Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Koronare Herzkrankheit (KHK)

Bei der Koronaren Herzkrankheit, kurz KHK, handelt es sich um eine krankhafte Veränderung der Herzkranzgefäße, die das Herz mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen, so dass es zu Versorgungsengpässen des Herzens kommt. Die KHK wird auch als Ischämische Herzkrankheit (IHK) bezeichnet und ist weltweit die häufigste Herzerkrankung.

khk koronare herzkrankheit
Bei der Koronaren Herzkrankheit wird der Herzmuskel nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt.
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Die Bezeichnung "Koronare Herzkrankheit", gängig mit KHK abgekürzt, weist auf das Wesen dieser weltweit häufigsten Herzerkrankung hin: Die Koronararterien oder Herzkranzgefäße, die das Herz mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen, sind dabei krankhaft verändert. Ursache ist eine Arteriosklerose dieser Blutgefäße. Sie führt zu Ablagerungen in den Gefäßwänden. Dadurch kommt es zu Engstellen, die für das Blut im Laufe der Zeit immer schlechter passierbar werden. Das Herz wird nicht mehr genügend durchblutet. Die Minderdurchblutung wird in der Medizin als Ischämie bezeichnet. Daher rührt der Begriff Ischämische Herzkrankheit, kurz IHK, wie die KHK auch genannt wird.

Die größten Risikofaktoren für Herzinfarkt

KHK kann zu Herzschwäche und Herzinfarkt führen

Die verschlechterte Durchblutung des Herzens hat zur Folge, dass das Herz nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird. Dies wiederum beeinträchtigt auf Dauer die Leistungsfähigkeit des Herzens, weshalb die Herzschwäche oder Herzinsuffizienz zu den Folgeerkrankungen der KHK zählt. An den KHK-typischen Engstellen in den Koronararterien kann es durch fortschreitende Gefäßablagerungen oder Blutgerinsel zum Gefäßverschluss kommen, sodass Bereiche des Herzens gar nicht mehr versorgt werden und beginnen, abzusterben. Dann liegt ein Herzinfarkt vor, eine weitere Folge der KHK.

Angina Pectoris ist das Hauptsymptom einer Koronaren Herzkrankheit

Die KHK ist eine schleichende, sich über Jahre und Jahrzehnte entwickelnde Erkrankung. Sie macht sich erst bemerkbar, wenn die die Verengungen in den Herzkranzgefäßen schon weit fortgeschritten sind. Dann ist die Angina Pectoris mit Schmerzen und Druckgefühl im Brustbereich sowie Atemnot das Hauptsymptom. Zunächst tritt es meist nur auf, wenn das Herz stärker belastet wird und mehr Sauerstoff benötigt, beispielsweise bei körperlicher Anstrengung. Später bei Fortschreiten der Erkrankung können die Symptome aber auch ohne erkennbare Auslöser den Betroffenen zu schaffen machen.

Die Koronare Herzkrankheit ist derzeit nicht heilbar, das sich die auslösenden Gefäßveränderungen nicht rückgängig machen lassen. Sie kann jedoch behandelt und ihr Fortschreiten aufgehalten werden. Dazu stehen Medikamente zur Verfügung und chirurgische Therapien wie das Einsetzen von Stents, mit denen Engstellen in den Koronararterien geweitet werden, oder das Legen eines Bypasses.

Herzinsuffizienz: An diesen Symptomen erkennen Sie die Herzschwäche

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Lebenstil spielt bei Therapie und Prävention der KHK entscheidende Rolle

Eine wichtige Rolle spielt der eigene Lebensstil. Die Umstellung auf eine gesunde, ballaststoffreiche und fettarme Ernährung und regelmäßige, an die körperliche Leistungsfähigkeit angepasste Bewegung und der Verzicht auf Zigaretten sind wichtige Maßnahmen für den Erfolg der Therapie und stellen gleichzeitig eine effektive Prävention dar, damit es erst gar nicht zu einer KHK kommt.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind häufigste Todesursache

