Hormonfreie Verhütung

Pille absetzen: Nebenwirkungen und worauf achten?

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Die Antibabypille ist das beliebteste Verhütungsmittel in Deutschland. Gründe für das Absetzen der Pille können Kinderwunsch, eine Skepsis gegenüber hormonellen Verhütungsmethoden und Nebenwirkungen des Verhütungsmittels sein. Pille absetzen: Was gibt es zu beachten?

Frau hält Packung mit Antibabypille in der Hand
Wer die Pille absetzen möchte, sollte sich vorher über mögliche Nebenwirkungen informieren.
© Getty Images/PhotoAlto/Frederic Cirou

Die Pille ist ein hormonelles Verhütungsmittel, das oral eingenommen wird. Sie ist eine sehr zuverlässige Methode zur Schwangerschaftsverhütung. In Deutschland gehört sie zu den beliebtesten Verhütungsmitteln. Die Antibabypille ist vor allem für die langfristige Verhütung und Familienplanung geeignet, da sie nicht einfach spontan abgesetzt und dann nach wenigen Wochen Pause wieder eingenommen werden sollte. Das Pille absetzen sollte gut überlegt und geplant sein.

Artikelinhalte im Überblick:

Alternativen zur Pille

Pille absetzen: Die häufigsten Gründe

Neben einem Kinderwunsch können auch andere Gründe dazu führen, die Pille absetzen zu wollen. Eine Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) von 2018 zeigt eine deutliche Skepsis gegenüber hormonellen Verhütungsmitteln – gerade bei den jüngeren Befragten. Die Nebenwirkungen und gesundheitlichen Risiken der Pille sind für viele Frauen ein Grund für den Umstieg auf alternative Verhütungsmethoden. Auch verspüren Frauen, die jahrelang die Pille eingenommen haben, manchmal das Verlangen wieder einen natürlichen Zyklus zu haben, um ihren Körper besser kennenzulernen – frei von künstlich zugeführten Hormonen.

Die Pille wirkt nicht lokal in der Gebärmutter, sondern die Hormone werden über das Blut im Körper verteilt. Durch die Einnahme kann es zu Nebenwirkungen kommen, die oft der Grund dafür sind, die Pille absetzen zu wollen. Zu den gängigen Nebenwirkungen gehören:

Elf vermeidbare Verhütungspannen

Ein weiterer Grund für das Absetzen der Pille können Erkrankungen sein, durch die eine weitere Einnahme nicht mehr möglich ist.

Wann darf die Pille nicht (mehr) eingenommen werden?

Bei Migräne mit sogenannter Aura kommt nicht jede Art von Antibabypille infrage. Deshalb sollte die weitere Verhütung auf jeden Fall mit dem behandelnden Frauenarzt abgeklärt werden.

Nebenwirkungen durch Pille absetzen?

Nebenwirkungen entstehen generell durch die Einnahme von Medikamenten. Durch die Einnahme der Pille können zahlreiche Nebenwirkungen auftreten. Wird die Pille abgesetzt, kann auch das Folgen haben, die jedoch medizinisch betrachtet keine Nebenwirkungen sind. Nach Absetzen der Pille muss sich der normale Zyklus und Hormonhaushalt erst einmal wiedereinstellen, das kann eine Weile dauern. Dabei können sich positive und negative Auswirkungen bemerkbar machen. Es ist individuell sehr unterschiedlich, wie lange es dauert, bis sich das Hormongleichgewicht wieder einpendelt.

Pille absetzen – Häufige Folgen und unerwünschte Effekte:

Wer sehr unter den Hautunreinheiten leidet, sollte einen Dermatologen aufsuchen. Für hormonell bedingte Akne gibt es gute Behandlungsmöglichkeiten, denn auch bei nur kurzer Dauer können sich Hautprobleme auf die Psyche und das Wohlbefinden auswirken.

Hormonspirale: Antworten auf häufige Fragen zum Verhütungsmittel

Haarausfall durch Pille absetzen

Nach Absetzen der Pille kann es zu hormonell bedingtem Haarausfall kommen. Haarwurzeln durchlaufen verschiedene Wachstumsphasen. Durch den erhöhten Östrogenspiegel durch die Pille verlängern sich diese. Sinkt nun der Östrogenspiegel plötzlich, wirkt sich das auf die Haarwurzeln aus und es kommt vermehrt zu Haarausfall, bis sich das natürliche Hormongleichgewicht wiedereingestellt hat.

