Schnupfen

Rhinitis

Schnupfen-Rhinitis
Schnupfen folgt einem typischen Verlauf: Erst läuft die Nase ununterbrochen, dann ist sie verstopft.
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Schnupfen ist ein typisches Symptom bei einer Erkältung oder auch von Allergien. Verhindern lässt es sich Schnupfen kaum, aber es gibt gute Therapien und Behandlungsmethoden.

Jeder hat es selbst vermutlich schon viele Male erlebt: Wiederkehrende Niesattacken, anfangs eine laufende, vom vielen Putzen bald rötlich-entzündete Nase, die im weiteren Verlauf zunehmend verstopft ist, sodass das Atmen schwerfällt. Der Schnupfen beziehungsweise die Rhinitis, wie sie von Medizinern genannt wird, geht auf eine entzündliche Veränderung der Nasenschleimhaut zurück. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Und so unterschiedlich die Ursachen für Schnupfen, so vielfältig sind auch die möglichen Begleitsymptome.

Bei einer Erkältung beispielsweise tritt Schnupfen häufig in Kombination mit Husten, Halsschmerzen und einem allgemeinen Krankheitsgefühl auf. Der allergisch bedingte Schnupfen hingegen wird üblicherweise durch Augenjucken oder Augentränen begleitet. Bei einer Sinusitis wiederum sind Kopfschmerzen und ein Druckschmerz im Bereich der Nasennebenhöhlen charakteristische Symptome.

Die Art und Ausprägung des Schnupfens als auch seine Begleitsymptome sind also immer abhängig von der Ursache für den Schnupfen.

Häufigste Ursache für Schnupfen: der grippale Infekt

Meist geht ein Schnupfen auf einen einfachen (in der Medizinersprache „unkomplizierten“) viralen Infekt, sprich auf eine , zurück. Erwachsene leiden durchschnittlich zwei- bis viermal pro Jahr darunter, Kinder aufgrund des noch nicht vollständig entwickelten Immunsystems sogar bis zu zehnmal. Häufigste Erreger bei einer einfachen Erkältung sind Rhino- und Coronaviren. Nur in etwa acht von 100 Fällen einer Erkältung sind Bakterien die Auslöser.

Schnupfen kann das erste Symptom eines grippalen Infekts sein, sich aber auch erst nach einigen Tage entwickeln, wenn bereits ein leichtes Kratzen im Hals bis hin zu ausgeprägten Halsschmerzen, Husten, Kopf- und Gliederschmerzen sowie ein allgemeines Krankheitsgefühl aufgetreten sind. Nur selten kommt es auch zu leichtem Fieber.

Heilt die Erkältung nicht vollständig aus, können Komplikationen entstehen. So bereitet der in den Atemwegen festsitzende Schleim einen guten Nährboden für Bakterien, die zur Entzündung der , des  Mittelohrentzündung (Otitis media) und der Bronchien (Bronchitis) führen können. Im schlimmsten Fall entwickeln sich eine  Lungenentzündung (Pneumonie) (Pneumonie) oder eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis). 

Insofern gilt: Bei ersten Anzeichen für eine Erkältung sollten frühzeitig gezielte Behandlungsmaßnahmen eingeleitet werden. Zudem sollte man sich ausreichend Ruhe gönnen, bis die Erkältung vollständig überwunden ist.

Erkältungs-Schnupfen oder echte Grippe (Influenza)?

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    Die Symptome einer Erkältung oder echten Grippe sind sich sehr ähnlich. Der Selbsttest hilft Ihnen bei der Diagnose

Vor allem in den Herbst- und Wintermonaten können Influenzaviren eine „echte“ Grippe hervorrufen. Im Gegensatz zum grippalen Infekt, der meist schleichend beginnt, tritt die Grippe in der Regel plötzlich und mit heftigen Symptomen auf und nimmt einen schwereren Verlauf: hohes Fieber bis 40° C mit Frösteln, Schüttelfrost und Schweißausbrüche, starke Muskel- und Gliederschmerzen, schwere bohrende Kopfschmerzen, trockener, oft schwerer und schmerzhafter Husten, Müdigkeit und Abgeschlagenheit sind typisch. Schnupfen hingegen ist ein weniger charakteristisches Symptom der Grippe.

Wenn die Grippe kommt

Eine echte Grippe kann unter Umständen einen lebensbedrohlichen Verlauf nehmen, anders als die normale Erkältung. Dr. Werner Bartens von der Süddeutschen Zeitung erklärt in Der Nächste bitte, was genau eine Influenza ist.

SZ

 

Nasenschleimhaut- und Nasennebenhöhlenentzündung: Schnupfen als Symptom

Da die Schleimhaut von Nase und Nasennebenhöhlen an bestimmten Stellen direkt ineinander übergeht, sind die Nasennebenhöhlen bei einem Schnupfen oft beteiligt. Der Übergang von einem einfachen Schnupfen (Rhinitis) hin zu einer (Sinusitis) ist also fließend. Mediziner sprechen dann von einer akuten Rhinosinusitis. Typische Erkältungs-Symptome sind neben dem Schnupfen Gesichtsschmerzen, die sich hinter der Stirn, der Wange oder als Zahnschmerzen am Oberkiefer bemerkbar machen. Die Schmerzen verstärken sich beim Drücken oder Klopfen mit den Fingern auf die angegebenen Stellen, ebenso wenn der Kopf nach vorn geneigt wird. Der Schnupfen kann im weiteren Verlauf eitrig sein. Halten die Beschwerden länger als zwölf Wochen an, hat sich aus der akuten Rhinosinusitis eine chronische Form entwickelt.