Prävention tut Not: Noch immer gehören Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie die Koronare Herzkrankheit zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland wie auch in anderen Industrienationen. Im Jahr 2011 starben in der Bundesrepublik laut Statistischem Bundesamt insgesamt 342.233 Männer und Frauen an einer Herz-Kreislauferkrankung, davon allein 70.557 an der Koronaren Herzkrankheit. Betroffen sind vor allem ältere Menschen, hier Männer mehr als Frauen. Während weniger als ein Prozent der Frauen und bis zu 1,4 Prozent der Männer bis 44 Jahren an einer KHK leiden, sind es in der Altersgruppe der 45- bis 65-Jährigen schon rund 3,5 Prozent der Frauen und 8,6 der Männer. In der Altersgruppe über 65 sind rund ein Fünftel der Frauen von einer KHK betroffen und über ein Viertel (28,3 Prozent) der Männer.

Typische Symptome der Koronaren Herzkrankheit

Zu den Hauptsymptomen einer Koronaren Herzkrankheit (KHK) gehören starke Schmerzen auf der linken Brustseite, die ausstrahlen können, und Beklemmungsgefühle - der Symptomkomplex, der unter dem Begriff Angina Pectoris zusammengefasst wird.

Eine Koronare Herzkrankheit (KHK) oder Ischämische Herzkrankheit (IHK) verläuft im Frühstadium symptomlos. Erst wenn die die arteriosklerotischen Gefäßveränderungen, die eine KHK bedingen, soweit fortgeschritten sind, dass der Blutfluss um 50 Prozent vermindert ist, können erste Symptome bei starker Anstrengung auftreten. Dann kann es zu plötzlich auftretenden starken Schmerzen hinter dem Brustbein oder in der linken Brustseite kommen, die in den linken Arm, den Hals, den Unterkiefer oder den Oberbauch ausstrahlen können und meist von einem Druck- oder Beklemmungsgefühl bis hin zu Todesangst sowie Atemnot begleitet sind - das typische Beschwerdebild einer Angina Pectoris. Sie gilt als Leit- beziehungsweise Hauptsymptom einer KHK.

Bei diesen Symptomen zum Arzt!

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Beschwerdegrad gibt Hinweis auf Krankheitsstadium

Die Beschwerden halten sekunden- bis minutenlang an; in der Regel klingen sie ab, sobald die Anstrengung vorüber ist und der Körper wieder zur Ruhe kommt. Bei einer fortgeschrittenen KHK können die Symptome bereits bei mittlerer bis leichter Belastung auftreten. Ist der Blutfluss um etwa 90 Prozent vermindert, kann es auch im Ruhezustand zur Angina Pectoris kommen. Entsprechend wird die Angina Pectoris in vier Schweregrade aufgeteilt:

Grad 1: Keine Symptome

Grad 2: Symptome bei stärkerer körperlicher Belastung

Grad 3: Symptome bei leichter körperlicher Belastung

Grad 4: Symptome in Ruhe

KHK kann symptomlos verlaufen

Nicht immer aber kommt es zu Symptomen, oder sie sind untypisch, was häufig bei Frauen der Fall ist. So können eine Atemnot bei Anstrengung oder nur ein leichtes Beklemmungsgefühl der einzige Hinweis auf eine KHK sein. Vor allem bei Diabetikern kann die KHK ohne weitere Anzeichen verlaufen. Hier besteht die Gefahr, dass die Koronare Herzkrankheit erst festgestellt wird, wenn es bereits zum Herzinfarkt, schweren Herzrhytmusstörungen oder Herzschwäche gekommen ist.

Koronare Herzkrankheit: Ursachen und Risikofaktoren

Als Hauptursache der Koronaren Herzkrankheit gelten Verengungen der Herzkrankzgefäße, die das Herz mit Sauerstoff versorgen. Die Verengungen entstehen  durch Ablagerungen, so genannte Plaques, in den Innenwänden dieser Blutgefäße.

Die Koronare Herzkrankheit (KHK) entsteht, wenn das Herz nicht mehr genügend durchblutet wird. Ursache ist die Bildung von Ablagerungen aus Fetten und anderen Substanzen in den Innenwänden der Koronararterien, die das Herz umgeben und mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen. Es handelt sich also um eine Arteriosklerose, die sich an den Herzkranzgefäße zeigt. Die Gefäßwände verdicken sich dadurch an den Stellen, an denen diese auch als Plaques bezeichneten Ablagerungen entstanden sind, und bilden Engstellen, so genannte Stenosen. Diese behindern den Blutfluss, und das nachgelagerte Gewebe wird daher nicht mehr ausreichend versorgt.

