Hautveränderungen

Furunkel

Tiefliegende Entzündung des Haarfollikels

Ein Furunkel entsteht, wenn Bakterien tief in einen Haarbalg beziehungsweise Haarfollikel eindringen und eine Entzündung hervorrufen. Im Bereich des infizierten Haarbalgs entsteht ein kleines schmerzhaftes Knötchen, das sich im weiteren Verlauf rasch vergrößert und mit Eiter füllt.

Furunkel
Furunkel können an allen behaarten Körperstellen entstehen.
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Bei einem Furunkel handelt es sich um eine tief ins Hautgewebe reichende, eitrige und schmerzhafte Entzündung des Haarbalgs, auch als Haarfollikel bezeichnet. Der Haarbalg ist eine röhrenförmige Einstülpung der Haut, die die Haarwurzel umgibt. Ein Furunkel kann sich bilden, wenn Bakterien  – insbesondere Staphylokokken – von der Hautoberfläche aus in einen den Haarfollikel gelangen. Sie dringen entlang des Haarfollikels tief in die Haut ein, vermehren sich stark und lösen eine eitrige Entzündung aus.

Hautkrankheiten erkennen und behandeln

Symptome des Furunkels

Ein Furunkel entwickelt sich immer aus einer oberflächlichen Haarbalgentzündung (Follikulitis). Das erste Furunkel-Symptom ist deshalb – ebenso wie bei einer Follikulitis – eine kleine, rot umsäumte, weiß-gelblich gefüllte Pustel, in deren Zentrum häufig ein Haar zu erkennen ist. Anfangs beschränkt sich die Entzündung auf einen einzigen Haarfollikel. Allerdings greift die Infektion schnell auf das umgebende Gewebe über, oft auch auf benachbarte Haarbälge. Im Inneren des Furunkels stirbt aufgrund der anhaltenden Entzündung Hautgewebe ab (Nekrose) und es sammelt sich Eiter an. Der Furunkel wächst dadurch in kurzer Zeit stark an und kann eine Größe von etwa zwei Zentimetern erreichen.

Eiterbildung ruft Druck hervor

Aufgrund der Eiterbildung steht der Furunkel unter Druck, die Haut über dem Furunkel ist gespannt und häufig ist ein Eiterpfropfen oder eine gelblich-braune Verkrustung zu erkennen, die aus abgestorbenem Gewebe und Eiter besteht.

Manchmal kommt es bei einem Furunkel zu leichten allgemeinen Krankheits-Symptomen, wie zum Beispiel erhöhter Temperatur. Dringen die sich ausbreitenden Bakterien in die Lymphgefäße der Haut ein, können sich diese entzünden (Lymphangitis) und die Lymphknoten in der Umgebung des Furunkels schwellen schmerzhaft an (Lymphadenitis). Gelangt der Erreger in die Blutbahn, kommt es zu einer Blutvergiftung (Sepsis) mit hohem Fieber und Benommenheit.

Staphylococcus aureus häufigste Ursache

Wichtigste Ursache für die entstehung eines Furunkels ist das Bakterium Staphylococcus aureus. Der Erreger besiedelt bei vielen Menschen die Schleimhäute von Nasen- und Rachenraum. Häufig haben Furunkel ihre Ursache deshalb in einer Selbstinfektion: Durch eine Schmierinfektion gelangt der Erreger von den Schleimhäuten des Nasen-Rachenraums auf die Hautoberfläche und kann dort in die Haarbälge eindringen. Außerdem ist bei direktem Körperkontakt auch eine Übertragung des Erregers von Mensch zu Mensch oder durch infizierte Gegenstände möglich.  Der Erreger besiedelt normalerweise die Schleimhäute von Nase und Rachen, kann jedoch über eine Schmierinfektion auf die Haut gelangen und eine Haarbalgentzündung auslösen.