 

Der allergische Schnupfen

Immer häufiger leiden in den westlichen Industrieländern Menschen an Schnupfen, ohne dass sie sich zuvor erkältet haben. Von der sogenannten allergischen Rhinitis, dem allergisch bedingten Schnupfen, sind schätzungsweise zehn bis 20 Prozent der Bevölkerung betroffen. Sie kann wie beim Heuschnupfen auf bestimmte Jahreszeiten beschränkt sein (zum Beispiel durch Frühblüher oder Gräser/Roggen, Beifuß) oder ganzjährig auftreten, weil das auslösende Allergen jederzeit vorhanden ist (etwa bei einer Allergie gegen Hausstaubmilben, Katzenhaare oder Schimmel).

Beim allergischen Schnupfen kommt es nach Kontakt mit dem auslösenden Allergen durch die Einatemluft zur Entzündung der Nasenschleimhaut. Diese schwillt an (Erschwerung der Nasenatmung), produziert reichlich wässriges Sekret und juckt. Die Betroffenen müssen wiederholt niesen. Oft wird der allergisch bedingte Schnupfen von weiteren Symptomen begleitet: Jucken und Tränen der Augen, Rötung der Bindehaut am Auge und Schwellung der Augenlider sind häufige Begleiterscheinungen.

Behinderte Nasenatmung durch Nasenpolypen

Eine behinderte Nasenatmung ist charakteristisches Symptom bei Nasenpolypen, also gutartigen Tumoren der Nasenschleimhaut. Auch chronischer Schnupfen sowie wiederholte Nasennebenhöhlen- und Mittelohrentzündungen können mit Nasenpolypen einhergehen. Polypen entstehen, wenn die Nasenschleimhaut wiederholt gereizt wird. Dies geschieht beispielsweise dann, wenn sich bei einer Schiefstellung der Nasenscheidewand an einigen Stellen verstärkt Nasensekret ansammelt und die Nase schlecht belüft wird.

Vordringlichstes Symptom von Nasenpolypen ist die Behinderung der Nasenatmung, weshalb die Betroffenen oft durch den Mund atmen. Dies begünstigt Schnarchen, zudem kommt es häufig zu Infektionen und Entzündungen der oberen Atemwege, der Nasennebenhöhlen und des Mittelohres. Auch Kopfschmerzen und Schlafstörungen können auftreten. Viele Betroffene haben außerdem eine auffällig näselnde Stimme.

Diagnose der Schnupfen-Art

Durch die Erfassung der Krankheitsbeschwerden (Anamnese) und der körperlichen Untersuchung gewinnt der Hals-Nasen-Ohrenarzt die entscheidenden Hinweise darauf, ob es sich um einen einfachen Schnupfen als Symptom einer handelt, oder ob der Schnupfen beispielsweise auf eine oder eine zurück zu führen ist.  Der Arzt erfragt beispielsweise:

  • wie lange die Beschwerden bereits bestehen
  • welche zusätzlichen Symptome vorliegen und ob diese durch bestimmte Auslöser verstärkt werden
  • wie das Nasensekret beschaffen ist

Bei der körperlichen Untersuchung tastet er das Gesicht nach schmerzhaften Bereichen ab. Zudem kann er mit einem kleinen Spiegel (Rhinoskop) die Nasenschleimhaut begutachten. Besteht der Verdacht auf einen allergischen Schnupfen, führt der Arzt einen Allergietest durch.

In manchen Fällen müssen bildgebende Untersuchungen durchgeführt werden, etwa um bei Nasenpolypen oder einer wiederkehrenden Rhinosinusitis eine Operation zu planen. Möglich sind hierbei vor allem die Computertomographie (CT) und der Ultraschall (Sonographie).

 

Therapieformen

Wie ein Schnupfen behandelt wird, richtet sich grundsätzlich nach der vorliegenden Ursache für den Schnupfen. Grundsätzlich sollte man allerdings auch bei einem vermeintlich „banalen“ Erkältungsschnupfen frühzeitig und gezielt handeln um mögliche Komplikationen wie beispielsweise eine bakterielle Superinfektion zu vermeiden.

Behandlung von viralem Schnupfen (Erkältung)

Die eigene Erfahrung lehrt es: Das Taschentuch allein bringt bei einem ordentlichen Schnupfen keine Besserung. Ärzte empfehlen durchaus, bei einem viralen Schnupfen nicht einfach nur leidend abzuwarten, bis er von allein verschwunden ist, sondern sich durch geeignete Mittel Linderung zu verschaffen und die Heilung zu beschleunigen. So kann auch Komplikationen wie bakteriellen Folgeinfektionen effektiv vorgebeugt werden.

