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Knieschmerzen

Als Knieschmerzen werden Schmerzen bezeichnet, die im Bereich des Kniegelenks auftreten. Das Kniegelenk, im Zentrum bestehend aus Kniescheibe, Gelenkknorpeln und einem knorpelartigen Bindeglied (Meniskus), stellt die bewegliche Verbindung zwischen Ober- und Unterschenkelknochen dar.

Knieschmerz_schematisch
Knieschmerzen sind zumeist Folge einer Gelenkschädigung, die unterschiedliche Bereiche des Knies betreffen kann.
© 2009 - Eric Cote

Die genannten Strukturen werden durch Bänder, Muskeln und Sehnen zusammengehalten, wobei die knöchernen Strukturen (Ober- und Unterschenkelknochen, Kniescheibe) ihrerseits nochmals von einer gleitfähigen knorpelartigen Schicht überzogen sind, um bestmögliche Beweglichkeit zu erreichen.

Woher rühren Knieschmerzen?

Knieschmerzen gehen mit einer Schädigung der Kniegelenksstrukturen einher. Sie können vielfältige Ursachen haben, angefangen von Ursachen, die in der Kniegelenksregion selbst liegen (z.B. spontane Verletzungen) bis hin zu Erkrankungen, die ihren Ursprung außerhalb der Knieregion haben, wie beispielsweise Stoffwechselerkrankungen, die im weiteren Verlauf zu einer Schädigung des Kniegelenks oder angrenzender Strukturen und damit zu Knieschmerzen führen.

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Knieschmerzen können sich unterschiedlich - etwa in Ruhe, bei Belastung oder zu Beginn der Gelenkbeanspruchung (Anlaufschmerz) -  äußern und chronisch schleichend oder wiederkehrend, aber auch plötzlich (akut) und sehr heftig in Erscheinung treten. Abhängig von der Ursache können entweder nur das Kniegelenk oder auch weitere Gelenke von den Schmerzen betroffen sein. Die Knieschmerzen können von weiteren Symptomen wie Schwellung, Rötung und Überwärmung der Kniegelenksregion begleitet werden.

Knieschmerzen: Ursachen

Als Ursachen von Knieschmerzen kommen folgende Erkrankungen infrage

  • Abnutzung des Gelenkknorpels, Gelenkverschleiß ( Arthrose ), z.B. durch übermäßige Belastung
  • Verletzungen bzw. Brüche der knöchernen Kniegelenksstrukturen (Kniescheibe, Ober- oder Unterschenkel im Kniegelenksbereich)
  • Verrenkung des Knies bzw. der Kniescheibe
  • Bänder- und Sehnenverletzungen, Bänderriss
  • Meniskusverletzungen
  • Gelenksentzündungen (Arthritis), z.B.
  1. Erregerbedingte Arthritis (z.B. bakterielle Arthritis nach Knieverletzungen/-operationen)
  2. Arthritis infolge von anderen Infektionskrankheiten (postinfektiöse Arthritis, z.B. Spät-Borreliose )
  3. erneuter Krankheitsschub nach bestimmten bakteriellen Infektionen von Magen, Darm , Harnwegen, Geschlechtsorganen, der mit Gelenkentzündungen einhergeht, z.B. nach Gonorrhö (Tripper) oder (reaktive Arthritis; Reiter-Syndrom)
  4. nichterregerbedingte Arthritis (infolge von z.B. Rheuma, Gicht, Arthrose)
  • Rheumatische Erkrankungen (z.B. rheumatoide Arthritis )
  • Stoffwechselerkrankungen (z.B. Gicht , Pseudogicht)
  • Beinfehlstellungen (z.B. O-, X-Beine)
  • Knorpelkrankheit der Kniescheibe (Chondropathia patellae)
  • Erkrankung knöcherner Gelenkstrukturen (Osteochondrose, Osteonekrose)
  • Läuferknie (iliotibiales Bandsyndrom)
  • Schleimbeutelentzündung (Bursitis)
  • Aussackungen der Kniegelenkskapsel (Baker Zyste)
  • Sehnenentzündung (Tendinitis)
  • Tumoren und weitere

