Wenn nachts nichts mehr geht

Schlafparalyse: Ursachen, Auslöser und Behandlung der Schlafstarre

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Die Schlafparalyse ist gesundheitlich unbedenklich, sorgt aber bei Betroffenen für einen kurzen Schock-Moment: Man ist wach, kann sich jedoch weder bewegen noch sprechen. Was kann eine Schlaflähmung auslösen? Und was kann man gegen eine Schlafstarre machen?

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© iStock.com/sezer66

Im Überblick:

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Fakten zur Schlaflähmung

  • Das Phänomen tritt meist unmittelbar vor dem Aufwachen auf, seltener kurz nach dem Einschlafen.

  • Die Episoden halten von einigen Sekunden bis hin zu wenigen Minuten an.

  • Die Schlafparalyse ist nicht gesundheitsschädlich, löst aber bei Betroffenen große Angst und Panik aus.

  • Es kommen verschiedene Ursachen infrage, etwa Stress, Angststörungen, Migräne, Drogen- oder übermäßiger Alkoholkonsum, Schlafmangel und Jetlag.

  • Die Schlafstarre kommt besonders häufig bei Menschen mit Narkolepsie vor.

  • Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Betroffene können auch selbst aktiv werden und die eigene Schlafhygiene verbessern.

Was ist eine Schlafparalyse?

Tatsächlich tritt die Schlaflähmung jede Nacht auf – jedoch unbemerkt. Sie ist wichtiger Bestandteil der sogenannten REM-Schlafphase (rapid eye movement). Das ist die Phase, in der man sich erholt, aber auch intensiv und sehr lebhaft träumt. Damit man seine Träume nicht körperlich in die Tat umsetzt, ist der Körper in dieser Zeit gelähmt. Dieser Vorgang dient dem Selbstschutz: Eigentlich willkürlich bewegbare Muskeln sind handlungsunfähig, damit man sich nicht verletztet.

Wenn Menschen unter verschiedenen Umständen aus dieser Schlafphase aufwachen – quasi zu früh – erleben sie die Lähmung bewusst mit. Meist passiert das in den Morgenstunden, also kurz vor dem eigentlichen Aufwachen, seltener nach dem Einschlafen.

Da die Schlafparalyse ungewollt auftritt, zählt sie zu den sogenannten Parasomnien, den Schlafstörungen. Die Schlaflähmung dauert unterschiedlich lange an: von einigen Sekunden bis hin zu wenigen Minuten. Die Erfahrung der Schlafparalyse ist für Betroffene zwar äußerst unangenehm. Dennoch ist sie aus medizinischer Sicht unkritisch, da der Körper keinen Schaden davonträgt.

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Selbsttest
Schlafstörung: Gute Nacht oder durchwacht?

Schlafstörungen können den Alltag stark beeinflussen. Daher ist es wichtig, sie rechtzeitig zu erkennen und etwas dagegen zu unternehmen. Mit folgendem Test können Sie herausfinden, ob bei Ihnen Schlafstörungen vorliegen.

Dieser Test ersetzt keinen Arztbesuch. Suchen Sie bei anhalten Problemen mit dem Schlafen frühzeitig einen Arzt auf.

Ursachen und Symptome: Was löst eine Schlafparalyse aus?

Der Schlaf- und Wachzustand wird von komplexen neurologischen und physiologischen Vorgängen im Körper bestimmt. Als Ursache für die Schlafstarre wird eine fehlerhafte Synchronisation von physiologischen Merkmalen des REM-Schlafs und des damit verbundenen Bewusstseinszustands vermutet. Vereinfacht kann man sich das wie eine Trennwand zwischen Schlaf und Wachsein vorstellen, die immer dünner wird. Betroffene befinden sich dadurch kurzzeitig auf beiden Seiten. Manche sagen, es fühle sich an, als würde das Gehirn noch schlafen, während der Körper bereits wach ist.

Dieser Zustand führt zu einer Reihe äußerst unangenehmer Symptome, die individuell verschieden auftreten.

Zu ihnen gehören beispielsweise:

  • Lähmung der Körpermuskulatur (Arme, Finger, Beine und Zehen können nicht bewegt werden)
  • Unfähigkeit zu sprechen
  • Druckgefühl auf der Brust, eventuell begleitet von Atemnot
  • Angstgefühle bis hin zu Panik
  • Herzrasen
  • Schwitzen
  • Halluzinationen (Betroffene sehen Gestalten oder hören Stimmen)
  • außerkörperliche Erfahrungen

Die Schlafparalyse auslösen können unterschiedliche Trigger-Faktoren, die allesamt die Schlafqualität negativ beeinflussen.

