Was tun und wann zum Arzt?

Geschwollene Augen: Ursachen und was bei Lidschwellung hilft

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Der morgendliche Blick in den Spiegel zeigt geschwollene Augen? Meist sind dafür harmlose Ursachen verantwortlich. Was dahintersteckt, welche Hilfe wirkt und wann man mit geschwollenen Augen zum Arzt sollte.

Geschwollene Augen: Ursachen und was bei Lidschwellung hilft
Nach einer durchzechten Nacht sind geschwollene Augen keine Seltenheit.
© iStock.com/nazar_ab

Geschwollene Augen treten auf, wenn sich im Unterhautzellgewebe der Augenlider Flüssigkeit ansammelt. Durch die dünne, fettarme und empfindliche Haut der Augenpartie sind die Wassereinlagerungen im Bindegewebe der Lider leicht sichtbar.

Im Überblick:

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Sind geschwollene Augen ein Symptom für eine Erkrankung?

Treten geschwollene Augen nur gelegentlich nach dem Aufstehen am Morgen oder nach dem Weinen auf, stellen sie in der Regel kein Symptom für eine Krankheit dar und es besteht kein Grund zur Besorgnis. Eine krankhafte Lidschwellung (Lidödem) liegt unter Umständen vor, wenn ein Augenlid oder beide Augenlider stärker oder anhaltend geschwollen sind. Bei einer nicht-entzündlichen Lidschwellung ist die Schwellung blass, kühl und schmerzlos. Ein entzündliches Lidödem ist zusätzlich gerötet, heiß und die Augenlider schmerzen. Krankhaft geschwollene Augen müssen nicht auf eine ernsthafte Erkrankung hinweisen: Meist sind dafür eher harmlose Ursachen verantwortlich – zum Beispiel eine Pollenallergie.

Geschwollene Augen am Morgen – warum?

Geschwollene Augen kennen viele Menschen vom morgendlichen Blick in den Spiegel. Oft treten sie nur manchmal auf und verschwinden im Laufe des Tages wieder von selbst. Der Grund für die harmlose Lidschwellung ist das lange Liegen in der Nacht: Die Liegeposition begünstigt, dass sich Flüssigkeit im Gewebe ansammelt. Ob die Augen im Schlaf anschwellen oder nicht, kann von weiteren Faktoren wie der genetischen Veranlagung, hormonellen Veränderungen im Zyklus oder einem erhöhten Lebensalter abhängen.

Für geschwollene Augen nach dem Aufstehen kommen folgende Ursachen infrage:

  • Liegen: Die Lymphflüssigkeit im Gewebe kann aufgrund der Liegeposition nicht abfließen – es kommt zu einem Lymphstau.

  • Schlafmangel: Zu wenig Schlaf oder Schlafstörungen können zu geschwollenen Augen führen.

  • Alkohol oder salzige Speisen am Vorabend: Alkoholkonsum kann ebenso wie salzige Speisen den Fluss der Lymphflüssigkeit beeinträchtigen und für die sichtbaren Einlagerungen am nächsten Morgen verantwortlich sein.

  • Tränensäcke: Auch Tränensäcke können die Augen geschwollen wirken lassen. Bei diesen Schwellungen handelt es sich entweder um erschlafftes Fettgewebe unterhalb der Augen oder um eine Flüssigkeitsansammlung (Lymphödem) infolge einer Störung des Lymphabflusses. Morgens treten Tränensäcke oft besonders auffällig in Erscheinung.

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Ursachen für krankhaft geschwollene Augen

Krankhaft geschwollene Augen treten in der Regel in Kombination mit anderen Symptomen auf und können dann unter anderem ein Symptom für folgende Erkrankungen sein:

  • Allergische Reaktion: Geschwollene Augen können ein Anzeichen für eine Allergie sein. Handelt es sich um eine Hausstauballergie oder eine Pollenallergie, sind meist beide Augen von der Schwellung betroffen und es kommen weitere Symptome wie juckende und tränende Augen oder eine laufende Nase hinzu. Geschwollene Augen können auch bei einer allergischen Reaktion auf Kosmetika (Kontaktallergie) auftreten. Ebenso ist es möglich, dass die Allergie eine Folge von Insektenstichen oder unverträglichen Nahrungsmitteln ist. Ein besonders massives Anschwellen der Augen wird als Angioödem oder Quincke-Ödem bezeichnet und kann im Rahmen einer Nesselsucht auftreten.