Herzgefäße oft von Arteriosklerose betroffen

Auch wenn sich eine Arteriosklerose in allen Arterien des Körpers bilden kann, tritt sie überwiegend in den Gefäßen des Herzens sowie der Hals- und der Bauchschlagader auf. Warum es zur Plaquebildung kommt, ist noch nicht abschließend geklärt. Bekannt sind jedoch verschiedene Risikofaktoren, die eine Arteriosklerose und damit die Gefahr einer Koronaren Herzkrankheit erhöhen. Sie lassen sich grob in drei Gruppen einteilen:

  • Risikofaktoren, auf die wir keinen Einfluss nehmen können
  • Risikofaktoren, die bedingt beeinflussbar sind: Hier sind Grunderkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder Fettstoffwechselstörungen zu nennen.
  • Risikofaktoren, die sich vermeiden lassen: Das sind vor allem Ernährungsfehler und Bewegungsmangel sowie das Rauchen.
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Zu ersten Gruppe der Risikofaktoren zählt beispielsweise das Lebensalter. So betrifft die Koronare Herzkrankheit vor allem Menschen über 65 Jahre, während junge Menschen sehr selten daran erkranken. Das Geschlecht spielt ebenfalls eine Rolle: Männer leiden deutlich häufiger an einer KHK als Frauen. Schließlich ist auch eine genetische Veranlagung mit verantwortlich für die Entstehung von Arteriosklerose und KHK.

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Auch genetische Ursachen für das Entstehen der Erkrankung werden diskutiert. Eine internationale Foprscherguppe hat mittlerweile zehn Gene identifiziert, die in Zusammenhang mit den Ursachen für koronare Herzerkrankungen stehen. Für einige dieser Gene ist bereits eine Wirkung auf den Fettstoffwechsel und Übergewicht bekannt.

KHK-fördernde Grunderkrankungen konsequent behandeln

Unter bedingt beeinflussbaren Risikofaktoren sind Grunderkrankungen zu nennen, die das Entstehen von Arteriosklerose und Koronarer Herzkrankheit begünstigen, wie Diabetes, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen. Natürlich ist beispielsweise ein Diabetiker nicht "selbst schuld" an seiner Erkrankung. Wie hoch das Risiko ist, zusätzlich an einer KHK zu erkranken, hängt jedoch auch davon ab, wie konsequent die jeweilige Grunderkrankung behandelt wird. Im Fall von Diabetes bedeutet das, eine gute Blutzuckereinstellung sicher zu stellen und die diesbezüglichen Anweisungen des Arztes zu befolgen. Diese Therapietreue ist auch für die anderen Grunderkrankungen wie Bluthochdruck oder Fettstoffwechselstörung wichtig, um die Gefahr einer KHK zu senken.

Viele Risikofaktoren für KHK sind vermeidbar

Einen wichtigen Part bei der Entstehung der Koronaren Herzkrankheit oder Ischämischen Herzkrankheit, wie sie auch genannt wird, bilden vermeidbare Risikofaktoren durch den persönlichen Lebensstil. So fördert eine fett- und salzhaltige Ernährung die Bildung von Ablagerungen in den Gefäßwänden. Bewegungsmangel, Rauchen und Übergewicht sind weitere bedeutende Risikofaktoren, bei denen es jeder selbst in der Hand hat, in wieweit er sich diesen aussetzen will. Schließlich wird auch Stress mit der Entstehung der KHK in Zusammenhang gebracht.

Diagnose der KHK: Untersuchungen und bildgebende Verfahren

Neben der Basisuntersuchung mit Anamnese und körperlicher Untersuchung werden beim verdacht auf Koronare Herzkrankheit eine reihe bildgebender Verfahren eingesetzt um den Zustand der Herzkranzgefäße und das Ausmaß der Erkrankung eburteilen zu können.