Trigger-Faktoren können zum Beispiel sein:

Besonders häufig tritt die Schlaflähmung bei Menschen mit Narkolepsie auf. Dabei handelt es sich um eine dauerhafte Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus: Betroffene schlafen in aktiven Alltagssituationen, wie beim Autofahren oder Essen, einfach ein.

Darüber hinaus besteht ein erhöhtes Risiko für eine Schlafstarre, wenn eine psychische Grunderkrankung vorliegt, etwa eine Angststörung, ein erlebtes Trauma oder eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS).

Schlafparalyse: Arztbesuch und Diagnose

Die Erfahrung der Schlaflähmung ist sicherlich mit großer Angst verbunden, jedoch muss man im Regelfall nicht sofort einen Arzt aufsuchen, wenn diese einmalig auftritt. Wer häufiger darunter leidet und zusätzlich Ein- und/oder Durchschlafstörungen hat, sollte besser einen Arzttermin vereinbaren.

Erster Ansprechpartner ist der Hausarzt. Dieser wird ein Patientengespräch führen, um der Ursache für die Schlafprobleme auf den Grund zu gehen und Grunderkrankungen, wie die Narkolepsie, ausschließen zu können. Im Anschluss folgt möglicherweise noch die genauere Untersuchung in einem Schlaflabor. Hier werden Patienten vor dem Schlafen verkabelt, um während der Schlafphasen Gehirnströme, Augenbewegungen und Muskelspannung messen zu können. Abnormalitäten in den Aufzeichnungen liefern den Schlafmedizinern wertvolle Hinweise auf mögliche Erkrankungen.

Behandlung: Was kann man gegen eine Schlafparalyse machen?

Falls die Schlafparalyse sehr häufig vorkommt, die Betroffenen stark darunter leiden und/oder zusätzlich noch weitere Schlafstörungen auftretet, gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten.

Folgende Medikamente und Therapien kommen infrage:

  • Leichte Antidepressiva können helfen, wenn die Menschen sehr unter den Beschwerden leiden und ein Teufelskreis aus Angst, Stress und Schlaflähmung entsteht. Da Antidepressiva häufig eine Vielzahl an Nebenwirkungen aufweisen, macht es Sinn, gemeinsam mit dem Arzt Für und Wider abzuwiegen.

  • Pflanzliche Mittel, die den Melatonin- („Schlafhormon“) und Serotonin-Haushalt („Wachhormon“) regulieren, sind möglicherweise eine Alternative.

  • Eine Psycho- oder Verhaltenstherapie kann angebracht sein, wenn die Angst vor einer erneuten Schlafparalyse so groß ist, dass eine Angststörung entsteht, die wiederum eine Schlafstarre auslösen kann.

  • Eine Suchtberatung ist sinnvoll, falls Alkohol- oder Drogensucht das Phänomen hervorruft.

Tipps zur Selbsthilfe bei Schlaflähmung

  • Achten Sie nach Möglichkeiten auf einen geordneten Tag-Nacht-Rhythmus und gehen Sie erst ins Bett, wenn Sie auch wirklich müde sind.

  • Darüber hinaus gilt es, Störfaktoren aus dem Schlafzimmer zu verbannen: dazu gehört das Smartphone genauso wie grelle Lichter oder ein laufender Fernseher.

  • Spätes, vor allem fettreiches Essen sollten Sie vermeiden, genauso wie zu viel Alkohol.

  • Hilfreich können verschiedene Entspannungsmethoden wie Yoga, Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung Progressive Muskelentspannung sein. Wer sie erst einmal professionell gelernt hat, kann sie später auch problemlos allein vor dem Zubettgehen durchführen.

  • Moderate Bewegung ist ebenso förderlich. Achten Sie jedoch darauf, dass die Sporteinheit weder zu kräftezehrend ist noch direkt vor dem Schlafengehen stattfindet – das würde Sie nur aufputschen und somit das Gegenteil bewirken.

Schlafstörungen pflanzlich behandeln: Acht bewährte Helfer
Beratender Experte
Frau Dr. med. Jessica Männel

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