Gefäßentzündung

Vaskulitis: Symptome, Diagnostik und Therapie

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Als Vaskulitis werden Entzündungen der Blutgefäße bezeichnet, bei denen das Immunsystem die Gefäßwände angreift. Welche Formen es gibt, welche Symptome auftreten und wie die Gefäßentzündung behandelt werden kann.

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Eine konsequente Therapie – und daher der Gang zum Arzt – ist bei einer Gefäßentzündung (Vaskulitis) unbedingt vonnöten.
© Getty Images/Comstock Images

Vaskulitis (Gefäßentzündung) ist ein Sammelbegriff für entzündlich erkrankte Blutgefäße - dahinter können unterschiedliche Erkrankungen wie die leukozytoklastische Vaskulitis stecken.

Die systemische Vaskulitis kann als Grunderkrankung in Erscheinung treten (primäre Vaskulitis) oder erst in der Folge anderer Erkrankungen entstehen (sekundäre Vaskulitis). Bei der primären Vaskulitis handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, die selten auftritt und über deren Ursachen wenig bekannt ist. Auslöser für die Entzündungen der Gefäße sind neben den Autoantikörpern (also Antikörper, die sich gegen den eigenen Körper richten) im Blut zirkulierende Immunkomplexe und durch Immunzellen vermittelte Reaktionen.

Die primäre systemische Vaskulitis wird einerseits in Krankheitsbilder mit Granulombildung (Knötchenbildung) und jene ohne Granulombildung unterteilt. Darüber hinaus werden anhand der Größe der betroffenen Gefäße drei Untertypen unterschieden. Insgesamt werden etwa 200 Krankheitsbilder unter dem Oberbegriff systemische Vaskulitis zusammengefasst.

Die potenziell schwerwiegenden und gefährlichen Vaskulitiden sind in der Mehrzahl gut behandelbar, erfordern aber eine konsequente Therapie, um das überschießende Immunsystem und damit die Entzündung einzudämmen. Unbehandelt können einige systemische Vaskulitiden in kurzer Zeit zum Tod oder zu schweren Funktionsstörungen der Organe führen. Manche Formen verlaufen phasenförmig mit aktiven Schüben bei ansonsten chronischem Verlauf.

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Vaskulitis-Symptome: Anzeichen der Gefäßentzündung

Eine Gefäßentzündung tritt oftmals an mehreren Organen gleichzeitig durch Symptome in Erscheinung. Die Vaskulitis geht meist im aktiven Schub mit Fieber, Nachtschweiß, Muskelschwäche, Gelenkschmerzen und ungewolltem Gewichtsverlust einher.

In der chronischen Phase einer Vaskulitis stehen die durch die Gefäßeinengung hervorgerufenen Symptome im Vordergrund. Je nach Krankheitsbild und betroffener Gefäßregion können sie recht unterschiedlich sein. Es können Gelenkbeschwerden im Sinne einer Arthritis oder Hautveränderungen im Sinne eines Ekzems auftreten.

Außerdem kann sich – auch bereits in der akuten Phase – die unzureichende Durchblutung der Herzgefäße als Herzinfarkt oder die mangelhafte Durchblutung der hirnversorgenden Arterien als Schlaganfall bemerkbar machen.

Krankheitsbilder der Vaskulitis: leukozytoklastische Vaskulitis, Morbus Wegener und andere

  • Riesenzellarteriitis: Riesenzellarteriitis ist eine Entzündung der großen und mittleren Gefäße mit Granulombildung, überwiegend im Kopfbereich. Sie tritt meist erstmals im Alter über 50 Jahren auf. Charakteristisch sind zudem neu auftretende lokalisierte Kopfschmerzen, ein lokaler Druckschmerz oder eine abgeschwächte Pulsation einer Schläfenarterie (Temporalarterie), eine erhöhte Blutsenkung als Hinweis auf eine Entzündung und die knotige Gefäßwandentzündung. Bei drei der fünf Kriterien kann die Riesenzellarteriitis diagnostiziert werden.

