Ernährung während der Krebstherapie

Anti-Krebs-Ernährung: Heilungschancen verbessern

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Laut dem Tumorbiologen Dr. Johannes Coy hält die richtige Ernährung Krebszellen in Schach und macht sie empfänglich für Therapien. Das daraus entwickelte Prinzip basiert auf gesunder Ernährung bei Krebs. Von bestimmten Lebensmitteln ist schließlich bekannt, dass sie auf Krebszellen eine hemmende Wirkung haben.

Anti-Krebs-Ernährung
Bei der Anti-Krebs-Ernährung wird ähnlich wie bei Low Carb auf Kohlenhydrate und Zucker weitestgehend verzichtet.
© iStock.com/Lisovskaya

Eine Ernährungsumstellung bei Krebs sollte laut dem Tumorbiologen Dr. Johannes Coy idealerweise vor einer Chemo- oder Strahlentherapie durchgeführt werden, um die Therapien wirksamer und verträglicher zu machen. Krebszellen können nicht ausgehungert werden, aber ihr Stoffwechsel kann so beeinflusst werden, dass die Empfindlichkeit für die Therapien steigt und sich die Heilungschancen deutlich verbessern.

Artikelinhalte im Überblick:

16 gesunde Lebensmittel für Menschen mit Krebs

Was ist die Anti-Krebs-Ernährung?

Wichtig bei der Anti-Krebs-Ernährung ist der Zuckerstoffwechsel. Denn Krebszellen verändern den gesamten Stoffwechsel des Körpers und benötigen vor allem Zucker für die eigene Energieversorgung. Daher ist das Ziel der Ernährung bei Krebs, den Zuckerstoffwechsel möglichst stabil zu halten. Die Kohlenhydratmenge soll reduziert und Kohlenhydrate bevorzugt werden, die den Blutzucker nicht zu stark in die Höhe treiben.

Diese Empfehlungen gelten auch für die Ernährung gesunder Menschen. Denn ein dauerhaft erhöhter Blutzucker- und Insulinspiegel erhöht das Krebsrisiko deutlich. Deshalb ist es sinnvoll, nach überstandenem Krebs die Ernährung mit moderater Aufnahme von Kohlenhydraten weiterzuführen. Zusätzlich wird bei dieser Ernährungsform auch Diabetes, Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorgebeugt.

So sieht diese Art der Ernährung bei Krebs aus

Zucker und einfache Kohlenhydrate, beispielsweise in Form von Kartoffeln, Reis und Nudeln sollen bei der Anti-Krebs-Ernährung deutlich reduziert werden. Diese liefern den Krebszellen ihre Nahrung, da Stärke in Zucker umgewandelt wird.

Dafür sollte man möglichst viel Fett zu sich nehmen. Fett verzögert das Ansteigen des Blutzuckerspiegels durch gleichzeitig aufgenommene Kohlenhydrate. Ungesättigte Fettsäuren wie Omega 3 und Omega 6, die beispielsweise in Olivenöl, fetten Fischen und Nüssen vorkommen, sollten überwiegen, aber auch Butter und Sahne sind in Ordnung. Transfette, die bei der industriellen Herstellung mancher Produkte, wie beispielsweise Margarine, entstehen, sollten vermieden werden. Der an Krebs erkrankte Körper benötigt zusätzlich mehr Eiweiß als sonst, damit die Muskeln nicht abbauen. Die Art der Ernährung ist der ketogenen Diät sehr ähnlich.

Welche Lebensmittel soll ich wählen?

Die Anti-Krebs-Ernährung soll den Blutzuckerspiegel im Körper stabil halten. Lebensmittel werden danach eingeteilt, ob sie den Blutzucker stark erhöhen (zu vermeiden) oder nicht (empfehlenswert). Daneben gibt es noch Lebensmittel, die prinzipiell gesund sind, aber so viele Kohlenhydrate enthalten, dass sie nur in Maßen genossen werden sollten. Individuell kann es je nach Krebsart sein, dass bestimmte Lebensmittel vermieden werden sollten, beispielsweise langfaseriges Gemüse wie Spinat bei Darmkrebs.

Die Tabelle nennt nur Beispiele für die jeweiligen Sorten. Manche Lebensmittel, wie Getreide und deren Mehle sowie Zucker jedweder Art, sollten weitestgehend gemieden werden. Bei Fleisch und Fleischprodukten sowie Fisch und Meeresfrüchten hingegen darf nach Herzenslust geschlemmt werden.

  empfehlenswert vermeiden
Obst & Gemüse Wurzelgemüse wie Rettich, Rüben, Pastinaken Bananen
  Kohl (Brokkoli, Weißkohl, Blumenkohl,Mangold) Datteln, Feigen
  Blatt- und Fruchtgemüse wie Spinat, Paprika, Tomaten, Avocado

Trauben, Rosinen

Mais

  Bohnen grün Bohnen rot, weiß
  Zwiebel, Knoblauch, Lauch Möhren gekocht
Milchprodukte & Käse Blauschimmelkäse, Frischkäse, Halbhart- und Hartkäse: Gouda, Emmentaler, Bergkäse, Parmesan gezuckerte Kondensmilch, Schmelzkäse, Scheibletten
  Schaf- und Ziegenkäse  
  Naturjoghurt, Schmand, Creme fraiche, (saure) Sahne  
  Weichkäse wie Brie und Romadur  
Getränke

Espresso

Wasser

schwarzer und grüner Tee

Zichorienkaffee

gezuckerte Getränke

unverdünnte Fruchtsäfte

Hafermilch

Karottensaft

Malzbier

 

Lebensmittel, die in Maßen erlaubt sind:

  • bis 80 g Brombeeren oder Erdbeeren
  • bis 90 g Himbeeren
  • bis 40 g Apfel oder Birne
  • bis 35 g Kartoffeln (festkochend)
  • bis 85 g Möhren (roh)
  • bis 150 ml Ayran
  • bis 100 ml Milch, Molke
  • bis 125 ml Buttermilch, Dickmilch, Kefir
  • bis 100 ml Milchkaffee
  • 200-400 ml Beerenschorle
  • bis 150 ml Sojamilch natur

Das hilft gegen Appetitlosigkeit bei Krebs

Einige Betroffene leiden währen der Krebstherapie unter Appetitlosigkeit oder Übelkeit. Dann sollten saure und fette Speisen sowie Kaffee und Alkohol gemieden werden – also alles, was den Magen zusätzlich reizt. Kleine Portionen können den Appetit stärker anregend als ein vollbeladener Teller. Gibt es bei bestimmten Speisen Probleme, können andere Formen ausprobiert werden, beispielsweise gedünstetes Gemüse statt rohem. Obst kann püriert oder als Smoothie zubereitet werden, um es besser zu sich nehmen zu können.

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