Schnelle Hilfe

Quarkwickel: Hausmittel gegen Halsschmerzen und Gelenkbeschwerden

Entzündungen der Brust, Sonnenbrand oder Halsschmerzen: Die Anwendungsgebiete für einen Quarkwickel sind vielfältig. Außerdem ist das Hausmittel schnell gemacht und auch für Kinder geeignet. Worauf man beim Quarkwickel achten sollte und welche Alternativen es bei Kuhmilchallergie gibt.

Quark in weißem Baumwolltuch
© Getty Images/Svetl

Quarkwickel können kühl oder leicht angewärmt verwendet werden. Sie wirken schmerzlindernd, schleimlösend, fiebersenkend und entzündungshemmend – deshalb sind sie als Hausmittel bei einer Vielzahl von Beschwerden einsetzbar.

Artikelinhalte im Überblick:

Halsschmerzen: Welche Hausmittel helfen?

Anwendungsgebiete vom Quarkwickel

Es gibt verschiedene Beschwerden, die mit dem Hausmittel behandelt werden können. Je nach Einsatzgebiet wird der Quarkwickel um die entsprechende Körperstelle gewickelt oder im Fall der Brust daraufgelegt. Zudem pflegt Quark die Haut und hält Kälte deutlich länger als Umschläge, bei denen die Tücher in Wasser getränkt werden.

Möglichkeiten zur Anwendung des Quarkwickels:

Vor allem bei Entzündungen und verletzten Hautstellen sollte der Quark nicht direkt auf die Haut gegeben werden. Bei Sonnenbrand kann er dünn auf die Haut aufgetragen werden, sollte jedoch vorsichtig abgewaschen werden, bevor er anfängt zu trocknen. Andernfalls wird die Haut weiter verletzt und das Entfernen wird schmerzhaft.

Erste Hilfe: Quarkwickel am Knie

Bei einer akuten Knieverletzung beim Sport oder durch einen Sturz kann der Quarkwickel als schnelle Maßnahme angewendet werden. Der Quark wird fingerdick auf Frischhaltefolie gestrichen, diese einmal umschlagen und dann ums Knie wickeln. Durch die Folie trocknet der Quark langsamer aus und kann länger kühlend und abschwellend auf das Knie wirken. Nach rund 20 Minuten ist es ratsam, den Wickel wieder zu entfernen. Andernfalls erwärmt sich der Quark und regt die Durchblutung an, die behandelte Körperstelle wird fälschlicherweise erwärmt. Beim Verdacht auf eine ernsthafte Verletzung sollte umgehend eine ärztliche Praxis aufgesucht werden.

Quarkwickel für die Brust

Viele Hebammen empfehlen einen kühlen Quarkwickel bei Milchstau und entzündeten Brustdrüsen. Neben dem kühlenden Effekt wirkt der Wickel vermutlich durch die Milchsäurebakterien antientzündlich und kann sogar die Milchbildung etwas reduzieren.

Den Quarkwickel immer erst nach dem Stillen verwenden. Bevor man den Wickel anlegt, die Brust dünn einölen und die Brustwarzen bei Bedarf mit Salbe einreiben. Den Quarkwickel ringförmig um die Brustwarze herum auflegen, diese dabei auslassen – sie kann mit einer Stilleinlage abgedeckt werden. Den Wickel für etwa eine Stunde auf der Brust anwenden. Danach kann die Haut etwas gerötet sein, weil die Entzündung aus dem Brustgewebe in die oberen Hautschichten zieht.

Kontraindikationen: Wann besser auf Quarkwickel verzichten?

Das Hausmittel sollte niemals auf verletzter Haut aufgelegt werden. Wer unter einer bekannten Allergie gegen Kuhmilch leidet, sollte die Quarkwickel besser nicht verwenden. Auch bei Schüttelfrost oder wenn man stark friert, sind die Wickel nicht geeignet. Denn sie entziehen dem Körper zusätzlich Wärme, die er jedoch dringend braucht. Bei Kindern sollten Quarkwickel nicht unter einem Alter von zwei Jahren angewendet werden, bei Unsicherheiten sollten Eltern vorher ärztlichen Rat einholen.