  • Takayasu-Arteriitis: Die Takayasu-Arteriitis  ist eine sehr seltene Form der Gefäßentzündung mit Granulombildung. Betroffen sind die großen Gefäße, konkret die Aorta und ihre Hauptäste sowie die großen Arterien der Extremitäten. Sie kann zu Gefäßverschlüssen führen. Drei der folgenden sechs Kriterien müssen für die Diagnose erfüllt sein: Beginn vor dem 40. Lebensjahr, Durchblutungsstörungen und bewegungsunabhängige Beschwerden in den Extremitäten, Puls an Armen und Beinen kaum tastbar, weshalb die Erkrankung im Amerikanischen als "pulsless disease" bezeichnet wird. Blutdruckunterschied zwischen beiden Armen von mehr als zehn Millimeter Quecksilbersäule (mmHg). Hörbare Gefäßgeräusche zum Beispiel über der Bauchschlagader (Bauchaorta). Nachweis von Gefäßveränderungen in der Bildgebung. Neben den Gefäßsymptomen können Fieber, Nachtschweiß, ungewollte Gewichtsabnahme sowie Hautveränderungen (z. B. Entzündungen des Unterhautfettgewebes oder brennesselartige Ausschläge), Muskelschmerzen (Myalgien) und Gelenkschmerzen (Arthralgien) auftreten.

  • Churg-Strauss-Syndrom: Das Churg-Strauss-Syndrom  ist eine Entzündung der kleinen bis mittelgroßen Gefäße mit Granulombildung, die vor allem die Atemwege betrifft. Diese Form der Vaskulitis kann diagnostiziert werden, wenn vier der folgenden sechs Kriterien zutreffen: Asthma in der Vorgeschichte, eine hohe Zahl von eosinophilen Granulozyten (eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen), Infiltrate (Zelleinwanderung) in der Lunge, akute oder chronische Nasennebenhöhlenprobleme, der durch eine Biopsie erbrachte Nachweis von Eosinophilen im Gewebe außerhalb der Blutgefäße.

  • Polyarteriitis nodosa (Panarteriitis nodosa): Polyarteriitis nodosa  ist eine schleichend oder postinfektiös auftretende Entzündung der mittelgroßen und kleinen Gefäße ohne Granulombildung, die zu einer schweren Allgemeinerkrankung mit Fieber, Gewichtsabnahme, Nachtschweiß und Befall vieler Organe führt. Es kommt zu Hautläsionen, Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen, Schlaganfällen, Sensibilitätsstörungen der peripheren Nerven, einer strukturellen Herzveränderung, Hodenschmerzen und Vernarbungen im Darm.

  • Morbus Wegener (Wegenersche Granulomatose): Morbus Wegener ist eine Entzündung mit Granulombildung im Bereich der Atemwege, kleiner und mittelgroßer Gefäße – auch der Niere, die zum Absterben von Zellen (Nekrosen) führt. Zwei der folgenden vier Kriterien müssen erfüllt sein: Entzündung in Nase und Mund, im Röntgenbild nachweisbare Einwanderung von Immunzellen in die Lunge, vermehrt rote Blutkörperchen im Urinsediment, Nachweis von Granulomen in der Gefäßwand im Gewebeschnitt (Histologie).

  • Mikroskopische Polyangiitis: Entzündung der kleinen Gefäße ohne Granulombildung, der oft monatelange HNO-Symptome oder unspezifische Beschwerden des Bewegungsapparates vorausgehen. Das Vollbild mit Beteiligung von Lunge und Nieren kann eine intensivmedizinische Versorgung erfordern.

  • Purpura Schönlein-Henoch: Hierbei handelt es sich um eine Entzündung der kleinen Gefäße ohne Granulombildung, die vor allem bei Jungen und Jugendlichen auftritt. Meist geht ein Atemwegsinfekt voraus. Sie geht mit Fieber, schwerem Krankheitsgefühl, tastbarer Purpura (Einblutungen in die Haut und Unterhaut, die als lilafarbene Flecken zu erkennen sind), Gelenkschmerzen, Koliken und blutigen Stühlen einher. Es kann zu einer schweren Nierenfunktionsstörung kommen. Meist verläuft sie aber komplikationslos und heilt aus. Die Diagnose dieser Gefäßentzündung wird bei Vorliegen von zwei der folgenden vier Symptome gestellt: tastbare Purpura, Auftreten vor dem 21. Lebensjahr, eine Angina des Bauchraumes, eine, in der Biopsie nachweisbare, Einwanderung von weißen Blutkörperchen in die Gefäße.

