Arthroskopie (Gelenkspiegelung): Blick in Knie, Schulter, Hüfte & Co.

Bei einer Arthroskopie wird ein optisches Gerät (Arthroskop) durch einen kleinen Hautschnitt in ein Gelenk eingeführt. Der Arzt kann dadurch krankhafte Veränderungen im Gelenk aufspüren und diese behandeln, ohne das Gelenk großflächig zu eröffnen.

arthroskopie
Bei der Arthroskopie, hier am Schultergelenk, wird ein Arthroskop durch einen kleinen Schnitt in das Gelenk eingeführt.
© iStock.com/silkfactory

Das minimalinvasive Verfahren der Arthroskopie erlaubt es, eine kleine Kamera in das Innere eines Gelenkes einzubringen und dieses auf einen Monitor zu übertragen. Der behandelnde Arzt kann so sämtliche Gelenkstrukturen, das heißt Bänder, Sehnen, Knorpel und Knochen gut erkennen und mit Spezialinstrumenten krankhaft veränderte Gelenkstrukturen operieren.

Artikelinhalte im Überblick:

Die wichtigsten Untersuchungen beim Arzt

Wann und wo kommt die Arthroskopie zum Einsatz?

Für arthroskopische Operationen sind vor allem große Gelenke geeignet wie das

Durch die Entwicklung immer kleinerer und präziserer Instrumente ist es heute jedoch möglich, auch andere Gelenke arthroskopisch zu untersuchen und zu operieren, meist in einer dafür spezialisierten Klinik. Dazu gehören

  • Handgelenk

  • Fingergelenk

  • Zehengelenk

  • Kiefergelenk

Rein diagnostische Arthroskopien werden heute kaum noch durchgeführt. Das liegt an der großen Verbreitung und Weiterentwicklung der Kernspintomografie (MRT). Zu therapeutischen Zwecken kommt die Arthroskopie heute am häufigsten am Kniegelenk zum Einsatz. Mit dem Eingriff können zum Beispiel ein Kreuzbandriss, Schäden am Meniskus oder am am Knorpel begutachtet und operiert werden. Die Schultergelenksspiegelung wird bei einem Engpasssyndrom der Schulter (Impingement-Syndrom), bei Verdacht auf Risse oder Kalkablagerungen im Bereich des sehnigen Anteils der Rotatorenmanschette, bei Knorpelschäden oder zur Entfernung freier Gelenkkörper empfohlen. Im Sprunggelenk können Ärzte mit dem Arthroskop die entzündete Gelenkinnenhaut und beschädigte Knorpelteile abtragen; das Handgelenk wird arthroskopiert, um eine gutartige Geschwulstbildung der Sehnenscheide (ein sogenanntes Ganglion) abzutragen oder den Knorpel zu glätten.

Vorbereitung und Ablauf einer Arthroskopie

Die Spiegelung des Gelenks ist im Vergleich zu einer offenen Gelenkoperation sehr schonend und schmerzarm. Sie wird entweder unter einer kurzen Vollnarkose oder aber nur mit einer lokalen Betäubung durchgeführt – sowohl ambulant als auch stationär.

Zur Arthroskopie muss der Patient nüchtern kommen, meist findet einen Tag vor dem geplanten Eingriff ein Aufklärungsgespräch statt. In bestimmten Fällen kann mit einer vorherigen Kernspintomografie (MRT) der Zustand des Gelenks in Augenschein genommen werden. Eine Blutuntersuchung ergänzt die Vorbereitung.

Unmittelbar vor der Arthroskopie wird die Haut rund um das Gelenk desinfiziert. Der Operateur macht nun einen oder mehrere kleine Hautschnitte, um das mit einer Kamera bestückte Arthroskop einzuführen. Um dieses im Gelenkinneren bewegen zu können, wird häufig eine sterile Flüssigkeit oder Kohlendioxid in die Gelenkhöhle eingeleitet. Während die Kamera die Bilder auf einen Monitor überträgt, kann der behandelnde Arzt nun das Gelenk mit seinen Bändern, Sehnen und Knorpeln in Augenschein nehmen. Über einen zweiten Hautschnitt können Instrumente eingeführt und die Gelenkschäden so behandelt werden.

Die Dauer der Arthroskopie ist abhängig von der vorherigen Diagnose. Eine Kniegelenksarthroskopie dauert oft nur 20 Minuten. Die kleine Operationswunde wird vernäht und ein Wundverband angelegt. Das Gelenk ist häufig schon am Tag des Eingriffs leicht belastbar, sodass der Eingriff in den meisten Fällen ambulant durchgeführt werden kann.

Arthroskopie: die Nachsorge

Unmittelbar nach dem Eingriff sollte das Gelenk möglichst wenig belastet werden. Um die Schmerzen zu minimieren, empfiehlt es sich, das betroffene Gelenk zu kühlen und hochzulagern. Der Arzt verschreibt meist ein Schmerzmittel, das auch eine entzündungshemmende Wirkung hat (wie beispielsweise Ibuprofen).

Nach einer Arthroskopie am Knie oder Sprunggelenk muss manchmal eine Schiene getragen oder auf Krücken gegangen werden – doch oft spürt der Patient bereits nach wenigen Tagen kaum noch etwas von der Gelenkspiegelung. So schnell wie möglich sollte mit Physiotherapie begonnen werden, um die vollständige und beschwerdefreie Beweglichkeit zurückzuerlangen.

Risiken und Komplikationen der Arthroskopie

Bei der Arthroskopie handelt es sich um eine schonende und risikoarme, wenn auch nicht gänzlich risikofreie Methode. So können in seltenen Fällen Knorpelschäden auftreten. Auch kann es zu Gelenkinfektionen sowie zu Verletzungen an Gefäßen oder Nerven kommen. Insbesondere nach einem Eingriff am Knie ist das Risiko für eine Thrombose-Risiko erhöht, weshalb meist blutverdünnende Heparinspritzen gegeben und gegebenenfalls Thrombosestrümpfe empfohlen werden.

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