Oft Folge einer Erkältung

Kieferhöhlenentzündung: Symptome, Dauer und Hausmittel

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Eine Kieferhöhlenentzündung ist eine spezielle Form der Nasennebenhöhlenentzündung. Sie äußert sich vor allem durch ein dumpfes Schmerzgefühl in den Wangen und kann ein- oder beidseitig auftreten. Die Infektion entwickelt sich meist infolge einer Erkältung, kann aber auch von den Zähnen ausgehen. Erfahren Sie mehr über Symptome, Dauer und Behandlung bei einer Kieferhöhlenentzündung.

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© Getty Images/RealPeopleGroup

Kurzübersicht: Häufige Fragen und Antworten

Wie macht sich eine Kieferhöhlenentzündung bemerkbar? Eine Sinusitis maxillaris äußert sich durch ein- oder beidseitige Schmerzen im Bereich der Wangen, die sich beim Vorbeugen verstärken. Meist geht sie mit typischen Erkältungsbeschwerden einher, sie kann aber auch ganz ohne Schnupfen auftreten.

Was lange dauert eine Kieferhöhlenentzündung? Die Erkrankung ist in der Regel nach etwa zwei Wochen ausgeheilt, kann aber auch einen chronischen Verlauf nehmen.

Was hilft bei einer Kieferhöhlenentzündung? Neben Hausmitteln wie Wärmeanwendungen und Dampfinhalationen können schleimlösende Medikamente, abschwellende oder kortisonhaltige Nasensprays und entzündungshemmende Mittel helfen. Bei bakteriellen Infekten wird auch Antibiotika verbreicht. In seltenen Fällen ist eine Operation notwendig.

Wie entsteht eine Kieferhöhlenentzündung? Meist entwickelt sich eine Kieferhöhlenentzündung infolge von Schnupfen. Sie kann aber auch von einer Entzündung der Zähne ausgehen.

Artikelinhalte im Überblick:

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Was ist eine Kieferhöhlenentzündung?

Bei einer Kieferhöhlenentzündung (Sinusitis maxillaris) sind die Kieferhöhlen entzündet. Diese luftgefüllten Hohlräume befinden sich rechts und links neben der Nase und haben die Form einer umgedrehten Pyramide. Die Kieferhöhle ist mit einer speziellen Schleimhaut ausgestattet, die winzige Flimmerhärchen besitzt. Diese befördern Schmutz und Krankheitserreger in Richtung Rachen und befeuchten die eingeatmete Luft.

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Allerdings kann sich diese Schleimhaut schmerzhaft entzünden. Da sie direkt an die Nasenhaupthöhle grenzen, breitet sich ein Infekt von der Nase nicht selten in die Kieferhöhlen aus. Daher kommt es vor allem im Anschluss einer Erkältung, Grippe oder Corona-Infektion mit Schnupfen häufig zu einer Kieferhöhlenentzündung.

Aber auch Infektionen des Zahnapparates können auf die Kieferhöhle übergreifen. Fachleute sprechen in diesem Fall von einer dentogenen Sinusitis maxillaris. Es wird davon ausgegangen, dass etwa 10 bis 40 Prozent aller Entzündungen in den Kieferhöhlen von den Zähnen herrühren (etwa bei einer Zahnwurzelspitzenentzündung).

Aufbau und Funktion der Kieferhöhlen

Die Kieferhöhlen sind die größten Nasennebenhöhlen. Daneben gibt es noch die Stirn-, Siebbeinzellen- und Keilbeinhöhlen. Gemeinsam mit der Nasenhöhle fungieren die luftgefüllten Hohlräume im Schädelknochen als "Klimaanlage": Sie erwärmen, befeuchten und reinigen die Atemluft.

Kieferhöhlenentzündung: Welche Symptome sind typisch?

Eine Kieferhöhlenentzündung äußert sich vor allem durch dumpfe, pochende Schmerzen im Bereich der Wangen. Die Beschwerden strahlen aber oft auch in andere Gesichtsregionen aus.

Weitere Anzeichen einer Kieferhöhlenentzündung sind:

  • Verstärkung der Schmerzen beim Vorbeugen des Kopfes
  • Druckgefühl im Gesicht
  • Behinderte Nasenatmung
  • Eingeschränkter Geruchssinn
  • (Eitriges) Nasensekret
  • Unterlidschwellung
  • Ohrenschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Zahnschmerzen im Oberkiefer

Tritt die Kieferhöhenentzündung im Rahmen eines Infekts der oberen Atemwege auf, beispielsweise bei einer Erkältung, wird sie meist von Beschwerden wie Schnupfen, Husten, einem ausgeprägten Krankheitsgefühl und manchmal Fieber begleitet. Bei einer viralen Sinusitis maxilliaris sind häufig beide Kieferhöhlen betroffen. Bei einer dentogenen Kieferhöhlenentzündung treten die Beschwerden hingegen in der Regel einseitig und ohne Schnupfen auf.

