Nicht immer harmlos!

Schnarchen: Was hilft gegen die störenden Atemgeräusche?

Schnarchen ist ein weit verbreitetes Symptom und zumeist nur für den Partner störend – kann aber auch zu erheblichen gesundheitlichen Problemen führen. Welche Faktoren Schnarchen verursachen und Tipps, um das nächtliche Problem zu verhindern.

schnarchende Frau regt mann auf
Schnarchen kann extrem störend sein - und zu gesundheitlichen Problemen führen.
(c) Stockbyte

Als Schnarchen (Ronchopathie) werden Atemgeräusche während des Schlafs bezeichnet. Sie treten vor allem bei Atmung durch den Mund auf und werden durch Schlafen in Rückenlage begünstigt.

Schnarchen für sich genommen ist in vielen Fällen kein Zeichen einer Erkrankung, sondern lediglich die Folge besonderer Atembedingungen während des Schlafs. Gesundheitliche Probleme entstehen erst, wenn das Schnarchen die Atmung behindert.

Zehn sanfte Tipps gegen Schnarchen

Schnarchgeräusche entstehen durch das Flattern von Weichteilen im Rachen, vor allem des Gaumensegels, zu dem auch das Zäpfchen gehört. Im Gegensatz zum vorderen Teil des Gaumens, der von Knochen gestützt wird, besteht der hintere Teil nur aus Weichgewebe und kann deshalb leicht in Schwingungen versetzt werden. Gelegentlich können auch weitere Gewebe des Rachens, der Nase und des Kehlkopfs an der Entstehung der Schnarchgeräusche beteiligt sein.

Obstruktives Schnarchen kann schädlich sein

Behindert das Schnarchen die Atmung, sprechen Mediziner von obstruktivem ("verstopfendem") Schnarchen. Dabei wird der Luftweg von den Weichteilen im Rachen eingeengt oder sogar verlegt. Die Folge kann eine unzureichende Sauerstoffversorgung während des Schlafs sein, die unter Umständen schwere Gesundheitsstörungen auslöst, etwa in Form des Schlafapnoe.

Außerdem kann Schnarchen eine erhebliche soziale Belastung darstellen und das Zusammenleben mit dem Lebenspartner und anderen Menschen beeinträchtigen.

Schnarchen tritt sowohl bei Männern als auch bei Frauen auf, kommt bei Männern aber deutlich häufiger vor. Außerdem nimmt die Häufigkeit des Schnarchens mit dem Alter zu. Schätzungen zufolge schnarchen zwischen einem Fünftel und knapp der Hälfte aller Männer und knapp ein Zehntel bis ein Viertel aller Frauen.

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Ursachen für das Schnarchen

Schnarchgeräusche entstehen, wenn der Luftstrom Vibrationen von weichen Gewebeteilen des Rachens auslöst. Anlass zu den Vibrationen gibt eine verminderte innere Spannung der Muskulatur des Rachens, die sich während des Schlafs entspannt. Besonders das Rachenzäpfchen und der weiche hintere Abschnitt des Gaumens erschlaffen, verengen dabei unter Umständen den Luftweg und können so zu Atemstörungen und einer unregelmäßigen Versorgung mit Sauerstoff während des Schlafs führen.

Zusätzlich zum Spannungsverlust im Gewebe sinkt bei einigen Schnarchern auch die Zunge im Schlaf zurück, wodurch die Atemwege im Rachen weiter eingeengt werden. Außerdem können gelegentlich Veränderungen an den Rachengeweben (zum Beispiel eine Vermehrung der Schleimhaut im Bereich des Zäpfchens oder Gaumens oder auch vergrößerte Gaumenmandeln) das Schnarchen begünstigen.

Einige Menschen schnarchen nur dann, wenn bei ihnen die Atmung durch die Nase behindert ist, etwa infolge von Schnupfen oder Heuschnupfen.

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Faktoren, die das Schnarchen begünstigen können

Im Allgemeinen kann Schnarchen durch verschiedene Faktoren begünstigt werden. Dazu gehören:

  • zum BMI-Rechner

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Außerdem fördert Schlafen in Rückenlage das Schnarchen. In dieser Haltung sinken Gaumen, Zäpfchen und Zunge besonders leicht in den Rachen zurück. Zusätzlich kommt es bei einigen Menschen zu einer Schwellung der Rachengewebe (Ödem), insbesondere wenn der Kopf beim Schlafen relativ tief liegt.

Diagnose: Was beim Schnarchen untersucht wird

Für die Diagnose des Schnarchens kommt der Krankengeschichte (Anamnese), den geschilderten Beschwerden und dem Schlafverhalten eine besondere Bedeutung zu. Um den Verdacht auf eine Schlafstörung zu bestätigen, können in einem Schlaflabor Messungen während des Schlafs vorgenommen werden.

Schnarchen wird nur dann als krankhaft angesehen, wenn es sich negativ auf den Schlaf oder die sozialen Beziehungen des Schnarchers auswirkt. Ist das der Fall, sollte immer ein Arzt aufgesucht werden. Im Gespräch wird sich der Arzt insbesondere nach der Schlafqualität der Betroffenen erkundigen.

