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Pearl Index: Wie sicher sind Kondome, Pille und andere Verhütungsmittel?

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Der Pearl Index gibt an, wie zuverlässig verschiedene Verhütungsmittel eine Schwangerschaft verhindern können. Je niedriger der Wert, desto sicherer ist die Methode. Wie hoch der Pearl Index von Kondom, Pille und anderen Verhütungsmethoden ist und wie er berechnet wird!

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© Getty Images/Alexthq

Artikelinhalte im Überblick:

Elf vermeidbare Verhütungspannen

Was sagt der Pearl Index aus?

Der Pearl Index ist ein Maß zur Bewertung und zum Vergleich der Zuverlässigkeit von Verhütungsmethoden. Er gibt an, wie viele von 100 Frauen, die ein bestimmtes Verhütungsmittel anwenden, trotzdem ungewollt schwanger werden. Je niedriger der Pearl Index, desto sicherer und zuverlässiger ist das jeweilige Mittel zur Empfängnisverhütung.

Von 100 Frauen, die ein Jahr lang mit Kondomen verhüten und regelmäßig Geschlechtsverkehr haben, werden beispielsweise zwei bis zwölf schwanger. Kondome haben also einen Pearl Index von 2 bis 12.

Wichtig:

Dass der Pearl Index häufig als Zahlenspanne angegeben wird, liegt daran, dass die Sicherheit in der Praxis gewissen Schwankungen unterliegt.

Wie wird der Pearl Index berechnet?

Der Pearl Index geht auf den US-amerikanischen Biologen Raymond Pearl zurück. Er forschte in den 1920er und 1930er Jahren intensiv zum Thema Fruchtbarkeit und überlegte, wie man diese wissenschaftlich und statistisch erfassen könnte. In seine Untersuchungen bezog er Parameter wie

  • die Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs,
  • die Zahl der eingetretenen Schwangerschaften,
  • die Zahl der Fehlgeburten und
  • der Lebendgeburten ein.

Heute wird nur noch eine vereinfachte Version des ursprünglichen Pearl Index verwendet. Er wird aber immer noch nach der von Raymond Pearl entwickelten Methode berechnet:

Pearl Index = (Anzahl der Schwangerschaften x 12 Monate x 100) : (Anwendungsmonate x Teilnehmerinnen der Studie)

Damit der Wert vergleichbar ist, wird er auf 100 Frauen umgerechnet. Bei der Antibabypille wird der Pearl Index meist mit 0,1 - 0,9 angegeben. Das bedeutet, dass von 100 Frauen, die die Pille einnehmen, theoretisch nur 0,1 bis 0,9 in diesem Jahr schwanger werden. Auf 1.000 Frauen hochgerechnet sind es also eine bis neun.

Alternativen zur Pille

Pearl-Index-Tabelle: Sicherheit von Verhütungsmethoden im Überblick

Methode Pearl Index*
Antibabypille 0,1 - 0,9
Billings-Methode (Zervixschleimbeobachtung) 5 - 35
Coitus interruptus (Ejakulation des Mannes erfolgt außerhalb der Scheide) 10 - 38
Diaphragma mit Spermizid 1 - 20
Dreimonatsspritze 0,3 - 0,88
Femidom (Frauenkondom) 5 - 25
Hormonimplantat 0 - 0,08
Hormonspirale 0,16
Knaus-Ogino-Methode (Kalendermethode) 9
Kondom  2 - 12
Kupferkette 0,1 - 0,5
Kupferspirale 0,3 - 0,8
Minipille 0,5 - 3
Portiokappe mit Spermizid 6
Schaumtabletten/Spermizide 3 - 21
Sterilisation der Frau 0,2 - 0,3
Symptothermale Methode (NFP) 0,4 - 1,8
Vaginalring 0,4 - 0,65
Vasektomie (Sterilisation beim Mann) 0,1
Verhütungspflaster (Hormonpflaster) 0,72 - 0,9

* Quelle der Zahlen: Pschyrembel 2018 und Deutsche Gesellschaft für Familienplanung, Sexualpädagogik und Sexualberatung e.V.