  • Leukozytoklastische Vaskulitis: Punktförmige Rötungen, mit Blut gefüllte Blasen, nicht heilende Geschwüre oder schmerzhafte, bläulich aussehende Knoten an den Beinen und am Gesäß sind die Symptome einer leukozytoklastischen Vaskulitis. Sie ist die häufigste Form der Vaskulitis, die an der Haut auftritt. Für die Entzündung der Blutgefäße können verschiedene Auslöser verantwortlich sein: Medikamente wie Antirheumatika oder Antibiotika, Infekte oder Tumorleiden. Medikamente und Infekte haben in einem solchen Fall dazu geführt, dass das Immunsystem sich mit einer Überreaktion wehrt. Deshalb wird die leukozytoklastische Vaskulitis auch Hypersensitivitätsvaskulitis oder Vasculitis allergica genannt. Hierbei entstehen Immunkomplexe, die sich an den Gefäßwänden ablagern. Eine bestimmte Form der weißen Blutkörperchen (Granulozyten) dringt in die Gefäße ein und schädigt diese.

Ursachen der Vaskulitis oft unbekannt

Oftmals ist die Ursache einer systemischen Vaskulitis unbekannt, weshalb man davon ausgeht, dass sie das Grundleiden darstellt und es sich um eine primäre Gefäßentzündung handelt.

Bei sekundären Gefäßentzündungen liegt eine andere Krankheit als Ursache zugrunde. Zu diesen auslösenden Krankheiten zählen zum einen generalisierte Autoimmunerkrankungen wie die rheumatoide Arthritis, die Sklerodermie, der systemische Lupus erythematodes, die Polymyositis, die autoimmune Hepatitis, das Sjögren-Syndrom, zum anderen chronische Erkrankungen wie der Morbus Whipple und die Sarkoidose.

Darüber hinaus kann eine Vaskulitis als Folge von Infektionskrankheiten auftreten, da einige Erreger das Immunsystem zu einer Überreaktion verleiten können. Zu diesen zählen Typ-A Streptokokken, Viren (Herpes oder Hepatitis B), Mykobakterien (Tuberkulose, Lepra) und Spirochäten (Borreliose, Syphilis). Weitere Beispiele für Auslöser einer sekundären Vaskulitis sind bestimmte Krebserkrankungen (meist Non-Hodgkin-Lymphome) und Medikamente (antirheumatische Basistherapie).

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Diagnose der Vaskulitis: Blutwerte und weitere Untersuchungen

Aus dem Patientengespräch kann ein erfahrener Rheumatologe schon wichtige Hinweise auf das Vorliegen einer Vaskulitis entnehmen. Zusammen mit der körperlichen Untersuchung, der Bestimmung von Laborwerten aus dem Blut (beispielsweise Antikörpernachweis) und gegebenenfalls einer bildgebenden Untersuchung wie Röntgen, Ultraschall oder Magnetresonanztomographie (MRT) kann die Diagnose meist gestellt und die erforderliche Therapie schnell eingeleitet werden.

Bei einigen Vaskulitisformen, wie der Wegenerschen Granulomatose, der mikroskopischen Polyangiitis und dem Churg-Strauss-Syndrom, ist die Diagnose durch den Nachweis von sogenannten ANCA-Antikörpern (anti-neutrophile cytoplasmatische Auto-Antikörper) mittels Immunfluoreszenztechnik möglich.


Der absolut sichere Nachweis des jeweiligen Krankheitsbildes ist jedoch angesichts der Vielzahl der Vaskulitiden nur durch Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie) möglich, oft aber nicht erforderlich. Wurde eine Biopsie durchgeführt, so sollten – mit Blick auf einen möglichst schnellen Therapiebeginn – die Ergebnisse nicht unbedingt abgewartet werden.

Therapie: Ist Vaskulitis heilbar?

Eine frühe Diagnosestellung und ein schneller Therapiebeginn sind bei einer Gefäßentzündung entscheidend, um schwerwiegende Komplikationen und Krankheitsverläufe zu verhindern. Eine unbehandelte Vaskulitis kann lebensbedrohlich sein, wie bei der Polyarteriitis nodosa oder der Wegenerschen Granulomatose. Andere Formen wie die Riesenzellarteriitis mit Polymyalgia rheumatica treten erst spät im Leben auf und haben häufiger einen gutartigen, milden Verlauf.