  • Augenerkrankungen: Geschwollene Augen können in Kombination mit anderen Symptomen auch auf eine Augenerkrankung hinweisen. Dazu zählt zum Beispiel das Gerstenkorn (Hordeolum), das zusätzlich mit Druckschmerz und Juckreiz verbunden und durch die typische Eiterbildung („Eiterpickel“) gut zu erkennen ist. Zudem äußern sich folgende Augenerkrankungen gepaart mit weiteren Symptomen wie Rötungen, Augentränen oder Schmerzen durch geschwollene Augen: Tränensackentzündung (Dakryozystitis), Lidrandentzündung (Blepharitis), Bindehautentzündung (Konjunktivitis).

  • Trockene Augen (Sicca-Syndrom): Neben Symptomen wie einem Fremdkörpergefühl im Auge, schneller Ermüdung der Augen, Brennen, Schmerzen und Rötungen gehören auch geschwollene Augen zu den Symptomen, die auf eine gestörte Produktion der Tränenflüssigkeit hinweisen können.

  • Fremdkörper im Auge: Wird das Auge durch das Eindringen eines Fremdkörpers gereizt, tränt es, wird rot und die Augenlider können anschwellen. Harmlose Fremdkörper wie Wimpern können selbst entfernt werden. Handelt es sich jedoch um einen Fremdkörper mit Verletzungspotenzial für das Auge, ist dies ein Fall für die Augenklinik oder den Notruf.

  • Lidhämatom und Lidemphysem: Blutergüsse oder Sauerstoffansammlungen unter den Augenlidern können nach Verletzungen durch Gewalteinwirkung entstehen und unter anderem Symptome eines Knochenbruchs sein.

Geschwollene Augen: Ernsthafte Erkrankungen als Ursache sehr selten

Als Begleiterscheinung ernsthafter Allgemeinerkrankungen treten geschwollene Augen nur selten auf. In solchen Fällen sind die Augen häufig chronisch über einen längeren Zeitraum geschwollen und es machen sich zusätzlich weitere Krankheitssymptome bemerkbar.

  • Nierenerkrankungen: Funktionieren die Nieren nicht einwandfrei, können Ödeme auftreten. Zu den Wassereinlagerungen kommt es zum Beispiel in den Beinen, Händen und im Gesicht in Form von geschwollenen Augen.

  • Schilddrüsenerkrankungen: Eine mögliche Schilddrüsenerkrankung, bei der die Augen eine Rolle spielen, ist Morbus Basedow: Hierbei kann es zu Schwellungen und zum typischen Hervortreten der Augäpfel aus den Augenhöhlen kommen.

  • Herzerkrankungen: Bei einer Herzinsuffizienz (Herzschwäche) treten in erster Linie Symptome wie Atemnot, Herzrasen, Erschöpfung oder Schwindel auf. Zudem kann es zu Wassereinlagerungen in den Beinen und möglicherweise zusätzlich auch zu Ödemen in den Augenlidern kommen.

  • Tumorerkrankungen: Sehr selten ist ein Tumor in der Augenhöhle für geschwollene Augen verantwortlich. Bei einer Tumorerkrankung treten weitere Symptome wie ein Druckgefühl, Doppelbilder oder ein Hervortreten der Augen aufgrund von Platzmangel auf. 

Diagnose geschwollener Augen: Wann zum Arzt?

Geschwollene Augen, die entweder dauerhaft, immer wieder oder akut mit anderen Symptomen wie Schmerzen oder Fieber auftreten, sollten ärztlich untersucht werden. Bei einer augenärztlichen Diagnose wird die Ursache festgestellt. Ist eine Allergie für die geschwollenen Augen verantwortlich, kann der Hausarzt eine Befragung durchführen und einen Allergietest veranlassen. Beim Verdacht auf eine andere Erkrankung können weitere Tests wie Blutuntersuchungen oder bildgebende Verfahren zur Diagnosestellung dienen.

