Menstruationsbeschwerden

Regelschmerzen: Was hilft gegen die Beschwerden?

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Als Regelschmerzen (medizinisch: Dysmenorrhö) werden ausgeprägte, teils krampfartige Schmerzen im Unterleib bezeichnet, die vor Beginn und/oder während der Menstruationsblutung einer Frau auftreten.

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Kurzübersicht


Was sind Regelschmerzen? Krampfartigen Schmerzen im Unterleib vor und während der Periode. Sie entstehen durch Kontraktionen der Gebärmutter, wenn diese ihre Schleimhaut abstößt, weil sich kein Ei eingenistet hat.

Was hilft? Schmerzmittel wie Ibuprofen, Paracetamol oder Naproxen, Wärme (Kirschkernkissen, Wärmflasche), Bewegung, Sport, Magnesium.

Wann zum Arzt? Verändern sich Dauer und Stärke der Regelschmerzen sollten Frauen ärztlichen Rat einholen, um eine ernsthafte Erkrankung auszuschließen.

Artikelinhalte im Überblick:

20 Tipps gegen Regelschmerzen

Was sind Regelschmerzen?

Bei Regelschmerzen (Dysmenorrhö) handelt es sich um krampfartige Unterleibsschmerzen. Sie entstehen durch die Kontraktionen der Gebärmutter: Kommt es nach dem Eisprung zu keiner Befruchtung, zieht sich die Muskulatur der Gebärmutter zusammen, um die neu gebildete Gebärmutterschleimhaut abzustoßen.

Regelschmerzen zählen neben dem prämenstruellen Syndrom (PMS) und Blutungsunregelmäßigkeiten zu den Menstruationsstörungen. Sie treten meist kurz vor der Regelblutung auf und können über mehrere Tage andauern.

Begleitend zu den Unterleibsschmerzen kommt es häufig zu weiteren Symptomen, wie

Viele Frauen klagen vor allem über extreme Regelschmerzen am ersten Tag der Periode.

Beschwerden nach Ursache

Menstruationsbeschwerden lassen sich in zwei Formen einteilen:

  1. Primäre Regelschmerzen (primäre Dysmenorrhö) sind dadurch gekennzeichnet, dass sie erstmals in jungen Jahren, meist kurz nach der Menarche, also der ersten Regelblutung, auftreten. Betroffen sind vor allem Frauen zwischen 25-30 Jahren und Frauen mit starken Regelblutungen.

  2. Sekundäre Regelschmerzen zeigen sich oft erst ab dem 30. oder 40. Lebensjahr und gehen meist auf eine organische Ursache zurück. Es können zum Beispiel gutartige Geschwulste wie Myome oder Polypen dahinterstecken.

Was hilft gegen Regelschmerzen?

Die Therapie der Menstruationsbeschwerden richtet sich danach, ob die primäre oder die sekundäre Form vorliegt.

Wenn eine Frau unter starken Regelschmerzen während der Tage leidet und der*die Frauenarzt*Frauenärztin bereits eine ernste organische Ursache (zum Beispiel Endometriose) ausschließen konnte, gibt es mehrere Möglichkeiten, um die Schmerzen zu lindern.

Regelschmerzen: Tabletten helfen kurzfristig

Zur kurzfristigen Schmerzbehandlung bei primären, also nicht durch organische Erkrankungen bedingten, akuten Symptomen können Schmerzmittel wie

  • Paracetamol,
  • Ibuprofen oder
  • Naproxen

eingesetzt werden. Diese enthalten mitunter auch zusätzlich muskelentspannende Wirkstoffe wie Butylscopolamin. Sie gehören zur Gruppe der nicht-steroidalen Antirheumatika und hemmen die Produktion des Schmerzbotenstoffs Prostaglandin.

Acetylsalicylsäure (ASS) eignet sich hingegen weniger, da es eine blutverdünnende Wirkung hat.

Bei sehr starken Regelschmerzen während des Zyklus können zur Linderung der Beschwerden auch rezeptpflichtige Mittel verordnet werden.

Antibabypille gegen Regelschmerzen?

Unter Umständen verschreibt der*die Frauenarzt*Frauenärztin die Antibabypille, welche Schmerzen während es Zyklus lindern kann. Zusätzlich wird durch die Einnahme verhütet.

Möglich ist eine Antibabypille, die den sogenannten Langzeitzyklus erlaubt. Dabei werden mehrere Pillenblister am Stück verwendet, die siebentägige Einnahmepause fällt so für bis zu sechs Monate weg – und mit ihr die Periode samt unangenehmer Begleiterscheinungen wie PMS und Krämpfen.

Allerdings kommt es zu Beginn der Umstellung auf den Langzyklus der Pille häufig zu Schmierblutungen. Zudem birgt die Pille Nebenwirkungen wie

  • Libidoverlust,
  • Erhöhung des Thromboserisikos und
  • Depressionen.

Die Vor- und Nachteile der Pille sollten daher genau abgewogen und ärztlich besprochen werden.

Regelschmerzen: Wärme und Sport

Viele Frauen empfinden bei starken Regelschmerzen Wärme als wohltuend. Schon eine Wärmflasche, ein heißes Bad, ein Saunagang oder eine Moorpackung kann bei Regelbeschwerden hilfreich sein.

