Fruchtig-scharf und vielseitig

Paprika: So gesund sind die knallbunten Schoten!

Aus der Küche ist Paprika kaum wegzudenken: Suppen, Salate und Beilagen können aus dem saftigen, knackigen Gemüse zubereitet werden. Doch auch als Heilpflanze haben sich die Schoten bewährt. Denn in den leuchtend bunten Paprika schlummern ungeahnte Kräfte! 

paprika dreifarbig
Paprika enthält Carotinoide für gesunde Augen, Vitamine für das Immunsystem – und die natürliche Schmerzbremse Capsaicin.
© iStock.com/Olha_Afanasieva

Paprika bringt Farbe ins Essen: Die bunten Schoten regen Auge und Appetit gleichermaßen an. Und das ist gut so, denn eine mittelgroße Paprika deckt bereits den Tagesbedarf an Vitamin C. Der Stoff wirkt nicht bloß vorbeugend gegen Erkältungen und andere Infekte, sondern nährt auch die Augen: Netzhaut und Nervenzellen brauchen diesen Kraftstoff.

Neben weiteren "Augenvitaminen" versorgt uns Paprika mit den Carotinoiden Lutein und Zeaxanthin. Alle gemeinsam schützen die Augen vor UV-Strahlen, beugen Nachtblindheit vor und wehren Studien zufolge Krankheiten wie Grauen Star und altersbedingte Makuladegeneration ab.

Weitere gesunde Stoffe in den bunten Schoten: reichlich Vitamin E, Kalium, Magnesium und Eisen. Wegen des hohen Kalziumgehalts tut Paprika Knochen und Gelenken gut.

Paprika lindert Verdauungsstörungen

Bei Darmproblemen wie Durchfall und Blähungen hat sich der Verzehr von Paprika ebenfalls bewährt. Hinzu kommt, dass sie die Verdauung fördert. Denn ihr Ballaststoffgehalt kann sich sehen lassen: Eine Schote enthält bereits ein Drittel der empfohlenen Ballaststoffmenge. Wer unter häufigem Aufstoßen leidet, sollte die unverdauliche Schale aber erst blanchieren (kurz mit heißem Wasser abbrühen) und danach abziehen.

Auch Figurbewusste können Paprika bedenkenlos knabbern: Das Gemüse ist fettfrei und kalorienarm; grüne Schoten liefern nur rund 20 Kilokalorien (kcal), rote Paprika etwa 40.

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Natürliches Schmerzmittel Capsaicin

Außerdem enthält die Paprikaschote Capsaicin, eine Substanz, die unter anderem den Blutkreislauf anregt. Auf die Haut aufgetragen, hemmt dieser Inhaltsstoff die Schmerzweiterleitung der Nerven. Gemüsepaprika enthält nur wenig Capsaicin. Besonders viel davon hingegen steckt in der scharfen Gewürzpaprika, auch bekannt als Chili. Der scharf schmeckende Stoff sitzt insbesondere in den weißen Scheidewänden und Kernen.

Die schärfsten Chilis der Welt

 

Gegen schmerzhafte Muskelverspannungen etwa hilft eine Massage mit Chili-Öl. Dafür zwei oder drei Schoten in ein verschließbares Gefäß füllen und mit etwa 200 Milliliter Olivenöl übergießen, im Anschluss zwei Wochen ruhen lassen. Danach ein paar Tropfen Öl auf die schmerzende Stelle geben und behutsam einmassieren. Die Haut wird warm, das verspannte Gewebe lockert sich langsam. Bevor Sie Schmerzmittel einnehmen, probieren Sie es einmal mit dieser natürlichen Methode.