Andere Krankheiten, Medikamente und Hygienemängel begünstigen Furunkel

Zwar sind Bakterien die eigentliche Furunkel-Ursache, allerdings gibt es darüber hinaus noch verschiedene andere Faktoren, die die schmerzhaften Haarbalgentzündungen begünstigen:

  • Stoffwechselerkrankungen, zum Beispiel die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
  • Ein geschwächtes Immunsystem
  • Hauterkrankungen, insbesondere Ekzeme wie bei Neurodermitis
  • Bestimmte Medikamente, wie zum Beispiel Kortison
  • Schlechte hygienische Verhältnisse

Blick-Diagnose genügt in der Regel

Bei einem Furunkel stellt der Arzt die Diagnose aufgrund des typischen Erscheinungsbildes – und meistens ohne besondere Untersuchungen – alleine  durch das Betrachten der entzündeten Haut. Wenn Sie sich krank fühlen und Ihre Symptome sehr ausgeprägt sind, wird der Arzt im Rahmen der Furunkel-Diagnose außerdem Ihre Körpertemperatur messen und bei Bedarf eine Blutuntersuchung durchführen, um eine Blutvergiftung auszuschließen.

Abstrich und Blutuntersuchung bei wiederkehrenden Furunkeln

Wenn Sie an einer Furunkulose leiden oder der Furunkel immer wieder erneut auftritt, erfordert die Diagnose außerdem einen Abstrich. Durch eine labormedizinische Untersuchung des Eiters kann der Arzt den Erreger eindeutig identifizieren und Sie mit einem geeigneten Antibiotikum behandeln.

Darüber hinaus ist auch bei wiederkehrenden Furunkeln eine Blutuntersuchung ratsam, da eine körperliche Erkrankung, wie zum Beispiel eine unerkannte Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) oder eine Immunschwäche, die Ursache für die wiederkehrenden Infektionen sein kann.

Auf der nächsten Seite gehts weiter zur Therapie des Furunkel

Furunkel erfordert meist keine Therapie
Furunkel
Antibiotische Salben können das Abheilen des Furunkels unterstützen.
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Häufig ist bei einem Furunkel keine besondere Therapie erforderlich. Viele Furunkel brechen nach einigen Tagen von alleine nach außen auf, der Eiter entleert sich und die Wunde kann danach abheilen. Sie sollten den betroffenen Körperteil jedoch möglichst ruhigstellen und sich für einige Tage schonen. Bei Furunkeln im Gesicht ist es außerdem ratsam, feste Nahrung zu meiden und für einige Tage flüssige oder sehr weiche Kost zu sich zu nehmen, die Sie nicht kauen müssen.

Salben und Umschläge fördern Heilungsprozess

Um den Heilungsprozess zu unterstützen, kann es hilfreich sein, die entzündete Haut zu desinfizieren oder eine antibiotische Salbe aufzutragen. Sogenannte „Zugsalben“ oder warme, feuchte Umschläge können die Reifung des Furunkels beschleunigen, sodass dieser schneller aufbricht und daraufhin abheilen kann. Wenn Sie an sehr starken Schmerzen leiden, kann der Arzt den Furunkel durch einen winzigen Einstich mit einem Skalpell öffnen.

Sind die Bakterien in Lymph- oder Blutgefäße eingedrungen, erfordert die Furunkel-Therapie hingegen immer die Einnahme von Antibiotika. Eine örtliche Behandlung mit einer antibiotischen Salbe ist in diesem Fall nicht ausreichend. Auch bei Furunkeln im Gesicht ist aufgrund der Gefahr von Komplikationen eine Therapie mit Antibiotika sinnvoll.

Furunkel niemals selbst zu Leibe rücken!

Unabhängig davon, wo sich der Furunkel befindet, sollten Sie niemals versuchen, den Furunkel selbst zu öffnen oder auszudrücken!