Dass Frauen während ihrer Tage keinen Sport treiben sollten, ist längst überholt. Ausdauersport wie Nordic Walking, Radfahren oder Yoga können Schmerzen während der Periode sogar vorbeugen. Durch die Bewegung wird die Durchblutung der Gebärmutter gefördert und Botenstoffe ausgeschüttet, die das Allgemeinbefinden deutlich verbessern.

Hausmittel gegen Regelschmerzen

Auch über die Ernährung lassen sich Regelschmerzen bekämpfen: Krampflösend und damit schmerzlindernd wirkt Magnesium. Es steckt zum Beispiel in:

  • Weizenkeimen,
  • Nüssen
  • Spinat

Zu den weiteren Hausmitteln bei Regelschmerzen zählen zum Beispiel:

  • Tee aus Frauenmantel und Schafgarbe: Wirkt schmerzlindernd und entkrampft den Unterleib. Dazu je einen Teelöffel des Krauts mit heißem Wasser überbrühen und die Mischung etwa zehn Minuten ziehen lassen. Den warmen Tee über den Tag verteilt trinken.

  • Lavendelöl: Lavendel hat eine beruhigende und entspannende Wirkung. Das Öl sanft auf den Unterleib massieren. Dabei darauf achten, dass die Hände warm sind.

  • Kirschkern-Säckchen: Den Beutel im Backofen oder in der Mikrowelle sanft erwärmen und auf den Unterleib legen. Die Wärme entspannt die Gebärmuttermuskulatur und lindert zudem krampfartigen Bauchschmerzen.

Regelschmerzen: Mögliche Ursachen

Die primäre Form der Regelschmerzen ist häufig und setzt typischerweise sechs Monate bis drei Jahre nach dem ersten Menstruationszyklus ein. Die Beschwerden werden durch das periodisch auftretende Zusammenziehen der Gebärmutter (Uterus) ausgelöst.

Körpereigene Substanzen (Prostaglandin), die bei Einsetzen der Blutung im Körper ausgeschüttet werden, verstärken die Schmerzen zusätzlich.

Sekundärer Regelschmerz hat oft organische Ursachen

Treten Menstruationsschmerzen nach längeren Zeiträumen mit beschwerdefreien Zyklen auf, liegen sekundäre Regelschmerzen vor. Meistens tritt diese Form bei Frauen, die zwischen 25 und 30 Jahre alt sind.

Sie können organisch bedingt sein und sollten daher gynäkologisch abgeklärt werden. Als Ursachen kommen unter anderem folgende Erkrankungen und Faktoren infrage:

  • Endometriose (Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, bildet außerhalb der Gebärmutterhöhle Herde)

  • Gebärmutterentzündung (Endometritis)

  • Myome (gutartige Tumore, die aus Muskel- und Bindegewebe bestehen)

  • Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut (etwa Gebärmutter-Polypen)

  • Verengung des Gebärmutterhalses

  • Entzündung der Eileiter

  • Zysten in den Eierstöcken

  • Fehllage der Gebärmutter sowie Fehlbildungen der Harn- oder Geschlechtsorgane

Psychologische Faktoren, zum Beispiel Stress und ein unerfüllter Kinderwunsch, können ebenfalls eine Rolle spielen und die Symptome auslösen oder verschlimmern.

Bei starken Regelschmerzen auch die Verhütung überdenken

Wird eine sekundäre Menstruationsstörung diagnostiziert, steht die Behandlung der jeweiligen Ursache im Vordergrund. Medikamentöse oder operative Maßnahmen können erforderlich sein, um die Grunderkrankung zu behandeln.

Ist eine in der Gebärmutter liegende Spirale Auslöser der Symptome, kann mitunter die Entfernung des Verhütungsmittels und ein Wechsel auf eine andere Methode in Erwägung gezogen werden.

Was hilft gegen Bauchschmerzen?

Regelschmerzen: Wann zum Arzt?

Ein gewisses Maß an Krämpfen und Beschwerden während der Menstruation ist normal und kein Grund zur Sorge. Führen starke Regelschmerzen aber zu Einschränkungen im Alltag, zum Beispiel durch Krankschreibungen, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. Denn auch körperliche Ursachen wie eine Endometriose können übermäßig starke Regelschmerzen auslösen.

Wichtig ist zunächst ein ausführliches Gespräch (Anamnese), bei dem Art und Dauer der Menstruationsbeschwerden, bekannte Grunderkrankungen, Krankheiten von Familienangehörigen und die angewendete Verhütungsmethode besprochen werden.

Gynäkologische Untersuchungen

Im Anschluss führt der*die Arzt*Ärztin die gynäkologische Untersuchung von Scheide, Schleimhaut, Muttermund und Gebärmutterhals durch und entnimmt einen Abstrich.

Ultraschall kann helfen, die Beschwerden abzuklären

Zu den weiteren möglichen Untersuchungen zählen etwa:

Unter Umständen kann auch eine Magnetresonanztomografie (MRT) oder eine Computertomografie (CT) notwendig sein.

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