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Mögliche Komplikationen bei einer Kieferhöhlenentzündung

In seltenen Fällen kann es zu Komplikationen kommen und die Entzündung auf Augen, Hirnhaut oder Gehirn übergreifen. Sehr starke Schmerzen, Gesichtsschwellungen, hohes Fieber, Lichtempfindlichkeit, Lethargie oder neurologische Symptome wie Taubheitsgefühle im Gesicht sind Warnzeichen dafür, die sofort ärztlich abgeklärt werden sollten.

Wie lange dauert eine Kieferhöhlenentzündung?

Eine akute Kieferhöhlenentzündung dauert in der Regel etwa 8 bis 14 Tage. Dauern die Symptome länger als drei Monate an, sprechen Fachleute von einer chronischen Form.

Kieferhöhlenentzündung: Ursachen und Risikofaktoren

In der Regel sind Viren, vor allem Rhino- oder Influenzaviren, Auslöser einer Kieferhöhlenentzündung. Sie führen zu Schnupfen und einem Anschwellen der Nasenschleimhaut. Das hat wiederum zur Folge, dass die schmalen Verbindungsgänge (Ostien) zu den Kieferhöhlen verstopfen und sich das Sekret staut – was den idealen Nährboden für Krankheitserreger bietet, die sich dort festsetzen und vermehren.

Gelegentlich können sich zusätzlich zu den Viren Bakterien einnisten. Dann sprechen Fachleute von einer sogenannten Superinfektion. Aber auch Pilze können in selteneren Fällen die Ursache für die Entzündung sein.

Risikofaktoren einer Sinusitis maxillaris

Da sich die Nasennebenhöhlen bis zum 15. Lebensjahr noch entwickeln, sind Erwachsene häufiger betroffen als Kinder. Zudem können folgende Faktoren das Risiko einer Kieferhöhlenentzündung erhöhen:

  • Allergien (etwa Heuschnupfen)
  • Allgemeine Schwäche des Immunsystems
  • Anatomische Engstelle im Bereich der Zugänge zu den Nasennebenhöhlen (etwa durch verkrümmte Nasenscheidewand oder Polypen)
  • Nicht behandelte Zysten (krankhafter Hohlraum, der sich langsam mit Flüssigkeit füllt) im Kiefer

Zahnprobleme als Ursache der Kieferhöhlenentzündung

Auch Probleme mit den Zähnen können Ursache für eine Kieferentzündung sein. Mögliche Gründe sind:

  • Entzündete Zahnwurzeln im Oberkiefer
  • Parodontitis (bakterielle Entzündung des Zahnbettes)
  • Verletzung der Kieferhöhlenschleimhaut (etwa infolge einer Zahnoperation)

Behandlung einer Kieferhöhlenentzündung: Was hilft?

Je nach Ursache und Ausprägung einer Kieferhöhlenentzündung stehen verschiedene Therapieansätze zur Verfügung. Meist ist eine konservative Behandlung ausreichend. Vor allem bei einer dentogenen Kieferhöhlenentzündung ist aber oft ein Mix aus chirurgischen, zahnärztlichen und medikamentösen Maßnahmen notwendig.

Kieferhöhlenentzündung: Bewährte Hausmittel

Bei einer viralen Kieferentzündung können oft bereits einfache Mittel zu einer Besserung der Beschwerden führen. Dazu gehören beispielswiese:

  • Viel trinken: Betroffene sollten viel Flüssigkeit zu sich nehmen, am besten zwei bis drei Liter Wasser oder warmen Tee täglich. Dadurch verflüssigt sich der Nasenschleim und fließt leichter ab.

  • Wärme: Zur Linderung der Druckschmerzen empfinden viele Patient*innen Wärme als wohltuend. Es empfehlen sich beispielsweise feuchtwarme Umschläge oder eine Bestrahlung mit einer Rotlichtlampe.

  • Dampfinhalationen: Auch das Inhalieren von warmem Wasserdampf mit ätherischen Ölen, etwa Eukalyptus, Fichtennadeln oder Latschenkiefern, trägt dazu bei, dass sich festgesetztes Nasensekret leichter löst.

