Kinderkrankheiten

Hand-Fuß-Mund-Krankheit: Vorsicht, Ansteckungsgefahr!

Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit (HFMK) ist eine Virusinfektion, die häufig bei Kindern unter zehn Jahren auftritt, aber auch Erwachsene können betroffen sein. Die Krankheit ist sehr ansteckend und kann an typischen Symptomen erkannt werden.

junge mit hkms hand fuss mund krankheit
Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit betrifft gewöhnlich (Klein-)Kinder, doch auch Babys und Erwachsene können sich anstecken.
© iStock.com/lolostock

Von der Hand-Fuß-Mund-Krankheit, die auch als Hand-Fuß-Mund-Exanthem oder falsche Maul- und Klauenseuche bezeichnet wird, sind in Deutschland jährlich schätzungsweise 80.000 bis 140.000 Menschen betroffen. Hierbei handelt es sich meist um Kinder. Den Namen hat die HKMS von den betroffenen Bereichen der Erkrankung bekommen. Die Krankheit verläuft meist harmlos, kann aber für Schwangere und neugeborene Babys gefährlich werden. Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit kommt das ganze Jahr über vor, allerdings häufen sich Erkrankungen im Spätsommer und Herbst. Überträger sind bestimmte Enteroviren.

Artikelinhalte im Überblick:

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Ursache und Ansteckungswege

Ursache für die Hand-Fuß-Mund-Krankheit sind Viren, genauer Enteroviren der Gruppe A. Dazu zählen die für die Erkrankung typischen Coxsackie A-Viren. Menschen sind die einzigen Überträger der Erkrankung, auch wenn sie gerne mit der Maul- und Klauenseuche in Verbindung gebracht wird. Die beiden Erkrankungen haben jedoch nichts miteinander zu tun.

Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit wird über Körperflüssigkeiten von Mensch zu Mensch übertragen. Auch Stuhl ist infektiös. Da die Erkrankung hochansteckend ist, breitet sie sich oft schnell aus. Einer der Hauptübertragungswege ist dabei das Händeschütteln. Die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch (Inkubationszeit) beträgt bei HFMK meist drei bis zehn Tage, kann aber in einem Rahmen von einem bis 30 Tage variieren.

Wie lange ist die Hand-Fuß-Mund-Krankheit ansteckend?

In der ersten Woche der Erkrankung ist die Person hochinfektiös, das bedeutet, dass sie leicht andere Menschen über Speichel, Sekrete oder Stuhl anstecken kann. Besonders die Sekrete aus den sich bildenden Bläschen fördern die Ausbreitung der Krankheit. Da die Viren auch nach Abklingen der Symptome einige Wochen im Stuhl nachweisbar sind, bleibt der Infizierte sehr lange ansteckend. Meist sind Kinder betroffen, wobei häufig Erwachsene Überträger der Erkrankung sind, obwohl sie keine Symptome zeigen (asymptomatischer Verlauf). Über 80 Prozent der Infektionen verlaufen asymptomatisch.

Kinder können wieder in Kita und Kindergarten beziehungsweise Erwachsene wieder zur Arbeit, wenn die Symptome abgeklungen und die Bläschen ausgetrocknet sind. Dann ist die ansteckendste Phase vorbei.

Ansteckung von Schwangeren und Neugeborenen verhindern

Da Neugeborene vor allem in den ersten beiden Lebenswochen an einem schweren Verlauf der Hand-Fuß-Mund-Krankheit erkranken können, sollte eine Ansteckung unbedingt verhindert werden. Auch Frauen im letzten Drittel der Schwangerschaft sollten deshalb besonders gut aufpassen und Kontakt mit Erkrankten meiden. Die Erkrankung selbst verläuft in der Schwangerschaft meist ohne Symptome und Komplikationen für das Ungeborene, aber kann bei der Geburt auf das Kind übertragen werden.

