Mit oder ohne Operation?

Kreuzbandriss: Symptome, Behandlung und Prognose

Der Kreuzbandriss zählt zu den häufigsten Sportverletzungen. Ob er mit oder ohne Operation behandelt wird, entscheiden die Ärzte im Einzelfall. Was Sie als Betroffener zu diesem Thema wissen sollten.

Mann mit Knieschmerzen
Schmerzen und Instabilität des Knies zählen zu den möglichen Symptomen bei einem Kreuzbandriss.
© iStock.com/Wavebreakmedia

Artikelinhalte im Überblick:

So schützen Sie Ihre Knie

Was ist ein Kreuzbandriss?

Die beiden Kreuzbänder sind wichtige Bestandteile des menschlichen Kniegelenks: Sie verbinden Ober- und Unterschenkelknochen miteinander, stabilisieren das Knie und ermöglichen ihm leichte Drehbewegungen.

Das vordere Kreuzband wird in der Fachsprache als "Ligamentum cruciatum anterius" bezeichnet. Es misst etwa zwei mal einen Zentimeter und verhindert ein Weggleiten des Schienbeinkopfes nach vorne.

Das hintere Kreuzband ("Ligamentum cruciatum posterius") ist mit einer Länge von drei bis vier und einer Breite von 1,3 Zentimetern etwas kräftiger und unterbindet ein Weggleiten nach hinten.

Die beiden Bänder kreuzen sich etwa mittig im Gelenk. Zusätzlich wird das Kniegelenk von drei weiteren Bändern stabilisiert: Außen-, Innen- und Kniescheibenband.

Die Verletzung eines Kreuzbandes wird als Kreuzbandriss oder Kreuzbandruptur bezeichnet. Je nachdem, welches Kreuzband betroffen ist, unterscheiden Mediziner zwischen einem vorderen und einem hinteren Kreuzbandriss. Der hintere Kreuzbandriss ist die schwerwiegendere Verletzung. Vorderer und hinterer Kreuzbandriss können auch zusammen auftreten.

In Deutschland werden pro Jahr etwa 50.000 vordere und 5.000 hintere Kreuzbandrisse diagnostiziert.

Wie kommt es zu einem Kreuzbandriss?

Der vordere Kreuzbandriss ist eine klassische Sportverletzung.

Diese entsteht auch ohne Kontakt mit anderen Personen oder Gegenständen, wenn das Kreuzband durch eine plötzliche Drehung, Bremsbewegung oder Beschleunigung übermäßig belastet wird (Non-Contact-Unfall). Stark gefährdet sind Basketballer, Fußballer, Handballer, Kampfsportler, Kitesurfer, (Alpin-)Skifahrer, Tennisspieler und Trampolinturner. Besonders hoch ist das Risiko, wenn die Füße fixiert sind, etwa beim Fußballspielen mit Stollenschuhen, Ski- oder Snowboardfahren.

Auch bei anderen Unfällen kann durch intensive Krafteinwirkung im Kniebereich das vordere Kreuzband reißen (Hoch-Energie-Verletzung).

In 80 bis 90 Prozent aller Fälle tritt eine vordere Kreuzbandruptur als sogenannte Komplexverletzung auf. Das bedeutet, dass zusätzlich weitere Verletzungen wie zum Beispiel Meniskusschäden, Seitenbandrissen oder Verletzungen der Kniegelenkskapsel vorliegen.

Männer sind von einem vorderen Kreuzbandriss etwa viermal so häufig betroffen wie Frauen. 70 Prozent der Betroffenen sind zwischen 15 und 45 Jahre alt.

Das hintere Kreuzband ist etwas robuster und besser durchblutet als das vordere, kann aber reißen, wenn starke Kräfte von vorn gegen den Schienbeinkopf einwirken, während das Knie gebeugt ist. Klassisches Beispiel: Bei einem Auffahrunfall mit dem Auto prallt das Knie gegen das Armaturenbrett.

Das hintere Kreuzband kann auch beim Sport reißen. Häufigere Ursachen sind aber (Auto-)Unfälle.

