Reizhusten: Was hilft bei trockenem Husten?

Reizhusten kündigt oft eine Erkältung an. Das Symptom kann aber auch eine andere Ursache haben. Wann sollte man mit Reizhusten zum Arzt und mit welchen Hausmitteln wird man den quälenden Hustenreiz schnell wieder los?

reizhusten im büro
Trockener Husten geht oft auf eine Reizung der Atemwege zurück.
© iStock.com/AaronAmat

Husten ist eine natürliche Schutzreaktion des Körpers: Mit dem Reflex werden die Atemwege von Schleim, Staub und Fremdkörpern befreit. Bei Reizhusten oder trockenem Husten wird kein oder nur sehr wenig Schleim (Auswurf) abgehustet. Er tritt häufig zu Beginn einer Erkältung auf und kann gerade nachts sehr quälen. Reizhusten entsteht aufgrund einer Reizung der Atemwege durch Fremdkörper, Schadstoffe und Entzündungen. Auch Erkrankungen oder die Einnahme bestimmter Medikamente kann zu Reizhusten führen.

Artikelinhalte im Überblick:

Schnelle Tipps und Hausmittel gegen Husten

Medikamente und Hausmittel gegen Reizhusten

Um Reizhusten im Akutfall möglichst schnell zu lindern und so gerade bei einer Erkältung erholsamen Schlaf zu finden, haben sich Hausmittel und hustenreizstillende Mittel bewährt.

Hausmittel und natürliche Mittel

Als natürliche Hustenstiller stehen verschiedene Mittel auf pflanzlicher Basis zur Verfügung. Alle Mittel haben gemeinsam: Sie produzieren selbst Schleimstoffe, die sich wie ein schützender Film auf die trockenen Atemwege leget und diese beruhigt.

  • Lutschpastillen oder Hustenbonbons (zum Beispiel mit Isländisch Moos) erhöhen den Speichelfluss.

  • Auch Sonnentau, Spitzwegerich, Malve, Holunder, Huflattich und Eibisch als Tee zählen zu den Hausmitteln gegen Reizhusten.

  • Einen ähnlichen Effekt hat warme Milch mit Honig.

Ergänzend können einfache Maßnahmen wie vermehrte Flüssigkeitszufuhr (Wasser oder ungesüßter Tee), hustenreizstillende Tees und die Befeuchtung der Raumluft Linderung verschaffen. Dampfbäder und Inhalation befeuchten zusätzlich die Atemwege. Auf das Rauchen sollte bei Reizhusten unbedingt verzichtet werden.

Hustenstillende Medikamente

Hustenstillende Mittel, sogenannte Antitussiva oder Hustenblocker, dienen speziell der Linderung des Hustenreizes bei trockenem Reizhusten. Zu den Wirkstoffen, die dämpfend auf das Hustenzentrum im Gehirn wirken, zählen beispielsweise Codein, Dihydrocodein sowie Dextromethorphan. Der Einsatz sollte nur kurzfristig erfolgen.

In der Regel wird empfohlen, hustenstillende Medikamente abends einzunehmen, während Hustenlöser (bei produktivem Husten mit Auswurf) besser tagsüber zum Einsatz kommen. Dies ist wichtig, da der gelöste Schleim aktiv abgehustet werden muss, um den Nährboden für Krankheitserreger zu entfernen. Werden Hustenlöser und Hustenstiller zeitgleich eingenommen, kann dies zu einer gegenseitigen Blockade der Effekte führen. Im Zweifelsfall sollte man sich hier von seinem Arzt oder Apotheker beraten lassen.

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Was tun bei chronischem Reizhusten?

Bei andauerndem Reizhusten richtet sich die Behandlung im ersten Schritt nach der zugrunde liegenden Ursache. Sind Fremdkörper oder Schadstoffe die Ursache für den Reizhusten, sollten diese entfernt oder gemieden werden. Liegt eine Erkrankung vor, spielt deren Therapie eine zentrale Rolle, um so auch den Auslöser des Reizhustens langfristig in den Griff zu bekommen.

Wie entsteht der Hustenreiz?

Prinzipiell kann der Hustenreflex überall dort ausgelöst werden, wo Hustenrezeptoren (Reizempfänger) vorhanden sind – dies gilt im gesamten Bereich der oberen und unteren Atemwege, vor allem im Kehlkopf, der Luftröhre und den großen Bronchien, ferner in geringerem Maße in den kleinen Bronchien, in Brustfell (Pleura), Herzbeutel (Perikard), Zwerchfell, Speiseröhre und Magen.

In den meisten Fällen ist Reizhusten ein starker Husten, der akut auftritt und über einen begrenzten Zeitraum anhält. Reizhusten kann aber auch chronisch bestehen.  

Ursachen für Reizhusten

Reizhusten oder trockener Husten kann verschiedene Ursachen haben, die meist direkt in den Atemwegen, manchmal in anderen Organen liegen. Häufig tritt er im Rahmen einer Erkältung auf, doch auch andere Grunderkrankungen sind möglich.