Typische Symptome

In den ersten Tagen einer Infektion mit der Hand-Fuß-Mund-Krankheit kommt es meist zu Fieber und Halsschmerzen sowie vermindertem Appetit und eventuell Übelkeit. Ein bis zwei Tage nach Einsetzen des Fiebers kommt es dann in der Regel zu Ausschlägen an der Zunge, dem Zahnfleisch und der Mundschleimhaut. Der Ausschlag ist als kleine, rote Flecken zu erkennen, der Bläschen bildet und oft sehr schmerzhaft ist. Innerhalb der nächsten ein bis zwei Tage bildet sich dann vor allem an den Handflächen und Fußsohlen ein Hautauschlag in Form von roten Flecken, der normalerweise nicht mit starkem Juckreiz einhergeht. Auch hier können sich Bläschen bilden.

baby mit hkms hand fuss mund krankheit
Baby mit typischem Hautausschlag am Fuß.
© iStock.com/Joel Carillet

Dauer der Symptome

Fast alle erkrankten Kinder erleben einen milden Verlauf, bei dem die Symptome innerhalb von fünf bis sieben Tagen wieder verschwinden. In der Regel ist die Hand-Fuß-Mund-Krankheit nach spätestens sieben bis zehn Tagen ohne Komplikationen überstanden.

Atypischer Verlauf

Bei einem atypischen Verlauf kann der Ausschlag am Po, im Genitalbereich, an den Knien und Ellbogen auftreten und mit starkem Juckreiz einhergehen. Innerhalb von vier Wochen nach der Erkrankung kann es in seltenen Fällen dazu kommen, dass Finger- und Fußnägel ausfallen. Sehr seltene Komplikationen sind Hirnhautentzündung (Meningitis) oder Gehirnentzündung (Enzephalitis) und Lähmungen (Paresen).

Wie wird die Diagnose Hand-Fuß-Mund-Krankheit gestellt?

Bei Verdacht auf die Hand-Fuß-Mund-Krankheit sollte ein Arzt aufgesucht werden. Da die Hand-Fuß-Krankheit sich meist mit dem typischen Verlauf zeigt, ist für den Arzt in der Regel keine weitere Diagnostik notwendig. Falls es doch nötig ist, wird ein Nachweis der Enteroviren aus einer Stuhlprobe, von einem Rachenabstrich oder dem Inhalt eines Bläschens im Labor erbracht.

Behandlung

Es gibt keine Therapie zur Behandlung der Viren, die die Hand-Fuß-Mund-Krankheit auslösen. Die Krankheit heilt in der Regel innerhalb weniger Tage von selbst ab.

Eine symptomatische Behandlung gegen die Beschwerden kann hilfreich sein. So können fiebersenkende Medikamente helfen oder auch Mittel gegen einen womöglich vorhandenen Juckreiz. Betroffene Kinder sollten viel Wasser oder Tee trinken. Heißes und scharf gewürztes Essen sollte dagegen vermieden werden. Kinder mit akuten Symptomen sollten keinesfalls eine Einrichtung zur Betreuung aufsuchen, sondern zuhause im Bett bleiben – auch wegen der Ansteckungsgefahr.

Vorbeugung

Gegen die Hand-Fuß-Mund-Krankheit gibt es derzeit in Deutschland keine Impfung. Zur Vorbeugung gegen die Ansteckung mit der Hand-Fuß-Mund-Krankheit kann aber einiges getan werden. Hier stehen vor allem Hygienemaßnahmen im Vordergrund:

  • Gute Händehygiene: Vor allem nach dem Toilettengang, Windelwechsel, nach dem Nase putzen, Husten oder Niesen sollten die Hände gründlich und mit Seife für mindestens 30 Sekunden gewaschen werden.

  • Kein enger Kontakt zu kranken Kindern oder Erwachsenen: Küssen und Umarmen sind tabu, ebenso wie das gemeinsame Benutzen von Geschirr und Besteck. Türklinken und Toiletten gründlich reinigen, solange ein Familienmitglied krank ist.

Werden die Hygienemaßnahmen beachtet, kann eine Ansteckung und damit die weitere Ausbreitung mit der Hand-Fuß-Mund Krankheit gut eingedämmt werden.

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