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Troponin: Was bedeuten erhöhte Werte?

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Troponin ist ein Eiweißbaustein, der in Skelett- und Herzmuskelzellen vorkommt. Nach einer Schädigung des Herzmuskels tritt er jedoch vermehrt ins Blut über – ist der Troponin-Wert erhöht, kann das daher auf einen Herzinfarkt hinweisen. Wann und wie der Troponin-Wert bestimmt wird und welche Werte normal sind.

Troponin: Marker im Blut zeigt Herzinfarkt
© Getty Images/Povozniuk

Im Überblick:

Blutbild: Wichtige Werte und was sie bedeuten

Was ist Troponin?

Troponin ist ein Eiweißkomplex, der eine wichtige Rolle beim Zusammenziehen der Skelett- und Herzmuskulatur spielt. Einige Troponine kommen ausschließlich in den Muskelfasern des Herzens vor, sie werden „kardiale Troponine (cTn)“ genannt. Fachleute unterscheiden hier zwischen kardiale Troponin T (cTnT) und das kardiale Troponin I (cTnI).

Kardiale Troponine treten erst bei einer Herzmuskelschädigung ins Blut über und sind bei gesunden Menschen nicht nachweisbar. Unter Fachleuten gelten sie deshalb als ein Biomarker für eine Schädigung des Herzmuskels. Biomarker sind körpereigene Stoffe, die nur im Rahmen eines Krankheitsprozesses gebildet oder freigesetzt werden und deshalb für die Diagnose und Prognose von Krankheiten herangezogen werden.

Der Troponin-Test: Welche Werte sind normal?

Um den Troponin-Wert zu bestimmen, wird eine Blutprobe entnommen und im Labor untersucht. Wenn es besonders schnell gehen muss (beispielsweise bei akutem Herzinfarkt-Verdacht), kann auch ein Troponin-Schnelltest eingesetzt werden: Dafür wird nur ein Tropfen Blut aus der Fingerkuppe benötigt. Die Referenzbereiche für Normalwerte von Troponin werden in Mikrogramm pro Liter (µg/L) angegeben und liegen

  • für Troponin T (cTn): unter 0,4 µg/L
  • für Troponoin T (hochsensitiv): 0,014 µg/L
  • für Toponin I (cTnI): unter 0,1 bis 2,0 µg/L

Der Troponin-Wert steigt bereits eine bis drei Stunden nach einer Herzmuskelschädigung an und erreicht nach zwölf Stunden seinen Höchstwert. Auf diesem hohen Niveau bleibt er dann für circa 48 Stunden, bevor er langsam wieder abfällt und nach circa zehn Tagen nicht mehr nachweisbar ist.

Inzwischen wird fast ausschließlich der hochsensitive Test für das Troponin durchgeführt, da mit seiner Hilfe auch akutere Myokardinfarkte zuverlässig festgestellt werden können, nicht erst nach wenigen Stunden.

Wann wird der Troponin-Wert bestimmt?

Ein Troponin-Test wird immer dann vorgenommen, wenn der Verdacht auf einen Herzmuskelschaden vorliegt. Troponin I und Troponin T werden aber nicht nur zur Diagnose von Herzinfarkten und kleineren Herzmuskelschädigungen eingesetzt, sondern dienen auch der Kontrolle von Verlauf und Therapieerfolg nach einem Herzinfarkt.

Wann ist der Troponin-Wert zu niedrig?

Kardiale Troponine werden nur dann ins Blut freigesetzt, wenn der Herzmuskel geschädigt wird. Im Blut gesunder Menschen sind sie nicht nachweisbar, einen zu niedrigen Troponin-Wert kann es daher nicht geben.

Wann ist der Troponin-Wert zu hoch?

Troponin T und Troponin I gelangen nur dann ins Blut, wenn der Herzmuskel einen Schaden erleidet. Mögliche Gründe dafür sind:

  • Herzinfarkt
  • Herzmuskelentzündung (Myokarditis)
  • stabile koronare Herzkrankheit
  • chronische Herzinsuffizienz
  • chronisches Vorhofflimmern
  • anhaltende Herzrhythmusstörungen
  • Broken-Heart-Syndrom (Tako-Tsubo-Kardiomyopathie), eine durch Stress ausgelöste Funktionsstörung des Herzmuskels

Je höher der Troponin-Wert ist, desto wahrscheinlicher steckt ein Herzinfarkt dahinter: Bei einem mehr als fünffach erhöhten Wert beträgt die Wahrscheinlichkeit eines Infarkts über 90 Prozent, ist der Wert mehr als dreifach erhöht, liegt in über 60 Prozent der Fälle ein Herzinfarkt vor.

In einigen Fällen steckt auch eine nicht-kardiale Erkrankung hinter einem erhöhten Troponin-Wert. So können auch Niereninsuffizienz, Lungenentzündung oder Lungenhochdruck für ein erhöhtes Troponin I und Troponin T verantwortlich sein.

Die größten Risikofaktoren für Herzinfarkt
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