Symptome eines Kreuzbandrisses

Beide Formen des Kreuzbandrisses können ähnliche Symptome verursachen. Die Intensität der Beschwerden ist dabei äußerst individuell.

Mögliche akute Kreuzbandriss-Symptome:

  • Reißgeräusch und -gefühl (beim hinteren Kreuzbandriss weniger ausgeprägt)

  • einschießender, starker Knie(kehlen)- und Kapselschmerz (der später in der Regel nachlässt)

  • Unsicherheit beim Gehen

  • Gefühl, als verschiebe sich der Oberschenkel gegen den Unterschenkel

  • Schwellungen/Ergüsse in Kniegelenk, Kniekehle oder Wade (können auch verzögert auftreten)

  • Probleme, das Bein zu strecken und zu beugen

  • schmerzbedingte Bewegungsblockaden, die auch eine psychosomatische Komponente haben können (Pseudoblockaden)

Mögliche chronische Kreuzbandriss-Symptome:

  • Unsicherheit beim Gehen

  • geringe Belastbarkeit des Knies

  • (wiederkehrende) Gelenkergüsse/Schwellungen

  • Gefühl, als würde das Knie wegknicken (Giving-Way-Phänomen)

  • Instabilität des Knies

  • Unfähigkeit, schwenkende Bewegungsabläufe durchzuführen

  • unspezifische Beschwerden und Schmerzen im Knie

Wie stellt der Arzt die Diagnose Kreuzbandriss?

Besteht nach einem Unfall Verdacht auf einen Kreuzbandriss, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Der langfristige Heilungsverlauf und die spätere Belastbarkeit des Knies werden positiv beeinflusst, wenn rasch eine Therapie eingeleitet wird. Kompetente Ansprechpartner sind Orthopäden, Sportmediziner und Unfallchirurgen.

Wird eine Kreuzbandruptur nicht therapiert, kann das beispielsweise zu einer Kniearthrose führen: Dabei handelt es sich um eine verschleißbedingte, chronische Erkrankung des Kniegelenks, die mit fortschreitendem Knorpelverlust, Schmerzen und Bewegungseinschränkungen einhergeht.

Anamnese und klinische Untersuchung

Der Facharzt stellt zunächst Fragen zum Unfallhergang, zu akuten Beschwerden und Belastungsmöglichkeiten sowie zu Vorerkrankungen (Anamnese).

Bei einer anschließenden Untersuchung des Kniegelenks werden Bewegungsfähigkeit, Empfindlichkeit, Stabilität und Durchblutung im Vergleich zum unverletzten Bein überprüft. Der Mediziner tastet das Knie gründlich ab und achtet dabei auch auf Prellungen, Schwellungen und Anzeichen für eine Thrombose. Ist die Untersuchung zu schmerzhaft, muss sich der Patient nach einigen Tagen Schonung und Schmerzbehandlung erneut vorstellen.

Bildgebende Verfahren

Bildgebende Verfahren zur Feststellung eines Kreuzbandrisses beziehungsweise zum Ausschluss weiterer Verletzungen des Knies sind:

  • Magnetresonanztomographie (MRT): Ein MRT kann eine Kreuzbandverletzung in 80 bis 90 Prozent aller Fälle dokumentieren und lokalisieren. Auch Meniskus- und Kapselbandschäden sowie weitere Verletzungen lassen sich feststellen. Allerdings wird das hintere Kreuzband manchmal nicht zuverlässig dargestellt.

  • Ultraschall (Sonografie): Auch mithilfe einer Ultraschallaufnahme können die Weichteile im Knie gut dargestellt werden. Ein Vorteil ist, dass der Untersucher das Knie des Patienten dabei bewegen kann.

  • Röntgen: Mithilfe einer Röntgenuntersuchung lässt sich zwar ein Kreuzbandriss selbst nicht erkennen, dafür können Knochenbrüche (Frakturen) ausgeschlossen sowie knöcherne Kreuzbandausrisse und Stellungsänderungen der Knochen im Gelenk erkannt werden.

  • Computertomographie: Die Computertomographie wird ebenfalls bei Verdacht auf Verletzungen des Knochens durchgeführt.