Hält der Haarausfall über ein halbes Jahr an oder werden einzelne Stellen am Kopf kahl, sollte besser ein Hautarzt konsultiert werden – denn nicht nur Hormone können Haarausfall verursachen.


Der Haarausfall kann erst einmal sehr beunruhigend sein, pendelt sich allerdings meist schnell wieder ein, sodass die Haarfülle nicht merklich ausdünnt. Wer dennoch unter den Auswirkungen nach dem Pille absetzen leidet, dem können unter Umständen pflanzliche Hormonpräparate helfen, die auch bei Hormonschwankungen in den Wechseljahren zum Einsatz kommen.

Phytoöstrogen zur Unterstützung?

Phytoöstrogene sollen dem Körper helfen, die Schwankungen des eigenen Östrogenspiegels teilweise auszugleichen. Gerade gegen hormonell bedingten Haarausfall gibt es Shampoos, die das Haarwachstum durch ihre natürlichen Inhaltsstoffe anregen sollen. Außerdem gibt es in Drogerien und Apotheken freiverkäuflich Präparate und Tees mit Mönchspfeffer, Frauenmantel, Bockshornklee sowie Rotklee, die bei hormonellen Frauenleiden Abhilfe schaffen sollen.

Auch eine gesunde und ausgewogene Ernährung hilft dabei, die Auswirkungen des Absetzens der Pille zu minimieren. Unterstützend für Haut und Haare sind Spurenelemente wie Zink, Folsäure und Selen.

Wann ist Zyklus nach Absetzen der Pille normal?

Die erste Blutung direkt nach Absetzen der Pille ist keine normale Regelblutung, sondern die Pillenabbruchblutung. Erst nach etwa einen Monat sollte die erste richtige Periodenblutung wiedereinsetzen – es kann allerdings auch länger dauern. Das ist besonders für Frauen mit Kinderwunsch und Frauen, die über die NFP-Methode (Natürliche Familienplanung) nachdenken wichtig.

Studienergebnisse zeigen, dass etwa die Hälfte der Frauen schon im ersten Monat nachdem sie die Pille abgesetzt haben, wieder einen regelmäßigen Zyklus haben. Bei anderen dauert es etwas länger. Meist ist der Zyklus verlängert und der Eisprung nicht regelmäßig, was eine natürliche Verhütung zunächst erschweren kann.

In etwa zwei Prozent der Fälle kommt es zu einer seltenen Post-Pill-Amenorrhoe, bei der nach Absetzen der Pille die Periodenblutung für mehr als drei Monate aussetzt. Auch bei Verhütung mit der Dreimonatsspritze kann es bei Absetzen der Hormonzufuhr zu diesem Phänomen kommen. Das kann von Frauen mit Kinderwunsch als sehr belastend empfunden werden, weil auch kein Eisprung stattfindet und sie somit nicht schwanger werden können. Falls die Periodenblutung nach Absetzen der Pille länger aussetzt, sollte ein Arzt aufgesucht werden, um die Ursachen für das Ausbleiben abzuklären.

Pille absetzen – so geht es richtig

Das Absetzen der Pille sollte gut überlegt sein: Ein häufiger Wechsel zwischen Einnahme und Absetzen sollte nicht erfolgen. Denn das Risiko für eine Thrombose ist im ersten Jahr der Einnahme besonders hoch. Egal ob Kinderwunsch oder Umstieg auf eine andere Verhütungsmethode: Der Besuch beim Gynäkologen ist nicht zwingend notwendig, aber durchaus ratsam. Ein Arzt sollte sowohl zur Schwangerschaftsvorsorge als auch über eine neue Verhütungsform informieren.

Es gibt verschiedene Arten von Antibabypillen. Die Minipille ist östrogenfrei und wird in der Regel ohne die einwöchige Einnahmepause eingenommen. Sie kann jederzeit abgesetzt werden. Mikropillen sind Kombipräparate mit Östrogen und Gestagen – man nimmt sie meist 21 Tage und setzt dann eine Woche aus. Bei Mikropillen sollte vor dem Absetzen das Blister immer bis zur letzten Pille durchgenommen werden, um unnötige Hormonschwankungen zu vermeiden.

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