Sogar das Parkinson-Risiko vermögen die bunten Schoten zu senken, ergab eine Studie aus dem Jahr 2013 – und zwar durch den Pflanzenstoff Nikotin, der auch für die süchtig machende Wirkung von Tabakrauch verantwortlich zeichnet. Wer nikotinreiche Gemüsesorten wie Kartoffeln, Tomaten, Auberginen und Paprika konsumiert, hat demnach ein geringeres Risiko, die Nervenkrankheit zu entwickeln. Paprika erwies sich in diesem Zusammenhang als besonders wirksam, so die Wissenschaftler.

Wieso rote Paprika am gesündesten ist

Die Farbe der Paprika zeigt, in welcher Reifephase das Gemüse geerntet wurde. Grüne Paprika sind unreife Schoten. Sie haben noch wenig Eigengeschmack und enthalten auch weniger Vitamin C als die roten Kollegen. Grüne Paprika genießt man deshalb am besten gekocht oder gebraten. Bei gelben Schoten ist der Reifegrad schon etwas ausgeprägter, was sich auch im Geschmack widerspiegelt.

Eine voll ausgereifte Paprikaschote erstrahlt in kräftigem Orange oder Rot. Sie hat einen intensiven Geschmack und ist besonders aromatisch. Rote und gelbe Schoten enthalten zudem Carotinoide, welche unsere Zellen vor schädlichen Umwelteinflüssen schützen. Viele weitere Nährstoffe sind gut fürs Herz und wirken sogar gegen Krebs. Tipp: Die roten Schoten enthalten die meisten Gesundmacher.

Die landwirtschaftliche Experimentierfreudigkeit hat mittlerweile auch Gemüsepaprika in anderen Farben hervorgebracht. So gibt es weiße, hellgelbe und sogar schwarze Schoten zu kaufen. Sie haben einen ähnlichen Geschmack wie grüne unreife Schoten und sind meist etwas kleiner.

Wann haben Paprika Saison?

Frische Paprika sind das ganze Jahr erhältlich. Die Wintermonate bilden jedoch die Hauptsaison. Dann schmecken die Schoten sehr fruchtig und enthalten besonders viel Vitamin C. Paprika lässt sich zwei bis drei Tage bei Zimmertemperatur oder bis zu eine Woche im Kühlschrank lagern. In geputztem Zustand oder als Bestandteil von Speisen bleiben die Schoten auch nach dem Einfrieren aromatisch und knackig.

Ihren Ursprung hat die Paprika in Süd- und Mittelamerika, wo sie bereits 5.000 Jahre vor Christus angebaut wurde. Aller Wahrscheinlichkeit nach waren es spanische Entdecker, die die Pflanze von einer Reise mitbrachten. In Europa waren die Pflanzen zunächst eine beliebte Zierde, ihre bunten Schoten wurden lediglich als Gewürz eingesetzt.

Die deutschen Verbraucher entdeckten die Paprika erst Mitte des 20. Jahrhunderts für sich – und lernten das vielseitige Gemüse schnell lieben: Rund sechs Kilo Paprika beziehungsweise 35 Schoten aß jeder Deutsche 2015 im Durchschnitt. So brachte es die Paprika kürzlich auch zu dem Titel "Gemüse des Jahres"!

Tausendsassa Paprika: Gemüse und Gewürz in einem

Kleine, kugelige bis spindelförmige Früchte (Chilischoten und Gewürzpaprika) schmecken scharf. Sie werden getrocknet und zu Paprikapulver verarbeitet. Delikatesspaprika und edelsüße Paprika finden wegen ihrer milden Würze hierzulande am meisten Verwendung. Die Schärfe von Rosenpaprikapulver ist eine Warnung wert: Darin sind auch die sehr scharfen Samenkörner und Scheidewände mit vermahlen. Vitamin C enthält Paprikapulver keines mehr.

chili-schoten auf holz
Achtung, scharfe Mini-Paprika: Chilis enthalten viel Capsaicin, das auf den Schleimhäuten brennt.
© iStock.com/mizikm

Paprika können roh in Salaten oder pur sowie gedünstet und gegrillt gegessen werden. Sie sind Bestandteil vieler mediterraner Gerichte. Gefüllt schmecken sie besonders lecker, zum Beispiel mit Hackfleisch und Reis. Mit Hirse, Couscous, Käse, Reis und Tomatensauce lassen sich gefüllte Paprika aber ebenso gut vegetarisch zubereiten. Suppen und Soßen auf Paprikabasis schmecken zu Pasta und Hackfleisch.

