Entzündung des Gebärmutterhalses

Gebärmutterhalsentzündung: Was hilft bei einer Zervizitis?

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Der Gebärmutterhals ist Teil der weiblichen inneren Geschlechtsorgane, eine Gebärmutterhalsentzündung (Zervizitis) wird unter anderem von Bakterien wie Chlamydien ausgelöst. Welche Symptome sind typisch und wie wird die Entzündung im Gebärmutterhals behandelt?

Zervizitis: Was hilft bei Gebärmutterhalsentzündung?
© Getty Images/Thnathip Pha Tir Wat'hn/EyeEm

Zervizitis ist die fachsprachliche Bezeichung der Gebärmutterhalsentzündung. Besonders häufig wird die Entzündung durch Chlamydien ausgelöst, der häufigste Zervitiserreger.

Im Überblick:

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Gebärmutterhals: Natürlicher Schutz vor krankmachenden Keimen

Die Gebärmutter zählt zu den inneren Geschlechtsorganen der Frau. Sie ist ein birnenförmiges, etwa faustgroßes muskuläres Hohlorgan. Man teilt sie in drei Abschnitte ein. Unten liegt der Gebärmutterhals, der sich zur Scheide hin mit dem sogenannten äußeren Muttermund öffnet. Der in die Scheide hineinragende Teil wird auch als Portio bezeichnet. Mittig trennt eine kurze Engstelle (Isthmus) den Gebärmutterhals vom oben liegenden Gebärmutterkörper ab.

Der Gebärmutterhals beinhaltet einen Kanal, der mit einer speziellen Schleimhaut ausgekleidet ist. Diese Schleimhaut bildet ein leicht basisches Sekret mit einem ph-Wert von 7 bis 8, das über die Scheide abfließt. Im Bereich des äußeren Muttermunds geht die Schleimhaut in die Scheidenhaut über. Man bezeichnet diese Grenze auch als Übergangszone. Weibliche Geschlechtshormone (Östrogene) beeinflussen die genaue Lage dieser Zone. Bei geschlechtsreifen Frauen liegt sie auf der Portio (Portioektopie). Bei Östrogenmangel, wie er beispielsweise oft bei Kleinkindern oder Frauen in der Postmenopause vorliegt, zieht sich die Übergangszone in den Kanal des Gebärmutterhalses zurück.

Der Gebärmutterhals verfügt über Schutzmechanismen, die ein Aufsteigen von Erregern aus dem Scheidenbereich erschweren. So stellen der äußere Muttermund als natürliche Engstelle und das im Gebärmutterhals gebildete zähe Sekret Hindernisse für Keime dar. Auch die Abflussrichtung des Sekrets in Richtung Scheide wirkt dem Eindringen von Bakterien, Pilzen und Viren entgegen. Zusätzlich liegen bestimmte Antikörper vor, die schädliche Eindringlinge abfangen und neutralisieren können.

Gebärmutterhalsentzündung: Welche Symptome sind typisch bei einer Zervizitis?

Die Beschwerden einer Gebärmutterhalsentzündung sind abhängig vom entsprechenden Krankheitserreger. Der Scheidenausfluss (Fluor genitalis) ist bei gesunden Frauen weiß, mittelfest und geruchlos. Das im Gebärmutterhalskanal gebildete Sekret ist ein Bestandteil des Scheidenausflusses, der bei einer Zervizitis meist verändert ist. So kann der häufig vermehrte Ausfluss übelriechend, gelblich-eitrig verfärbt oder in seiner Konsistenz verändert sein. Gelegentlich macht sich eine Zervizitis auch durch Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr bemerkbar. Eine Mitbeteiligung der ableitenden Harnwege äußert sich als schmerzhaftes Wasserlassen.

Bei gleichzeitiger Vaginitis (Scheidenentzündung) kommen Beschwerden wie Juckreiz und Brennen im Intimbereich hinzu. Blutungsstörungen wie eine verlängerte Periode oder Zwischenblutungen weisen bereits darauf hin, dass sich die Entzündung auf die Gebärmutterschleimhaut (Endometritis) ausgedehnt hat. Erfasst die Infektion auch die Muskulatur der Gebärmutter (Myometritis), treten zusätzlich Unterbauchschmerzen und gelegentlich Fieber auf.