Behandlung der Vaskulitis

Die Gefäßentzündung selbst wird mit Entzündungshemmern behandelt. Kortison ist Mittel der ersten Wahl, weil es keinen anderen Entzündungshemmer gibt, der vergleichbar schnell wirksam und zugleich gut verträglich ist. Auch bei einer kutanen leukozytoklastischen Vaskulitis erfolgt die Behandlung mit einer kurzzeitigen Kortisongabe in Tablettenform.

Um langfristig Nebenwirkungen des Kortisons zu vermeiden, wird parallel schon mit der Gabe eines langsamer wirksamen Entzündungshemmers begonnen. Sobald dieser nach zwei bis acht Wochen seine Wirkung entfaltet, kann Kortison stufenweise ausgeschlichen, also die Dosis auf unter 7,5 Milligramm pro Tag reduziert werden (Erhaltungsdosis). Es sollte aber auf keinen Fall eigenmächtig abgesetzt werden, da dies gravierende Folgen haben kann.

Kortison dient in vielen Fällen der Überbrückung des Zeitintervalls, bis andere Entzündungshemmer anschlagen. Treten während der Dosisreduktion des Kortisons wieder Symptome auf, ist davon auszugehen, dass der andere Entzündungshemmer nicht ausreichend wirksam ist. Ein Therapieversuch mit einem anderen Medikament kann sinnvoll sein.

Bei manchen Formen einer Vaskulitis, insbesondere einer Polyarteriitis nodosa, kann es erforderlich sein, mit einer Kombinationstherapie zu beginnen, um schneller eine Remission (Rückbildung) der Erkrankung zu erreichen.

Als Kombinationspartner wird häufig das Immunsuppressivum Cyclophosphamid eingesetzt. Bei manchen Formen einer Vaskulitis, beispielsweise einer aktiven Wegenerschen Granulomatose, scheint die intravenöse Pulstherapie gegenüber einer Gabe in Tablettenform überlegen zu sein. Nach Erreichen der Remission kann je nach Krankheitsbild Cyclophosphamid abgesetzt und mit Azathioprin, Methotrexat, Mycophenolatmofetil oder Ciclosporin A weiterbehandelt werden, welche mit weniger Nebenwirkungen einhergehen.

Die modernen Antikörper-basierten Therapien haben sich bisher erst bei wenigen Formen einer Vaskulitis als effektiv erwiesen; dazu zählt unter anderem Infliximab bei der Takayasu-Arteriitis.

Bei der kutanen leukozytoklastischen Vaskulitis findet neben der Medikamentengabe eine lokale Therapie zur Förderung der Wundheilung satt - zum Beispiel mittels Kompressionsverbänden. In der Regel ist diese Form der Vaskulitis gut heilbar.

Nicht-medikamentöse Therapien haben bei Vaskulitiden nur einen geringen Stellenwert. Sie beeinflussen den Verlauf kaum. Einzig die Patientenschulung ist von Bedeutung. Denn je mehr der Betroffene über die Krankheit weiß, umso mehr kann er Nebenwirkungen und Rückfälle rechtzeitig erkennen und zeitnah den Arzt aufsuchen.

Bei bestimmten Vaskulitiden (z. B. Takayasu-Arteriitis) kann es erforderlich sein, in der chronischen Phase die verengten Gefäße aufzudehnen (Ballondilatation), wie es in der Kardiologie bei Gefäßverschlüssen oder -einengungen geschieht. Bei diesen Patienten erfolgt der Eingriff gegebenenfalls unter Kortison-Gabe.

Kann einer Vaskulitis vorgebeugt werden?

Dem Krankheitsausbruch kann nicht vorgebeugt werden, wenn es sich um die genetisch bedingte primäre Vaskulitis handelt. Manche sekundäre Formen von Vaskulitiden dagegen kann durch konsequente Ausheilung beziehungsweise Therapie von Infekten vermieden werden.

Ist es bereits zu einer Gefäßentzündung gekommen, ist entscheidend, weitere Faktoren, welche die Gefäßwand schädigen, zu vermeiden. Dazu zählen Rauchen, hoher Blutdruck, hohe Blutfette (Hypercholesterinämie) und hohe Blutzuckerwerte (Diabetes mellitus). Sie sollten durch einen gesunden Lebensstil vermieden beziehungsweise konsequent behandelt werden.