Bessern sich die Beschwerden trotz Quarkwickel nicht, verschlimmern sich oder bestehen für längere Zeit, sollten Betroffene ärztliche Hilfe suchen, damit die Ursache gefunden und entsprechend behandelt werden kann.

Wie werden Quarkwickel gemacht?

Die Umschläge bestehen wie Wadenwickel aus drei Lagen, für die am besten atmungsaktive Stoffe verwendet werden. Die innerste Stofflage enthält den Quark, die zweite Lage deckt die Quarkauflage ab und dritte Lage befestigt den Wickel an der entsprechenden Körperstelle und hält sie warm. Für die äußere Schicht kann ein Wollschal oder Handtuch verwendet werden.

So geht es: Rund 250 bis 500 Gramm Quark auf ein sauberes Baumwolltuch geben, fingerdick verstreichen und das Tuch einmal umschlagen. Anschließend um die betroffene Körperstelle wickeln oder auf die Brust legen. Dann die beiden anderen Lagen des Wickels anlegen. Kühle Quarkwickel können 20 bis 40 Minuten auf der Haut belassen werden – sobald der Quark anfängt zu trocknen, sollte der Wickel abgenommen werden. Warme Quarkwickel müssen meistens etwas früher, nach rund 30 Minuten entfernt werden.


Anschließend die Haut mit lauwarmem Wasser waschen und abtrocknen. Nach der Behandlung sollte man sich noch mindestens 15 Minuten ausruhen.

Wie oft anwenden?

Während warme Quarkwickel nur einmal täglich verwendet werden sollten, können kühlende Quarkwickel zwei- bis dreimal pro Tag angelegt werden.

Alternativen zum Quarkwickel

Wer allergisch auf Kuhmilch reagiert oder keinen Quark im Haus hat, kann die Wickel mit anderen Zusätzen füllen. So können Beschwerden im akuten Fall trotzdem gelindert werden. Schnell und einfach lassen sich Wickel mit Kartoffeln, Kohl und Zwiebeln herstellen.

Kartoffelwickel gegen Halsschmerzen

Gekochte Kartoffeln speichern die Wärme sehr gut und geben sie über einen längeren Zeitraum ab. Daher eignen sich warme Kartoffelwickel bei verspannten Muskeln. Da Wärme die Durchblutung fördert und Schmerzen lindert, kann ein Wickel mit Kartoffeln auch bei Erkältungen helfen, Halsschmerzen und Husten lindern.

So geht es: Etwa 500 Gramm ungeschälte Kartoffeln kochen und anschließend zerdrücken. Die Kartoffeln in ein Stofftuch geben und dieses falten. Bei Bedarf kann auf die Haut ein Zwischentuch gelegt werden. Darauf dann das Tuch mit den Kartoffeln geben. Zum Fixieren eignet sich ein Handtuch, das zusätzlich um den Kartoffelwickel gelegt wird. Vor dem Auflegen sollte noch einmal die Temperatur geprüft werden, denn zu heiße Kartoffelwickel können zu Verbrennungen führen. Nach 30 Minuten die Wickel abnehmen und weitere 30 Minuten ausruhen. Fühlt sich der Kartoffelwickel unangenehm an, sollte er abgenommen werden.

Kohlwickel sind vielfältig einsetzbar

Weißkohl und Wirsing haben eine kühlende, abschwellende und entzündungshemmende Wirkung. Deshalb eignen sich Kohlwickel bei Entzündungen der Brust, Insektenstichen und Prellungen. Linderung verspricht das Gemüse auch bei Gelenkschmerzen und Gelenkergüssen.

Für einen Kohlwickel verwendet man nur die inneren, frischen Blätter. Wirsing- oder Kohlblätter waschen und dicke Blattadern herausschneiden. Auf ein Tuch legen und mit einer Flasche oder Teigroller ausrollen, damit der Saft austritt. Soll der Wickel warm angewendet werden, die Blätter im Tuch gewickelt auf eine Heizung oder Wärmflasche legen. Die Blätter werden direkt und dachziegelartig auf die Haut gelegt und das Tuch herumgewickelt. Mindestens eine Stunde tragen, möglich ist auch die Anwendung über Nacht. Anschließend die behandelte Hautstelle abwaschen.

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