Bewegungstests

Ergänzend zu den bildgebenden Verfahren führt der Arzt spezielle passive Bewegungstests durch. Ein erfahrener Facharzt kann damit in der Regel sogar einen Teilriss von einem vollständigen Kreuzbandriss unterscheiden.

Zum Beispiel kommen folgende Tests zum Einsatz:

  • Schubladen-Test: Der Arzt stellt den Unterschenkel des liegenden Patienten vorsichtig auf (sodass zwischen Ober- und Unterschenkel 90 Grad liegen) und setzt sich zur Fixierung auf den Fuß des Patienten. Lässt sich der Unterschenkel wie eine Schublade nach vorne schieben (vorderer Schubladen-Test), ist es wahrscheinlich, dass das vordere Kreuzband gerissen ist. Lässt sich der Unterschenkel hingegen nach hinten schieben (hinterer Schubladen-Test), deutet das auf einen hinteren Kreuzbandriss hin.

  • Lachman-Test: Der Untersucher greift mit der rechten Hand unter den Oberschenkel des liegenden Patienten und beugt dessen Bein um etwa 30 Grad. Zur Überprüfung der vorderen Kreuzbandstabilität wird der Unterschenkel rasch und kräftig gegen den fixierten Oberschenkel nach vorne gezogen. Bei der Bewegung wird das vordere Kreuzband in Schwingung versetzt und sollte nach vorne hart anschlagen. Ist der Anschlag weich oder nicht vorhanden, ist eine Verletzung des vorderen Kreuzbandes wahrscheinlich.

  • Pivot-Shift-Test (Subluxationstest): Diese Untersuchung besteht aus verschiedenen Dreh- und Schiebebewegung des Unterschenkels, die ebenfalls Hinweise auf einen Riss des vorderen Kreuzbandes geben können: Der Arzt drückt den Unterschenkel des Patienten in Richtung Knie und führt mit der anderen Hand eine Innenrotation aus. Mit der anderen Hand beugt er das Knie und bringt es in X-Bein-Stellung.

Punktion

Ergänzend punktieren Mediziner bei manchen Patienten das Kniegelenk: Dabei entnehmen sie Gelenkflüssigkeit mit einer Spritze. Beide Kreuzbänder enthalten Blutgefäße, weshalb es beim Kreuzbandriss zu einer Einblutung ins Kniegelenk kommt. Blutspuren in der entnommenen Flüssigkeit deuten auf einen frischen Kreuzbandriss hin.

Schwierigkeiten bei der Diagnose

Die Diagnose ist unter Umständen schwierig, wenn ein Kreuzband nur angerissen ist (partielle Kreuzbandruptur). Da beide Kreuzbänder aus umhüllten Einzelfasern bestehen, kommt es manchmal vor, dass die inneren Fasern gerissen sind, während die Hülle bestehen bleibt. Zudem gibt es Kreuzbandrisse, die keine größeren Beschwerden hervorrufen und erst Jahre später erkannt werden, wenn Schmerzen durch Knorpelschäden auftreten.

Der hintere Kreuzbandriss wird häufiger übersehen.

Wie wird ein Kreuzbandriss behandelt?

Sofortmaßnahmen

Besteht aufgrund der Symptome oder des Unfallhergangs Verdacht auf einen Riss eines Kreuzbandes, sind folgende Sofortmaßnahmen empfehlenswert:

  • Ruhigstellen des betroffenen Knies (Bandage)

  • Kühlen (Eisbeutel)

  • Hochlagern des Knies

  • Entlasten des Knies (Hinlegen, beim Laufen stützen lassen)

  • Schmerz- und Schwellungsbehandlung (in der Regel mit nichtsteroidalen Antirheumatika, die auch entzündungshemmend wirken, zum Beispiel Ibuprofen oder Diclofenac)

In der Klinik oder beim niedergelassenen Facharzt wird meist ein Blutgerinnungshemmer gespritzt, um der Entstehung von Thrombosen vorzubeugen. Zudem bekommt der Betroffene zur Entlastung des Knies Gehstützen.

Bei einem Riss des hinteren Kreuzbandes oder bei komplexeren Verletzungen muss das Knie manchmal geschient werden. Hat sich ein sehr starker Erguss gebildet, kann gegebenenfalls eine Punktion die Schmerzen lindern.

