Ringelröteln: Vor allem in der Schwangerschaft riskant!

Ringelröteln sind eine weltweit vorkommende Infektionskrankheit, die durch Viren verursacht wird. Fachsprachlich wird der von ihnen hervorgerufene Ausschlag Erythema infectiosum genannt. Besonders durch den engen Kontakt in Kindergarten, Schule und Hort kommt es bei Babys und Kindern zu regelrechten Epidemien. Meist verlaufen Ringelröteln mild. Unbedingt behandelt werden muss die Infektion, wenn sie in der Schwangerschaft auftritt.

ringelröteln kindergarten
Durch den engen Kontakt etwa im Hort befällt der Ringelröteln-Erreger – das Parvovirus B19 – vor allem Kinder. Bemerkt wird die Infektion meist erst, wenn sie schon wieder am Abklingen ist. Sie verläuft meist milde, während der Schwangerschaft aber bedarf sie einer speziellen Behandlung.
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Etwa 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung in Industrieländern stecken sich im Laufe ihres Lebens mit Ringelröteln an. Bei Kindern im Vorschulalter beträgt die Verbreitung rund fünf bis zehn Prozent.

Kinderkrankheiten erkennen und unterscheiden

Ringelröteln, nicht zu verwechseln mit normalen Röteln, werden von dem Parvovirus B19 verursacht. Charakteristisch für die Infektionskrankheit sind großflächige Rötungen der Haut, die am ganzen Körper auftreten.

Ringelröteln-Ausbrüche in Kindergarten, Schule und Krippe

In den meisten Fällen infizieren sich Kinder in Einrichtungen wie Schule, Kindergarten oder -krippe. Tückisch daran: Sobald der charakteristische rote Hautausschlag auftritt, ist die ansteckende Phase schon wieder vorbei.

An diesen Symptomen erkennen Sie Ringelröteln

Beim Gros der Betroffenen verläuft die Infektion mit Ringelröteln ohne klinische Symptome. Kurz nach der Ansteckung zeigt sich ein allgemeines Krankheitsgefühl in Form von Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen, vergleichbar mit einem grippalen Infekt.

Nur bei etwa 15 bis 20 Prozent der Infizierten treten die typischen Hautrötungen auf. Sie beginnen im Gesicht, wobei Kinn, Nasenspitze und die Lippenregion ausgenommen sind. Die Gesichtsrötung erinnert an die Form eines Schmetterlings.

Hauptanzeichen sind Hautrötungen

Im weiteren Krankheitsverlauf breiten sich die Rötungen auf den Oberkörper und die Extremitäten aus. Ihr Aussehen ist ring- bis girlandenförmig – diesem Umstand verdankt die Krankheit ihren Namen. Weitere Symptome können Juckreiz und Erbrechen sein.

Bei Erwachsenen können Ringelröteln zusätzlich Gelenkschmerzen (Arthralgie) sowie -entzündungen (Arthritis) zur Folge haben. Bei Kindern kommen diese Symptome nur bei zehn Prozent der Erkrankten vor und hinterlassen keine bleibenden Schäden.

Ursache für Ringelröteln sind bestimmte Viren

Ursache für die Erkrankung an Ringelröteln ist die Aufnahme der Parvoviren in den Körper. Die häufigste Form der Übertragung ist die Tröpfcheninfektion, eine weitere Infektionsquelle kann der Handkontakt mit Infizierten sein. Eher selten erfolgt die Ansteckung im Rahmen einer Bluttransfusion.

Schwangere Frauen, die vor der Schwangerschaft noch nicht selbst an Ringelröteln erkrankt waren, können die Infektion auf ihr ungeborenes Kind übertragen. Die Zeit von der Infektion bis zum Auftreten der ersten Symptome (Inkubationszeit) beträgt sieben bis 14 Tage. In dieser Zeit ist der Betroffene auch Überträger der Krankheit. Sobald sich die typischen Hautrötungen zeigen, ist die Erkrankung für andere Personen nicht mehr ansteckend.

Da die Viren sehr einfach und schnell zwischen Menschen übertragen werden, verbreiten sich Ringelröteln besonders schnell innerhalb von Familien, Kindergärten, Kinderheimen und Schulen. Alle vier bis fünf Jahre kommt es in Regionen mit gemäßigtem Klima zu Epidemien, die hauptsächlich zwischen Winter und Frühjahr auftreten.

Ringelröteln: Diese Diagnosemethoden stehen zur Verfügung

Ringelröteln werden anhand der typischen Hautrötung diagnostiziert. In unklaren Fällen und bei Bestehen einer Schwangerschaft kann das Blut der Betroffenen auf bestimmte Antikörper untersucht werden, die vom menschlichen Immunsystem zur Abwehr der Paroviren gebildet werden.

Ungeborene im Mutterleib bilden diese Antikörper häufig nicht. Um dennoch festzustellen, ob der Fötus ebenfalls infiziert ist, können die Viren mittels verschiedener labortechnischer Untersuchungsmethoden auch direkt nachgewiesen werden. Darüber hinaus lassen sich die Viren in Gewebeproben von geröteten Hautstellen der Betroffenen sowie in deren Speichel nachweisen, bei Ungeborenen auch im Fruchtwasser.

