Krampflöser gegen Bauchschmerzen

Buscopan: Dosierung und Anwendung von Dragees, Zäpfchen und Tabletten

Buscopan enthält den krampflösenden Wirkstoff Butylscopolaminiumbromid, der aus der Duboisia, einem in Australien beheimateten Strauch gewonnen wird, und eignet sich als sogenanntes Spasmolytikum zur Behandlung schmerzhafter Bauchkrämpfe. In Buscopan Plus ist zusätzlich der Schmerzstiller Paracetamol enthalten, wodurch das Medikament auch bei stärkeren Beschwerden Linderung verschaffen kann.

Buscopan
Buscopan kann Bauchkrämpfe etwa durch Regelbeschwerden oder das Reizdarmsyndrom bekämpfen.
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Buscopan wird bei leichten bis mäßigen Krämpfen im Magen-Darm-Trakt beispielsweise durch Stress oder schlecht verträgliche Speisen angewendet. Es eignet sich auch zur Behandlung des Reizdarmsyndroms. Die Wirkung des Medikaments beruht auf dem Wirkstoff Butylscopolaminiumbromid (kurz Butylscopolaminbromid oder Butylscopolamin), der die Magen-Darmmuskulatur entkrampfend sowie die Magen- und Darmbewegungen hemmt.

Das Einsatzgebiet für Buscopan sind Bauchbeschwerden unterschiedlicher Herkunft, etwa durch Stress und fetthaltige oder stark gewürzte Speisen, Alkohol oder Nikotin. Auch Nahrungsunverträglichkeiten wie beispielsweise Laktoseintoleranz oder Glutenunverträglichkeit, Lebensmittelallergien und -infektionen sowie das Reizdarmsyndrom kann regelmäßige Probleme in der Verdauung verursachen und Bauchkrämpfe auslösen, die man mit Buscopan behandeln kann.

Bei stärkeren Beschwerden wie Regelschmerzen, Blasenentzündungen oder Magen-Darm-Infektionen, wenn ein krampflösendes Mittel allein nicht ausreicht, bietet Buscopan Plus eine Alternative: Es enthält zusätzlich den schmerzstillenden Wirkstoff Paracetamol.

Dosierung von Buscopan als Zäpfchen und Dragées

Buscopan ist gut verträglich und für Erwachsene sowie Kinder ab sechs Jahre geeignet. Es ist in der Apotheke frei verkäuflich in Form von Dragées oder Zäpfchen erhältlich. Dragées und Zäpfchen enthalten jeweils zehn Milligramm (mg) des Wirkstoffs Butylscopolamin.

Zu beachten ist, dass die Tageshöchstdosis für Butylscopolaminbromid bei Tabletten 60 mg beträgt, bei Zäpfchen 100 mg. Sowohl Dragées als auch Zäpfchen sollten ohne ärztlichen Rat nicht länger als fünf Tage eingenommen beziehungsweise angewendet werden.

Wann zum Arzt bei Bauchkrämpfen?

Wenn die Bauchschmerzen trotz der Behandlung mit Buscopan oder Buscopan Plus weiter bestehen bleiben beziehungsweise sich verschlimmern oder weitere Symptome hinzukommen wie Fieber, Übelkeit und Erbrechen, Druckempfindlichkeit am Bauch, Blutdruckabfall, Ohnmacht oder Blut im Stuhl, ist das ein Grund, sofort einen Arzt zu konsultieren. Gleiches gilt für das Auftreten schwerer akuter Überempfindlichkeitsreaktionen, die sich durch Rötungen oder Schwellungen ankündigen können.

Wer darf Buscopan einnehmen und wer nicht? Das ist bei der Anwendung zu beachten

Buscopan ist für Erwachsene und Kinder ab sechs Jahren geeignet. Buscoplan Plus ist aufgrund des enthaltenen Paracetamols erst für Kinder ab zwölf Jahren sowie für Erwachsene zugelassen und sollte ohne ärztliche Beratung nicht länger als drei bis vier Tage angewendet werden. Zudem muss sichergestellt sein, dass die empfohlene Dosierung nicht überschritten wird, denn zu viel Paracetamol kann die Leber schewr schädigen.

Die Tageshöchstdosis für Buscopan Plus sind sechs Dragées beziehungsweise drei bis vier Zäpfchen, die Einzeldosis ist mit ein bis zwei Filmtabletten/Dragées beziehungsweise einem Zäpfchen angegeben. Halten Sie zwischen den Einzeldosen möglichst einen zeitlichen Abstand von acht Stunden für Dragées sechs Stunden für Zäpfchen ein. Wenn Sie einmal eine Dosis ausgelassen haben, sollten Sie die vergessene Dosis nicht mit der aktuellen nachholen.

