Herzmuskelentzündung 

(Myokarditis)

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Die Symptome einer Myokarditis: Schmerzen in der Brust und allgemeine Schwäche, mitunter auch Fieber.
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Herzmuskelentzündung (Myokarditis): Grundlagen

Bei der Herzmuskelentzündung kommt es zur akuten oder chronisch verlaufenden Entzündung des Herzmuskels, was vielfältige Ursachen haben kann. Die Erkrankung kann symptomlos bleiben, aber auch lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen auslösen.

Das Herz wird im Wesentlichen von einem großen Muskel, dem Myokard, gebildet. Dieser stellt praktisch ein Hohlorgan dar, das von Blut durchströmt wird. Durch die rhythmischen Kontraktionen des Herzmuskels, die Herzschläge, wird das Blut durch den Körper gepumpt. Damit wird die Durchblutung aller Organe gewährleistet. Das aber setzt einen leistungsstarken Herzmuskel voraus, der keinesfalls ermüden darf. Der Herzmuskel hat daher eine etwas andere Struktur als die übrigen Muskeln im Körper

Wie in praktisch allen anderen Organsystemen, so kann es auch im Herzen zu Entzündungsprozessen kommen. Betrifft die Entzündung (Inflammation) direkt den Herzmuskel, so spricht der Mediziner von einer Herzmuskelentzündung. Diese wird wissenschaftlich als Myokarditis bezeichnet. Die Entzündung stellt für den betreffenden Menschen eine erhebliche gesundheitliche Gefährdung dar, da sie die Leistungskraft des Herzmuskels schwächt und damit die Durchblutung der Organsysteme beeinträchtigen kann. Sie kann zudem zu Herzrhythmusstörungen und im schlimmsten Fall zum plötzlichen Herztod führen.

Bei der Herzmuskelentzündung liegt per definitionem noch ein normal großes Herz vor. Kommt es im Verlaufe der Erkrankung zu einer deutlichen Vergrößerung des Herzens, so kann das Herz seiner normalen Funktion nicht mehr voll nachkommen. Es kommt zur Funktionsstörung, der sogenannten dilatativen Dysfunktion, ins Deutsche übertragen zur „gestörten Funktion aufgrund eines vergrößerten Herzens“. Gleichzeitig besteht eine „inflammatorische Kardiomyopathie“, also eine „Herzmuskelentzündung mit vergrößertem Herzen“. Geht die Entzündung auch auf den Herzbeutel (Perikard) über, so liegt eine Perikarditis oder genauer eine Perimyokarditis vor.

Autor: C. Vetter / Lifeline
Letzte Aktualisierung: 13. Oktober 2011
Quellen: Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie: AWMF-Leitlinie „Myokarditis“, http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/023-025.htm B. Maisch et al.: „Das Herz bei viralen, bakteriellen und parasitären Infektionen“, Internist 2007 - 48:255-267, Springer Medizin Verlag B. Naegeli, Myokarditis: Diagnose und Verlauf, Kardiovaskuläre Medizin 2004;7:248-257 Schumacher, Hess, Bühlmeyer (Hrsg.): Klinische Kinderkardiologie, Kapitel 19: R. Kandolf „Myokarditis und Kardiomyopathie“, S. 450-460, 4. Auflage, Springer Medizin Verlag 2008 M. Brehm et al.: „Entzündliche Herzerkrankungen bei primär extrakardialern Erkrankungen“, Internist 2007- 49:27-33, Springer Medizin Verlag M. Frick et al.: „Myokarditis als Ursache des plötzlichen Herztodes bei Sportlern“, Herz 2009;34:299-304, Springer Medizin Verlag

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