Verhütung ohne Hormone

Kupferspirale – hormonfreie Langzeitverhütung

Die Kupferspirale kommt im Gegensatz zu ihrer Schwester, der Hormonspirale, ohne Hormone aus. Einmal eingesetzt verbleibt sie etwa vier Jahre in der Gebärmutter. Die Kosten fallen auf den Monat umgerechnet niedrig aus. Trotz dieser Vorteile wird das Verhütungsmittel nicht jeder Frau empfohlen.

Kupferspirale
Das Kupfer der Spirale verändert das Milieu in der Gebärmutterschleimhaut so, dass eine Schwangerschaft sehr sicher verhindert wird.
© iStock.com/flocu

Die Spirale, die vom Arzt in der Gebärmutter platziert wird, ist seit den 60er-Jahren weltweit verbreitet. Der erste Typ dieser Verhütungsmethode hatte tatsächlich die Form einer Spirale.

Die Kupfer- ist übrigens nicht mit der Hormonspirale zu verwechseln. Letztere enthält das Geschlechtshormon Gestagen, während ihre Schwester ohne Hormone auskommt. Stattdessen wird hier Kupfer abgegeben, welches das Milieu in der Gebärmutterschleimhaut verändert. Die Samenzellen werden so in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt, eine Schwangerschaft verhindert.

Einmal eingesetzt, verbleibt die Kupferspirale etwa vier Jahre lang in der Gebärmutter. Die Kosten von 120 bis 300 Euro fallen damit auf den Monat gerechnet vergleichsweise gering aus: Mit 2,5 bis 6,25 Euro monatlich ist die Kupferspirale wohl die günstigste Verhütungsmethode – abgesehen von natürlicher Verhütung wie NFP.

Alternativen zur Pille

So wirkt die Kupferspirale

Heute besteht die Kupferspirale aus einem T-förmigen, körperverträglichen Kunststoff, wobei der Spiralenschaft mit Kupferdraht umwickelt ist. Dieses Kupfer wird ständig in kleinsten Mengen von der Spirale abgegeben und verändert dadurch das Milieu in der Gebärmutter- und Gebärmutterhalsschleimhaut sowie im Eileiter. Auf diese Weise werden die Samenzellen in ihrer Beweglichkeit gestört und es kommt nicht zur Befruchtung der Eizelle. Zudem beeinträchtigt die Spirale den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut und verhindert somit die Einnistung der Eizelle. Durch diese Wirkungsweise wird der Hormonhaushalt der Frau nicht beeinflusst.

Kupferspirale: Langzeitverhütung, die nicht jeder Frau empfohlen wird

Die Spirale ist insbesondere für Frauen geeignet, die hormonelle Verhütungsmittel nicht nehmen möchten oder dürfen, aber in einer festen Partnerschaft leben, sowie für Frauen, die bereits Kinder haben. Allgemein wird empfohlen, dass jüngere kinderlose Frauen nur in Ausnahmefällen und nach intensiver Beratung die Spirale erhalten, da bei ihnen die Gefahr, an einer Unterleibsentzündung zu erkranken und somit eine eventuelle spätere Unfruchtbarkeit zu riskieren, erhöht ist.

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Außerdem sollte die Spirale nur ausnahmsweise bei Frauen eingesetzt werden, die übermäßig starke oder schmerzhafte Regelblutungen haben sowie unter Blutgerinnungsstörungen, Blutarmut oder Kupferallergie leiden. Frauen sollten die Spirale nicht als Verhütungsmethode wählen, wenn zum Beispiel eine unklare Genitalblutung, eine akute chronische Unterleibsentzündung oder eine Schwangerschaft vorliegt.

Sicherheit und Nebenwirkungen der Kupferspirale

Die Kupferspirale gilt als sehr sicheres Verhütungsmittel. Sie versagt nur in 0,4 bis 1,5 Prozent der Fälle trotz korrekter Anwendung (mehr zum Thema Versagerquote oder Pearl Index hier lesen). Die Sicherheit der Spirale hängt von folgenden Faktoren ab:

  • der Höhe des Kupfergehalts der gewählten Spirale
  • der richtigen Größe
  • der ausreichenden Erfahrung des Arztes beim Einsetzen der Spirale

Der Verhütungsschutz kann sich verringern, wenn die Spirale trotz korrekter Platzierung verrutscht. Dies kann insbesondere in den ersten Monaten nach dem Einlegen passieren. Daher sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen notwendig. Auch bei gut liegender Spirale ist eine Schwangerschaft nicht völlig ausgeschlossen. Somit sollte die Frau beim Ausbleiben der Regelblutung unbedingt den Arzt aufsuchen, um die Möglichkeit einer Eileiter- oder Bauchhöhlenschwangerschaft auszuschließen.

Nach dem Einsetzen der Spirale kann die Regelblutung stärker werden und länger dauern. Zudem können Regelschmerzen zusätzlich auftreten beziehungsweise sich verstärken. Auch kann es zu Zwischenblutungen kommen. Eine ernsthafte mögliche Nebenwirkung ist das Auftreten von Unterleibsentzündungen. Nach dem Entfernen der Spirale – in der Regel nach vier Jahren Liegezeit – treten normalerweise keine Spätwirkungen auf.

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