Bei KVaskulitis mit eingetretener Arterienverengung kann es sinnvoll sein, einen Blutverdünner wie Aspirin nach ärztlicher Verordnung einzunehmen, um einem Gefäßverschluss vorzubeugen.

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Purpura: Hauteinblutungen und wie sie entstehen

Im Überblick:

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Was ist Purpura?

Purpura ist der medizinische Oberbegriff für Einblutungen in die Haut oder die Schleimhaut. Diese können zum Beispiel nach einer stumpfen Verletzung wie einem Stoß auftreten. Dann entsteht der typische blaue Fleck, der meist harmlos ist. Hauteinblutungen können aber auch auf eine Reihe von Erkrankungen hindeuten. Sie sind zum Beispiel ein häufiges Symptom von Gefäßentzündungen oder Blutgerinnungsstörungen. Je nach Ursache treten die Einblutungen einzeln oder gehäuft auf und sind stecknadelkopfgroß bis großflächig.

Wie sieht Purpura aus?

Purpura ist häufig punktförmig, bildet aber auch unterschiedlich große Flecken. Je nach Aussehen und Größe werden die Blutflecke unterschieden:

  • Petechien: stecknadelkopfgroße Blutungen, die oft in großer Anzahl auftreten
  • Ekchymosen: kleinflächige Blutungen
  • Sugillationen: flächige, etwa münzgroße Blutungen
  • Suffusionen und Hämatome: großflächige Einblutungen

Pupuraflecken können überall am Körper auftreten. Zu Beginn sind sie häufig rot oder violett. Je nach Alter der Einblutungen entwickeln sie sich zu blauen, blau-grünen oder gelb-braunen Flecken.

Purpura kann leicht mit einem Ausschlag verwechselt werden. Vor allem Petechien, die als kleine, rote Punkte vermehrt auftreten und häufig komplette Körperregionen wie die Unterschenkel bedecken können. Im Gegensatz zu einem Ausschlag jucken die Purpuraflecken allerdings nicht und verursachen keine Schmerzen. Wer sich aufgrund der Symptome unsicher ist, kann mit einem simplen Drucktest ganz einfach selbst abklären, ob es sich bei den Flecken um einen Ausschlag oder eine Hautblutung handelt. Dafür mit dem Daumen oder einem durchsichtigen Glas auf die betroffene Stelle drücken. Der Ausschlag verblasst unter Druck, die Purpura bleibt hingegen sichtbar.

Purpura: Ursachen sind verschieden

Die Ursachen für Purpura sind Verletzungen an den feinen Kapillarblutgefäßen. Dabei tritt eine kleine Menge Blut aus und sammelt sich im Gewebe an. Das kann zum Beispiel nach einem Stoß oder einer Verletzung passieren. Die Einblutung, die dadurch entsteht, ist meist harmlos und heilt nach einer gewissen Zeit von allein wieder ab.

Auch ältere Menschen neigen häufiger zu Hämatomen oder violetten, kleinflächigen Purpuraflecken. Die Einblutungen entstehen bereits nach einem leichten Stoß oder Ähnlichem aufgrund brüchiger Blutgefäße. Die sogenannte Purpura senilis ist eine typische Alterserscheinung der Haut und tritt vor allem an den Händen, dem Fußrücken, den Unterarmen und Beinen auf. Die Flecken verblassen nach einigen Tagen wieder, können aber eine bräunliche Verfärbung der Haut hinterlassen.

Neben den eher harmlosen Einblutungen kann Purpura aber auch ein Symptom von gestörten Vitalfunktionen, Entzündungen oder Krankheiten sein. Zu den häufigsten Auslösern zählen dabei:

  • Blutplättchenmangel (Thrombozytopenie): Ein Mangel an Blutplättchen (Thrombozyten) kann durch verschiedene Erkrankungen wie Leukämie, HIV, Hepatitis C oder durch Infektion mit dem Eppstein-Barr-Virus ausgelöst werden. Aber auch Tumorerkrankungen, Vitaminmangel, Alkoholmissbrauch oder die Einnahme von bestimmten Medikamenten können eine verminderte Anzahl an Blutplättchen verursachen. Die Blutplättchen sind wichtig für die Blutgerinnung. Bei einem Blutplättchenmangel ist diese jedoch gestört, wodurch Blutungen aller Art auftreten können. Typische Anzeichen sind punktförmige Einblutungen in die Haut oder Blutergüsse nach harmlosen Stößen.

