Halsschmerzen

Halsschmerzen sind unangenehme, aber meist harmlose Beschwerden - oft eine Begleitung von Erkältung. Lesen Sie hier mehr über Ursachen, Therapien und Vorbeugung.

Mandelentzündung - Untersuchung beim Arzt
Wer eitrige Stippchen auf den Mandeln hat, muss zum Arzt!
(c) Stockbyte

Im Hals kratzt es gehörig, das Schlucken tut weh, mitunter schmerzt es auch beim Sprechen. Wer sich zusätzlich müde und abgespannt fühlt, wird sich bald bewusst, dass er sich eine Erkältung zugezogen hat.

Ursachen

Hauptverantwortlich für Halsentzündungen sind Erkältungsviren, die zu einer Entzündung der Rachenschleimhaut mit Rötung, Schwellung und Schmerzen führen. Sind auch die Gaumenmandeln betroffen, können sich dort zusätzlich sehr leicht Bakterien ansiedeln, vermehren und zu einer eitrigen Angina führen.

Symptome

Das Auftreten von Halsschmerzen wird durch eine Mundatmung begünstigt, zum Beispiel bei einer "verstopften" Nase oder beim Joggen in der kalten Jahreszeit. Dann trifft die eingeatmete Luft direkt auf die Rachenschleimhaut, ohne dass sie vorher von der Nase angewärmt, befeuchtet und gereinigt wurde.

Beim Blick in den Rachenraum erscheint dieser gerötet und geschwollen. Die spürbaren Beschwerden reichen von einem Empfinden von Trockenheit mit ständigem Räuspern und Hüsteln bis hin zu Kratzen, Wundgefühl und Schmerzen im Hals. Dabei kann das Schlucken fast unerträglich werden. Die Lymphknoten im Bereich von Hals und Unterkiefer sind häufig etwas vergrößert.

Halsschmerzen: Wann zum Arzt?

Halsschmerzen, die sich trotz einer Behandlung binnen drei Tagen nicht bessern oder sogar noch verschlimmern, erfordern einen Arztbesuch. Ebenso anhaltende Heiserkeit, die ohne Hinweise auf eine Erkältung auftritt. Bei hohem Fieber (über 39 Grad Celsius) und starkem Krankheitsgefühl kann eine "echte" Virusgrippe vorliegen. Eitrige Beläge ("Eiterstippchen") auf den Gaumenmandeln, starke Schluckbeschwerden, bis zu den Ohren ausstrahlende stechende Schmerzen und hohes Fieber deuten auf eine eitrige Angina (Angina heißt übersetzt Enge) hin, die überwiegend bei Kindern und Jugendlichen vorkommt.

Diagnose

Wenn Sie wegen Halsschmerzen zum Arzt gehen, wird dieser zunächst nachfragen, welche Beschwerden Sie genau haben. Dann wird er Sie untersuchen und dabei vor allem den Mund und Rachen mithilfe einer Lampe und einem Holzspatel inspizieren. Dann müssen Sie „A-A-A“ sagen, wodurch der Zungengrund absinkt und der Gaumen mit den Mandeln besser zu sehen ist.

Der Rachen ist bei Pharyngitis gerötet und entzündet, die Zunge häufig belegt. Die Mandeln können verdickt sein, und sind manchmal mit eitrigen Pünktchen übersät oder belegt (exsudative Pharyngitis).

Typisches Kennzeichen bei einer Diphtherie sind graue Beläge, die fest an den Mandeln haften. Typisch für Scharlach ist die sogenannte Himbeer- oder Erdbeerzunge.

Der Arzt wird zusätzlich im Hals- und den Nackenbereich nach vergrößerten Lymphknoten suchen, und auch das Herz und die Lungen abhören. Typisch für eine Scharlach-Erkrankung: Ein bis zwei Tage, nachdem Fieber eingesetzt hat, zeigt sich Hautausschlag am ganzen Körper. Besonders ausgeprägt sind die Hautveränderungen in den Achseln, in der Leisten und an der Innenseite der Oberschenkel.

Falls der Arzt es für notwendig hält, entnimmt er Probe aus dem Rachenraum (Rachenabstrich), der dann im Labor untersucht wird. Möglicherweise empfiehlt er Ihnen, einen Streptokokken-Schnelltest zu machen. Die Kosten für diesen Test  übernehmen gesetzliche Krankenkassen nur bis zum 16 Lebensjahr. Das heißt: Erwachsene müssen den Schnelltest aus eigener Tasche bezahlen.

Weitere Bluttests und spezielle diagnostische Verfahren sind nur in besonderen Situationen sinnvoll, etwa bei Komplikationen wie einer eitrigen Gewebeeinschmelzung (Abszess).

Möglicherweise wird es notwendig, einen Facharzt für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde (HNO) zu konsultieren. Das gilt zum Beispiel bei Verdacht auf einen Tumor oder einen Abszess im Rachenbereich. Einen Abszess wird man in aller Regel punktieren und das dabei gewonnene Material bakteriologisch untersucht. Bei einem Abszess um eine Mandeln ist der Rachen stark geschwollen und gerötet, so dass das Gaumenzäpfchen zur Seite verschoben wird. Eventuell ist dann eine endoskopische Kehlkopfspiegelung (Laryngoskopie) nötig, in manchen Fällen auch eine Computertomographie (CT).

Was hilft bei Halsschmerzen?

Um die Beschwerden zu lindern und möglichst rasch wieder gesund zu werden, lohnt es folgende Tipps zu beherzigen:

  • Die Stimme schonen und möglichst wenig sprechen.
  • Die Rachenschleimhaut feucht halten: Sinnvoll sind Lutschpräparate, weil sie den Speichelfluss anregen, oder viel trinken.
  • Lutschpräparate sollten möglichst lange im Mund behalten und keinesfalls zerkaut werden. Nicht nur der Wirkstoff, sondern auch das Lutschen selbst (regt den Speichelfluss an) lindern Halsschmerzen.
    Wichtig zu beachten: Nachspülen mit Wasser, Zähneputzen, Essen oder Trinken unmittelbar nach Anwenden eines Halsschmerzmittels entfernenden Wirkstoff von der Rachenschleimhaut.
  • Erkältungstees und ein wärmender Schal um den Hals sind bei Halsschmerzen ebenfalls wohltuend.
  • Besonders wohltuend ist Salbeitee bei Halsschmerzen und Heiserkeit
  • Ein bewährtes Hausmittel sind Halswickel. Allerdings sollten diese nur am vorderen Hals angewendet werden (Nackenbereich nicht bedecken).
  • Verzicht auf saure oder scharfe Speisen und Getränke. Sie reizen die entzündete Rachenschleimhaut und behindern das Abheilen.
  • Nicht rauchen und Räume, in denen geraucht wird, meiden.
  • Bei jüngeren Kindern besteht beim Lutschen oder Gurgeln die Gefahr des Verschluckens. Empfehlenswert sind Baby-Inhalate, Halswickel und Erkältungstees.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 07. November 2013

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