Ätherische Öle

Tigerbalsam bei Erkältung und Kopfschmerzen: Rot oder weiß?

Ein Griff ins Tiegelchen und Spannungskopfschmerzen sind wie weggepustet? Bei Alltagsbeschwerden schwören viele auf weißen oder roten Tigerbalsam, gerade in der Erkältungssaison wird die Salbe gern genutzt. Wann Ihnen welche Farbe helfen kann und wieso Schwangere und Kinder mit dem Naturarzneimittel vorsichtig sein sollten, verraten wir hier.

Tiegel mit Tigerbalsam
Tigerbalsam lindert Kopfschmerzen und Erkältungsbeschwerden. In der Schwangerschaft sollten Frauen aber vorsichtshalber darauf verzichten.
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Im Herbst startet die Erkältungszeit, in Bahn und Büro sind wir den Viren ausgesetzt. Unter den Hausmittel-Geheimtipps kursiert dann unter anderem dieser immer wieder: Tigerbalsam. Die Salbe gibt es in Rot oder Weiß in vielen Drogerien und Apotheken zu kaufen – oder natürlich online. Jährlich wandern weltweit über 20 Millionen Tigerbalsam-Präparate über die Ladentheken, so Schätzungen. Doch was verbirgt sich in den Mini-Tiegeln und Gläschen mit dem Tigerlogo und chinesischen Schriftzeichen darauf?

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Wirkung und Inhaltsstoffe von rotem und weißem Tigerbalsam

Tigerbalsam, englisch Tiger Balm genannt, ist in der Arzneimittellehre der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) verwurzelt. In der Salbe, die hauptsächlich aus Vaseline besteht, befinden sich je nach Farbe etwas unterschiedliche Inhaltsstoffe. Die wichtigsten Wirksubstanzen in weißem und rotem Tigerbalsam sind:

  • Menthol
  • Kampfer (Campher)
  • Minzöl
  • Cajeputöl
  • Nelkenöl

Während viele dieser Inhaltsstoffe kühlende Wirkung entfalten – etwa Minzöl und dessen Bestandteil Menthol –, ist rotem Tigerbalsam chinesisches Zimtöl zugesetzt. Beim Einreiben entsteht so ein Wärmegefühl, das Muskel- und Gelenkbeschwerden wie Verspannungen, Schulter- und Nackenschmerzen lindern kann. Inzwischen gibt es für verspannte Muskeln außerdem Spezialprodukte mit etwas abgeänderter Rezeptur zu kaufen.

Im Kern ist Tigerbalsam aber ein traditionelles Naturarzneimittel; die Zusammensetzung hat sich seit seiner Erfindung in den Siebzigerjahren des 19. Jahrhunderts nur geringfügig verändert. Entwickelt hat den Balsam der chinesisch-burmesische Kräuterhändler Aw Chu Kin in Myanmar. Nach dessen Tod übernahmen seine beiden Söhne die industrielle Produktion des TCM-Produkts in Singapur. Nach einem von ihnen, Aw Boon Haw, ist die Salbe auch benannt – "Haw" heißt übersetzt "Tiger". Sie brauchen im Tigerbalsam also keine Produkte von seltenen Tieren zu befürchten. Im Gegenteil sind viele "Tiger Balm"-Produkte sogar vegan.

Bronchitis bis Rückenschmerzen: Wann hilft welcher Tigerbalsam?

Weißer Tigerbalsam hat eine ganze Reihe von Anwendungsgebieten. Zu seinen klassischen Indikationen gehören:

Manche verwenden Tigerbalsam darüber hinaus, um unangenehme Gerüche in ihrem Umfeld zu übertünchen oder Nagelpilz zu bekämpfen. Für Letzteres konnte die Salbe ihre Wirkung jedoch nicht unter Beweis stellen. Als wissenschaftlich erwiesen gilt hingegen, dass Tigerbalsam Spannungskopfschmerzen lindert – ein Effekt, der vermutlich vor allem auf die Inhaltsstoffe Menthol und Minzöl zurückgeht.

Der rote Tigerbalsam kann durch die wärmende Komponente Zimtöl darüber hinaus bei folgenden Beschwerden helfen:

  • Regelschmerzen
  • Magenkrämpfe
  • Muskelverspannungen wie Schulter-, Nacken- und Rückenschmerzen

Anwendung und Nebenwirkungen: Kein Tigerbalsam in der Schwangerschaft!

In Sachen Tigerbalsam-Farbe gilt aber der Leitsatz "Was gut tut, ist erlaubt": Wenn Ihnen etwa bei schmerzenden Muskeln oder Gelenken die weiße Salbe Linderung verschafft, sollten Sie diese auch weiterbenutzen. Wichtig zu wissen ist jedoch, dass Tigerbalsam für die äußerliche Anwendung gedacht ist. Meist kommt er als Einreibung zum Zug, beispielsweise bei Bauchkrämpfen, Kopfschmerzen, hartnäckigem Husten oder einem verspannten Nacken. Manche stellen mit Tigerbalsam auch Dampfbäder zum Inhalieren her oder geben ein wenig von der Salbe als Ersatz für ein Erkältungsbad in die Wanne.

Genau wie andere Präparate mit Menthol und Kampfer eignet sich Tigerbalsam nicht für eine Anwendung während der Schwangerschaft und Stillperiode. Auch Säuglinge und kleine Kinder dürfen nicht mit der Salbe behandelt werden, da ihre Atemwege sonst bei entsprechender Neigung verkrampfen könnten.

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Letzte Aktualisierung: 13. November 2017

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