Wann man zusätzlich verhüten sollte

Pille vergessen – was tun?

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Die Pille gilt als sehr sichere Verhütungsmethode. Allerdings nur, wenn es nicht zu Einnahmefehlern kommt. Dabei kann es schnell einmal passieren, dass die Pille vergessen wird. Was in diesem Fall zu tun ist, hängt von der Art der Pille und dem Zeitpunkt innerhalb des Zyklus ab.

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© Getty Images/Cris Cantón

Es gibt verschiedene Arten der Antibabypille, die sich in der Zusammensetzung der Hormone, der Dosierung und Art der Einnahme unterscheiden. Ob der Empfängnisschutz noch gegeben ist, hängt von der Pillenart und dem Zeitpunkt ab, wann sie vergessen wurde.

Artikelinhalte im Überblick:

Alternativen zur Pille

Kombinationspräparate: Pille vergessen?

Kombinationspräparate, zu denen auch die Mikropille gehört, enthalten ein Östrogen und ein Gestagen. Bei diesen Präparaten nimmt die Frau 21 Tage lang hormonhaltige Dragees ein. Im Anschluss erfolgt eine Einnahmepause von sieben Tagen. Bei einigen Pillen ist die hormonfreie Phase heute jedoch auch verkürzt und bei manchen Präparaten werden in der hormonfreien Phase weiterhin – dann hormonfreie – Dragees eingenommen. Der so beibehaltene Rhythmus soll verhindern, dass die Pilleneinnahme vergessen wird.

Darüber hinaus gibt es verschiedene Arten von Kombinationspillen:

  • Einphasenpräparate: Diese Pillenart, bei der alle Dragees die gleiche Menge Östrogen und Gestagen enthalten, wird am häufigsten verschrieben.

  • Mehrphasenpräprate (Sequenzpräparate): Bei diesen Präparaten ist die Hormondosierung innerhalb eines Zyklus unterschiedlich.

Kombinationspille vergessen: 12-Stunden-Regel

Wird die Pille regelmäßig, also alle 24 Stunden, angewendet, besteht bereits ab dem ersten Tag der Einnahme ein sicherer Schutz vor einer Schwangerschaft.

Wird die Pille morgens einmal vergessen und stattdessen erst abends eingenommen oder umgekehrt, ist das noch kein Grund zur Sorge. Bei Kombinationspräparaten ist bei einer Verschiebung der Einnahme um weniger als 12 Stunden die verhütende Wirkung noch nicht außer Kraft gesetzt.

Wichtig: Sollte die Pille jedoch erst um mehr als 12 Stunden nach der üblichen Einnahmezeit eingenommen werden, gilt das als Einnahmefehler.

Minipille vergessen – bereits ab drei Stunden kritisch

Im Vergleich zur Mikropille ist das Vergessen der klassischen Minipille, die kein Östrogen und lediglich das Gestagen Levonorgestrel in niedriger Dosierung enthält, mit einem größeren Risiko behaftet. Bereits wenn ein Zeitfenster von drei Stunden überschritten wird, ist nicht mehr von einem sicheren Verhütungsschutz auszugehen. In diesen Fällen sollten unter Fortsetzung der Einnahme zusätzlich für einen Zeitraum von sieben Tagen Kondome zum Einsatz kommen.

Minipille mit Levonorgestrel

Anders verhält es sich bei verzögerter Anwendung der Minipille mit Desogestrel. Sie gestattet mehr Spielraum bei der Einnahme. Die zusätzlichen Maßnahmen müssen hier – wie auch bei der klassischen Mikropille – erst nach mehr als zwölfstündig verzögerter Einnahme erfolgen.

Pille und Kondom auf Pastellhintergrund
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Verhütung ist eine höchst individuelle Sache und kommt stark auf die eigenen Vorlieben, den Charakter und die Lebensumstände an. Dieser Test kann daher nur als grobe Einschätzung dienen, welches Verhütungsmittel für Sie geeignet sein könnte. Ob es im Einzelfall sinnvoll ist, bewerten Sie am besten mit Ihrem Frauenarzt oder Ihrer Frauenärztin und gegebenenfalls Ihrem Partner.

Pille vergessen: Zeitpunkt entscheidend

Was zu tun ist, wenn die Einnahme einer Kombinationspille vergessen wurde, hängt vom Zeitpunkt des Einnahmefehlers im Zyklus ab.

Pille in der 1. Woche vergessen

Ist der Einnahmefehler in der ersten Einnahmewoche nach der Pillenpause erfolgt, sollte die Pille schnellstmöglich nachgenommen werden, auch wenn dann zwei Dragees gleichzeitig eingenommen werden müssen. Bei Geschlechtsverkehr in den nachfolgenden sieben Tagen ist zusätzlich ein Kondom zu verwenden.