Wird bei der anschließenden Untersuchung ein Kreuzbandriss diagnostiziert, kommen zwei Behandlungswege infrage: die konservative Therapie (ohne OP) und die operative Therapie (Rekonstruktion des Kreuzbandes).

Konservative Therapie

Die konservative Behandlung besteht zunächst hauptsächlich aus einer Entlastung des Kniegelenks, bis Schmerzfreiheit erreicht wird. Dazu erhält der Betroffene eine Knieorthese und Gehstützen. Etwa zwei Wochen nach dem Unfall beginnt zudem eine Physiotherapie (Krankengymnastik), durch die gezielt solche Muskeln trainiert werden, die das Knie stabilisieren. In einer Schulung bekommt der Betroffene Tipps zum richtigen Gang. Lymphdrainage sowie Reizstrom-, Kälte- und Ultraschallanwendungen können Schwellungen mindern, die Durchblutung anregen und Schmerzen lindern.

Wird dauerhaft keine Operation angestrebt, ist lebenslang ein regelmäßiges, spezielles Muskeltraining notwendig, um das Knie stabil zu halten. Die umliegenden Muskeln übernehmen dann die Aufgabe des gerissenen Kreuzbandes. Macht ein Mensch ohne intaktes Kreuzband Sport, so muss er während des Trainings in der Regel eine Orthese tragen, die das Kniegelenk zusätzlich stabilisiert.

Operative Therapie (Kreuzbandriss-OP)

Ein Kreuzbandriss kann entweder unmittelbar (innerhalb der ersten 24 bis 48 Stunden) oder nach Abklingen der Schmerzen und Schwellungen operiert werden.

Eine sofortige OP kommt zum Beispiel infrage:

  • wenn ein Knochenfragment im Ansatzbereich des Kreuzbands mit abgebrochen ist (knöcherner Kreuzbandausriss);

  • wenn eine Begleitverletzungen (wie ein Meniskus- oder Seitenbandriss) akut chirurgisch versorgt werden muss.

  • Profisportler werden häufig unmittelbar nach der Verletzung operiert, um Zeit zu gewinnen.

Meist wird das Knie etwa sechs Wochen nach dem Kreuzbandriss operiert. Bis zur OP kommen die gängigen konservativen Therapiemethoden zum Einsatz.

Ziel der Kreuzbandriss-OP ist es, ein Kreuzbandtransplantat stabil in den Knochen zu verankern.

Als Kreuzbandersatz werden in der Regel körpereigene Sehnentransplantate eingesetzt, die ähnlich kräftig sind wie das ursprüngliche Kreuzband und bis zu einem gewissen Grad nachwachsen. Meist werden sie aus dem nicht betroffenen Bein entnommen.

Häufig verwendet werden:

  • Patellasehne (Kniescheibensehne): Das mittlere Drittel der Patellasehne wird mit einem kleinen Knochenstück entnommen, das normalerweise rasch einheilt. An der Entnahmestelle können Schmerzen und verminderte Belastbarkeit auftreten. Manchmal ist der Oberschenkelstreckmuskel nach der Entnahme des Patellasehnenanteils nicht mehr so belastbar wie zuvor. Nach der Operation kann es zu einem vorderen Knieschmerz kommen.

  • Semitendinosussehne (Kniebeugesehne): Bei der Entnahme dieses Transplantats treten meist geringere Schmerzen auf als bei der Entnahme der Patellasehne, dafür dauert das Einheilen oft länger, weil kein Knochenanteil mitverpflanzt wird. Die Kniebeugesehne wird bevorzugt für die Rekonstruktion des hinteren Kreuzbandes verwendet.

  • Quadricepssehne (Kniestreckersehne): Hier wird wie bei der Patellasehne das mittlere Drittel mit einem anhängenden Knochenblock verwendet. Die Kniestreckersehne wird häufig bei Zweit-OPs (Revisionseingriffen) verwendet, wenn eine Kreuzbandplastik erneut gerissen ist. Im Entnahmebereich kann es zu Sehnenverkürzungen, -verhärtungen und (Narben-)Schmerzen kommen.

