Raucherhusten

Chronische Bronchitis: Symptome und Behandlung

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Jeden Morgen Husten mit Auswurf über Wochen und Monate? Der "Raucherhusten" ist ein Warnzeichen für eine chronische Bronchitis, die behandelt werden muss. Welche Symptome noch Indizien sind und was gegen die chronische Entzündung der Bronchien hilft.

Frau hustet chronische Bronchitis
© iStock.com/AaronAmat

Kurzübersicht: Chronische Bronchitis

Definition: Die chronische Bronchitis ist eine anhaltende, von alleine nicht mehr abklingende Entzündung der Bronchien. Sie ist eine der häufigsten Erkrankung der Atemwege.

Symptome: Es kommt zu anhaltendem Husten mit typischerweise weißlich-schleimigem Auswurf, vor allem morgens. Ein Symptom, das vor allem langjährige Rauchende kennen (Raucherhusten).

Behandlung: Medikamente mit bronchienerweiternden, entzündungshemmenden und schleimlösenden Wirkstoffen.

Ursachen: Angeborene Störungen, häufige Atemwegsinfektionen, Schadstoffe, Rauchen oder Passivrauchen sowie die langzeitige Exposition von giftigen Dämpfen im Berufsleben gelten als Auslöser.

Artikelinhalte im Überblick:

COPD: Diese Symptome sind Warnzeichen!

Was ist eine chronische Bronchitis?

Die Bronchialschleimhaut kleidet die kleinen Verästelungen der Luftröhre schützend aus. Ist sie entzündet, sprechen Fachleute von einer Bronchitis. Nach den Kriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) besteht eine chronische Bronchitis, wenn in zwei aufeinanderfolgenden Jahren mindestens drei Monate lang die Symptome Husten und Auswurf vorliegen.

Die Erkrankung kann mit oder ohne Verengung der Atemwege (Obstruktion) einhergehen. Entsprechend werden zwei Formen unterschieden:

  • einfache chronische Bronchitis: Sie geht ohne Einschränkung der Lungenfunktion einher. Grundsätzlich ist diese Form vollständig heilbar, sofern der Auslöser beseitigt werden kann. Erfolgt keine entsprechende Behandlung, bleiben die Symptome in der Regel lebenslang bestehen.

  • chronisch-obstruktive Bronchitis: Aufgrund der anhaltenden Entzündung der kleinsten Bronchien, kommt es zu einer Vernarbung des Gewebes (Fibrosierung) und Zerstörung der Flimmerhärchen (Zilien). Die Folge ist eine vermehrte Produktion von zähem Schleim, der nicht abtransportiert werden kann, man muss permament Husten. Es entsteht ein Lungenemphysem. Das Vollbild dieser Erkrankung wird als COPD bezeichnet.

Symptome der chronischen Bronchitis

Die typischen Symptome der Atemwegserkrankung sind:

  • anhaltender Husten, vor allem morgens

  • weißlich-schleimiger Auswurf

  • wiederkehrende Atemwegsinfektionen

Zusätzlich bei chronisch-obstruktiver Bronchitis: Atemnot zunächst nur unter Belastung, später auch in Ruhe (respiratorische Insuffizienz).

Wann sollte bei Husten ärztlicher Rat eingeholt werden?

Husten, der länger als acht Wochen andauert, gilt als chronisch und spricht für eine zunehmende Schädigung des Lungengewebes, die entsprechend behandelt werden muss.

Möglichst umgehend zu einem*einer Arzt*Ärztin gehen sollten Personen mit bekannter Atemwegserkrankung, wenn sich die Symptome plötzlich verschlimmern (Exazerbation) oder wenn sich der Auswurf in seiner Art plötzlich verändert.

Gelber Schleim: Was sagt die Farbe des Auswurfs aus?