  • Nasenduschen: Durch die Spülung der Nase mit Meersalzlösung können Schleim inklusive Krankheitserreger entfernt und Beschwerden gelindert werden.

Betroffene sollten zudem beim Liegen oder Schlafen ihren Kopf (beispielsweise mit einem Kissen) hochlagern. So kann der Schleim besser abfließen.

Medikamente Kieferhöhlenentzündung

Zur Behandlung einer Kieferhöhlenentzündung können zudem verschiedene Medikamente zum Einsatz kommen. Dazu gehören:

  • Abschwellende Nasensprays: Diese helfen dabei, die Gänge zwischen Nase und Kieferhöhle freizubekommen, sodass das Nasensekret abfließen kann. Sie sollten jedoch nur nach ärztlicher Absprache und nicht länger als sieben Tage am Stück verwendet werden.

  • Schleimlösende Arzneimittel: Sogenannte Sekretolytika fördern den Abfluss von eingedicktem Sekret aus den Kieferhöhlen.

  • Schmerzstillende Medikamente: Zur Linderung von Schmerzen können auch entzündungshemmende Arzneimittel wie Ibuprofen helfen.

  • Antibiotika: Diese verschreibt die*der Ärztin*Arzt, wenn Bakterien beteiligt sind.

  • Antimykotika: Die Anti-Pilzmittel werden bei einer Pilzinfektion eingesetzt.

  • Kortisonpräparate: Bei allergisch bedingtem Schnupfen werden häufig Kortisonpräparate in Form von Tabletten oder als Nasensprays angewandt. Und auch bei chronischen Nebenhöhlenentzündungen verschreiben Mediziner*innen oft kortisonhaltige Nasensprays.

Operation bei Kieferhöhlenentzündung

Liegen anatomische Ursachen zugrunde oder reichen konservative Therapien nicht aus, kann eine operative Behandlung notwendig sein. So ist mitunter bei Polypen oder Tumoren ein chirurgischer Eingriff oft das Mittel der Wahl. Welche Operation durchgeführt wird, entscheiden Fachleute im Einzelfall. Die meisten Eingriffe sind allerdings unter lokaler Betäubung durchführbar.

Bei Eiteransammlungen in der Kieferhöhle wird diese unter Umständen punktiert. Das bedeutet, die Nebenhöhle wird vorsichtig angestochen, damit das Sekret abfließen kann. Anschließend wird sie mit einer Antibiotika-Lösung ausgespült.

Bei verengten Verbindungskanälen kann eine Aufspreizung erforderlich sein. Hierzu wird beispielsweise eine Ballonkatheter eingeführt, der durch Luftdruck aufgedehnt wird und eine Belüftung der Kieferhöhle gewährleisten soll. Vor allem bei einer chronischen Kieferhöhlenentzündung müssen zudem manchmal der Nasengang erweitert, die Nasenscheidewand begradigt oder Nasenpolypen entfernt werden.

Diagnose: Wie wird eine Kieferhöhlenentzündung festgestellt?

Die Symptome einer akuten Kieferhöhlenentzündung im Rahmen eines viralen Infektes sind meist eindeutig, sodass die*der Ärztin*Arzt schnell die richtige Diagnose stellen kann. Neben einem Anamnese-Gespräch, in dem die Beschwerden abgefragt werden, klopft der*die Medizinerin meist vorsichtig auf die Wangen. Bei einer Sinusitis maxillaris verursacht Druck auf die Wangen üblicherweise Schmerzen.

Darüber hinaus kann ein Endoskop (Nasenspiegelung) zum Einsatz kommen. Mithilfe dieses Geräts, das in die Nase eingeführt wird, erkennen Fachleute Schwellungen oder Eiteransammlungen und können bei Bedarf einen Abstrich entnehmen. Dieser wird im Labor beispielsweise auf Erreger untersucht.

Besteht der Verdacht, dass die Ursache für die Kieferhöhlenentzündung in den Zähnen liegt, werden Betroffene an ihre zahnärztliche Praxis verwiesen. Hier können bildgebende Verfahren wie Ultraschalluntersuchungen oder Röntgenaufnahmen zum Einsatz kommen. Gegebenenfalls veranlassen Ärzt*innen auch ein CT (Computertomografie), ein MRT (Magnetresonanztomografie) oder ein Blutbild. Letzteres kann Hinweise auf eine Entzündung liefern.

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