Die Fixierung des Transplantats im Knochen erfolgt beispielsweise mit Metall- oder bioabsorbierbaren Schrauben, Krampen oder Knöpfen.

Wenn durch mehrfachen Kreuzbandriss die Möglichkeiten für ein Eigentransplantat bereits ausgeschöpft sind, wird unter Umständen ein Spendertransplantat notwendig. Ist das Kreuzband nur teilweise abgerissen, kann (bei Instabilität des Kniegelenks) eine Teilrekonstruktion sinnvoll sein.

Oft wird die Operation minimalinvasiv vorgenommen: Über zwei kleine Hautschnitte führt der Gelenkchirurg durch feine Schläuche die notwendigen Operationsinstrumente ins Knie ein. Vorteil einer minimalinvasiven Kreuzbandtransplantation im Vergleich zur OP am offenen Kniegelenk sind eine deutlich verkürzte Heilungszeit und ein besserer Erhalt der Nervenfasern.

Die Operation kann ambulant oder stationär durchgeführt werden. Um Risiken zu minimieren, sollte der Eingriff immer in einem spezialisierten Zentrum erfolgen. 

Kreuzbandriss mit oder ohne OP behandeln?

Die Vor- und Nachteile der operativen und konservativen Behandlungsform werden in der Fachwelt eingehend diskutiert. Der Großteil aller Kreuzbandrisse in Deutschland wird operiert.

Während ältere Studien den Erfolg beider Behandlungsansätze etwa gleich hoch bewerten, fällt der Vergleich in neueren Untersuchungen leicht zugunsten der operativen Kreuzbandrekonstruktion aus. Die betreffende Leitlinie rät jedoch insbesondere beim (isolierten) hinteren Kreuzbandriss dazu, auch eine dauerhafte konservative Behandlung in Erwägung zu ziehen.

Eine konservative Behandlung kann sinnvoll sein, wenn:

  • nur eine geringe Instabilität des Knies vorliegt (dies kann mithilfe von Bewegungstests geprüft werden);

  • der Betroffene keinen kniebelastenden Sport treibt (wie zum Beispiel Ski- und Snowboardfahren, Fußball, Bergwandern, Squash, Kampfsport oder Skateboardfahren);

  • der Betroffene nicht viel Sport treibt und sein Knie auch sonst nicht stärker belasten muss;

  • der Betroffene kein Problem damit hat, sein Sport- und Bewegungspensum zu drosseln;

  • der Betroffene bereits ein höheres Lebensalter hat (wobei es keine Altersgrenze für eine OP gibt);

  • der Betroffene unter Arthrose im fortgeschrittenen Stadium leidet.

Mögliche Risiken der konservativen Therapie sind:

  • Ergüsse
  • Thrombosen
  • Embolien
  • Infektionen/Entzündungen (zum Beispiel nach einer Punktion)
  • andauernde Einschränkung der Bewegungsfähigkeit
  • vorderer Knieschmerz, gegen den es keine Therapie gibt
  • verbleibende oder zunehmende Instabilität des Knies
  • Blockaden/Einschränkung der Bewegungsfähigkeit
  • Minderung der Kraft
  • Schäden an Menisken/Knorpeln
  • übermäßige Gelenkabnutzung (Arthrose)
  • Entzündungen der Gelenkkapsel
  • Überlastung von Sehnen und Sehnenansätzen

Eine operative Therapie sollte in Erwägung gezogen werden, wenn:

  • zusätzlich zur Kreuzbandruptur andere behandlungsbedürftige Knieverletzung (zum Beispiel Meniskusschäden) diagnostiziert werden;

  • die konservative Therapie nicht anschlägt beziehungsweise das Knie weiter sehr instabil ist und regelmäßig nachgibt (Giving-Way-Phänomen);

  • der Patient noch jung oder sogar noch ein Kind ist (in diesem Fall kann die OP die Wahrscheinlichkeit für Folgeverletzungen deutlich reduzieren).

