Schmerzmittel vor und nach einer Impfung: Sinnvoll oder lassen?

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Nach einer Impfung treten gelegentlich Impfreaktionen wie Kopfschmerzen, Gliederschmerzen oder Fieber auf. Ist es sinnvoll, dann Schmerzmittel wie Ibuprofen oder ASS einzunehmen oder gibt es Gründe, die dagegen sprechen? Kann vor einer Impfung auch vorbeugend Schmerzmittel eingenommen werden?

schmerzmittel impfung
© Getty Images/Alla Bielikova

Im Überblick:

Impfreaktion: Nebenwirkungen nach Impfung?

Schmerzmittel vorsorglich vor Impfung einnehmen?

Manche Menschen haben Angst vor einer Impfung und möglichen Nebenwirkungen. Dennoch ist sich die Fachwelt inzwischen einig, dass eine vorbeugende Einnahme von Schmerzmitteln wie Ibuprofen oder Paracetamol nicht zu empfehlen ist. COX-2-Hemmer beziehungsweise nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR), wozu unter anderem Paracetamol , Naproxen, Ibuprofen, ASS und Diclofenac zählen, senken nämlich die Impftiter, sodass die Immunantwort des Körpers abgeschwächt wird. Hohe Impftiter sind aber bei einer Impfung wichtig, damit das Immunsystem adäquat auf eine Impfung reagieren kann und einen bestmöglichen Impfschutz aufbaut.

Es ist zwar unklar, wie stark die Immunantwort des Körpers durch Schmerzmittel abgeschwächt wird. Um aber möglichst wenig Einfluss darauf zu nehmen, sollte vor einer Impfung unbedingt auf die Einnahme von Schmerzmitteln verzichtet werden.

Schmerzmittel nach der Impfung sinnvoll?

Nach einer Impfung können Impfreaktionen auftreten. Diese Nebenwirkungen können sich durch ein allgemeines Krankheitsgefühl, Fieber oder Kopfschmerzen zeigen. Manche Menschen haben auch Schmerzen an der Einstichstelle. In der Regel treten diese Reaktionen aber verzögert auf. Schmerzmittel zur Linderung der Beschwerden, die nach der Impfung auftreten, können durchaus genommen werden, allerdings mit einem zeitlichen Abstand zum Zeitpunkt der Impfung. Schmerzmittel können also nach der Impfung eingenommen werden, wenn bereits mindestens sechs Stunden vergangen sind und das Immunsystem bereits am Arbeiten ist.

Conorona-Impfung: Wer darf geimpft werden und wer nicht?

Corona-Impfung: Schmerzmittel gegen Nebenwirkungen?

Bei den verschiedenen Impfstoffen, die zur Impfung gegen COVID-19 zur Verfügung stehen, können, wie bei anderen Impfungen wie der Grippeimpfung auch, verschiedene Impfreaktionen auftreten. Nach der Impfung mit den Impfstoffen der Firmen BioNTech/Pfizer, AstraZeneca, Johnson & Johnson und allen anderen können folgende grippeähnliche Symptome als Nebenwirkungen auftreten:

Alle diese Reaktionen auf die Corona-Impfung sind normal. Sie treten jedoch meist nicht direkt nach der Impfung auf, sondern in den ersten ein bis zwei Tagen nach der Impfung. Diese Nebenwirkungen treten aber nur vorübergehend auf und verschwinden in der Regel innerhalb von Stunden bis wenigen Tagen wieder. Wenn diese Nebenwirkungen auftreten, können schmerz- und fiebersenkende Medikamente zur Linderung eingenommen werden, da der Zeitpunkt der Impfung dann schon eine Weile her ist. Das gilt auch für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren, hierbei die Dosierungsempfehlung beachten. Die empfohlenen sechs Stunden Abstand zur Impfung soll wie bei allen anderen Impfungen auch eingehalten werden.

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