Bei Verdacht auf eine Koronare Herzkrankheit (KHK) wird Ihr Arzt Sie zunächst einer Basisuntersuchung unterziehen, zu der die Anamnese, eine körperliche Untersuchung mit Ruhe-EKG und die Ermittlung bestimmter Laborwerte gehören. Darüber hinaus können weiterer spezielle Diagnoseverfahren nötig sein, um sicherzustellen, dass eine Ischämische Herzkrankheit (IHK), wie diese Herzerkrankung auch genannt wird, vorliegt und ihr Ausmaß zu bestimmen.

Bei der Anamnese ist die Mitarbeit des Patienten gefragt

Zunächst erwartet Sie beim Arzt eine eingehende Befragung, medizinisch als Anamnese bezeichnet. Auf diese können und sollten Sie sich vorbereiten, um dem Arzt möglichst alle wichtigen Informationen liefern zu können. So wird der Arzt sich Ihre Beschwerden genau beschreiben lassen und wissen wollen, wie oft, bei welchen Gelegenheiten und in welcher Intensität diese auftreten. Auch muss er wissen, ob Sie bei sich eine verminderte körperliche Belastbarkeit festgestellt haben. Sich dazu vorab ein paar Notizen zu machen, stellt sicher, dass Sie nichts Wichtiges vergessen.

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Zur Einordnung der Beschwerden und ihres Risikos für eine Koronare Herzkrankheit ist es für den Arzt wichtig, sich ein Bild Ihrer Lebensumstände zu machen. Wenn Sie rauchen, sollten Sie das "beichten", auch Angaben zum Bewegungsverhalten, ob Sie beispielsweise Sport treiben, dürfen nicht fehlen. Wichtig zu wissen ist es für Ihren Arzt zudem, ob Sie gerade großem Stress ausgesetzt sind, ob bei Ihnen bereits eine andere Erkrankung diagnostiziert wurde und/oder ob Sie Medikamente einnehmen. Schließlich liefert die Häufigkeit von Arteriosklerose und Koronarer Herzkrankheit bei Ihren nächsten Familienangehörigen dem Arzt wertvolle Hinweise.

Die körperliche Untersuchung bei Verdacht auf KHK

Nach der Anamnese folgt eine körperliche Untersuchung. Dabei wird der Arzt Herz und Lunge abhören. Mediziner sprechen in diesem Zusammenhang von der "Auskultation" von Herz und Lunge. Der Blutdruck wird gemessen, der BMI bestimmt und der Gefäßstatus erhoben. Unter letzterem ist eine Untersuchung der Blutgefäße und ihrer Funktionsfähigkeit zu verstehen. Dies kann der Arzt tun, in dem er an bestimmten Körperstellen den Puls misst. Es gibt darüber hinaus auch noch technische Verfahren, um die Funktion der Blutgefäße zu überprüfen, beispielsweise die Dopplersonografie oder Duplexsonografie..

Schließlich wird der Arzt nach Anzeichen für einen verminderte Herzfunktion suchen wie beispielsweise dicke, geschwollene Beine, Atemnot beim flachen Liegen, deutlich sichtbare Halsvenen bei Oberkörperhochlagerung um ca. 45 Grad. Schließlich gehört auch ein Ruhe-EKG zum Standard bei der Diagnose der KHK. Hinzu kommt eine Blutabnahme für Laboruntersuchungen, um eine Anämie auszuschließen und Risikofaktoren durch die Bestimmung von Blutfett- und Blutzuckerwerten festzustellen.

Differenziertere Ergebnisse durch Belastungs-EKG

Je nach Ergebnis der Basisuntersuchung und Zustand des Patienten kommen weitere Untersuchungsverfahren in Betracht. Dies kann zum einen ein Belastungs-EKG oder ein Langzeit-EKG sein, die das Ruhe-EKG ergänzen. Hintergrund ist, dass ein normales Ruhe-EKG allein diagnostisch nicht verlässlich ist, da es bei einem Großteil der KHK-Patienten nicht auffällig ist. Genauere Hinweise liefert das Belastungs-EKG: Es ist bei bis zu 70 Prozent der KHK-Patienten auffällig. Das heißt, das selbst ein Belastungs-EKG mit Ergebnissen im Normbereich nicht verlässlich bedeutet, dass das Herz gesund ist. Umgekehrt liegt jedoch bei auffälligem Belastungs-EKG zu 90 Prozent eine KHK vor. Ein Langzeit-EKG kommt vor allem bei nächtlichen Angina-Pectoris-Anfällen in Betracht oder bei Verdacht auf sogenannte stumme Ischämien. Darunter ist ein Sauerstoffmangel im Herzmuskel zu verstehen, der ohne die typischen Schmerz-Symptome einhergeht.

