Verhütungsmittel

Kondome: Passende Größe, Anwendung und Sicherheit

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Sex soll Spaß machen: Doch ohne den richtigen Schutz ist das Krankheitsrisiko hoch. Kondome können die Gefahr, sich mit sexuellen Krankheiten anzustecken, reduzieren. Wie funktioniert die Anwendung und was tun, wenn es doch mal zu einer Verhütungspanne kommt?

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© Getty Images/Wavebreakmedia

Artikelinhalte im Überblick:

Die zehn häufigsten Geschlechtskrankheiten

So schützen Kondome

Das Kondom (auch Präservativ) zählt zu den mechanischen Verhütungsmitteln, weil es eine Barriere zwischen der Samenflüssigkeit und der Scheide der Frau beziehungsweise dem Anus des Mannes darstellt. Es schützt vor einer ungewollten Schwangerschaft und gleichzeitig vor sexuell übertragbaren Krankheiten wie HIV.

Das Kondom greift nicht in den Organismus ein und kann während der Stillzeit angewandt werden. Bisher sind keine Nebenwirkungen der Verhütungsmethode bekannt. Ausnahme ist die Latexallergie. Betroffene müssen in diesem Fall auf latexfreie Kondome zurückgreifen.

Mit Größentabelle passendes Kondom finden

Kondome kosten je nach Hersteller und Ausführung etwa 0,25 bis 1,35 Euro pro Stück. Es gibt sie glatt oder mit Noppen, mit Geschmack, in verschiedenen Farben und Stärken (etwa hauchdünn und gefühlsecht). Und natürlich unterscheiden sie sich auch hinsichtlich der Größe.

Wichtig ist, dass das Präservativ weder zu klein noch zu groß für den Penis ist. Dabei kommt es weniger auf die Länge, sondern auf die Breite an: So kann ein zu enges Kondom reißen, ein zu weites gleitet dagegen leicht vom Penis ab. In beiden Fällen wird die Schutzfunktion beeinträchtigt.

Um die richtige Kondomgröße zu wählen, sollte beim Kauf auf die angegebenen Maße der Verpackung geachtet werden. Je nach Breite eignen sich folgende Größen:

  • Kleinere Kondome: 47 oder 49 Millimeter
  • Mittlere Kondome: 52 oder 53 Millimeter
  • Größere Kondome: 55 oder 57 Millimeter

Um zu entscheiden, welches Kondom das richtige ist, wird der erigierte Penis mit einem Maßband an seiner dicksten Stelle gemessen.

Selbst bei passender Größe fühlen sich manche Kondome beim Tragen und während des Sex unangenehm an, andere dagegen nicht. Hier gilt es, verschiedene Marken auszuprobieren, bis man diejenige Marke gefunden hat, die dem individuellen Empfinden am besten entspricht.

Kondom richtig anwenden: So geht’s!

Kondome sind, sofern sie den europäischen Normen entsprechen, zwar sehr sicher, aber auch empfindlich. Nur wenn sie richtig gehandhabt werden, gewährleisten sie vollen Schutz. Vor dem Liebesspiel sollte die beiliegende Gebrauchsanweisung gelesen und mit dem*der Partner*in darüber gesprochen werden.

  1. Auspacken: Die Verpackung sollte am besten seitlich und vorsichtig aufgerissen werden, um das Kondom nicht zu beschädigen.

  2. Überziehen: Um das Kondom überzuziehen, muss der Penis steif sein. Im Falle eines nicht beschnittenen Penis wird die Vorhaut zurückgezogen. Dann das Präservativ auf die Eichel setzen, während das Reservoir des Kondoms (der Zipfel am geschlossenen Ende) mit Daumen und Zeigefinger festgehalten wird. Den Ring am offenen Ende des Kondoms über den erigierten Penis ziehen und es bis zum Penisschaft komplett abrollen.

  3. Entfernen: Den Penis möglichst gleich nach dem Samenerguss herausziehen. Dabei den Ring am Penisschaft festhalten, damit das Kondom nicht versehentlich abrutscht.

  4. Entsorgen: Das benutzte Kondom wird im Restmüll entsorgt und sollte nicht in der Toilette heruntergespült werden.

Lässt sich das Kondom nicht abrollen, wurde es wahrscheinlich falsch herum angelegt – die Außenseite befindet sich dann fälschlicherweise innen. Das Verhütungsmittel sollte in diesem Fall nicht mehr verwendet werden. Liegt das Kondom richtig herum auf, lässt sich aber trotzdem nur schwer abrollen, ist es womöglich zu klein. Es besteht die Gefahr, dass das Kondom reißt.

Anleitung: Kondom richtig überziehen

Pearl-Index: Wie sicher sind Kondome?