© FUNKE Digital Video

Behandlung der chronischen Bronchitis

Die Therapie richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung sowie nach der zugrunde liegenden Ursache. Erstes Ziel ist immer, eine mögliche Grunderkrankung zu behandeln oder auslösende Faktoren auszuschalten. Des Weiteren kommen bronchienerweiternde, schleimlösende und entzündungshemmende Medikamente zum Einsatz.

Medikamentöse Therapie

Die Therapie einer chronischen Bronchitis ähnelt der Behandlung bei Asthma bronchiale. Die Medikamente werden vorzugsweise als Inhalationstherapie verabreicht, da sie so zum einen direkt am geschädigten Gewebe wirken können und zum anderen den Organismus nicht unnötig belasten.

  • bronchienerweiternde Mittel: Sympathomimetika stellen die Basistherapie der chronischen Bronchitis dar und lösen die Verengung in den Atemwegen. Sie können kurzfristig bei Anfällen von Atemnot oder als Langzeittherapie angewendet werden.

  • entzündungshemmende Medikamente: Glukokortikoide wie Kortison wirken stark entzündungshemmend, allerdings sprechen einige Betroffene nicht darauf an. Kortison kommt bei schweren Fällen und Entzündungsschüben zum Einsatz.

  • schleimlösende Mittel: Sekretolytika helfen, den zähen Schleim zu verflüssigen und Erleichtern das Abhusten. Bekannt sind die Wirkstoffe Acetylcystein oder Ambroxol.

  • Antibiotika: Sie kommen zum Einsatz, wenn bakterielle Infektionen der Auslöser für eine Exazerbation sind. Ein grünlich-gelber Auswurf kann ein Anzeichen für eine bakterielle Infektion sein. Zur Sicherheit sollte aber eine ärztliche Untersuchung des Sputums (Auswurf) erfolgen.

Chronische Bronchitis: Was kann man selbst tun?

  • Nikotinkarenz und Rauchentwöhnung: Das Rauchen aufzuhören ist der wichtigste Faktor, den jede erkrankte Person zur Heilung beitragen kann. Bereits nach etwa drei bis vier Wochen konsequenter Nikotinkarenz haben sich die geschädigten Flimmerhärchen in den Bronchien meist schon soweit erholt, dass der Abtransport des Schleims wieder besser funktioniert und der Husten nachlässt.

  • ausreichend Trinken: Menschen mit chronischer Bronchitis sollten viel trinken, mindestens zwei bis zweieinhalb Liter Wasser oder ungesüßten Tee pro Tag. Das verflüssigt den zähen Schleim und erleichtert das Abhusten.

  • Lungensport und Atemgymnastik: Die eingeschränkte Funktion der Lungen lässt sich durch Lungensport und Atemgymnastik positiv beeinflussen. Lungensport ist ein gezieltes Training für Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen und kann helfen, die Atemmuskelkraft zu verbessern. Für gezielte Atemgymnastik gibt es Atemtrainer, bei denen Patient*innen gegen einen Widerstand kleine Bälle in Röhrchen in die Höhe pusten muss. Außerdem kann es hilfreich sein, das Abhusten des Schleims durch Klopfmassagen auf dem Brustkorb zu erleichtern.

  • Inhalator und Dampfvernebler: Inhalieren mit Wasserdampf und isotonischer Kochsalzlösung hilft, den Schleim zu lösen und wirkt bronchienerweiternd. Vorsicht ist bei ätherischen Ölen wie Eukalyptus oder Thymian geboten, die die chronisch gereizten Bronchien unter Umständen noch zusätzlich irritieren können. So können sie einen Asthmaanfall triggern.

  • Klimakuren im Mittelgebirge oder an der See: Viel Bewegung an der frischen Luft tut den angegriffenen Bronchien gut. Am besten wirkt eine Kur in den Bergen oder an der See, die für Menschen mit chronischer Bronchitis auch von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden kann.

Ist eine chronische Bronchitis heilbar?