Wenn der Schlaf beeinträchtigt ist

Auf einen beeinträchtigten Schlaf hindeuten können etwa:

  • nicht erholsamer Schlaf trotz ausreichender Schlafdauer
  • wiederholtes Aufschrecken in der Nacht (mit oder ohne Erstickungsgefühl)
  • anhaltende Müdigkeit während des Tages trotz ausreichender Schlafdauer
  • Ein- und Durchschlafstörungen
  • Trennung der Schlafräume von Lebenspartnern
  • Mehr über gesunden Schlaf

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Ergänzend zum Patienten wird häufig auch der Lebensgefährte befragt, der unter Umständen über Besonderheiten des Schlafverhaltens berichten kann, beispielsweise von Atemaussetzern während der Nacht, die auf eine Verlegung der Atemwege beim Schnarchen hinweisen können und auf die dann in der Regel heftiges Luftschnappen folgt.

Grundsätzlich sollten Körpergröße, -gewicht und der Body Mass Index bestimmt werden. Die Nase, die Bissstellung der Zähne und die Schädelform sollten auf Besonderheiten untersucht werden, da sie ebenfalls zu einer Behinderung der Atmung beitragen könnten.

Diagnose im Schlaflabor

Bei Verdacht auf eine Schlafstörung finden ergänzende Untersuchungen in einem so genannten Schlaflabor statt. Die Patienten verbringen dort eine oder mehrere Nächte unter ärztlicher und apparativer Beobachtung. Automatische Messgeräte erfassen etwa den Puls und die Atemfrequenz, den Blutdruck, die Hirnströme und weitere aussagekräftige Messgrößen. Aus den Ergebnissen wird die genaue Art der Schlafstörungen gefolgert und eine gezielte Behandlung des Schnarchens eingeleitet.

Therapie: Was hilft gegen das Schnarchen?

Schnarchen erfordert insbesondere dann eine Behandlung, wenn es Beschwerden verursacht oder das Zusammenleben beeinträchtigt. Ziel aller Behandlungsverfahren ist es, eine Verlegung der Atemwege zu verhindern und die Atemgeräusche zu beheben. So kann einerseits eine ausreichende Sauerstoffversorgung während des Schlafs sichergestellt, andererseits aber auch schlichtweg das ungestörte Schlafen im gemeinsamen Schlafzimmer mit dem Partner wieder ermöglicht werden. 

Risikofaktoren vermeiden

Der erste Behandlungsschritt beim Schnarchen sollte darin bestehen, Faktoren zu beseitigen, die das Schnarchen begünstigen. Betroffene sollten deshalb nach Möglichkeit

  • nicht in Rückenlage schlafen
  • das Körpergewicht reduzieren
  • abendlichen Alkoholgenuss vermeiden
  • das Rauchen aufgeben
  • keine Schlafmittel einnehmen
  • einen möglichst stabilen Schlaf-Wach-Rhythmus einhalten

Auch folgende Tricks und Hausmittel kann man probieren:

  • Nähen Sie sich einen festen Gegenstand in das Rückenteil Ihres Schlafanzugs. So verhindern Sie, dass Sie sich nachts unbemerkt auf den Rücken drehen.
  • Ätherische Öle des Eukalyptusbaums befreien die Atemwege. Geben Sie etwa 10 bis 20 Tropfen Eukalyptusöl in eine Schale mit Wasser und stellen Sie diese neben Ihr Bett. Das Wasser befeuchtet zusätzlich die Raumluft und erleichtert so das nächtliche Durchatmen.
  • Machen Sie ein Gesichtsdampfbad, bevor Sie schlafen gehen. Kochen Sie ein bis zwei Liter Wasser in einem Topf und lösen Sie zwei gehäufte Teelöffel Salz darin. Inhalieren Sie den salzhaltigen Dampf etwa 10 bis 20 Minuten ein. Das Kochsalz wirkt schleimlösend.

Apparative Behandlung: Schienen, Atemmasken und mehr

Bei der apparativen Behandlung kommt häufig eine so genannte Unterkieferprotrusionsschiene zur Anwendung, die zum Schlafen eingesetzt wird und den Unterkiefer nach vorne verschiebt. Dadurch entsteht im Rachen zusätzlicher Raum für die Luftwege.

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Verbreitet sind auch spezielle Beatmungsapparate. Mit Hilfe einer Maske, die während des Schlafs getragen werden muss, stellen sie Atemluft unter erhöhtem Druck bereit. Dieser erhöhte Druck reicht aus, um die Atemwege im Rachen auch bei erschlaffter Muskulatur offen zu halten und somit eine gleichmäßige Sauerstoffversorgung des Organismus sicherzustellen. Beatmungsgeräte sollten nach Expertenmeinung gegen Schnarchen allerdings nur dann eingesetzt werden, wenn tatsächlich ein gesundheitsbedrohliches (Link) Schlafapnoesyndrom (Endlink) (Charakteristisch sind Atemstillstände während des Schlafens) vorliegt.

Operationen

Operationen gegen Schnarchen sollten nach aktuellem Wissensstand möglichst nur einen kleinen Umfang haben. Bei eingeschränkter Nasenatmung können Korrekturen an der Nase vorgenommen werden. Vermehrtes Gewebe am Gaumen kann entfernt werden, wobei jedoch große Zurückhaltung empfohlen wird, da der weiche Gaumen wichtige Funktionen beim Atmen, Sprechen und Schlucken wahrnimmt, die nicht beeinträchtigt werden dürfen.

Bewährt hat sich die Einlage eines festen Implantats in den Gaumen, wodurch das Gewebe stabilisiert und Schnarchen verhindert werden kann.

Insbesondere bei Kindern können vergrößerte Mandeln operativ verkleinert werden.

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