Schließlich gibt es verschiedenen bildgebende Verfahren, um eine Koronare Herzkrankheit zu diagnostizieren und ihr Ausmaß zu bestimmen. Dabei wird zwischen nicht-invasiven Methoden wie der Stress-Echokardiografie oder Szintigrafie unterschieden, die ohne Eingriff von Statten gehen und invasiven Verfahren wie die Angiographie, für die Katheter in die zum Herz führenden Arterien eingeführt  werden. Da invasive Verfahren ein gewisses Risiko bergen und belastender sind als nicht-invasive Verfahren, werden sie in der Regel erst nach einer sorgfältigen Kosten-Risiken-Abwägung eingesetzt. Dazu sollten Sie sich eingehend von Ihrem Arzt beraten lassen.

Verlaufskontrolle durch Stress-Echokardiografie

Die Stress-Echokardiografie, kurz Stress-Echo, ist ein Diagnoseverfahren, das vor allem zur Verlaufskontrolle einer Koronaren Herzkrankheit genutzt wird. Dabei handelt es sich um eine Ultraschall-Untersuchung des Herzens unter Belastung, durch die der Arzt die Herz-Aktion beobachten kann. Dabei wird ein Ultraschallkopf entweder auf die Brustwand aufgesetzt oder über die Speiseröhre bis auf Herzhöhe eingeführt. Die schlechtere Herzdurchblutung bei einer Verengung der Herzkranzgefäße schlägt sich in Bewegungsstörungen der Herzwand nieder, die das Stress-Echo für den Arzt erkennbar macht.

Die Belastung des Organismus wird entweder durch ein Fahrradergometer erreicht oder durch Gabe von Medikamenten simuliert.

Mit Ultraschall lassen sich Herzkrankheiten mit hoher Treffsicherheit feststellen, ohne den Patienten zu belasten. Bei koronarer Herzkrankheit werden vor allem die Bewegungen des Herzmuskels (eingeschränkt bei Narbenbildung oder Sauerstoff-Unterversorgung) beobachtet und andere Herzkrankheiten, die zu ähnlichen klinischen Symptomen führen könnten, ausgeschlossen.

Szintigrafie macht Durchblutungsstörungen im Herzen sichtbar

Rückschlüsse auf die Durchblutung des Herzens ermöglicht auch die Myokard-Szintigrafie. Dazu wird eine schwach radioaktive Substanz, ein Isotop in eine Vene gespritzt, verteilt sich daraufhin im Körper und reichert sich relativ gezielt im Herzmuskel an. Wird über dem Herzmuskel die (sehr geringe) Radioaktivität gemessen und grafisch dargestellt, erhält man ein Bild der Durchblutungsverhältnisse. Verengte Blutgefäße führen zu Durchblutungsstörungen, die dazu führen, dass sich eine verminderte Radioaktivität in den betroffenen Arealen nachweisen lässt. Dadurch kann der Arzt auf Sitz und Ausmaß der Gefäßverengung rückschließen.

Herzschwäche rechtzeitig erkennen

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Die Injektion des Isotops wird während der maximal möglichen Belastung vorgenommen, nach fünf bis zehn Minuten werden Aufnahmen der Aktivität des Herzmuskels angefertigt. Drei bis vier Stunden später wird eine Vergleichsaufnahme in Ruhe aufgenommen. Nimmt ein Gebiet in Ruhe und unter Belastung wenig oder keine Aktivität auf, spricht dies für eine Narbe; ein minderdurchblutetes Gebiet erscheint unter Belastung weniger, in Ruhe jedoch normal mit dem Isotop angereichert.

CT erkennt KHK-typische Veränderungen der Koronararterien

Die CT ist ein Röntgenverfahren, das Schnittbilder des untersuchten Bereichs liefert. Je nach Auflösung sind die Schnitte nur wenige Millimeter dick und erlauben so eine detaillierte Darstellung auch feiner Veränderungen, wie sie die Koronararterien bei der KHK aufweisen. Sie kann vor allem zur Abklärung eines Herzinfarkt-Risikos eingesetzt werden und stellt eine Alternative dar zur Angiografie, die für den Patienten deutlich belastender ist.