  • Gerinnungsstörung (Koagulopathie): Zu den Gerinnungsstörungen zählen Erkrankungen, bei denen die Blutgerinnung entweder zu schwach oder zu stark ist. Das kann zu verstärkten Blutungen oder zu Thrombosen führen. Gerinnungsstörungen können angeboren oder erworben sein. Ursache sind zum Beispiel Lebererkrankungen oder ein Vitamin K-Mangel. Anzeichen für Gerinnungsstörungen sind gehäuft blaue Flecken sowie spontan auftretende Hauteinblutungen in verschiedenen Größen.

  • Gefäßentzündung (Vaskulitis): Bei einer Vaskulitis sind die Gefäßwände von Venen, Arterien und Kapillaren entzündet. Die Vaskulitis kann durch Infektionen, Hepatitisviren oder Medikamente ausgelöst werden. Häufig ist die Ursache allerdings unbekannt. Ein Anzeichen für Gefäßentzündungen sind bläulich-violette Einblutungen in die Haut.

Einblutungen können darüber hinaus Anzeichen für viele weitere Erkrankungen sein. Sie treten zum Beispiel auch bei Venenschwäche (chronisch-venöse Insuffizienz) auf. Die roten, rot-braunen oder ockerfarbenen Flecken, die dabei an den Füßen und Unterschenkeln entstehen, sind bekannt als Purpura jaune d'ocre.

Diese Krankheiten werden als Purpura bezeichnet

Grundsätzlich ist Purpura keine Krankheit, sondern ein Symptom. Es gibt aber auch eigenständige Erkrankungen, die als "Purpura" bezeichnet werden. Bei diesen treten die Einblutungen in die Haut aber ebenfalls nur als Symptom auf. Dazu gehören unter anderem:

  • Purpura Schönlein-Henoch: Dabei handelt es sich um eine immunologisch bedingte Gefäßentzündung, die bevorzugt Haut, Gelenke, Darm und Nieren betrifft. Die Erkrankung tritt vor allem bei Kindern und Jugendlichen auf. Neben kleinen und großflächigen Purpuraflecken an den Beinen und dem Gesäß kommt es auch zu einer Vielzahl weiterer Beschwerden, wie Fieber, Gelenkschmerzen und Verdauungsprobleme. Die Erkrankung heilt in der Regel von allein wieder ab.

  • Purpura pigmentosa progressiva (Morbus Schamberg): Ist eine meist harmlose Hauterkrankung, die vor allem Männer betrifft. Typisch sind rot-braune kleine Einblutungen, die schubweise auftreten und sich zuerst an den Unterschenkeln, später auch an Oberschenkeln, Oberkörper und den Armen zeigen. Die Ursachen sind vielfältig, sie kann zum Beispiel durch Medikamente, Textilzusätze oder Nahrungsmittel ausgelöst werden.

Eine weitere Purpura-Erscheinung ist die sogenannte Purpura d'effort. Sie wird auch als Pilger- oder Wanderkrätze bezeichnet, weil sie insbesondere nach großer körperlicher Anstrengung wie langen Wanderungen oder einem Marathonlauf auftreten kann. Dabei zeigen sich vor allem im Bereich der Waden viele kleine Einblutungen in Form von Petechien. Die genauen Ursachen dafür sind medizinisch bisher allerdings nicht geklärt. Ebenso nicht, was bei einer Purpura d'effort hilft oder was man dagegen tun kann. Im Normalfall verschwinden die Einblutungen ohne Behandlung von selbst.

Wie wird Purpura behandelt?

Da Purpura in der Regel das Symptom einer Erkrankung ist, gibt es keine speziellen Therapien, um die Einblutungen zu behandeln. Wird die Grunderkrankung erkannt und kuriert, verschwinden in der Regel auch die Einblutungen wieder. Ebenso ist bei einem normalen blauen Fleck keine Behandlung notwendig. Das Hämatom verblasst mit der Zeit von allein. Eine Salbe mit Arnika oder Heparin kann den Heilungsprozess unterstützen.

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