Diese gefährlichen Wechselwirkungen sollten Sie kennen

 

Mögliche Nebenwirkungen von Buscopan (Plus)

Sowohl Buscopan als auch Buscopan Plus sind zwar gut verträglich, können aber wie alle Arzneien unerwünschte Nebenwirkungen haben. Dazu gehören beispielsweise Hautreaktionen, Müdigkeit, Schwindel, Kreislauf-, Magen- und Nieren- beziehungsweise Harnwegsprobleme, sehr selten ein gestörtes Nah-Sehen. Auch schwere Nebenwirkungen wie ein anaphylaktischer Schock, ein Kreislaufkollaps oder in sehr seltenen Fällen ein Glaukomanfall sind möglich.

Paracetamol nie mit Alkohol kombinieren!

Der schmerzstillende Wirkstoff Paracetamol in Buscopan Plus wird über die Leber abgebaut. Deshalb ist Alkohol tabu, wenn Buscopan Plus angewendet wird. Vermeiden Sie unbedingt eine Überdosierung. Eine Leberfunktionsstörung schließt die Anwendung von Buscopan Plus aus.

Gegenanzeigen: Wann Buscopan nicht verwendet werden darf

Allergien gegen Inhaltsstoffe von Buscopan beziehungsweise Buscopan Plus sowie bestimmten Erkrankungen schließen die Behandlung mit dem Medikament aus.

Die Kontraindikationen von Butylscopolamin im Einzelnen:

  • Verengungen (Stenosen) im Magen-Darm-Trakt beispielsweise aufgrund einer Geschwulst oder einer Darmabknickung,
  • eine krankhafte Aufweitung des Dickdarms (Megakolon),
  • Verengung der Harnwege beispielsweise aufgrund einer vergrößerten Vorsteherdrüse,
  • Grüner Star (Engwinkelglaukom),
  • krankhaft beschleunigter Herzschlag, Herzrasen und unregelmäßigem Herzschlag,
  • Myasthenia gravis (besondere Form von krankhafter Muskelschwäche).

Buscopan Plus darf zudem aufgrund des Paracetamolgehalts bei schweren Leberfunktionsstörungen nicht angewendet werden.

Bei weniger schwerer Beeinträchtigung der Leberfunktion, vorgeschädigter Niere, Gilbert-Syndrom und Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenasemangel muss vor Einnahme von Buscopan Plus ein Arzt konsultiert werden.

Mögliche Buscopan-Wechselwirkungen mit dem Arzt oder Apotheker abklären

Da es sowohl durch Butylscopolamin als auch Paracetamol bei gleichzeitiger Einnahme mit bestimmten anderen Wirkstoffen zu Wechselwirkungen kommen kann, ist es ratsam, die Behandlung mit Buscopan oder Buscopan Plus vorab mit dem Arzt zu besprechen, wenn noch andere Medikamente angewendet werden.

Auch der Apotheker oder die Apothekerin ist bei Fragen hierzu die richtige Anlaufstelle. Bei Buscopan Plus ist zu beachten, dass zusätzlich eingenommene Medikamente kein Paracetamol enthalten, um die Gefahr einer Überdosierung zu vermeiden.

Buscopan und Buscopan Plus nicht für Schwangere geeignet

Da es bislang noch nicht genügend Erfahrung dazu gibt, wie sich Buscopan oder Buscopan Plus in der Schwangerschaft auf das Ungeborene auswirken, ist werdenden Müttern von der Anwendung abzuraten.

Unklar ist auch, ob und inwiefern der Wirkstoff Butylscopolaminiumbromid in die Muttermilch übergehen kann und welche Auswirkungen dies hätte. Deshalb sollte Buscopan oder Buscopan Plus während der Stillzeit nur nach sorgfältiger Abwägung der Nutzen und Risiken und nach Beratung durch einen Arzt eingenommen werden.

Schnelle Krampflöser: Beipackzettel zu Buscopan und Buscopan plus

Für Buscopan und Buscopan Plus sprechen eine schnelle Wirkung – sie setzt nach etwa 15 Minuten ein – und die lange Erfahrung mit dem Medikament: Buscopan ist seit über 60 Jahren in Deutschland erhältlich, Buscopan Plus seit mehr als 30 Jahren.

Der auf pflanzlicher Basis gewonnene Wirkstoff Butylscopolamin ist nebenwirkungsarm und bekämpft die Ursache von Bauchschmerzen und -krämpfen, indem er die verspannte Magen- und Darmmuskulatur lockert und Überaktivität lindert. Bei Buscopan Plus wird diese krampflösende Eigenschaft durch einen Schmerzstiller ergänzt.

Weitere Informationen finden Sie im Beipackzettel zu Buscopan Dragées und Buscopan Zäpfchen beziehungsweise Buscopan Plus Filmtabletten und Buscopan Plus Zäpfchen.

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Autor:
Letzte Aktualisierung:19. April 2016
Durch: sw

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