Chronisches Erschöpfungssyndrom

Fatigue und Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS)

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"Fatigue" leitet sich aus dem Französischen ab und wird mit "Müdigkeit" oder "Erschöpfung" übersetzt. Fatigue tritt bei verschiedenen Erkrankungen wie Krebs und Multiple Sklerose auf. Alles zu Fatigue und wie sie behandelt werden kann, lesen Sie hier.

Frau ist extrem müde und erschöpft
Fatigue ist eine häufige Begleiterscheinung von Krebstherapien und bei Multipler Sklerose.
© iStock.com/elenaleonova

Fatigue beschreibt zunächst ein Symptom, das verschiedene Erkrankungen begleitet. Fatigue wird als "Zustand erheblicher anhaltender Schwäche und schneller Erschöpfbarkeit" beschrieben. Nach heutiger internationaler Auffassung stellt eine sehr ausgeprägte Fatigue aber auch selbst eine Krankheit dar, die als Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS) bezeichnet wird.

Im Überblick:

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Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue Syndrom

Die für die ME/CFS oft synonym verwendeten Begriffe "chronisches Fatigue Syndrom", "chronisches Erschöpfungssyndrom" und "chronisches Müdigkeitssyndrom" sind umstritten und gelten unter Fachkreisen und bei Betroffenen als veraltet. Die ME/CFS geht unter anderem mit folgenden Symptomen einher:

  • mindestens seit einem halben Jahr andauernde beträchtliche Leistungsminderung durch geistige und/oder körperliche Erschöpfung
  • kaum Erholung durch Schlaf, dauerhafte Müdigkeit
  • Konzentrationsstörungen
  • Sehstörungen
  • Hals-, Muskel-, Gelenk- oder Kopfschmerzen
  • erhöhte Körpertemperatur, die aber noch kein Fieber darstellt
  • geschwollene Lymphknoten
  • depressive Verstimmungen
  • zum Selbsttest

    Das chronische Fatigue Syndrom (ME/CFS) gilt mittlerweile als eigenständige Krankheit. Prüfen Sie mit dem Selbsttest, ob Sie betroffen sein könnten

Die Ursachen für das "Fatigue-Syndrom" sind zur Zeit noch relativ unklar. Diskutiert werden organische Ursache in Muskulatur und Gehirn, Immundefekte, Infektionen, hormonelle Fehlsteuerungen und Vergiftungen. Weil man die genauen Ursachen nicht kennt, kann das "Erschöpfungssyndrom" nur symptomatisch behandelt werden. Über geeignete Methoden ist sich die Fachwelt bisher nicht einig. Krankengymnastik oder Verhaltenstherapie werden manchmal empfohlen, sind aber bezüglich ihrer Wirksamkeit auf das Krankheitsbild umstritten. Die Therapie kann daher immer nur nach dem Individuum ausgerichtet werden.

Die Fatigue als Symptom ist dagegen häufiger Begleiter von chronischen Krankheiten, wird aber auch verursacht durch Krebserkrankungen und deren Therapie.

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Lifeline/Wochit

Fatigue als Symptom

Fatigue wird häufig im Zusammenhang mit einer allgemeinen Erschöpfungssymptomatik verwendet, beispielsweise bei schweren chronischen Herz- und Lungenerkrankungen oder bei Krankheiten wie:

In Deutschland wird Fatigue auch als Oberbegriff für Erschöpfungssymptomatiken bei einer Krebserkrankung verwendet. Der Begriff wird von deutschen Medizinern deshalb oft in der Onkologie und der Palliativmedizin bei Krebspatienten gebraucht. In der englischsprachigen Fachliteratur wird dieser Zustand als "Cancer-Fatigue" bezeichnet.

Fatigue bei Multipler Sklerose

Bei Multipler Sklerose ist Fatigue ein sehr häufiges Symptom. Viele Betroffene leiden mehr als sechs Stunden am Tag unter erhöhter Erschöpfbarkeit, die im Laufe des Tages zunimmt. Die Müdigkeit unterscheidet sich in der Intensität deutlich von der Müdigkeit bei gesunden Menschen. Viele Menschen mit MS leiden nahezu täglich unter der übermäßigen Erschöpfung. Häufig wird dadurch auch die Leistungs- und Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt. Wärme verstärkt die Fatigue meist noch zusätzlich.

Ernährung bei Multipler Sklerose

Fatigue bei Krebs

Etwa die Hälfte aller Krebspatienten erlebt während oder nach ihrer Erkrankung eine belastende Müdigkeit, die sie erheblich in ihrem Tagesablauf beeinträchtigt. Die Ursachen der Fatigue bei Krebs sind sehr vielfältig und noch nicht alle im Detail bekannt. Es werden verschiedene Modelle diskutiert.

