Hautproblem

Milien – harmlos, aber störend

Milien sehen nur auf den ersten Blick wie Mitesser aus. Die hartnäckigen Hautknötchen sind Zysten, die speziell entfernt werden sollten – aber nur, wenn sie stören. Milien können in jedem Alter auftreten. Mehr über die Ursachen und Behandlung von Hautgrieß erfahren Sie hier.

Milien,Grießkörner
Vor allem, wenn Milien im Gesicht wachsen, stören sie oft sehr. Allerdings sollten Sie an Hautgrieß nicht einfach herumdrücken. Milien sollten professionell entfernt werden.
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Milien tun nicht weh und sind streng genommen auch keine Krankheit. Wenn die Knötchen jedoch im Gesicht und dort vor allem am Augenlid oder in sehr großer Anzahl auftauchen, stören sie Betroffene erheblich. Dann beeinträchtigen sie die Attraktivität und sind ein großes kosmetisches Problem.

So erkennen Sie Milien:

  • weißlich-gelbliche Knötchen unter der Haut
  • Durchmesser etwa ein bis zwei Millimeter
  • harte Konsistenz
  • treten einzeln oder in Gruppen auf

Weil die Hautknötchen ähnlich wie Grießkörner aussehen, heißen sie umgangssprachlich auch Hautgrieß oder eine einzelne Milie auch Grießkorn. Der Begriff Milien kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Hirsekorn.

Milien sind keine Mitesser, sondern Zysten

Wer diese typischen Anzeichen von Milien kennt, wird sie nicht mehr mit einem Mitesser verwechseln. Mitesser sind meistens weich und ihr Rand ist rötlich durch die Entzündung, Milien dagegen hart und nicht entzündet. Bei Milien handelt es sich um winzige Zysten in der Haut. Das sind gutartige, feste Kapseln aus Bindegewebe und Hautzellen.

Zysten können sich in unterschiedlicher Größe im Körper bilden. Die Hohlräume dieser festen Kapseln enthalten meist Flüssigkeit, etwa Gewebeflüssigkeit oder Blut. Dabei gibt es verschiedene Arten von Zysten. Milien enthalten vor allem die Hornsubstanz Keratin. Keratin festigt Haare und Nägel. Das erklärt, warum Grießkörner so hart sind und mit der Zeit oft noch härter werden.

Milien: Diese Ursachen stecken hinter Hautgrieß

Die genaue Ursache für Milien ist nicht bekannt. In manchen Familien tritt Hautgrieß häufig auf, deshalb spielen vermutlich die Gene eine Rolle. Weil vor allem Frauen Milien bekommen, könnten die Hormone eine Rolle spielen. Als Auslöser diskutiert werden auch Hautschäden.

Anhand dieser Ursachen von Milien lassen sich die Hautknötchen medizinisch in primäre und sekundäre Milien einteilen:

  • Primäre Milien: Der Hautgrieß bildet sich spontan und ohne ersichtlichen Anlass. Betroffen ist meist das Gesicht. Vermutlich sind jedoch Hormone beteiligt. Denn Frauen bekommen Milien häufig im Rahmen des Menstruationszyklus oder während der Wechseljahre. Primäre Milien treten meist an den Schweißdrüsen-Ausgängen auf oder an den Follikeln von Haaren (Hautöffnungen, an denen ein Haar nach außen wächst). Oft heilen primäre Milien von selbst wieder ab.

  • Sekundäre Milien entstehen durch Hautverletzungen. Das muss nicht immer ein Schnitt oder eine Aufschürfung sein. Auch Sonnenbrand oder Entzündungen können Hautgrieß nach sich ziehen. Manchmal bilden sich Milien, nachdem eine Gürtelrose (Herpes zoster) abgeheilt ist. Sekundäre Milien wachsen genau an den Stellen, an denen die Haut verletzt worden ist.

Milien bei Babys – ein Sonderfall

Eine Ausnahme sind Grießkörner bei Neugeborenen. Vor allem Jungen bekommen oft gleich nach der Geburt Milien im ganzen Gesicht. Die Erklärung: Während der Schwangerschaft und vor allem der Geburt kommen Babys intensiv mit den weiblichen Geschlechtshormonen der Mutter in Kontakt.

Für Mädchen ist das unproblematisch, Jungen reagieren darauf mit Milien. Doch meist ist das kein Grund zur Besorgnis: Die Millien heilen innerhalb von rund sechs Wochen von alleine und vollständig ab.

Milien selbst entfernen?