Welche Ursachen gibt es für eine Gebärmutterhalsentzündung?

Eine Gebärmutterhalsentzündung kann vor allem dann entstehen, wenn die natürlichen Schutzmechanismen des Gebärmutterhalses beeinträchtigt sind. Folgende Faktoren können eine Zervizitis fördern:

  • Während der Periode und auch in den ersten sechs bis acht Wochen nach einer Geburt (Wochenbett) ist der Muttermund leicht geöffnet, sodass Keime leichter eindringen können. Ähnliches resultiert aus operativen Eingriffen wie dem Ausschaben der Gebärmutter, da der Gebärmutterhalskanal während der Operation geweitet werden muss.
  • Über Verletzungen am Gebärmutterhals, wie sie beispielsweise während einer Geburt auftreten können, können Krankheitserreger leichter in das Gewebe eindringen und eine Infektion hervorrufen.
  • Ein Östrogenmangel beispielsweise in den Wechseljahren wirkt sich auf den Aufbau der Schleimhaut des Gebärmutterhalskanals aus. Die Schleimhaut wird dünner und damit verletzlicher. Zusätzlich bildet sich weniger schützendes Sekret.
  • Neben Fremdkörpern wie der Spirale können auch eine Portioektopie (Entzündung am Muttermund) und gutartige Tumore der Gebärmutter wie Myome oder Polypen Infektionen begünstigen.
  • Stress kann das Immunsystem schwächen und so die Entstehung einer Gebärmutterhalsentzündung begünstigen.

Erreger

Eine Zervizitis kann durch folgende Bakterien und Viren verursacht werden:

Auch Geißeltierchen wie Trichomonaden und Hefepilze wie Candida albicans können eine Zervizitis auslösen.

Ansteckung

Meist handelt es sich bei der Zervizitis um Infektionen, die beispielsweise im Zuge einer Scheidenentzündung (Vaginitis) aus der Scheide aufgestiegen sind. Ebenso können Erreger wie Chlamydien, Gonokokken oder HPV durch Geschlechtsverkehr eingeschleppt werden. Seltener gelangen Krankheitserreger über den Blutkreislauf oder absteigend über die Eierstöcke und Eileiter zur Gebärmutter.

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Gebärmutterhalsentzündung: Diagnose und Untersuchung

Bei Beschwerden wie Juckreiz und verändertem Ausfluss sollten Frauen ärztlichen Rat einholen. In einem Gespräch (Anamnese) werden dann alle Symptome sowie mögliche Vorerkrankungen, Stress und vorangegangene Schwangerschaften erhoben, das liefert erste Hinweise auf eine Entzündung des Gebärmutterhalses (Zervizitis). 

Bei der anschließenden gynäkologischen Untersuchung steht die sogenannte Spekulum-Untersuchung an erster Stelle. Das Spekulum ist ein zweiteiliges Untersuchungsinstrument, welches die Scheide entfalten kann. Es wird in die Scheide eingeführt, so kann der*die Gynäkolog*in die Scheidenhaut und die meist gerötete und geschwollene Portio des Gebärmutterhalses sichten.

Typisch für eine Infektion mit Herpes-Viren sind in Gruppen stehende kleine Bläschen auf der Haut. Bestimmte HPV können gutartige, flache Gewebswucherungen, die Feigwarzen, auf der Portiooberfläche verursachen. Mit dem sogenannten Kolposkop, einer Art Mikroskop, können diese vergrößert dargestellt und somit sicher erkannt werden. Zur Diagnosesicherung können die Wucherungen mit einer dreiprozentigen Essigsäure betupft werden, sie erscheinen dann weißlich.

Für die Diagnose wird zudem der Ausfluss aus dem Gebärmutterhals nach Beschaffenheit, Farbe und Geruch beurteilt, hierbei hilft ein Abstrich. Dieser kann auch dazu beitragen, die genaue Ursache für die Zervizitis festzustellen: Unter dem Mikroskop werden einige Bakterien und Pilze gut sichtbar. Lässt sich der Erreger nicht identifizieren, wird er im Labor angezüchtet (Kultur). Unter Umständen kann auch der DNA-Nachweis des Keims erforderlich sein.