Treten in der Schwangerschaft öfter geschwollene Augen auf, sollte dies mit dem Arzt besprochen werden: Verbunden mit anderen Symptomen wie einem erhöhten Blutdruck könnte dies ein Anzeichen für eine Präeklampsie (früher bekannt als Schwangerschaftsvergiftung) sein.

Geschwollene Augen: Therapie richtet sich nach Grunderkrankung

Da geschwollene Augen ein Symptom und keine eigenständige Erkrankung sind, wird in der Therapie die Grunderkrankung behandelt. Ist dies erfolgreich geschehen, bilden sich auch die geschwollenen Augen zurück. Wie genau die Therapie aussieht, richtet sich nach der Diagnose.

Um allergische Symptome zu lindern, können zum Beispiel antiallergische Wirkstoffe wie Antihistaminika oder kortisonhaltige Arzneimittel helfen. Infektiöse Ursachen bakterieller Natur können mit Antibiotika behandelt werden.

Hausmittel: Was tun bei geschwollenen Augen?

Sind krankhafte Ursachen für geschwollene Augen ausgeschlossen und es handelt sich dabei lediglich um eine unschöne Erscheinung am Morgen, können Sie selbst etwas dagegen tun:

  • Gesund leben: Wer über den Tag verteilt ausreichend Wasser trinkt und regelmäßig in Bewegung ist, sorgt dafür, dass sich weniger Wasser im Gewebe einlagert. Auf Alkohol und Nikotin sollte verzichtet werden.

  • Allergieauslöser meiden: Liegt eine Allergie gegen kosmetische Produkte oder Waschmittel vor, sollten diese konsequent gemieden werden. Bei einer Pollenallergie sollten Sie abends vor dem Schlafengehen duschen und sich die Haare waschen, um die Allergieauslöser nicht ins Bett zu schleppen. Wer allergisch gegen Hausstaubmilben ist, wechselt am besten häufig die Bettwäsche und saugt regelmäßig durch.

  • Ausreichend schlafen: Ab und zu mal schlecht zu schlafen, ist ganz normal. Dauerhaft ist der Körper zur Regeneration aber auf genügend erholsamen Schlaf angewiesen. Da geschwollene Augen ein Zeichen von Schlafstörungen sein könnten, sollten Sie dieses Problem angehen: Entspannungstechniken zur Stressreduktion können helfen, ebenso wie die Unterstützung eines Experten in einer Psychotherapie.

  • Richtig liegen: Da ein Lymphstau in der Nacht aufgrund der Schlafposition entstehen kann, lohnt hier ein Positionswechsel: Schlafen Sie mit leicht erhöhtem Kopf oder Oberkörper. Achten Sie darauf, dass Sie nicht zu hoch liegen, um keine Rücken- oder Nackenverspannungen zu riskieren.

  • Kühlen: Eine vorhandene Lidschwellung lässt sich durch das Auflegen von kühlen Kompressen lindern. Auch gekühlte Löffel oder Gurkenscheiben aus dem Kühlschrank sind eine gute Wahl.

  • Sanft massieren: Um die angestaute Lymphflüssigkeit in Fluss zu bringen, kann eine Massage mit leichten Streichbewegungen (ähnlich wie bei einer Lymphdrainage) geschwollenen Augen guttun.

  • Augencreme regelmäßig verwenden: Eine Augencreme eignet sich, um die sensible Haut rund um die Augen zu pflegen. Produkte mit kühlenden und natürlichen Wirkstoffen oder Massageeffekten wie bei Roll-ons können geschwollene Augen verwöhnen. Experten raten davon ab, Hämorrhoidensalbe gegen geschwollene Augen zu verwenden. Das angebliche Hausmittel kann die empfindliche Haut reizen und zu allergischen Reaktionen führen.

  • Operativer Eingriff: Tränensäcke, für die ein erschlafftes Gewebe verantwortlich ist, können bei einem chirurgischen Eingriff korrigiert werden. Eine solche Lidstraffung erfolgt meist nicht aus medizinischen, sondern aus rein ästhetischen Gründen.

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