Plötzlich auftretende (akute), starke Knieschmerzen, die nicht verletzungsbedingt sind, stehen häufig im Zusammenhang mit folgenden Ursachen:

  • Gichtanfall
  • Überlastungsbedingte Ergussbildung (aktivierte Arthrose)
  • rheumatoide Arthritis
  • Akute bakterielle Infektion
  • Reaktive Arthritis (siehe oben)

Knieschmerzen: Diagnose

Die diagnostischen Maßnahmen schließen eine ausführliche Patientenbefragung, eine körperliche Untersuchung und weitere, z.B. apparative Untersuchungsverfahren ein.

Patientengespräch

Wesentliche Hinweise auf die zugrunde liegende Ursache von Knieschmerzen kann bereits das Patientengespräch (Anamnese) geben. Der Arzt erkundigt sich nach der genauen Lokalisation der Schmerzen (z.B. vorderer Knieschmerz, seitlicher Knieschmerz, Schmerzen im gesamten Knie) und wann die Kniebeschwerden auftreten bzw. aufgetreten sind. Bestehen die Schmerzen beispielsweise in Ruhe, bei Belastung oder Bewegung des Knies oder auch jeweils zu Beginn der Gelenkbelastung (Anlaufschmerz)? Treten die Knieschmerzen  vorrangig am Morgen (Morgenschmerz) auf, werden die Schmerzen begleitet von Morgensteifigkeit des Kniegelenks? Letzteres kann ein Hinweis auf eine rheumatische Ursache sein. Zudem sind bestimmte Begleitumstände interessant, die im Zusammenhang mit den Knieschmerzen stehen könnten. Sind beispielsweise andere Krankheiten (z.B. Infektionskrankheiten), ein Zeckenbiss (Borreliose ), starke berufliche oder sportliche Kniebeanspruchung, Verletzungen oder Unfälle vorausgegangen bzw. wurde eine Knieoperation durchgeführt? Bestehen in der Familie Stoffwechsel- oder rheumatische Erkrankungen? Sind Grunderkrankungen bekannt, werden Medikamente eingenommen?

Körperliche Untersuchung

Zur körperlichen Untersuchung gehört eine genaue Inspektion des betroffenen Kniegelenks, um Deformitäten und weitere Symptome wie etwa Entzündungszeichen oder Ergüsse zu erkennen. Zudem testet der Arzt die Druckempfindlichkeit des Kniegelenks und führt verschiedene Bewegungstests (Beweglichkeitseinschränkungen?) durch. Neben dem Kniegelenk werden zum Ausschluss bzw. zum Erkennen von systemischen Erkrankungen (z.B. Rheuma, Gicht) auch die übrigen Gelenke untersucht.

Weitere Untersuchungsverfahren

In Abhängigkeit von den bereits vorliegenden Befunden können weitere Untersuchungen erfolgen. Dazu gehören z.B.:

  • Verschiedenste Blutuntersuchungen, z.B. zur Bestimmung von Entzündungs- oder Rheumafaktoren oder Harnsäurewerten (bei Verdacht auf Gicht)
  • Röntgenuntersuchung des entsprechenden Kniegelenks (routinemäßig)
  • Weitere bildgebende Verfahren wie Magnetresonanztomografie (MRT), Computertomografie (CT)
  • Gelenkpunktion und Untersuchung der Gelenkflüssigkeit
  • Ultraschall des Gelenks (Gelenksonografie)
  • Gelenkspiegelung (Arthroskopie)
  • Spezielle Knochenuntersuchung (Knochenszintigrafie)

Knieschmerzen - Behandlung

 Zur Schmerzbehandlung können kurzzeitig Schmerzmittel oder lokal anzuwendende Schmerzsalben zum Einsatz kommen.

Zur Fixierung des Kniegelenks, etwa bei Band-, Meniskus- und Kniescheibenverletzungen, werden spezielle Schienen und andere Konstruktionen (Orthesen) verwendet, die bei Bedarf entsprechend individuell angepasst werden können.