Gesunde Rezepte mit Paprika

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Rezept für gefüllte Paprika mit Reis (vegetarisch)

Zutaten für sechs Personen:

  • 1 Packung Rahmspinat (500 g)
  • 250 g Langkornreis
  • 5-6 rote Paprikaschoten
  • 1 große Zwiebel, Salz und Pfeffer
  • 2 TL Olivenöl zum Einfetten

Zubereitung: Langkorn­reis bissfest garen. In der Zwischenzeit den Rahm-Spinat nach Packungs­anleitung zubereiten und Zwiebel fein würfeln. Zwiebel und Spinat unter den Reis mischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Dann den Deckel der Paprikaschoten abschneiden und die Kerne entfernen. Die Reis-Spinat-Mischung in die Schoten füllen, den Deckel wieder daraufsetzen und in eine mit Olivenöl eingepinselte Auflaufform stellen. Im vorgeheizten Backofen 20 Minuten bei 200 Grad garen.

Extra-Tipp: Etwas Hackfleisch dazugeben, dann müssen die Paprika aber zehn Minuten länger backen. Zuletzt mit Thymian garnieren.

Pro Portion: 357 kcal

Rezept für gefüllte Paprikaschoten mit Frischkäse (vegetarisch)

Zutaten für vier Personen:

  • 2 rote Paprikaschoten
  • 2 gelbe Paprikaschoten
  • 150 g Frischkäse (60 Prozent)
  • 150 g Magerquark
  • 2 EL Sojaöl
  • Saft von 1 Zitrone
  • 2 gehäufte EL italienische Kräuter
  • Petersilie
  • Salz und Pfeffer
  • Knoblauch

Zubereitung: Deckel der Paprikaschoten abschneiden und diese fein würfeln. Die Schoten entkernen, waschen und gut abtropfen lassen. Frischkäse, Quark und Sojaöl mit Zitronensaft verrühren und mit Kräutern, Knoblauch, Salz und Pfeffer pikant würzen. Die Käsemasse in die Paprikaschoten füllen und mit einigen Paprikawürfeln bestreuen. Gut gekühlt servieren. Dazu passt ein Brotgetränk mit Mineralwasser.

Pro Portion: 210 kcal

Rezept für Flammkuchen mit Paprika

Zutaten für sechs Personen:

  • 2 Karotten
  • je 1 rote und gelbe Paprika
  • 1 Zucchini
  • 2 rote Zwiebeln
  • 2 Stangen Sellerie
  • 4 EL Mais aus der Dose
  • 4 Flammkuchen-Teigböden
  • 200 g Crème fraîche
  • 4 EL Ajvar, scharf
  • Pfeffer und Salz
  • 1-2 EL Olivenöl
  • Pizzastein

Zubereitung: Karotten, Paprika und Zucchini würfeln und mit den klein geschnittenen Zwiebeln und Sellerie vermengen. Mais dazugeben und unterheben. Danach die fertigen Flammkuchen-Teigböden ausrollen und gleichmäßig mit Crème fraîche bestreichen. Auf die Crème fraîche einen Esslöffel Ajvar geben und ebenfalls gleichmäßig verstreichen. Dann das Gemüse auf den vorbereiteten Flammkuchen-Teigböden verteilen und kräftig mit Salz und Pfeffer würzen und mit etwas Öl beträufeln. Nun mit einem großen Schieber je einen Flammkuchen auf einen heißen Pizzastein legen und etwa acht Minuten bei indirekter Hitze grillen.

Pro Portion: 392 kcal

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