PET identifiziert lebensfähiges Gewebe

Mit der Positronen-Emissions-Tomographie, kurz PET, ist es möglich, noch lebensfähiges Gewebe in einem abgestorbenen (infarzierten) Muskelbezirk aufzudecken. Dies ist beispielsweise  allem nach einem  Ist tatsächlich noch lebensfähiges Gewebe vorhanden, dann lohnt sich ein Wiedereröffnen verengter Herzkranzgefäße ganz besonders, denn dann kann das noch lebensfähige Gewebe erhalten werden und sich wieder erholen.

Herzkatheter-Angiografie zeigt Ausmaß der KHK

Herz-Katheter
Bei der Herzkatheter-Angiografie wird vor den Röntgenaufnahmen ein Kontrastmittel über einen Katheter, der meist über die Leistarterie eingeführt wird, in die Herzkranzgefäße gespritzt.
Getty Images/Dorling Kindersley RF

Die Herzkatheter-Angiografie bietet die Möglichkeit, die Herzkranzgefäße zu röntgen und so verengte Stellen direkt zu erkennen. Dabei handelt es sich um ein invasives Verfahren, da ein Katheter über die Leisten-, seltener auch Armarterie bis zur Abzweigung der rechten oder linken Herzkranzarterie aus der Hauptschlagader eingeführt wird. Dabei handelt es sich um einen sehr dünnen Schlauch, über den ein Kontrastmittel direkt in die Herzkranzgefäße gespritzt wird.

Nur während des Einspritzens des Kontrastmittels stellt sich das Gefäß auf dem Röntgenbild dar. Die Gefäßwand selbst ist nicht sichtbar. Frühe Veränderungen können daher nicht erkannt werden, da das Gefäß erst ab einer Gefäßveränderung von mehr als 40 Prozent eine Einengung aufweist. Das bedeutet, dass geringe Veränderungen im Röntgenbild bereits auf fortgeschrittene Stadien der koronaren Herzerkrankung mit ausgedehnten Gefäßwandveränderungen hinweisen.

Koronare Herzkrankheit (KHK): So wird behandelt

Eine Koronare Herzkrankheit ist wie die in der Regel zugrunde liegende Arteriosklerose nicht heilbar. Sie lässt sich aber so gut behandeln, dass eine mit gesunden Menschen vergleichbare Lebensqualität und -erwartung erreicht werden kann.

Die Therapie richtet sich dabei nach dem Stadium der Erkrankung. Es können Medikamente eingesetzt werden, und wenn diese nicht ausreichen, Katheter-gestützte und operative Verfahren. Darüber hinaus können Patienten selbst durch Umstellung ihres Lebensstils viel dazu beitragen, dass die Erkrankung nicht weiter fortschreitet.

Regelmäßige Medikamenteneinnahme wichtig

Zur Behandlung der KHK raten Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung und Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften in ihrer gemeindamen Patientenleitlinie zu KHK, dauerhaft Thrombozytenaggregationshemmer, Betablocker und Statine einzunehmen. Die Thrombozytenaggregationshemmer, umgangssprachlich als Blutverdünner bezeichnet, dass sich Blutblättchen an Verletzungen in den Wänden der Herzkranzgefäße anlagern und zu Verstopfungen der Arterien führen. Als Wirkstoff der ersten Wahl wird hier Azetylsalicylsäure (ASS) genannt.

Koronare Herzkrankheit: Mit diesen Medikamenten behandeln

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Betablocker sorgen für einen niedrigeren Blutdruck und verlangsamen den Herzschlag, wodurch das Herz entlastet wird. In Frage kommende Wirkstoffe sind für Bisoprolol, Carvedilol und Metoprolol. Statine sind cholesterinsenkende Medikamente; sie wirken sich günstig auf die Blutfettwerte aus. In der Patientenleitlinie wird ausdrücklich davor gewarnt, diese Medikamente eigenständig ohne Rücksprache mit dem Arzt abzusetzen, da die regelmäßige Einnahme nachweislich lebensverlängernd ist und vor einem Herzinfarkt schützt.

