Klare oder rote Pusteln

Hitzepickel: Hautausschlag bei Wärme

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Wenn bei warmen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit Schweißdrüsen verstopfen und Schweiß nicht mehr verdunsten kann, entstehen häufig Hitzepickel. Wie man den Hitzeausschlag erkennt, was gegen Miliaria hilft und ob es Möglichkeiten zum Vorbeugen der Hautkrankheit gibt.

Hitzepickel bei Frau am Dekolleté
Hitzepickel entstehen an den Schweißwegen, häufig am Dekolleté.
© Getty Images/Voyagerix

An sich sind Hitzepickel eine harmlose Hauterkrankung, die darauf hinweist, dass die Ausführgänge der Schweißdrüsen verstopft sind. Typisch sind bis zu stecknadelkopfgroße Bläschen, die hell bis rötlich gefärbt und mit Flüssigkeit gefüllt sind. Hitzepickel treten häufig auch bei Babys auf und deuten auf einen Hitzestau am Körper hin.

Artikelinhalte im Überblick:

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Was sind Hitzepickel?

Hitzepickel sind eine entzündliche Hauterkrankung und werden medizinisch als Miliaria bezeichnet. Sie entstehen durch verstopfte Schweißdrüsen, die verhindern, dass Schweiß regulär verdunsten kann. Andere Bezeichnungen sind Hitzeausschlag, Schweißfrieseln, Schweißbläschen, Schwitzbläschen oder Dermatitis hidrotica.

Typischerweise entstehen Hitzepickel an Hautstellen, an denen viele Schweißdrüsen sitzen. Dazu zählen das Dekolleté, die Achseln und der obere Rücken. Auch an der Leiste, unterhalb der Brust oder bei Babys im Windelbereich bilden sich Hitzepickel – an diesen Stellen staut sich oft Körperwärme.

Wie Hitzepickel aussehen

Je nach Ort und Aussehen werden bei Hitzepickeln zwei Arten unterschieden. Bei den Miliaria cristallina ist die Schweißdrüse oberflächlich verstopft, während bei der Miliaria rubra die Verstopfung in tieferliegenden Hautschichten erfolgt.

Miliaria cristallina:

  • prall mit Flüssigkeit gefüllte, helle Bläschen

  • meist maximal stecknadelkopfgroß

  • oft am Rumpf (Achseln, Dekolleté, Rücken, Nacken)

  • ohne Entzündung

  • lassen sich leicht durch Druck öffnen

Miliaria rubra/Roter Hund:

  • Entzündete, rot gefärbte Hitzepickel

  • Juckreiz

  • möglich sind auch Schwellung und Schmerzen der Haut

  • lassen sich nicht durch Druck öffnen

Miliaria Hautkrankheit
Großflächiges Areal mit rötlichen Hitzepickeln.
© iStock.com/ARISA THEPBANCHORNCHAI

Ursachen: So entstehen Hitzepickel

In der Regel treten Hitzepickel bei Wärme und hoher Luftfeuchtigkeit auf. Sie können auch die Folge von starkem Schwitzen durch Fieber oder körperliche Anstrengung sein. Auch zu warme, enge und/oder synthetische Kleidung, die das Verdunsten von Schweiß verhindert, kann zu Miliaria führen. Siedeln sich dann Bakterien oder Pilze an, kann sich die Haut entzünden – erkennbar am geröteten Hitzeausschlag.

Hitzepickel beim Baby und Kindern

Häufig beobachten Eltern Hitzepickel bei ihrem Baby oder Kind während der Sommermonate. Meistens ist zu warme Kleidung, die zusätzlich keine Luft an die Haut lässt schuld am Hitzeausschlag. Bei Babys und Kindern kann sich leicht Wärme am kleinen Körper stauen, eine Überhitzung fällt dagegen oft nicht so schnell auf. Kann der Körper die Wärme nicht nach außen abgegeben, verstopfen die Schweißdrüsen.

Diagnose eines Hitzeausschlags

Da Hitzepickel in der Regel harmlos sind und von selbst wieder verschwinden, muss ärztliche Hilfe erst dann eingeholt werden, wenn Betroffene unter starkem Juckreiz oder Entzündungen leiden. Die*der Ärztin*Arzt stellt die Diagnose meist anhand einer Blickdiagnose der betroffenen Hautareale. Eltern, die Hitzepickel bei ihrem Baby feststellen, sollten sich an ihre Kinderärztin oder ihren Kinderarzt wenden.

Was tun gegen Hitzepickel?

Meistens ist keine spezielle Behandlung des Hitzeausschlags notwendig, da er von selbst heilt. Oft reicht es bereits aus, wenn die Haut nicht mehr den hohen Temperaturen ausgesetzt ist und die betroffenen Hautstellen Luft abbekommen. Auch die Art der Kleidung spielt eine Rolle: Statt enganliegend sollte sie weit und luftig, am besten aus natürlichen Stoffen wie Leinen oder Baumwolle sein. Vor allem Babys und Kleinkinder sollten bei warmen Temperaturen nach dem Zwiebelprinzip gekleidet werden, um Kleidungsstücke bei Bedarf an- oder ausziehen zu können.

Ist die Haut jedoch stark entzündet und juckt, können Antihistaminika eingenommen werden. Weitere Medikamente helfen gegen entzündete Hitzepickel: Kortisonhaltige Salben, eine austrocknende Zinkoxid-Schüttelmixtur aus der Apotheke sowie antibiotische oder antimykotische Salben gegen Bakterien oder Pilze.


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