Bronchoskopie: Ablauf und Risiken einer Lungenspiegelung

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Eine Bronchoskopie (Lungenspiegelung) ist ein gängiges Untersuchungsverfahren zur Abklärung von Erkrankungen der unteren Atemwege. Sie wird mitunter bei Auffälligkeiten im Röntgenbild oder bei Symptomen wie anhaltendem Reizhusten und blutigem Auswurf nötig. Wie läuft eine Bronchoskopie ab?

Bronchoskopie: Ärztin berät Frau vor Lungenspiegelung
© Getty Images/Thomas Barwick

Kurzübersicht: Bronchoskopie

Was ist eine Bronchoskopie? Eine Bronchoskopie wird auch als Lungenspiegelung bezeichnet. Dabei handelt es sich um ein endoskopisches Verfahren zur Diagnostik von Krankheiten der unteren Atemwege, es wird etwa bei Verdacht auf Lungenkrebs eingesetzt.

Wann wird eine Bronchoskopie durchgeführt? Eine Lungenspiegelung wird vor allem zur Diagnose verschiedener Lungenerkrankungen durchgeführt. Zudem lassen sich bei der Untersuchung Gewebeproben von Zellen der Schleimhaut in den Bronchien nehmen. Ebenfalls kann im Rahmen einer Bronchiallavage zu Bestimmung von Krankheitserregern Flüssigkeit in die Lunge gespült und wieder abgesaugt werden.

Bronchoskopie – stationär oder ambulant? In der Regel erfolgt eine Bronchoskopie ambulant. Nach dem Eingriff können Betroffene nach einer kurzen Beobachtungszeit nach Hause gehen. In manchen Fällen wird jedoch ein stationärer Aufenthalt notwendig, etwa wenn während der Lungenspiegelung auch ein größerer therapeutischer Eingriff erfolgt.

Artikelinhalte im Überblick:

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Was ist eine Bronchoskopie?

Bei einer Bronchoskopie (auch als Lungenspiegelung bezeichnet, wird ein sogenanntes Endoskop über den Mund oder die Nase und die Luftröhre in die Lunge eingeführt.

Bei einem Bronchoskop handelt es sich in der Regel um einen flexiblen Schlauch mit einem Durchmesser zwischen zwei und sechs Millimeter, seltener um ein starres Rohr, mit einer Kamera und Lichtquelle am Ende. Das Bildsignal wird direkt auf einen Bildschirm übertragen. Die Untersuchung hilft, Veränderungen an der Luftröhre und der Bronchialschleimhaut zu erkennen.

Darüber hinaus lassen sich über Arbeitskanäle chirurgische Instrumente wie Zangen und kleine Bürsten in die Bronchien einführen, was etwa eine Entnahme von Lungengewebe (Biopsie) zur weiteren Untersuchung ermöglicht. Außerdem lässt sich über den Schlauch des Bronchoskops Flüssigkeit wie Kochsalzlösung für eine Lungenspülung (Lavage) einspritzen und wieder absaugen. Die Spülflüssigkeit kann dann auf vorhandene Krebszellen oder Krankheitserreger untersucht werden.

Wann ist eine Bronchoskopie notwendig?

Eine Lungenspiegelung ist eine der wichtigsten Diagnosemethoden zur Abklärung von Lungentumoren. Die Bronchoskopie kommt immer dann zum Einsatz, wenn Symptome und vorhergehende Untersuchungen auf Lungenerkrankungen hinweisen, so etwa bei einer Lungenentzündung mit unklarer Ursache, hartnäckigem Husten oder blutigem Auswurf.

Zu diagnostischen Zwecken wird eine Bronchoskopie unter anderem aus folgenden Gründen durchgeführt:

  • Abstrich und Gewinnung von Lungensekret (etwa bei Verdacht auf einen Befall mit Pilzen, Viren und Bakterien)

  • Probenentnahme von Gewebe bei Veränderungen der Lunge und Bronchien

  • Abklärung von Atemwegsobstruktionen (Verengungen der Atemwege)

  • Bestimmung von Tumorstadien bei Lungenkrebs

Daneben werden mit der Bronchoskopie auch therapeutische Maßnahmen durchgeführt. So lassen sich Fremdkörper in den Luftwegen entfernen oder hartnäckiger Schleim absaugen. Bei einer Krebstherapie werden mittels eines Bronchoskop radioaktive Substanzen zur direkten Bestrahlung eines Bronchialkarzinoms in die Luftwege geführt oder verengte Bereiche mit einem Stent (metallenes Röhrchen) aufgeweitet.

Auch auf der Intensivstation im Krankhaus kommt eine Bronchoskopie häufig zum Einsatz, mit ihrer Hilfe lässt sich etwa die Lage eines Beatmungsschlauchs korrigieren.

Bronchoskopie: Ablauf und Dauer einer Lungenspiegelung

Da in den unteren Atemwegen keine Schmerzrezeptoren sitzen, ist eine Vollnarkose bei der Untersuchung mit dem flexiblen Bronchoskop in der Regel nicht notwendig. Um den Würgreflex und Hustenreiz aufgrund des eingeführten Fremdkörpers zu unterdrücken, wird meist ein Spray zur Betäubung verwendet. Zur Beruhigung können Patient*innen auch ein Beruhigungsmittel mit leicht sedierender Wirkung erhalten. Wird hingegen ein starres Endoskop verwendet, so ist eine Vollnarkose notwendig.

Der Eingriff dauert zwischen fünf und 30 Minuten. Währenddessen ist eine ganz normale Atmung möglich, da neben dem Instrument genug Raum für die Atemluft bleibt.

Etwa zwei bis vier Stunden nach der Bronchoskopie sollte nicht gegessen, getrunken oder geraucht werden, da der Kehlkopf noch betäubt und das Risiko sich zu verschlucken damit hoch ist. Nach der Einnahme von Medikamenten zur Beruhigung, ist das Führen eines Kraftfahrzeuges für rund 12 Stunden untersagt.

Vorbereitung: Was ist vor einer Bronchoskopie zu beachten?

Die Bronchoskopie wird heute in der Regel ambulant vorgenommen. Um Komplikationen auszuschließen, werden vor der Untersuchung ein Röntgenbild des Brustkorbes und ein EKG angefertigt, die Lungenfunktion bestimmt und der Gerinnungsstatus überprüft.

Da eine Bronchoskopie den Würgreflex auslöst, müssen Patient*innen nüchtern sein. So kann gewährleistet werden, dass kein Mageninhalt erbrochen wird und in die Atemwege gelangt. Etwa acht bis zwölf Stunden vor der Lungenspiegelung sollte nichts mehr gegessen werden. Um eine zusätzliche Reizung zu vermeiden, ist vom Genuss von Tabakwaren 24 Stunden vor dem Eingriff abzusehen.

Nicht immer kann eine Lungenspiegelung risikoarm durchgeführt werden. Bei erhöhter Blutungsneigung, schlechter Lungenfunktion, direkt nach einem Herzinfarkt oder bei Herzrhythmusstörungen sind Risiko und Nutzen vor der Bronchoskopie abzuwägen.

Bronchoskopie: Risiken und Komplikationen

Die Bronchoskopie ist eine Routineuntersuchung, schwerere Komplikationen sind sehr selten. Ärzt*innen klären in der Regel genau über mögliche Risiken während und nach der Durchführung auf, denkbar sind etwa:

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