Mögliche Risiken einer Kreuzbandriss-OP sind:

  • Bildung von Ergüssen
  • Thrombosen der tiefen Beinvenen
  • Embolien
  • Nachblutungen
  • Infektionen/Entzündungen
  • Verletzung von Nerven mit anschließender Sensibilitätsstörung
  • Gefäßverletzungen
  • Ausriss oder Lockerung der Transplantatverankerung
  • Riss des Transplantats
  • übermäßige Gelenkabnutzung (Arthrose)
  • bei Verwendung eines Patellasehnen- oder Quadricepssehnentransplantats: Bruch der Kniescheibe
  • Behinderungen beim Knien
  • Schmerzen in der Kniescheibe
  • Schäden an den Menisken
  • Blockaden/Einschränkung der Bewegungsfähigkeit
  • Minderung der Kraft

Was ist nach einer Kreuzbandruptur zu beachten?

Der Heilungsverlauf und die Heilungsdauer sind abhängig von vielen Faktoren wie zum Beispiel Vorerkrankungen, Lebensalter und gewählter Therapieform.

Rehabilitation (Nachbehandlung)

Nach der OP wird das Kniegelenk vorübergehend mit einer entlastenden Knieorthese versorgt und gekühlt. Ist das Transplantat stabil eingewachsen und das Knie gut verheilt, muss die frühere Beweglichkeit, Belastbarkeit und Koordination durch gezielte Krankengymnastik wiedererlangt werden.

Wenn es keine Komplikationen gibt, ist das Knie in der Regel sechs bis neun Monate nach dem Riss des Kreuzbandes wieder voll belastungsfähig. Bis dahin finden regelmäßige klinische Kontrollen statt.

Dauer der Krankschreibung

Wie lange man nach einem Kreuzbandriss beziehungsweise einer Kreuzband-OP krankgeschrieben ist, hängt vor allem von der Kniebelastung bei der Arbeit ab. Einige Betroffene sind bereits nach zwei bis drei Wochen wieder in der Lage zu arbeiten, andere erst nach sechs Monaten oder später.

Wann kann ich nach einer Kreuzband-OP wieder Auto fahren?

Kraftfahrzeug-Haltern wird geraten, frühestens vier bis sechs Wochen nach einer Kreuzband-OP wieder Auto zu fahren. Die Versicherung zahlt im Falle eines Unfalls in der Regel erst wieder nach diesem Zeitraum. Ein Anruf bei der Versicherung für genaue Informationen ist empfehlenswert.

Im Einzelfall spielen die Bewegungseinschränkung (welches Bein ist wie betroffen?) und das Getriebe des Autos (Automatik versus Schaltung) eine entscheidende Rolle. Meist kann der behandelnde Arzt eine Einschätzung geben, wann Autofahren nach einem Kreuzbandriss wieder möglich ist.

Wie kann einem Kreuzbandriss vorgebeugt werden?

Es gibt zahlreiche Präventionsmaßnahmen für Verletzungen des vorderen und hinteren Kreuzbandes. Beide Verletzungsformen können beim Sport auftreten. Profisportler werden deshalb in puncto Prävention intensiv geschult. Auch für Hobbyathleten lohnen sich vorbeugende Maßnahmen.

Kreuzbandrissprävention im Sport:

  • optimierte, auf die jeweilige Sportart abgestimmte Ausrüstung (Schuhe, Knieschutz)
  • konsequentes Aufwärmtraining
  • Koordinationstraining
  • Analyse und anschließendes Vermeidungstraining verletzungsträchtiger Bewegungsmuster (Präventionstraining)
  • gezielter Aufbau der Beinmuskulatur (vor allem der rück- und vorderseitigen Oberschenkelmuskulatur)
  • Meiden verletzungsträchtiger Bodenbeläge wie Asphalt, Stein, Kunstrasen oder Teppich

Kreuzbandrissprävention im Straßenverkehr:

  • individuell angepasste Sitzposition im Kraftfahrzeug (auf ausreichend Kniefreiheit achten)
  • optimale Sicherheitssysteme (zum Beispiel Knieairbag)

Generell helfen ein umsichtiges, vorausschauendes Verhalten und regelmäßige Erholungspausen dabei, einen Unfall zu vermeiden und so einem Kreuzbandriss vorzubeugen.

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