Abschwellende Nasensprays gegen Schnupfen

Schnupfen, der im Rahmen eines viralen Infekts, auftritt, kann mit Substanzen behandelt werden, die ein Abschwellen der Nasenschleimhaut bewirken. Hierfür eignen sich Nasensprays und Nasentropfen mit Xylometazolin oder Oxymetazolin. Durch das Abschwellen der entzündeten Nasenschleimhaut bessern sich einerseits die akuten Beschwerden, indem die Atmung erleichtert wird, andererseits wird aber auch die Belüftung der Nase und Nasennebenhöhlen verbessert, was gleichzeitig der Entstehung einer Nasennebenhöhlenentzündung vorbeugt.

Da die Wirkstoffe langfristig jedoch die Nasenschleimhaut austrocknen und schädigen können, sollten sie nicht länger als sieben ohne Rücksprache mit dem Arzt Tage angewendet werden. Ansonsten kommt es zum gegenteiligen Effekt: Die Nase ist noch stärker verstopft, als sie es ohnehin schon durch den Infekt wäre. Davor schützen können Nasensprays, die zusätzlich Dexpanthenol enthalten, das der Austrocknung der Nasenschleimhaut vorbeugt und die Wundheilung beschleunigt.

Inhalation und Spülungen

Um die Beschwerden zu lindern, kann mit warmen Wasserdämpfen mit einer Temperatur von 42-45°C inhaliert werden. Dies fördert das Abschwellen der Nasenschleimhaut und löst das Sekret, wodurch die Atmung erleichtert wird. Nasenspülungen und Nasensprays mit isotonen oder hypertonen Salzlösungen haben eine ähnliche Wirkung.

Behandlung der Nasenschleimhaut- und Nasennebenhöhlenentzündung (Rhinosinusitis)

Sind die Nasennebenhöhlen in die Entzündung einbezogen, ist mitunter der Einsatz kortisonhaltiger Nasensprays angezeigt. Auch schleimlösende und entzündungshemmende Wirkstoffe können jetzt zum Einsatz kommen.

Unter bestimmten Umständen ist es sinnvoll, eine Therapie mit Antibiotika durchzuführen, etwa wenn hohes Fieber besteht, Komplikationen infolge der Erkrankung drohen oder die Patienten bereits schwere Vorerkrankungen haben.

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Empfohlen werden zudem Infrarotbestrahlung, Kurzwellentherapie und die Inhalation warmer Dämpfe.

Behandlung des allergischen Schnupfens

Beim allergisch bedingten Schnupfen wird zunächst empfohlen, soweit möglich, die auslösende Ursache zu meiden. Um die Symptome gezielt zu lindern, haben sich spezielle Antihistaminka (z.B. Nasensprays oder auch Augentropfen sowie Tabletten) bewährt. Auch naturheilkundliche Medikamente gegen Allergien können eingesetzt werden.

Die einzige Therapie, mit der eine Allergie ursächlich beseitigt werden kann, ist die sogenannte Hyposensibilisierung (Allergenspezifische Immuntherapie, SIT). Hierbei wird das auslösende Allergen beginnend mit kleinsten Mengen in stetig zunehmender Konzentration über einen längeren Zeitraum verabreicht. Dadurch bildet sich nach und nach eine Toleranz gegenüber dem Allergen aus, sodass die der Allergie zugrunde liegende überschießende Reaktion des Immunsystems ab einem bestimmten Zeitpunkt bestenfalls komplett ausbleibt. Es handelt sich hier allerdings über eine sehr langwierige Therapie, die insbesondere bei Kindern in Betracht gezogen werden kann.

Nasenpolypen

Wucherungen der Nasenschleimhaut in Form von Nasenpolypen (Polyposis nasi) können schnell zur Qual für die Betroffenen werden. Eitriges Sekret, das die Nase verstopft, Schwierigkeiten beim Luftholen, Schnarchen, schlechter Schlaf und Kopfschmerzen schränken das Wohlbefinden und die Lebensqualität deutlich ein. Eine Operation, bei der die Polypen entfernt werden, kann Abhilfe schaffen.

Autor: Kathrin Sommer / Lifeline.de
Letzte Aktualisierung: 10. Oktober 2013
Quellen: Neumaier, J.: Symptome lindern, Komplikationen verhindern. Triefnasen-Alarm! In: Der Hausarzt 48(2), (2011), S. 40-41 Olzowy, B. & Berghaus, A.: Akute Rhinosinusitis. Die nicht so banalen Folgen des banalen Schnupfens. In: MMW – Fortschritte der Medizin 153(10), (2011), S. 31-34 Pfaar, O. & Klimek, L.: Subkutane und sublinguale Immuntherapie. Hatschi? Schluss mit allergischer Rhinitis! In: CME 2(2), (2010), S. 50-58 Interdisziplinäre Arbeitsgruppe „Allergische Rhinitis“ der Sektion HNO: Allergische Rhinokonjunktivitis. Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAI). In: Allergo Journal 12, (2003), S. 182-94

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