Das Verhütungsmittel Nummer Eins
Als die Pille 1961 auf den Markt kam, rüttelte sie am Tabu des vorehelichen Geschlechtverkehrs: Das erste Mal konnten Frauen ohne Angst vor einer Schwangerschaft ihre Sexualität genießen. Heute ist die Antibabypille das am häufigsten verwendete Verhütungsmittel. Die Pille ist auch die sicherste Methode - wenn sie regelmäßig eingenommen wird.
Weltweit nehmen 60-80 Millionen Frauen die Pille. In Deutschland ist sie Verhütungsmittel Nummer Eins. Jede zweite Frau zwischen 14 und 24 Jahren schluckt sie täglich. Je älter die Frauen, desto pillenmüder werden sie: Ab 35 Jahren nehmen nur noch 24% die Pille, ab 40 Jahren nur noch 16%.
Es sind gerade einmal 8-10 Tage im Monat, für die der Verhütungsaufwand betrieben wird. Etwa alle vier Wochen findet während der fruchtbaren Jahre einer Frau der Eisprung (Ovulation) statt. Dabei wird eine reife Eizelle freigesetzt, die durch einen Eileiter in die Gebärmutter wandert. Diese Eizelle ist nur etwa 6-12 Stunden für eine Befruchtung bereit. Dringt keine Samenzelle in sie ein, kommt es nach etwa 14 Tagen zu einer Abbruchblutung, zur Menstruation.
Wirkung auf Hirnanhangdrüse, Gebärmutter und Muttermund
Die Pille ist ein hochwirksames Medikament, das dreifach auf den weiblichen Organismus wirkt und so eine Schwangerschaft verhindert:
- Dem Körper wird bei der Einnahme der Pille durch eine bestimmte Kombination chemisch hergestellter weiblicher Geschlechtshormone eine Schwangerschaft vorgetäuscht. Wenn diese Hormone auf die Hirnanhangdrüse einwirken, reift in den Eierstöcken keine Eizelle heran, die mit dem männlichen Samen verschmelzen könnte.
- Die Pille bremst den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut. Ein befruchtetes Ei kann sich nicht einnisten.
- Die Flüssigkeit am Muttermund - der so genannte Zervixschleim - wird so verdickt, dass er für Spermien undurchlässig wird.
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