Eine Ultraschalluntersuchung durch die Scheide (Vaginalsonographie) kann schließlich Veränderungen wie Myome und Polypen im Bereich der Gebärmutter bildlich darstellen. Zusätzlich liefert sie Hinweise auf eine mögliche entzündliche Beteiligung weiterer Organe.

Wie wird eine Gebärmutterhalsentzündung behandelt?

Die Therapie der Entzündung des Gebärmutterhalses (Zervizitis) richtet sich nach der Ursache. Bei sexuell übertragbaren Infektionen ist es unbedingt empfehlenswert, auch den*die Partner*in mitzubehandeln.

Gegen Bakterien und Trichomonaden werden Antibiotika eingesetzt, gegen Pilzinfektionen sogenannte Antimykotika. Die Medikamente werden meist in Tablettenform eingenommen. Herpes-Infektionen können bis heute nicht geheilt werden. Um die Dauer des akuten Ausbruchs zu verkürzen und eventuelle Beschwerden zu lindern, werden jedoch Virustatika angewendet.

Infektionen mit HPV heilen häufig ohne Therapie ab. Die Feigwarzen werden zunächst nur beobachtet, da sie sich von selbst zurückbilden können. Geschieht dies nicht, können Substanzen wie Podophyllotoxin oder Trichloressigsäure auf die Warzen getupft werden. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, sie mittels Laser, Messer oder Elektroschlinge zu entfernen.

Wurde die Zervizitis beispielsweise in den Wechseljahren durch Hormonmangel gefördert, kann die zusätzliche Gabe von weiblichen Geschlechtshormonen wie Gestagen und Östrogen über 20 Tage hinweg sinnvoll sein.

Verlauf einer Gebärmutterhalsentzündung

Bei rechtzeitiger Therapie lässt sich eine Gebärmutterhalsentzündung gut und komplikationslos behandeln.

Breiten sich die Erreger einer Zervizitis aber auf den Gebärmutterkörper, die Eileiter oder Eierstöcke aus, können sie auch hier eine Entzündung und, abhängig vom Krankheitserreger, spätere Komplikationen verursachen. Chlamydien und Mykoplasmen können beispielsweise zu Verklebungen der Eileiter führen: Eileiterschwangerschaften oder Unfruchtbarkeit sind mögliche Folgen. Eine frühzeitige Diagnose mit anschließender Therapie ist daher sehr wichtig.

Infektionen mit Herpes-Viren können nicht geheilt werden. Während sich die akute Entzündung des Gebärmutterhalses behandeln lässt, bleiben die verursachenden Viren im Körper und können beispielsweise bei Stress eine erneute Zervizitis auslösen. Infiziert sich eine werdende Mutter kurz vor der Geburt mit dem Herpes-Virus, besteht große Gefahr für das Kind, sich während der Geburt anzustecken. Da der Neugeborenenherpes mit einer hohen Sterblichkeit einhergeht, muss die Infektion durch einen Kaiserschnitt umgangen werden.

Die Feigwarzen wachsen sehr selten zu großen Ansammlungen (Condylomata gigantea) zusammen, die einen im Falle einer Schwangerschaft einen Kaiserschnitt notwendig machen können. Selten ist auch die Infektion des Neugeborenen mit HPV während der Geburt. In der Folge können sich beim Kind Feigwarzen und sehr selten gutartige Tumore im Kehlkopfbereich bilden. Zur Vermeidung sollten die Feigwarzen vor der Geburt beseitigt werden.

Eine Infektion mit einer anderen Gruppe von HPV birgt das Risiko, Jahre später an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken. Die gynäkologische Vorsorgeuntersuchung sollte daher immer wahrgenommen werden.

Gebärmutterhalsentzündung: Tipps zum Vorbeugen

Kondome bieten einen gewissen Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten und werden daher auch zur Vorbeugung einer Gebärmutterhalsentzündung uneingeschränkt empfohlen. Da Kondome aber nur Teile des Genitals bedecken, ist eine Einschleppung von Keimen in den Intimbereich trotzdem möglich.

Ein Impfstoff gegen bestimmte HPV ist mittlerweile erhältlich und bietet nach heutigem Wissen einen sehr guten Infektionsschutz.

Um aufsteigende Infektionen während des Wochenbetts zu vermeiden, sind Hygienemaßnahmen wie das regelmäßige Händewaschen und -desinfizieren und die Intimpflege sehr wichtig.

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