgespannt fühlt, hat sich meist eine Erkältung zugezogen. In selteneren Fällen stecken aber auch andere Erkrankungen hinter Halsweh. Warnsignale und Hausmittel: Was gegen Halsschmerzen hilft und wann zum Arzt sollte.

Frau hat Halsschmerzen und trinkt Tee
Starke, langanhaltende Halsschmerzen sollten immer vom Arzt abgeklärt werden. Ansonsten kann eine Pharyngitis meist mit Hausmitteln behandelt werden.
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Ein paar Lutschtabletten, etwas heißer Tee, dann werden die lästigen Halsschmerzen schon wieder vergehen. Halsschmerzen sind meist harmlos und gehören zu den häufigsten Anzeichen einer Erkältung. Selbstbehandlung reicht meist völlig und nach ein bis drei Tagen tut der Hals nicht mehr weh.

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Die Halsprobleme können jedoch auch durch Bakterien, gefährliche Viren oder eine Allergie ausgelöst werden. Dann ist ärztliche Hilfe wichtig.

Hausmittel gegen Halsschmerzen

Ursachen: Wie kommt es zu Halsschmerzen?

Halsschmerzen entstehen oft in Zusammenhang mit Halsentzündungen, etwa des Rachens (Pharyngitis), der Mandeln (Tonsillitis), des Kehlkopfs (Lyringitis) oder des Kehldeckels (Epiglottitis).

Hauptverantwortlich sind Erkältungsviren, die zu einer Entzündung der Rachenschleimhaut mit Rötung, Schwellung und Schmerzen führen. Sind auch die Gaumenmandeln betroffen, können sich dort zusätzlich sehr leicht Bakterien ansiedeln, vermehren und zu einer eitrigen Angina führen.

Die Beschwerden einer Halsentzündung reichen von einem Trockenheitsgefühl mit ständigem Räuspern und Hüsteln bis hin zu einem Wundgefühl und starken Schmerzen im Hals. Dabei kann das Schlucken und Sprechen fast unerträglich werden. Beim Blick in den Rachenraum erscheint dieser gerötet und geschwollen. Sind zusätzlich die Stimmbänder im Kehlkopfbereich entzündet, leidet der Betroffene unter Heiserkeit.

Neben Halsentzündungen sind auch andere Ursachen für Halsschmerzen denkbar, etwa Allergien, Reizungen der Schleimhäute etwa durch Tabakrauch, trockene Luft oder Feinstaub, sowie Sodbrennen.

Das Auftreten von Halsschmerzen wird durch eine Mundatmung begünstigt, zum Beispiel bei einer "verstopften" Nase oder beim Joggen in der kalten Jahreszeit. Dann trifft die eingeatmete Luft direkt auf die Rachenschleimhaut, ohne dass sie vorher von der Nase angewärmt, befeuchtet und gereinigt wurde.

Wann zum Arzt? Warnzeichen bei Halsschmerzen

Halsschmerzen, die sich trotz einer Behandlung binnen drei Tagen nicht bessern oder sogar noch verschlimmern, erfordern einen Arztbesuch. Ebenso, wenn folgende Symptome auftreten:

  1. Die Halsschmerzen halten länger als eine Woche an. Das kann Anzeichen für eine Bakterieninfektion sein. Der Arzt inspiziert den Rachen, nimmt eventuell einen Abstrich und verschreibt falls nötig Antibiotika.

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    Bei den Halsschmerzen tritt Fieber von über 38 Grad auf. Dabei kann es sich um ein Anzeichen für eine bakterielle Infektion handeln, aber auch für Virusgrippe.

  2. Die Halsschmerzen gehen mit geschwollenen Mandeln einher, auf denen gelbliche Eiterpünktchen sitzen. Meist sind Antibiotika nötig, um die bakterielle Entzündung auszubremsen.

  3. Die starken Halsschmerzen gehen mit Atemnot einher. Im Rachen zeigen sich grau gefärbte Belege. Süßlicher Mundgeruch tritt auf. Dabei kann es sich um Diphtherie handeln, die durch Corynebakterien hervorgerufen wird.

  4. Kommt zu den Halsschmerzen und Eiterbelägen im Rachen ein Ausschlag mit roten Flecken (sogenannte Himbeer- oder Erbeerzunge) dazu, handelt es sich höchstwahrscheinlich um Scharlach. Ein bis zwei Tage, nachdem Fieber eingesetzt hat, zeigt sich Hautausschlag am ganzen Körper. Auslöser sind Streptokokken, die meist gut auf Antibiotika ansprechen. Scharlach ist in erster Linie eine Kinderkrankheit, die aber auch Erwachsene treffen kann.

  5. Halsschmerzen mit Lymphknotenschwellung am Hals ist eines der wichtigsten Anzeichen für das Pfeiffersche Drüsenfieber. Auslöser ist das Epstein-Barr Virus. Meist heilt die Infektionskrankheit von selbst aus, kann sich aber über Monate hinziehen und Komplikationen nach sich ziehen. Abklärung durch den Arzt ist deshalb wichtig.

  6. Gehen Halsschmerzen mit Heiserkeit und Schmerzen beim Sprechen einher, kann es sich um eine Laryngitis (Kehlkopfentzündung) handeln. Die virusbedingte Erkrankung heilt meist schnell wieder aus. Gefährlicher ist die bakterielle Epiglottitis, die zu Erstickungsanfällen führen kann.

  7. Wenn der Hals gereizt ist, etwas weh tut und vor allem juckt, kann eine Allergie Auslöser sein. Ein entsprechender Test, der Ausschluss der verantwortlichen Allergene und Medikamente (Antiallergika) führen dann meist zu Beschwerdefreiheit.