Darum sollten Eltern auf keinen Fall an den Milien ihres Babys herumdrücken. Das gilt grundsätzlich, auch wenn Milien im höheren Lebensalter auftreten. Weil Grießkörner so hart und verkapselt sind, lassen sie sich nicht einfach wie ein Mitesser ausdrücken. Wer trotzdem versucht, Milien auf eigene Faust zu entfernen, muss mit Entzündungen, einem Wiederauftreten der Milien und Narben rechnen.

Besser: Gehen Sie zu einem Hautarzt. Zum einen kann er sicher diagnostizieren, ob es sich tatsächlich um Milien handelt und nicht um spezielle Warzen oder eine andere Hautkrankheit. Zum zweiten entfernt der Dermatologe Milien professionell und ohne hässliche Folgen. Denn nur manchmal heilen Milien von selbst wieder ab, darauf verlassen sollten sich Betroffene nicht.

Der Dermatologe oder eine geübte Kosmetikerin entfernen Milien dagegen mit einem speziellen Verfahren. Dazu wird das Knötchen mit einem winzigen Schnitt geöffnet. Das geschieht mit einer scharfen Kanüle oder einem kleinen Skalpell (Lanzette). Anschließend drückt der Behandler das Keratin-Körnchen heraus. Die winzige Wunde heilt meist ab, ohne eine Narbe zu bilden. Das ist vor allem wichtig, wenn mehrere Milien in der dünnen Haut an den Augen oder dem Augenlid gewachsen sind.

Milienentfernung mit Laser & Co.: Kosten und Wirkung

Eine relativ neue Möglichkeit, Milien ohne Narben loszuwerden, bietet der Laser. Vor allem der Erbium-Laser eignet sich für Grießkörner, wie auch Studien zeigen.

Wie das funktioniert: Der Hautarzt richtet den Laser auf die Millien. Das Laserlicht verdampft das Wasser in der Haut exakt an dieser Stelle. Dabei werden die Milien buchstäblich mitgerissen. Weil nur die oberste Hautschicht entfernt wurde, entsteht danach nur etwas Schorf. Wenn die winzige Wunde darunter verheilt ist, fällt er ohne Narbenbildung ab.

Bei der Kosmetikerin kostet die Milienentfernung mittels Lanzette bis zu zehn Euro pro Stück. Vor allem, wenn sich Milien im Bereich der Augen befinden, sollte jedoch ein Dermatologe die Milien entfernen. Das kostet mit der klassischen Methode, also per Skalpell, ab 20 Euro.

Die Laserbehandlung von Milien rechnet der Hautarzt mit etwa 80 Euro ab. Diese Kosten müssen Sie aus der eigenen Tasche bezahlen. Denn Milien gelten nicht als Krankheit, sondern als kosmetisches Problem.

Milien können wiederkommen

Vor allem, wenn Sie selbst versuchen, Milien auszudrücken, können die Grießkörner immer wiederkommen. Bleiben Reste der Kaspel in der Haut, wachsen die Milien nämlich wieder und füllen sich erneut mit Keratin.

Erst wenn die Zyste komplett aus der Haut herausgeschält ist – was durch Lanzette oder Laser passiert – treten sie meist nicht mehr auf. Bei manchen Menschen kommen Milien jedoch immer wieder. Medizinisch heißt das Rezidiv.

Milien vorbeugen mit spezieller Pflege

Wer zu immer wieder auftretenden Milien gerade im Gesicht neigt, sollte bei der Hautpflege einige Dinge beachten. Mit diesen Tricks lässt sich das Risiko eines Rezidivs zumindest verringern:

  • Benutzen Sie keine fetthaltigen Pflegeprodukte. Besser sind Kosmetika auf Gelbasis.

  • Waschen Sie Ihr Gesicht gründlich mit warmem Wasser. Noch besser: warme Gesichtsgüsse. Das öffnet Poren und weicht Milien auf.

  • Massieren Sie dann Ihr Gesicht in kleinen Kreisen mit einer sehr weichen Hautbürste. Das reinigt porentief und reißt die Hüllen der Milien auf, falls sie noch nicht zu hart und verkapselt sind.

  • Gehen Sie regelmäßig zu einer guten Kosmetikerin und lassen Sie Ihr Gesicht ausreinigen. Dabei werden Milien, die gerade entstehen, meist problemlos entfernt.

Hautkrankheiten erkennen und behandeln

Autor:
Letzte Aktualisierung: 07. September 2015
Quellen: Dermatologie und medizinische Kosmetik: Leitfaden für die kosmetische Praxis, Konrad Herrmann, Springer Verlag 2007; Dermatologie und Venerologie für das Studium, Peter Fritsch, Springer 2009

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