Amenorrhoe: Wenn die Periode ausbleibt

Keine Regelblutung mehr? Während der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren ist eine Amenorrhoe (Ausbleiben der Periode) vollkommen normal. Außerhalb dieser Zeiten können verschiedenste Zustände, Krankheiten und Störungen die Menstruationsstörung auslösen. Mehr zu Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten hier.

amenorrhoe frau hält sauberen tampon
Nur während einer Schwangerschaft oder in den Wechseljahren ist eine Amenorrhoe normal.
© iStock.com/gpointstudio

In der Schwangerschaft oder der Menopause (Wechseljahre) ist das Ausbleiben der Regelblutung ganz normal. In den fruchtbaren Jahren dagegen gilt es als Menstruationsstörung, wenn die Periode ausbleibt. Circa drei bis fünf Prozent der Frauen im geschlechtsreifen Alter sind davon betroffen. Ärzte unterscheiden zwischen einer primären und einer sekundären Amenorrhoe:

  • Bei der primären Amenorrhoe hat sich über das 16. Lebensjahr hinaus noch keine Regelblutung eingestellt.

  • Eine sekundäre Amenorrhoe liegt vor, wenn die Menstruation mindestens drei Monate lang ausbleibt, die Frau aber vorher schon Regelblutungen hatte.

Artikelinhalte im Überblick:

Wichtige Warnsignale der Periode

Amenorrhoe: Welche Ursachen stecken dahinter?

Während einer Schwangerschaft, der Stillzeit und mit dem Eintreten der Wechseljahre ist eine Amenorrhoe vollkommen normal. Liegt keiner dieser Gründe vor, stecken oft angeborene Ursachen oder Hormone, die durcheinander geraten sind, hinter dem Ausbleiben der Periode.

Für eine primäre Amenorrhoe sind in einem Drittel der Fälle Chromosomenstörungen verantwortlich, zum Beispiel das Turner-Syndrom, das Klinefelter-Syndrom oder das Swyer-Syndrom. In zwei Drittel der Fälle steckt eine organische Störung dahinter: Nicht vollständig entwickelte Eierstöcke, ein blockierter Muttermund oder ein komplett verschlossenes Jungfernhäutchen (Hymen) verhindern eine reguläre Periodenblutung. Auch Hormonstörungen können eine Amenorrhoe auslösen, darunter beispielsweise eine Schilddrüsenunterfunktion oder das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCO). In seltenen Fällen tritt die primäre Amenorrhoe als Begleiterscheinung von Erkrankungen wie Krebs oder Diabetes auf.

Sekundäre Amenorrhoen haben oft einen seelischen Hintergrund. Das liegt daran, dass Hormone den Menstruationszyklus steuern. Diese werden wiederum vom Gehirn aus reguliert. Bleibt die Regelblutung aus, sind die Ursachen dafür oft in den hormonproduzierenden beziehungsweise steuernden Hirnbereiche zu finden: Hypopyhse, Hypothalamus und dadurch auch im Stoffwechsel. Dieser ist anfällig für Stress, weil durch psychische Belastungen sogenannte Stresshormone ausgeschüttet werden, die das hormonelle Zusammenspiel empfindlich stören können. Typische psychische Ursachen für eine sekundäre Amenorrhoe sind:

  • Stress bis hin zum Burnout

  • starke Gewichtsschwankungen wegen häufiger Diäten sowie Untergewicht aufgrund einer Magersucht

  • exzessiv betriebener Sport oder andere Extremsituationen (Trekking im Himalaya, anstrengender Umzug)

Aber auch einige Medikamente können eine Amenorrhoe auslösen. So gibt es beispielsweise die sogenannte Post-Pill-Amenorrhoe, die nach dem Absetzen der Anti-Baby-Pille auftritt. Antidepressiva, Blutdrucksenker und Chemotherapien können ebenfalls zum Ausbleiben der Periode führen. Wie bei der primären Amenorrhoe kommen auch bei der sekundären Amenorrhoe Hormonstörungen als Auslöser infrage. Krankhafte Veränderungen der Gebärmutter (zum Beispiel Endometriose) oder ein hormonproduzierender Tumor der Eierstöcke oder der Hirnanhangsdrüse sind nur sehr selten die Ursache für eine Amenorrhoe.