Eine Schwangerschaft ist zu diesem Zeitpunkt jedoch auch dann möglich, wenn in der Woche vor dem Einnahmefehler Geschlechtsverkehr stattgefunden hat. In diesen Fällen ist die Pille danach eine Option, um zu verhindern, schwanger zu werden. Abhängig vom Wirkstoff (Ulipristalacetat, Levonorgestrel) kann die Notfallverhütung bis zu fünf Tage nach dem Geschlechtsakt angewandt werden. Je eher sie eingenommen wird, desto wahrscheinlicher ist die Verhütung einer Schwangerschaft.

Pille in der 2. Woche vergessen

Wird die Pille in der zweiten Einnahmewoche vergessen, ist eine verhütende Wirkung in der Regel trotzdem gegeben, vorausgesetzt die Einnahme wird schnellstmöglich nachgeholt (gegebenenfalls müssen zwei Tabletten an einem Tag genommen werden).

Eine Ausnahme bilden hier die sogenannten Sequenz- oder mehrstufigen Präparate: Die Dragees in der ersten Einnahmehälfte enthalten lediglich ein Östrogen, sodass sich hier keine zusätzliche lokale Schutzwirkung des Gestagens in der Gebärmutter entfalten kann. Bei Einnahmefehlern mit Sequenzpräparaten muss die Frau daher über den gesamten Zyklus hinweg zusätzlich mit Kondomen verhüten, um vor einer Schwangerschaft geschützt zu sein.

Pille in der 3. Woche vergessen

Wird die Pille in der dritten Einnahmewoche an einem oder mehreren Tagen vergessen, besteht die Gefahr eines Eisprungs während der darauffolgenden siebentägigen Einnahmepause. Hier lässt sich jedoch durch eine Änderung des Einnahmeschemas die empfängnisverhütende Wirkung erhalten, ohne dass zusätzlich andere Verhütungsmittel wie Kondome nötig sind. Die Empfehlungen lauten:

  • Entweder die Packung bis zum Ende einnehmen und dann ohne Pillenpause mit der nächsten Packung fortzufahren oder

  • sofort mit der Pause beginnen (maximal sieben Tage, Tag des Einnahmefehlers zählt mit) und danach mit der Einnahme der neuen Packung fortfahren.

Wird dies nicht beachtet und die Pille nach dem Einnahmefehler wie üblich weiter eingenommen, muss auch während der Pillenpause und über die ersten sieben Tage des neuen Einnahmezyklus hinweg zusätzlich (zum Beispiel Kondom oder Diaphragma) verhütet werden, damit Schutz vor einer Schwangerschaft besteht.

Pille vergessen: Maßnahmen auf einen Blick

Wenn einmal die Pille vergessen wurde, besteht kein Grund zur Panik. Hier sind die wichtigsten Punkte zusammengefasst, wie in diesem Fall am besten vorzugehen ist:

  • Beipackzettel lesen: Da sich Einnahmefehler bei den einzelnen Präparaten teils unterschiedlich definieren und auch unterschiedliche Einnahmeregeln bestehen, ist es wichtig, den Beipackzettel gründlich zu lesen. Darin ist das genaue Vorgehen in diesem Fall beschrieben. Darüber hinaus können Sie sich von ihrem*ihrer Gynäkolog*in beraten lassen.

  • Zusätzlich verhüten: Im Zweifelsfall oder wenn mehrere Pillen vergessen wurden, sollte bis zum Anbruch der nächsten Pillenpackung immer zusätzlich mit einer Barrieremethode (Kondom oder Diaphragma) verhütet werden.

  • Pille danach: Erfolgte vor oder um den Zeitpunkt des Einnahmefehlers herum Geschlechtsverkehr, kann man auf die Pille danach zurückgreifen. Die Einnahme sollte zeitnah erfolgen, da diese Art der Notfallverhütung nur bis zu fünf Tage nach dem Geschlechtsverkehr greift.

  • Schwangerschaftstest: Bleibt die Blutung aus, nachdem Sie die Pille vergessen haben oder ist sie ungewöhnlich schwach, kann das (muss aber nicht) ein Zeichen für eine Schwangerschaft sein. In diesem Fall schafft ein Schwangerschaftstest sowie ein Besuch bei dem*der Gynäkolog*in Klarheit.

Vorsicht: Für einige Präparate können auch andere Definitionen für Einnahmefehler sowie andere Maßnahmen im Vergessensfall gelten. Bitte daher immer die Packungsbeilage lesen und gegebenenfalls ärztlich beraten lassen.

Elf vermeidbare Verhütungspannen
Zusammenfassung


Ab wann gilt eine Pille als vergessen? Das hängt von der Art der Pille ab. Eine Kombinationspille gilt als vergessen, wenn die Dauer zum üblichen Einnahmezeitpunkt 12 Stunden überschritten hat.

Pille vergessen – welche Folgen? Wurde eine Pille vergessen, kann das den Empfängnisschutz beeinträchtigen.

Was tun? Je nach Zeitpunkt des Vergessens innerhalb des Zyklus sind verschiedene Maßnahmen notwendig. Es empfiehlt sich, den Beipackzettel zu lesen und unter Umständen ärztlichen Rat einzuholen. Meist ist eine zusätzliche Verhütung, beispielsweise durch Kondome, notwendig.

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