Medikamentöse Therapie bei Knieschmerzen

Um Schmerzen und Entzündung zu bekämpfen, können in Abhängigkeit von der Ursache der Knieschmerzen verschiedene Medikamente zur Anwendung kommen. Zur Schmerztherapie eignen sich nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR), die entweder als Tablette eingenommen oder lokal als Salbe, Pflaster, Gel angewendet werden. Sie wirken schmerzhemmend und antientzündlich.

Auch Gelenkspülungen und Gelenkinjektionen mit Kortison oder Schmerzmitteln können eingesetzt werden, um Entzündung und Schmerzen direkt vor Ort zu bekämpfen. Akute bakterielle Infektionen erfordern die Anwendung von Antibiotika. Bei Arthrose kommt auch das Spritzen von knorpelaufbauenden Präparaten (wie Hyaluronsäure) als Option bei der Behandlung in Betracht. In anderen Fällen muss eine Behandlung der Grunderkrankung erfolgen, etwa bei rheumatischen Erkrankungen mit speziellen Antirheumatika.

Operation

Unter Umständen sind Operationen erforderlich, um die Ursache der Knieschmerzen wirksam zu behandeln bzw. ein Voranschreiten der Gelenkschädigung zu verhindern. Viele Operationen können schonend im Rahmen der Gelenkspiegelung (Arthroskopie) erfolgen, etwa die Entfernung des Meniskus, entzündeter Gelenkinnenhaut (Synovektomie) oder anderer Gewebsbestandteile aus dem Gelenk. In manchen Fällen, etwa bei fortgeschrittener Arthrose, kann ein vollständiger oder teilweiser Gelenkersatz nötig sein.

Weitere Maßnahmen

Zumeist ergänzend zu den genannten Behandlungsoptionen kommen bei Knieschmerzen physiotherapeutische und weitere Maßnahmen in Betracht, in Abhängigkeit von der Ursache der Knieschmerzen, zum Beispiel

  • Elektrotherapie
  • Wärme- oder Kälteanwendungen
  • Bewegungsbäder
  • Massagen
  • Bewegungsschulung
  • Krankengymnastik
  • Anwendung von Hilfsmitteln wie Bandagen oder Einlagen

Sind beispielsweise Stoffwechselerkrankungen ursächlich für die Kniebeschwerden, umfasst die Behandlung auch diätische Maßnahmen (z.B. bei Gicht).

Behandlung ist wichtig!

Vor allem heftige oder anhaltende Knieschmerzen sollten immer vom Arzt abgeklärt und einer gezielten Behandlung zugeführt werden, da ansonsten eine fortschreitende, nicht umkehrbare Zerstörung des Gelenks mit entsprechendem Funktionsverlust droht. Der Funktionsverlust kann sich mitunter auch erst sehr spät nach einer Schädigung von Strukturen des Kniegelenks bemerkbar machen.

So schützen Sie Ihre Knie

Autor:
Letzte Aktualisierung: 02. November 2011
Quellen: Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme. Stuttgart (2010) Schaps, K.-P. W.; Kessler, O.; Fetzner, U.: Gesundheitsstörungen. Springer-Lehrbuch. Springer Medizin Verlag Heidelberg, 2008, S. 550-552 Gesslein, M.; Bail , H. J.: Akute Entzündung des Kniegelenkes. In: MMW-Fortschr. Med. (14 ) 2010, S. 44-45 Horn, C.; Rudert, M.; Gradinger R.: Meist ist eine konservative Therapie erfolgreich. Knieschmerzen richtig deuten und behandeln. In: MMW-Fortschr. Med (43) 2008, S. 42-44 Apotheken-Umschau: Knieschmerzen. URL: http://www.apotheken-umschau.de/knie/knieschmerzen (Stand: 10.10.2011) Pitsch, Th.: Differenzialdiagnose des Gelenkschmerzes. In: Manuelle Medizin und Osteopathische Medizin (2) 2001, S. 88-102

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