Symptomatische Therapie und Ringelröteln-Behandlung während der Schwangerschaft

Ringelröteln selbst können nicht ursächlich (kausal) behandelt werden, da es sich um eine Virusinfektion handelt. Gegen die auftretenden Symptome können schmerzlindernde und fiebersenkende Medikamente gegeben werden sowie Mittel gegen den Juckreiz.

Außerdem empfehlenswert sind eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und die Einhaltung von Bettruhe. Nach dem Abklingen der Hautrötungen kann die Verwendung von Pflegeprodukten sinnvoll sein, welche die Haut regenerieren.

Nach einer Ansteckung mit Ringelröteln vermehrt sich das Virus in den Vorstufen von roten Blutkörperchen (Erythrozyten) und hemmt so deren Bildung im Knochenmark. Die Anzahl der Erythrozyten im Blut ist daher während der sieben bis elf Tage andauernden sogenannten Erythropoese-Hemmung vermindert.

Spezielle Therapie bei Ringelröteln während der Schwangerschaft

Ist ein Fötus im Mutterleib mit Ringelröteln infiziert, benötigt das Ungeborene mehrfach Bluttransfusionen, damit eine ausreichende Anzahl von roten Blutkörperchen in seinem Blutkreislauf gewährleistet ist. Die Übertragung erfolgt mittels einer Injektion der Erythrozyten in die Nabelschnur oder in die Bauchhöhle des Ungeborenen.

Ringelröteln: Komplikationen in der Schwangerschaft sind häufig

Ringelröteln verlaufen in den meisten Fällen unkompliziert. Innerhalb von zehn bis 14 Tagen heilt die Erkrankung von selbst ab, und die Hautrötungen verschwinden. Nach einer Infektion mit den Parvoviren besteht abgesehen von sehr seltenen Ausnahmefällen ein lebenslanger Schutz davor, erneut an Ringelröteln zu erkranken.

Bluttransfusion für schwangere Frauen mit Ringelröteln

Die Infektion des Fötus bei schwangeren Frauen führt hingegen schnell zu Komplikationen. Die verminderte Bildung von roten Blutkörperchen bedingt eine Blutarmut und kann für das Ungeborene lebensbedrohlich werden.

Als Folge der Blutarmut bilden sich im Gewebe und in den Hohlorganen des Fötus bei etwa 20 Prozent der Betroffenen Wasseransammlungen (Hydrops fetalis). Die rechtzeitige Therapie mittels Erythrozyten-Transfusion ist daher entscheidend für den weiteren Verlauf. Unbehandelt führt dieser Zustand in zehn bis 15 Prozent der Fälle zum Fruchttod.

Patienten mit Blutarmut sind vorbelastet

Personen, die bereits vor der Infektion mit dem Parovirus an Blutarmut gelitten haben, sind durch Ringelröteln ebenfalls besonders gefährdet. Die reduzierte Produktion von Erythrozyten bei Ringelröteln (Erythema infectiosum) verschlimmert den vorhandenen Zustand noch und kann zu einer sogenannten transienten aplastischen Krise (TAC) führen.

Darunter werden mehrere Symptome zusammengefasst, die mit dem Fehlen beziehungsweise der eingeschränkten Produktion von roten Blutkörperchen und deren Vorstufen in Verbindung stehen. Transient bedeutet, dass der Zustand nur vorübergehend besteht.

Als Folge einer TAC kann das an der Bildung von Erythrozyten beteiligte Knochenmark des Betroffenen geschädigt werden. Häufig ist dann eine lebensrettende Knochenmarkübertragung erforderlich.

Risikofaktor Immunschwäche

Weiterhin gefährdet sind Menschen, bei denen das Immunsystem aufgrund einer anderen Erkrankung nicht oder nur eingeschränkt funktionsfähig ist, beispielsweise Personen mit HIV (AIDS) oder Leukämie-Erkrankte. Im Gegensatz zu einer TAC kann sich in diesen Fällen die Blutarmut dauerhaft (chronisch) ausbilden, da der Körper nicht in der Lage ist, Antikörper gegen die Viren zu bilden.

Es gibt bislang keine vorbeugende Ringelröteln-Impfung

Gegen Ringelröteln gibt es bislang keinen Impfstoff. Forscher arbeiten an einer Methode, durch die Gabe von sogenannten Immunglobulinen einen vorbeugenden Schutz gegen eine Infektion zu erzielen. Die Wirksamkeit der Immunglobuline ist jedoch noch nicht nachgewiesen.

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Personen mit erhöhtem Risiko aufgrund bestehender Blutarmut oder eingeschränktem Immunsystem sollten den Kontakt zu Betroffenen unbedingt vermeiden. Gleiches gilt für Schwangere! Bei erfolgtem Kontakt mit Infizierten empfiehlt sich gründliches Händewaschen, um das Risiko einer Ringelröteln-Ansteckung zu senken.

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