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Schimmelpilzallergie: Symptome ähnlich zum Heuschnupfen

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Eine Schimmelpilzallergie ruft ähnliche Symptome wie Heuschnupfen hervor. Sowohl in der Natur als auch in der Wohnung können Symptome wie Husten, Schnupfen oder Niesanfälle vorkommen. Weitere Anzeichen und wie eine Schimmelpilzallergie behandelt wird.

schimmelpilzallergie
Eine Schimmelpilzallergie ruft Symptome wie Schnupfen oder Husten hervor.
© GettyImages/bojanstory

Artikelinhalte im Überblick:

Hausstauballergie: Tipps zu Behandlung und Vorbeugung

Wo sind Schimmelpilze zu finden?

In der Natur befinden sich Schimmelpilzsporen vor allem im Laub, Komposthaufen, Heuhaufen, im Getreide oder in Gewächshäusern. In den Sommer- und Herbstmonaten ist die Schimmelpilzkonzentration am höchsten. Das liegt unter anderem daran, dass sich Schimmelpilze bei hoher Luftfeuchtigkeit besonders wohl fühlen.

In Innenräumen sind sie deswegen besonders im Bad, an Wänden, neben Fenstern, hinter Schränken oder Fußleisten zu finden. Häufig ist ein Feuchtigkeitsschaden an der äußeren Gebäudeschicht oder eine erhöhte Raumluftfeuchtigkeit bei mäßiger Durchlüftung die Ursache.

So werden beispielsweise in einem Drei-Personen-Haushalt täglich bis zu 14 Liter Wasser freigesetzt. Diese setzen sich zum Beispiel zusammen aus Wasser, dass bei jeder Dusche in die Raumluft gelangt, oder das beim Kochen entsteht. Zudem verdunstet jeder Mensch pro Tag 1 bis 1,5 Liter über Haut und Schleimhäute. Die Luftfeuchtigkeit kann dabei leicht auf 80 Prozent oder mehr steigen. Das sind ideale Bedingungen, die das Wachstum von Schimmelpilz begünstigen.

Schimmelpilzallergie: Gefährdete Gruppen

Es gibt Berufsgruppen, die täglich einer erhöhten Schimmelpilzkonzentration ausgesetzt sind. Diese haben dadurch auch häufiger eine Schimmelpilzallergie. Beispiele hierfür sind Berufe in der Abfallentsorgung, Landwirtschaft, Futtermittelproduktion, Gärtnerei, Mehlverarbeitung oder Lüftungs- und Klimaanlagentechnik.

Schimmelpilzallergie und Nahrungsmittel: Besteht ein Zusammenhang?

In sehr seltenen Fällen kann der Verzehr von Nahrungsmitteln, die mit Schimmelpilz belastet sind, allergische Symptome hervorrufen. Die Lebensmittel sind deswegen keinesfalls verdorben, aber es kann ein nicht wahrnehmbarer Befall vorliegen. Lebensmittel, die unerkannt mit Schimmelpilzsporen belastet sein können, sind:

  • Brot
  • Kernfrüchte wie Äpfel
  • Zitrusfrüchte
  • Käse
  • Erdnüsse, Walnüsse, Mandeln, Pistazien
  • Gewürze
  • Weintrauben
  • Milchprodukte

Treten nach Verzehr der Lebensmittel Beschwerden wie Brennen im Mundraum, Atembeschwerden oder sonstige Symptome auf und können Nahrungsmittelallergien ausgeschlossen werden, ist eine Schimmelpilzallergie eine mögliche Ursache.

Symptome einer Schimmelpilzallergie

Die Reaktionen einer Schimmelpilzallergie sind aufgrund der verschiedenen Arten sehr unterschiedlich. Zudem reagieren manche Menschen nur auf die Sporen, andere auf das Myzel (Pilzfäden).

Bekannte Symptome einer Schimmelpilzallergie:

Die Beschwerden können direkt nach Kontakt (Sofortreaktion) oder zeitlich versetzt auftreten.

Achtung bei Antibiotika und Schimmelpilzallergie

Manche Antibiotika wie Amoxicillin, Ampicillin und Penicillin sind biochemisch auf Schimmelpilzen entwickelt worden. Personen mit einer Schimmelpilzallergie können bei der Einnahme der Medikamente ebenso allergische Reaktionen entwickeln. Eine ärztliche Absprache ist in jedem Fall ratsam.

Aspergillose: Infektion mit Schimmelpilzen

Bei der Aspergillose besteht eine Infektion mit dem Schimmelpilz Aspergillus. Betroffen sind oft Menschen mit einem schwachen Immunsystem. Der Befall mit dem Schimmelpilz kann zu einer nicht-invasiven oder invasiven Aspergillose führen.


Bei der nicht-invasiven Form sind Haut oder Schleimhäute betroffen und ein allergisches Asthma oder ein Aspergillom ("Pilzball", der sich in Körperhöhlen wie den Nebenhöhlen bildet und abkapselt) sind mögliche Folgen. Die invasive Aspergillose betrifft meist die Lunge und kann sich von dort auf andere Organe ausbreiten. Sie muss mit Antipilzmitteln (Antimykotika) behandelt werden.