  8. Brennt der Rachen und tut der Kehlkopf weh, ist oftmals aufsteigende Magensäure (Reflux) schuld an den Beschwerden. Sodbrennen lässt sich mit Medikamenten behandeln, die die Magensäure stoppen oder neutralisieren.

  9. Selten können ständige Halsschmerzen auch einen Tumor anzeigen. Rachen-, Kehlkopf- oder Speiseröhrenkrebs äußern sich auf diese Weise.

Diagnose: Blick in den Rachen verrät Auslöser für Halsschmerzen

Wegen Halsschmerzen werden Sie zunächst zu einem Allgemeinmediziner/einer Allgemeinmedizinerin gehen. Sie werden nach Ihren genauen Beschwerden gefragt, danach folgt eine Untersuchung, vor allem des Mund- und Rachenraums mithilfe eines Holzspatels und einer Lampe. Sie werden aufgefordert, "Aaaaa" zu sagen, weil sich dadurch der Zungengrund absenkt und der Gaumen mit den Mandeln besser zu sehen ist.
Bei diesen Symptomen zum Arzt!

Lifeline/Wochit

Der Arzt wird zusätzlich im Hals- und den Nackenbereich nach vergrößerten Lymphknoten suchen und das Herz und die Lungen abhören. Falls er es für notwendig hält, entnimmt er Probe aus dem Rachenraum (Rachenabstrich), der dann im Labor untersucht wird. Möglicherweise empfiehlt er Ihnen, einen Streptokokken-Schnelltest zu machen. Die Kosten für diesen Test werden von der Krankenkasse nicht übernommen. Weitere Bluttests und spezielle diagnostische Verfahren sind nur in besonderen Situationen sinnvoll, etwa bei Komplikationen wie einer eitrigen Gewebeeinschmelzung (Abszess).

Möglicherweise wird es notwendig, einen Facharzt für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde (HNO) zu konsultieren. Das gilt zum Beispiel bei Verdacht auf einen Tumor oder einen Abszess im Rachenbereich. Einen Abszess wird man in aller Regel punktieren und das dabei gewonnene Material bakteriologisch untersucht. Bei einem Abszess um eine Mandeln ist der Rachen stark geschwollen und gerötet, so dass das Gaumenzäpfchen zur Seite verschoben wird. Eventuell folgt dann eine endoskopische Kehlkopfspiegelung (Laryngoskopie), in manchen Fällen auch eine Computertomographie (CT).

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    Husten, Dauerniesen, die Nase läuft: Erkältungen sind äußerst lästig. Welche Hausmittel wirken schnell und schonend?

Hausmittel gegen Halschmerzen

Erkältungsbedingtes Halsweh und leichte Entzündungen sind meist harmlos. Verschiedene Hausmittel und Tipps bringen hier bereits Linderung:

  • Die Stimme schonen und möglichst wenig sprechen.

  • Die Rachenschleimhaut feucht halten: Sinnvoll sind Lutschpräparate, weil sie den Speichelfluss anregen.

  • Eine Gurgellösung aus Salbei- oder Kamillentee, verdünntem Obstessig oder lauwarmem Salzwasser hilft ebenfalls gegen Halsschmerzen.

Vorsicht: Bei jüngeren Kindern besteht beim Lutschen oder Gurgeln die Gefahr des Verschluckens. Empfehlenswert sind Baby-Inhalate, Halswickel und Erkältungstees.

  • Trinken Sie außerdem viel Wasser und Tee, zum Beispiel Tee aus Kardamom, Ingwer und Nelken. Überbrühen Sie die Gewürze dazu mit heißem Wasser und lassen Sie die Mischung etwa 15 Minuten ziehen, bevor Sie den Tee lauwarm trinken. Auch Salbeitee ist wohltuend bei Halsschmerzen und Heiserkeit.

  • Ein bewährtes Hausmittel sind Halswickel. Allerdings sollten diese nur am vorderen Hals angewendet werden (Nackenbereich nicht bedecken). Geben Sie dazu eine Schicht Magerquark oder eine in feine Scheiben geschnittene Zwiebel in ein dünnes Baumwolltuch und wickeln Sie sich das Tuch für etwa ein bis zwei Stunden um den Hals.

  • Pressen Sie eine frische Zwiebel aus und trinken Sie den Saft mit ein wenig Honig.

  • Kauen Sie frische Salbeiblätter bei Halsschmerzen und Heiserkeit.

  • Verzichten Sie auf saure oder scharfe Speisen und Getränke. Sie reizen die entzündete Rachenschleimhaut und behindern das Abheilen.

  • Rauchen Sie nicht und meiden Sie Räume, in denen geraucht wird.

Erkältung bei Kindern: Die besten Tipps

Autor:
Letzte Aktualisierung: 06. Mai 2017
Durch: sist
Quellen: Glaser, H.: Alte und neue Hausmittel zur äußeren Anwendung. Gesundheitspflege initiativ, gemeinnützige Bildungsgesellschaft mbH Esslingen, Esslingen 2008 Grönemeyer, D.: Grönemeyers neues Hausbuch der Gesundheit. Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2008 Hoek, T., Suda, D.: Sichere Hausmittel für mein Kind. Springer Verlag, Heidelberg 2002 Keicher, U.: Quickfinder Kinderkrankheit. Gräfe und Unzer Verlag, München 2007 Patientenleitlinie Halsschmerzen. Online-Information der Universität Witten/Herdecke, http://www.patientenleitlinien.de/Halsschmerzen/halsschmerzen.html (Stand: 05/2005) Merkblatt: Erkältung. Online-Information des IQWiG: http://www.gesundheitsinformation.de/merkblatt-erkaeltung.176.de.html (Stand: 05/2009)

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