Auch die Pille danach mit einem Pearl-Index von 2 kann eine Schwangerschaft oft verhindern. Sie ist allerdings kein Verhütungsmittel im eigentlichen Sinn und sollte nur als Notfallmedikament angesehen und eingesetzt werden – etwa nach Verhütungspannen.

Ohne jede Verhütung liegt der Pearl Index auf ein Jahr gesehen für Frauen

  • um die 20 Jahre bei 85
  • mit 35 Jahren bei 50 und
  • mit 40 Jahren bei 30.

Wie finde ich das richtige Verhütungsmittel?

Mit dem Pearl Index lassen sich Verhütungsmethoden und ihre Sicherheit gut miteinander vergleichen. Frauen, die auf gar keinen Fall schwanger werden möchten, sollten Methoden mit sehr niedrigem Pearl Index wie die Pille oder die Hormonspirale vorziehen. Frauen mit späterem Kinderwunsch sind vielleicht auch mit einer weniger sicheren Methode zufrieden.

Pille und Kondom auf Pastellhintergrund
Selbsttest
Welches Verhütungsmittel passt zu mir?

Verhütung ist eine sehr individuelle Sache und kommt stark auf die eigenen Vorlieben, den Charakter und die Lebensumstände an. Dieser Test kann daher nur als grobe Einschätzung dienen, welches Verhütungsmittel für Sie geeignet sein könnte. Ob es im Einzelfall sinnvoll ist, bewerten Sie am besten mit Ihrem*ihrer Frauenarzt*Frauenärztin.

Methodensicherheit und Anwendungssicherheit des Pearl Indexes

Das Problem mit dem Pearl Index: Er sagt nichts darüber aus, warum eine Methode versagt hat. Häufig wird deshalb noch zusätzlich zwischen der reinen Methodensicherheit und der Anwendungssicherheit unterschieden:

  • Methodensicherheit: Sie gibt die Zahl der Schwangerschaften an, zu der es unter optimaler Anwendung ohne Anwendungsfehler gekommen ist. Sie liegt meist deutlich niedriger als die Anwendungssicherheit. Man bezeichnet dies auch als Perfect use oder Method Pearl Index.

  • Anwendungssicherheit: Hierbei handelt es sich um den tatsächlichen Wert, der Anwendungsfehler in der Praxis berücksichtigt. Er liegt meist wesentlich höher und kann stark schwanken. Dieser Wert wird beim klassischen Pearl Index normalerweise angegeben.

Beide Werte können zum Teil erheblich voneinander abweichen. Bei optimaler Anwendung gehört das Kondom beispielsweise zu den sicheren Verhütungsmitteln mit einem Method Pearl Index von 0,6. Kommt es aber zu Anwendungsfehlern – und die sind gerade beim Kondom häufig – liegt der Pearl Index nur noch bei 2 bis 12. Die hohe Fehlerquote bei Kondomen beruht in erster Linie auf nicht sachgemäßer Anwendung, falscher Kondomgröße oder falscher Lagerung.

Ebenso groß ist der Unterschied bei der Pille. Korrekt eingenommen ist die Pille fast zu 100 Prozent sicher. Bei Einnahmefehlern wie Erbrechen oder Vergessen der Pilleneinnahme sinkt sie. Auch manche Medikamente können die Wirkung herabsetzen und dazu führen, dass Frauen trotz Pille ungewollt schwanger werden.

Fazit:

Der Pearl Index ist eine Entscheidungshilfe, sollte aber nicht das einzige Kriterium für die Wahl einer geeigneten Verhütungsmethode sein. Im Einzelfall sollten immer die persönliche Lebenssituation eines Paares, die Motivation zur Verhütung sowie die Erfahrung und Sorgfalt bei der Anwendung des Mittels einbezogen werden.

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