Besonders häufig tritt Reizhusten im Rahmen von Atemwegsinfekten auf: Typisch ist Reizhusten zum Beispiel zu Beginn einer Erkältung. Der trockene Husten geht dann im weiteren Verlauf in einen Husten mit Auswurf über. Auch eine echte Grippe kann sich zunächst mit trockenem Husten bemerkbar machen, typisch sind zusätzlich ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl und Fieber. Darüber hinaus kann ein Reizhusten auch nach Abklingen eines akuten Infekts als postinfektiöser Husten weiterbestehen.

Weitere mögliche Ursachen für Reizhusten:

  • Fremdkörper in den Atemwegen
  • trockene Raumluft (etwa durch Heizen im Winter)
  • Einatmen von Schadstoffen wie  Staub, Gase, Chemikaliendämpfe, Nikotinrauch
  • Kehlkopfentzündung (Laryngitis)
  • Entzündung der Luftröhre (Tracheitis)
  • akute Bronchitis
  • allergische Reaktionen nicht nur auf Pollen, sondern auch auf bestimmte Lebensmittel

Erkrankungen können ebenso eine Ursache für trockenen Reizhusten sein:

Bei einer Reihe weiterer Erkrankungen ist Reizhusten ein Begleitsymptom:

Bestimmte Medikamente wie beispielsweise ACE-Hemmer und Betablocker verursachen als Nebenwirkung Reizhusten.


Nicht zuletzt kann Reizhusten auch auf psychische Ursachen zurückzuführen sein. Dieser psychogene Husten tritt meist im Anschluss an eine Bronchitis auf und kann unter Umständen noch Jahre nach der Erkrankung bestehen, obwohl die Atemwege gesund sind. Vor allem bei Stress, psychischer Anspannung und in emotional belastenden Situationen kommt es dann zu Hustenanfällen.

Was der Arzt untersucht

Wenn der Reizhusten länger anhält, man regelmäßig von trockenem Husten gequält wird, keine offenkundige Ursache für den Husten ersichtlich ist oder weitere Symptome hinzukommen, sollte man einen Arzt aufsuchen.

Anamnese und körperliche Untersuchung

Beim Patientengespräch (Anamnese) erkundigt sich der Arzt nach der Art des Reizhustens und möglichen Auslösern, zum Beispiel berufliche Arbeit mit reizenden Stoffen. Dabei interessiert ihn auch, wann und in welchem Zusammenhang der Reizhusten auftritt oder aufgetreten ist (zum Beispiel nachts, im Liegen) und ob weitere Symptome wie Fieber, Brustschmerzen, Sodbrennen oder Atemnot bestehen.

An das Gespräch schließt sich eine körperliche Untersuchung an, die vor allem die Beurteilung des Allgemeinzustands, die Inspektion des Rachens, das Abklopfen und Abhören der Lunge sowie das Abhören des Herzens umfasst.

Mögliche Untersuchungen bei Reizhusten

Bei stark ausgeprägten Symptomen sowie bei Husten, der länger als drei Wochen anhält, gehören auch eine Röntgenuntersuchung des Brustkorbs (Röntgen-Thorax), eine Lungenfunktionsprüfung (Messung von Lungen- und Atemvolumina sowie Atemstromstärke) und eine Blutgasanalyse (Bestimmung des Sauerstoff- und Kohlendioxidgehalts im Blut) zum diagnostischen Standardprogramm.

Je nach Ausgangsverdacht und Begleitsymptomen können weiterer Untersuchungen folgen, beispielsweise

  • Lungenspiegelung (Bronchoskopie)
  • Computertomographie (CT) des Brustkorbs
  • Kontrastmitteldarstellung der Lungengefäße (Pulmonalisangiographie, eine Form der Angiographie)
  • Darstellung der Durchblutungs- und Belüftungsverhältnisse in der Lunge (Szintigraphie der Lunge)
  • Ableitung der Herzströme (Elektrokardiographie, EKG)
  • weiterführende Hals-Nasen-Ohren-Untersuchungen
  • Speiseröhre- und Magenspiegelung (Gastroskopie)
  • Röntgenuntersuchung der Speiseröhre, während der Patient ein Kontrastmittel schluckt (Röntgen-Breischluck)

Vorsichtig und richtig husten

Wer in den Endzügen eines grippalen Infekts an Reizhusten leidet, sollte beim Husten besser auf eine spezielle Technik achten. Der Mensch hustet instinktiv, doch nicht immer richtig: Wer dem Reiz im Hals zu sehr nachgibt, verletzt das feine Gewebe der Bronchien, ein weiterer Hustenreiz entsteht. Richtig Husten bedeutet deshalb vor allem behutsam Husten: Dabei bildet der Betroffene mit der linken Hand eine Faust, in die er sanft hineinhustet und plustert die Wangen auf. Dadurch bildet sich eine kleine Luftbarriere bis in die Bronchien hinunter.

Diese Luftbarriere sorgt dafür, dass die Bronchien beim Husten nicht so stark aufeinanderprallen – denn genau hier liegt das Problem von trockenem oder unproduktivem Reizhusten. Er entsteht ursprünglich durch einen Infekt: Viren befallen die Schleimhaut und werden abgewehrt. Dabei können jedoch Risse entstehen. Diese Wunden sorgen dafür, dass die Nervenfasern in der Schleimhaut schon bei einem Stoß kalter Luft oder dem Einatmen von Rauch erregt werden – der Betroffene bekommt immer wieder einen Hustenreiz.

Die besten Hausmittel gegen Erkältung
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