Der Pearl-Index von Kondomen liegt bei 2 bis 18, das bedeutet, dass von 100 Frauen, die ein Jahr lang mit Kondom verhüten, zwei bis achtzehn Frauen schwanger werden. Damit ist das Kondom nicht so sicher wie die Antibabypille (Pearl-Index 0,2 bis 0,5). Schuld daran sind meist Anwendungsfehler:

  • Viele Pannen passieren bereits beim Auspacken. So können etwa Fingernägel oder spitze Gegenstände die feine Latex-Haut beschädigen.

  • Fetthaltiges Gleitmittel, Massageöle, Cremes oder Zäpfchen greifen Latex-Kondome an und sollten daher nicht verwendet werden. Meist ist bei einem Gleitgel angegeben, ob es zusammen mit Kondomen verwendbar ist.

  • Ebenso haben Vaginalzäpfchen etwa zur Behandlung von Scheidenpilz eine nachteilige Wirkung auf die Membran der Kondome.

  • Auch zwei Präservative übereinander erhöhen nicht die Sicherheit, sondern im Gegenteil die Gefahr von Rissen.

Wenn das Kondom geplatzt oder gerissen ist: SOS-Tipps 

Kommt es zu einer Panne bei der Verhütung und der Sex fand mit beschädigtem Kondom statt, besteht grundsätzlich die Möglichkeit einer Schwangerschaft. Wer dies verhindern möchte, kann in so einer Situation zur Pille danach greifen, die rezeptfrei in der Apotheke erhältlich ist.

Besteht das Risiko einer HIV-Infektion, kann sich das Ansteckungsrisiko folgendermaßen verringern lassen:

  • Der Penis sollte bei zurückgezogener Vorhaut abgewaschen werden. Die Scheide oder den Anus sollte man jedoch nicht ausspülen, weil dabei womöglich kleine Hautrisse entstehen, die das Ansteckungsrisiko erhöhen.

  • Wichtig ist zudem, so rasch wie möglich zu urinieren, um die Harnröhre auszuspülen.

  • Sperma im Mund sollte ausgespuckt werden. Der Mund wird ausgespült, Zähneputzen sollte man allerdings unterlassen, da es auch hier zu kleinen Verletzungen der Schleimhaut kommen kann, die ein Einfallstor für Viren sind.

Wenn Sie verunsichert sind, welches Infektionsrisiko durch die Verhütungspanne tatsächlich bestand, wenden Sie sich an eine*n Ärztin*Arzt oder eine Beratungsstelle, die Ihnen ausführliche Informationen geben können. 

Kondome richtig aufbewahren: Das gilt es zu beachten

Damit Kondome ihre Haltbarkeit und Qualität nicht frühzeitig einbüßen, ist eine korrekte Lagerung wichtig. So verträgt die feine Haut aus Latex keine Sonneneinstrahlung, Hitze oder Quetschung.

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Um zu verhindern, dass die Kondome fehlerhaft aufbewahrt werden, sollte man gleich nach dem Kauf die Gebrauchsanweisung studieren. Auch das Haltbarkeitsdatum, das auf jeder Verpackung aufgedruckt ist, wird besser im Auge behalten, denn Kondome sind nicht unbegrenzt haltbar und Gummi wird mit der Zeit spröde.

Regeln zur Lagerung von Kondomen:

  • CE-Prüfzeichen und Chargennummer dürfen nicht fehlen. 

  • Das Haltbarkeitsdatum darf nicht überschritten werden. Automatenware kann überaltert sein. In Drogerien lagern die Kondome dagegen maximal ein Jahr. 

  • Die empfindlichen Tütchen müssen kühl und trocken aufbewahrt werden. Zu große Hitze setzt den dünnen Häutchen zu. Deshalb ist das Handschuhfach des Autos kein geeigneter Ort, um Kondome aufzubewahren. 

  • Ist die Verpackung beschädigt oder sind die Kondome verhärtet und das Gummi brüchig, müssen sie entsorgt werden. 

Das Kondom für Frauen: Femidom und Lecktuch

Weitaus weniger bekannt als das Kondom für Männer ist das Frauenkondom (Femidom). Dabei schützt es ebenso vor der Ansteckung mit Geschlechtskrankheiten, kann aber bereits vor dem Geschlechtsverkehr in der Scheide platziert werden. Unterbrechungen des Liebespieles, wie sie durch das Überziehen des Kondoms vorkommen können, werden so vermieden. Allerdings verhütet das Frauenkondom laut Pearl Index nicht so sicher und auch der Preis liegt höher.

Beim "Lecken" der Scheide (Cunnilingus) oder des Analbereichs (Anilingus) besteht ebenfalls eine Ansteckungsgefahr. Zum Schutz vor einer Ansteckung gibt es das Lecktuch. Dieses wird auf den Genitalien platziert und bildet eine Barriere zwischen Intimregion und Zunge.

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