Bei Nebenwirkungen zum Arzt

Allerdings können diese Medikamente Nebenwirkungen hervorrufen, bei deren Auftreten umgehend der Arzt konsultiert werden sollte. Alarmzeichen sind immer Atemnot, Herzrasen und Schwindel. Bei den Blutverdünnern stellen zudem Erbrechen von Blut und Schwarzfärbung des Stuhls eine Notfallsituation dar, da dies auf eine Magenblutung hinweisen kann. Bei Einnahme von Statinen sind außerdem Gelbsucht mit starkem Juckreiz am ganzen Körper, bräunlich-roter Urin und starker juckender Hautausschlag Anlass, den Notarzt einzuschalten. Generell sollten Beschwerden nach Einnahme von Medikamenten immer mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.

Zur Behandlung akuter Beschwerden beziehungsweise eines Angina-Pectoris-Anfalls haben sich Nitrate bewährt. Sie erweitern die Herzkranzgefäße, wodurch das Herz besser mit Sauerstoff versorgt wird. Sie bewirken außerdem, dass der Blutfluss durch die Venen zurück zum Herzen verlangsamt wird. Dies entlastet das Herz. Sie wirken schnell und sind als Tropfen, Spray und Kapseln zum Zerbeißen erhältlich.

Es gibt noch weitere Medikamente zur Behandlung der KHK, die darauf abzielen, die Blutgefäße zu weiten, dadurch den Blutdruck zu senken und so das Herz zu entlasten. Dazu zählen Kalziumkanalblocker, ACE-Hemmer und Angiotensin-I-Blocker.

Stents halten Engstellen in den Gefäßen offen

Reichen Medikamente nicht aus oder ist der Blutfluss an einer Stelle der Koronararterien sehr stark beeinträchtigt, besteht die Möglichkeit, die Engstelle zu weiten und durch einen Stent offen zu halten. Ein Stent ist eine Gefäßstütze in Form eines dehnbaren Röhrchens aus Metall- oder Kunststoffgeflecht. Dazu wird ein Katheter - das ist ein feiner Kunststoffschlauch - durch die Arterien bis zur verengten Stelle geschoben. An der Spitze des Katheters befindet sich ein winziger Ballon in einem Stent. An der Engstelle wird der Ballon aufgeblasen und die Engstelle geweitet. Der Stent dehnt sich dabei auf und verbleibt in der Arterie, um zu verhindern, dass sich die geweitete Stelle in der Arterie wieder zusammenzieht. Das Verfahren wird als perkutane Koronarintervention bezeichnet.

Können Engstellen in einer Koronararterie nicht mehr aufgedehnt werden oder sind mehrere Herzkranzgefäße von den solchen Stenosen betroffen, stellt eine Bypassoperation eine Therapiemöglichkeit dar.  Dabei werden die verengten Herzgefäße künstlich überbrückt. Hierzu verwenden die Ärzte körpereigene Gefäße des Betroffenen, zum Beispiel Unterschenkelvenen, oder Kunststoff.

Bypass einfach erklärt

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Maßvoller Sport und Ernährungsumstellung

Ein wichtiger Aspekt der Behandlung, der den Therapieerfolg maßgeblich beeinflusst, ist eine Umstellung des Lebensstils. Was hilft, der KHK vorzubeugen, unterstützt auch die Behandlung, allen voran fett- und salzarme Ernährung, der Abschied von Zigaretten und ausreichend Bewegung. Sport im richtigen Maß und an die persönliche Leistungsfähigkeit angepasst sehen Ärzte hier "als stark wirksames Medikament", wie es die Kardiologin Madlen Uhlemann auf der 15. Jahrestagung des Herzzentrums Leipzig ausdrückte. Sie verwies auf eine Studie der Universität Leipzig, an der 101 Patienten mit einer Koronaren Herzkrankheit teilnahmen. Bei ihnen waren Engstellen in den Koronararterien festgestellt worden, die den Blutfluss um mindestens 75 Prozent minderten. Es wurden zwei Gruppen gebildet. Die eine Gruppe nahmen täglich 20 Minuten an einem Ergometertraining teil, die andere wurde einer perkutanen Koronarintervention unterzogen. „Die Rate des ereignisfreien Überlebens fiel mit 88 versus 70 Prozent signifikant zugunsten der Sportgruppe aus", berichtete die Kardiologin  auf der Tagung.