Bei den meisten Furunkeln ist der Verlauf unkompliziert. Zwar können die Schmerzen, die ein Furunkel verursacht, sehr unangenehm sein. Sobald sich der Furunkel nach einigen Tagen öffnet und entleert, lassen die Symptome nach, und die Wunde heilt ab. Da es sich um eine tiefe Hautinfektion handelt, bleibt dabei in der Regel eine kleine Narbe zurück Bei sehr starken Schmerzen kann der Arzt den Furunkel mit einem kleinen Einstich öffnen und die Heilung auf diese Weise beschleunigen.

Zum Arzt, wenn Furunkel immer wieder kommen

Manche Menschen leiden immer wieder an Furunkeln und häufig treten in solchen Fällen mehrere Furunkel gleichzeitig auf. Ärzte sprechen dann von einer Furunkulose. Die Ursache einer Furunkulose ist oft eine körperliche Erkrankung, wie zum Beispiel eine unbehandelte Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) oder eine Immunschwäche. Wenn Sie häufig an Furunkeln leiden, ist es deshalb ratsam, vom Arzt abklären zu lassen, ob eine körperliche Erkrankung besteht.

Wenn sich mehrere Furunkel nebeneinander entwickeln, können diese miteinander zu einem großflächigen Karbunkel verschmelzen. Karbunkel treten vor allem im Nacken auf und sind sehr schmerzhaft. Die allgemeinen Krankheitssymptome sind bei einem Karbunkel oft stärker ausgeprägt, einige Betroffene leiden unter starker Abgeschlagenheit, Fieber und Schüttelfrost.

Welche Komplikationen Furunkel auslösen können

Manchmal verursachen Furunkel oder Karbunkel ernsthaftere Komplikationen, zum Beispiel, wenn die Bakterien in die Lymphgefäße oder die Blutgefäße eindringen. Es kommt zu einer schmerzhaften Entzündung der Lymphgefäße und der Lymphknoten oder zu einer Blutvergiftung mit hohem Fieber und Benommenheit. Furunkel im Gesicht können darüber hinaus eine Hirnvenen-Thrombose, also ein Blutgerinnsel im Gehirn, oder eine Hirnhautentzündung (Meningitis) verursachen, wenn die Erreger in die Blutbahn gelangen.

Vorbeugen durch Hygiene

Einem Furunkel können Sie teilweise durch einige einfache Hygiene-Maßnahmen vorbeugen. Der wichtigste Verursacher von Furunkeln, der Erreger Staphylococcus aureus, ist weit verbreitet. Bei bis zu 70 Prozent der Menschen besiedelt er zeitweilig oder sogar dauerhaft die Schleimhäute von Nasen- und Rachenraum. Von hier aus kann er relativ leicht auf die Hautoberfläche gelangen – und von dort wiederum auch auf andere Menschen übergehen. Auch über infizierte Gegenstände ist eine Übertragung möglich.

Um einem Furunkel vorzubeugen, ist deshalb eine gute Körperhygiene hilfreich. Dazu gehört nicht nur, sich regelmäßig zu waschen, sondern auch Handtücher, Bettwäsche und Kleidung regelmäßig zu wechseln. Wenn Sie bereits an einem Furunkel leiden, können Sie auf diese Weise auch das Risiko senken, die Erreger auf andere Menschen zu übertragen.

Hautkrankheiten erkennen und behandeln

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Letzte Aktualisierung:18. Dezember 2014
Quellen: Leitlinie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft in Zusammenarbeit mit dem Berufsverband Deutscher Dermatologen, der DGI, der DGHM, der DGPI und der PEG: Diagnostik und Therapie Staphylococcus aureus bedingter Infektionen der Haut und Schleimhäute. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 013/038 (Stand: April 2011); Plewig et al.: Braun-Falco’s Dermatologie, Venerologie und Allergologie. Springer, Berlin-Heidelberg 2012; Moll I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010; Altmeyer P. et al.: Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München – Jena 2003

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