Diagnose einer Schimmelpilzallergie

Zur Abklärung über eine mögliche Schimmelpilzallergie ist ein Haut- und Bluttest nötig. Beim Hauttest (Pricktest) werden verschiedene Schimmelpilz-Allergene in die Haut eingepiekst. Besteht eine Allergie auf den Schimmelpilz, entsteht nach einer gewissen Zeit eine Pustel oder Quaddel um die Einstichstelle. Das Führen eines Symptomtagebuchs kann ebenso helfen, eine Allergie gegen Schimmelpilze zu diagnostizieren.

Behandlung einer Schimmelpilzallergie

Grundsätzlich gilt es bei einer Schimmelpilzallergie die Auslöser zu vermeiden. Sind die Wohnung oder der Arbeitsplatz mit Schimmel befallen, sollte über einen Umzug, Sanierung oder Jobwechsel nachgedacht werden. Das Vermeiden des Schimmelpilzes ist wichtig für die Gesundheit. In der Natur können Schimmelpilze allerdings nur schwer vermieden werden.

Für diese Fälle sind Antiallergika in Form von Tabletten, Tropfen oder Sprays erhältlich. Sie sind meist verschreibungspflichtig und können in Akutfällen die Symptome lindern.

Eine Hyposensibilisierung ist nicht bei allen Schimmelpilzallergenen möglich. Sie kann bei der Typ-1-Schimmelpilzallergie (Sofortreaktion) durchgeführt werden. Bei der Hyposensibilisierung wird der Körper langsam an den Allergie-auslösenden Stoff gewöhnt, bis er ihn nicht mehr als gefährlich einstuft. Die Symptome werden dadurch schwächer oder vergehen komplett.

Wie erkennt man Schimmelpilz in der Wohnung?

Aspergillus, Penicillium und Cladosporium: Hinter diesen Namen verstecken sich die häufigsten Pilzarten, die sich in Innenräumen breit machen können. Meistens machen sie sich durch Flecken in Blau, Grün, Schwarz oder Gelb vor allem an Wänden und Einrichtungsgegenständen und einem modrigen Geruch bemerkbar.

Lässt sich der Pilz aber auf den ersten Blick trotz auffallender körperlicher Symptome nirgends aufspüren, können speziell ausgebildete Schimmelpilz-Spürhunde versteckte Pilzkolonien erschnüffeln.

Kommt es zu Hause immer wieder zu Beschwerden wie Schnupfen, Husten oder juckenden Augen und ist eine Hausstaubmilben-Allergie ausgeschlossen, sollte auf Schimmelpilze getestet werden.

Wie beugt man Schimmelpilzen in der Wohnung vor?

Damit Schimmelpilz erst gar nicht entsteht, sollten gewisse Regeln berücksichtigt werden. Das A und O sind dabei richtiges Heizen und Lüften. Die Luftfeuchtigkeit in den Räumen sollte unter 60 Prozent liegen. Dabei hat sich mehrmaliges Stoßlüften von jeweils fünf bis zehn Minuten Dauer bewährt.

Weitere Tipps gegen Schimmel:

  • Im Badezimmer nach dem Duschen besonders gut lüften; das Wasser von Fußboden und Wänden wischen.

  • Wenn im Bad kein Fenster zum Lüften vorhanden ist, sollten Lüftungsanlagen richtig funktionieren. Die eingebauten Filter sollten alle 2 bis 3 Monate ausgewaschen und einmal jährlich ausgetauscht werden.

  • Die Badezimmerheizung sollte im Winter nicht ausgeschaltet werden, sonst trocknet das Bad zu langsam.

  • In der Küche sollte ein Dunstabzug installiert sein, der die Abluft nach draußen leitet

  • Auf ständiges "Kipplüften" ist zu verzichten, weil dadurch die Wandoberflächen oberhalb und seitlich des Fensters stark auskühlen und das Wasser an ihnen kondensiert.

  • Das Schlafzimmer gleich morgens nach dem Aufstehen lüften

  • Keine Farben und Tapeten verwenden, die die Wände luftdicht verschließen

  • Auf Luftbefeuchter in der Wohnung sollte verzichtet werden

  • Häufige Leerung von Abfalleimern

  • Biomüll sollte idealerweise außerhalb der Wohnung gelagert werden, weil er ein beliebter Tummelplatz für Pilze ist.

  • Bei Verdacht auf Schimmelpilzbefall in der Wohnung sollte der Kontakt mit dem Gesundheitsamt aufgenommen werden. Sie können helfen, weitere Schritte in die Wege zu leiten, um den Schimmelpilz loszuwerden.

Schimmelpilze in der Natur vermeiden

In der Natur ist es sehr schwer, Schimmelpilze zu vermeiden. Dennoch können betroffene Personen ein paar Tipps beachten:

  • Vermeiden von Gartenarbeit und Aufenthalten in der Nähe von Kompost, Laub oder Rasenschnitt

  • Im Spätsommer und Herbst sollte bei feuchtem Wetter keine allzu lange Zeit im Freien verbracht werden

  • Spaziergänge nach Regen sind vor allem im Wald zu vermeiden

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