Das Studienergebnis sollte KHK-Patienten ermuntern, sich sportlich zu betätigen - allerdings nur nach Absprache mit dem Arzt und unter fachkundiger Anleitung zu Trainingsbeginn.

Koronare Herzkrankheit: Verlauf und Prognose bei KHK

Ohne Therapie und Umstellung des Lebensstils ist die Warscheinlichkeit groß, dass sich die KHK durch die fortschreitende Arteriosklerose im Laufe des Lebens verschlechtern. Dann sinkt die Lebensqualität der Betroffenen.

Angina Pectoris ist ein Warnsignal

Erste Anzeichen der Koronaren Herzkrankheit machen sich erst dann bemerkbar, wenn die Ablagerungen in den Arterien die Gefäße um mehr als die Hälfte verengen. Bei erhöhter Anstrengung wird das Herz nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt. Es kommt zu einem Engegefühl in der Brust – zur Angina Pectoris.

Ist die Koronare Herzkrankheit schon weit fortgeschritten, erhöht sich für Betroffene das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden. Durch die verkalkten Arterien kommt es dann zum kompletten Verschluss eines der Herzkranzgefäße oder eines davon abzweigenden Blutgefäßes. Ein Teil des Herzmuskels stirbt daraufhin durch Sauerstoffunterversorgung ab.

Konsequente Therapie erhält Lebensqualität

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Dieser Entwicklung können Sie gegensteuern, indem Sie alles vermeiden, indem Sie sich konsequent an die Therapieanweisung Ihres Arztes halten und regelmäßig die verordneten Medikamente einnehmen. Das Wahrnehmen regelmäßiger Vorsorgeuntersuchungen ist ebenfalls ein wichtiger Aspekt. Außerdem gilt es, alles zu vermeiden, was zu weiteren Gefäßablagerungen und -schädigungen führt. Dazu gehört in erster Linie der Verzicht auf Alkohol und Zigaretten. Gesunde Ernährung und angemessene regelmäßige Bewegung, zum Beispiel in einer Herzsportgruppe, tragen ebenso maßgeblich zur Gesunderhaltung der Gefäße bei, wobei jedoch hohe körperliche Anstrengung zu vermeiden ist. Welche Sportarten für Sie in Frage kommen, sollten Sie mit Ihrem Arzt abklären.

Wer sich an diese Vorgaben hält, kann damit eine Lebensqualität und Lebenserwartung erreichen, die mit der eines Gesunden vergleichbar ist.

Koronare Herzkrankheit (KHK): Wie vorbeugen?

Das Risiko, eine Koronare Herkrankheit zu bekommen, lässt sich durch einfache Maßnahmen drastisch reduzieren. Dazu gehören ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung und ausreichend Bewegung.

Da sich die Risiken für die Koronare Herzkrankheit (KHK) und andere Herzleiden zum Großteil auf den persönlichen Lebensstil zurückführen lassen, können sie von den Betroffenen selbst beeinflusst werden. Dabei ist es wichtig, bereits bei Kindern und Jugendlichen gesunde Lebensgewohnheiten zu etablieren.

Doch auch Erwachsene, die wegen ihres Rauchverhaltens, ihres zu hohen Blutdrucks oder einer anderen Vorerkrankung zur Risikogruppe zählen, können noch handeln. Folgende Punkte sollten besonders beachtet werden:

Kostenlose Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen!

Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen haben ab einem Alter von 35 Jahren im zweijährigen Turnus Anspruch auf eine kostenlose Vorsorgeuntersuchung. Ziel dieser Untersuchungen ist es, häufig auftretende Krankheiten frühzeitig zu erkennen.

Denn wenn die Koronare Herzkrankheit oder deren Risikofaktoren beizeiten erkannt werden, kann der behandelnde Arzt rechtzeitig weitere Untersuchungen oder Behandlungen veranlassen. So lassen sich schädliche Folgen für die eigene Gesundheit abwenden oder verringern.

Koronare Herzkrankheit (KHK)

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