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Nach dem gängigsten, dem sogenannten biophysiologischen Modell, greifen viele Mechanismen ineinander. Hierzu gehören unter anderem:

  • die Krebserkrankung selbst
  • Änderungen im Energiestoffwechsel
  • Störungen in der Nervenübertragung
  • Schlaf-Wach-Rhythmus
  • Sauerstoffversorgung
  • Umgebung des Patienten

Darüber hinaus spielen weitere individuelle Faktoren eine Rolle. So hat auch die Stress- und Krankheitsbewältigung des Betroffenen einen wichtigen Einfluss darauf, wie stark er durch die Erschöpfung beeinträchtigt wird.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Krebstherapie. Bestimmte Medikamente, die in der Chemo- oder Immuntherapie zum Einsatz kommen, können mit einer Fatigue einhergehen. Ähnliches gilt für einige Begleitmedikamente wie Schmerzmittel oder Präparate gegen Übelkeit und Erbrechen. Nach Operationen tragen unter anderem Blutverlust, Störungen des Wasser- und Salzhaushaltes sowie ein beschleunigter Abbau von Energiereserven zur chronischen Erschöpfung bei. Bei der Strahlentherapie hängt das Ausmaß der Fatigue in der Regel von der Größe des bestrahlten Körperareals ab.

Da es eine Reihe von Behandlungsmöglichkeiten gibt, sollten Krebs-Patienten, die unter Fatigue leiden, das Problem gegenüber ihrem behandelnden Arzt in jedem Fall ansprechen, damit dieser reagieren kann.

Möglichkeiten der Behandlung von Fatigue

Für die Behandlung des Symptoms Fatigue gilt es, mögliche Ursachen wie Blutarmut, Eisenmangel, Infektionen oder Elektrolytstörungen auszuschließen. Außerdem wird der Arzt bei der Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) und der aktuellen medikamentösen sowie nicht-medikamentösen Therapie auf potenzielle Zusammenhänge achten.

Bei diesen Symptomen zum Arzt!

Lifeline/Wochit

Findet der Arzt eine mögliche Ursache, wird versucht, diese zu beheben. Nimmt der Patient beispielsweise ein Medikament ein, das als Nebenwirkung Fatigue auslöst, kann eine Umstellung der Therapie je nach individuellem Krankheitsbild nach sorgfältiger Abwägung sinnvoll sein. Kommt eine Blutarmut als Ursache in Betracht, kann die Transfusion mit Erythrozytenkonzentraten zu einer besseren Sauerstoffversorgung und somit zu einer Abnahme der Symptome beitragen.

Fatigue bekämpfen: Was können Betroffene selbst tun?

Menschen mit Fatigue sollten sich nicht übermäßig schonen. Denn Bewegungsmangel hat negative Effekte auf die Leistungsfähigkeit, zum Beispiel eine Abnahme der Muskelmasse und der Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislauf-Systems, was die Kondition insgesamt mindert. Am besten eignen sich Ausdauersportarten wie Joggen, Radfahren, Schwimmen oder Rudern, um die Fatigue in den Griff zu bekommen. Auch Walken oder schnelles Spazierengehen steigern die Leistung. Der Beginn des Trainings sollte in Absprache mit dem Arzt erfolgen.

Außerdem ist es hilfreich, den Tagesablauf bewusst zu gestalten, Prioritäten zu setzen, kleine Pausen einzulegen und Überlastungen zu vermeiden. Eine ausgewogene Ernährung liefert Energie und beugt Mangelerscheinungen vor. Betroffene, die zusätzlich zur Fatigue unter Schlafstörungen leiden, sollten regelmäßige Schlafzeiten einhalten und tagsüber maximal eine Stunde schlafen. Tageslicht macht tagsüber wacher, lässt nachts aber besser schlafen. In schwereren Fällen kann der Arzt gegebenfalls ein Schlafmittel verschreiben. Bei Durchschlafproblemen können auch andere Medikamente wie Antidepressiva oder Psychostimulantien hilfreich sein.

Außerdem sollten Betroffene darauf achten, ausreichend zu trinken, da Flüssigkeitsmangel die Fatigue verstärken kann. Für Menschen mit Multipler Sklerose sind Rehabilitationsmaßnahmen sinnvoll. In diesen können neben körperlichen Training auch Strategien zum effektiven Einsatz der vorhandenen Energie vermittelt werden.

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