Die Prognose bei chronischer Bronchitis hängt stark vom Verhalten des Betroffenen ab. Bei konsequentem Rauchverzicht ist sie vollkommen heilbar und geht auch nicht mit einer eingeschränkten Lebenserwartung einher. Wenn weiter geraucht wird, geht die Bronchitis bei jedem Fünften in eine chronisch-obstruktive Bronchitis oder COPD über.

Eine chronisch-obstruktive Bronchitis gilt als nicht vollständig reversibel. Die Lebenserwartung hängt hier in erster Linie vom Ausmaß der Beeinträchtigung der Atmung und von den Schäden am Lungengewebe ab.

Ursachen einer chronischen Bronchitis

Ausgelöst wird die chronische Form durch eine anhaltende oder immer wiederkehrende Entzündung der Bronchien. Sie ist deshalb nicht ansteckend.

Als häufigste Ursachen und Risikofaktoren gelten:

  • Rauchen, auch passiv

  • Schadstoffe, Umweltgifte

  • häufige Atemwegsinfektionen

  • Sinubronchitis

  • Stauungsbronchitis bei Linksherzinsuffizienz

  • Mukoviszidose

  • Tuberkulose

  • angeborener Alpha1-Antitrypsin-Mangel

  • Antikörpermangelsyndrome (IgA-Mangel)

  • angeborene Störung der Flimmerhärchen (primäre Zyliendyskinesie)

  • Frühgeburt

Diagnose der chronischen Bronchitis

Zunächst erfolgt eine ausführliche Anamnese zu den vorliegenden Beschwerden sowie dem Rauchverhalten. Es folgt eine körperliche Untersuchung nach Anhaltspunkten für eine mangelnde Sauerstoffversorgung, etwa eine Blaufärbung der Haut (Zyanose). Des Weiteren wird der*die Arzt*Ärztin die Lunge mit den Händen abklopfen (Perkutieren) und mit dem Stethoskop abhören (Auskultieren).

Folgende weitere Untersuchungsmethoden können zur Diagnose herangezogen werden:

Verlauf und Prognose der chronischen Bronchitis

Der Verlauf einer chronischen Bronchitis ist in den meisten Fällen progredient, das heißt, die Erkrankung verschlechtert sich ohne Behandlung.

Mögliche Komplikationen:

  • Übergang in eine COPD

  • Ausbildung eines Lungenemphysems: Irreversible Erweiterung der kleinen Lungenbläschen (Alveolen) mit totaler Überblähung der Lunge.

  • Respiratorische Insuffizienz: Das Atemvolumen ist stark eingeschränkt. Dadurch kommt es zu einer Sauerstoffunterversorgung im ganzen Körper mit den typischen Symptomen Atemnot, Blaufärbung (Zyanose), Fassthorax und Uhrglasnägeln.

  • Cor pulmonale: Aufgrund der Lungenerkrankung kommt es zu einer starken Belastung des Herzens und in Folge zur Herzinsuffizienz.

  • Lungenkrebs oder Bronchialkarzinom

Exazerbation: Plötzliche Verschlechterung der Symptome

Eine gefürchtete Komplikation bei chronisch-obstruktiver Bronchitis ist ein sogenannter Verschlechterungsschub, auch Exazerbation genannt. Häufige Ursache ist eine zusätzliche Infektion des gereizten Bronchialgewebes mit Viren oder Bakterien (Sekundärinfektion).

Die Exazerbation kann mit verstärkter Atemnot, Husten, Fieber oder einem Engegefühl in der Brust einhergehen. Häufig ändern sich auch die Konsistenz und Verfärbung des Auswurfes, der dann oft eine grünliche oder gelbliche Farbe annimmt. Eine solche Verschlechterung macht unter Umständen einen Klinikaufenthalt nötig. Mit jeder Exazerbation verschlechtert sich meist der Allgemeinzustand und somit die Lebenserwartung der Betroffenen.

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