Symptome der Amenorrhoe

Die Menstruation ist Teil des Zyklus der Frau, mit dem ihr Körper sich Monat für Monat auf eine Schwangerschaft vorbereitet. Tritt eine solche nicht ein, stößt der Körper die Gebärmutterschleimhaut ab – die dabei periodisch auftretende Blutung wird umgangssprachlich "Periode" oder "Regel" genannt. Die erste Regelblutung wird Menarche genannt und tritt normalerweise im Alter zwischen 11 und 14 auf, die letzte Menstruation findet durchschnittlich im Alter von 51 Jahren statt.

Hauptsymptom einer Amenorrhoe ist das Ausbleiben der Regelblutung. Abhängig vom Grund der Amenorrhoe treten manchmal weitere Symptome auf:

  • Veränderungen der Brustgröße

  • milchige Absonderungen aus der Brust

  • Gewichtsschwankungen

  • Akne

  • verstärkter Haarwuchs im Gesicht

  • Haarverlust

  • Kopfschmerzen oder Sehstörungen

  • vaginale Trockenheit

  • tiefere Stimme

Untersuchungen bei Amenorrhoe

Wenn die Menstruation länger als drei Monate ausbleibt, ist ein Arztbesuch nötig. Der behandelnde Frauenarzt wird durch zunächst eine Schwangerschaft sowie den Beginn der Wechseljahre ausschließen. In einem ausführlichen Gespräch (Anamnese) geht er danach unter anderem folgenden Fragen auf den Grund:

  • Wann fand die erste Regelblutung statt?

  • War die Periode immer regelmäßig?

  • Wann ist die letzte normale Periode aufgetreten?

  • Wie lang ist der Zyklus normalerweise?

  • Wie lange und schwer ist die Blutung üblicherweise?

  • Leidet die Betroffene unter zyklischem Brustspannen und Stimmungsschwankungen?

  • Hat es starke Gewichtsschwankungen gegeben?

  • Wie viel Sport treibt die Betroffene?

  • Liegen andere Symptome vor?

  • Gibt es chronische Krankheiten (auch in der Familie)?

  • Welche Medikamente werden eingenommen?

  • Wie ist der Stresspegel?

Mittels Anamnese, gynäkologischer Untersuchung, Ultraschall und Bestimmung des Hormonstatus lassen sich bereits 95 Prozent der Amenorrhoeen abklären. Zur Bestimmung des Hormonstatus werden mithilfe einer Blutprobe die FSH-, TSH-, LH-, Prolactin- und Testosteronwerte bestimmt. Bei Verdacht auf eine primäre Amenorrhoe wird möglicherweise ein Gentest durchgeführt. Eine Bauch- oder Gebärmutterspiegelung gibt Auskunft über Unregelmäßigkeiten im Bauch- und Beckenraum, mit einer Magnetresonanztomographie (MRT) oder einer Computertomographie lassen sich Fehlbildungen oder Tumore aufspüren.

Amenorrhoe therapieren – diese Möglichkeiten gibt es

Die Therapie einer Amenorrhoe hängt von dem zugrunde liegenden Krankheitsbild ab.

  • Bei einer hormonellen Störung werden entsprechende Hormonpräparate verordnet. Der Zyklus reguliert sich daraufhin und die Regelblutung kommt zurück. Auch ein Kinderwunsch lässt sich so oft erfüllen.

  • Tumore oder Fehlbildungen der Geschlechtsorgane lassen sich oft nur mit einer Operation in den Griff bekommen.

  • Liegt ein Y-Chromosom vor, empfehlen Ärzte wegen des erhöhten Krebsrisikos eine operative Entfernung der Eierstöcke.

Wenn die primäre oder sekundäre Amenorrhoe durch den Lebenstil bedingt ist, empfehlen sich folgende Maßnahmen:

  • Regulierung des Über- oder Untergewichts

  • gemäßigter Sport

  • Stressreduktion

  • Eine Psychotherapie unterstützt dabei, Essstörungen und psychische Belastungen besser in den Griff zu bekommen. Mit dem ausgeglichenen Gefühlshaushalt regulieren sich oft auch die Menstruationsstörungen.

Sind das die Wechseljahre? Symptome im Überblick
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