Staublunge und Asbestose als Berufskrankheiten

Berufsrisiko Lungenkrebs?

Auch der Beruf kann Lungenkrebs fördern. Staublunge und Asbestose sind bereits seit Längerem bestätigte Berufskrankheiten. Nun wird auch Lungenkrebs, der durch polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) hervorgerufen wurde, als Berufskrankheit anerkannt.

Berufsrisiko Lungenkrebs?
Berufskrankheit Lungenkrebs: Ein Tumor durch polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe kann etwa Dachdecker treffen.
(c) Getty Images/Ingram Publishing

Lungenkrebs als Berufskrankheit: Seit langem weiß man von Stoffen wie Asbest, Chrom, Nickel oder Arsenverbindungen, dass sie Lungenkrebs hervorrufen können. Wer beruflich oder privat viel mit solchen Stoffen umgeht, sollte wissen, dass das Risiko eines Bronchialtumors (Bronchialkarzinom) bei ihm erhöht ist. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) hat Merkblätter für die fünf neuen Berufskrankheiten, die von den Berufsgenossenschaften und Unfallversicherern anerkannt werden müssen, für den Download durch Ärzte ins Netz gestellt.

Lungenkrebs durch PAK als Berufsrisiko

Unter den neuen Berufskrankheiten ist auch Lungenkrebs durch polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und das Zusammenwirken von Asbestfasern und PAK. Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe sind beispielsweise im Tabakrauch enthalten, in größeren Mengen aber auch in Teerprodukten. Gummi- und Kunststoffprodukten wie Hammerstiele oder andere ummantelte Werkzeuge können die gesundheitsgefährdenden Stoffe ebenfalls enthalten. Durch längeren Kontakt können sie über die Haut in den Körper gelangen.

Berufskrankheit Lungenkrebs: Auch Schlosser und Schuhmacher sind gefährdet

Ermitteln lassen sich PAK durch den Nachweis eines bestimmten Stoffes (1-Hydroxypyren) im Urin. Die Merkblätter geben Ärzten Hinweise darauf, wo Gefahrenquellen im Beruf lauern und welche Berufsgruppen besonders gefährdet sind. Sie sollen so gezielt nach möglichen Gefahrenquellen fragen können. Lungenkrebs durch polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe kann etwa auch Dachdecker, Kfz-Schlosser oder Schuhmacher treffen. Haben Sie den Verdacht, dass Sie wegen Ihres Arbeitsumfeldes oder Ihrer Arbeitsstoffe krank geworden sind, so sollten Sie Ihren Hausarzt informieren. Für den Hausarzt besteht die Pflicht, Berufskrankheiten wie Lungenkrebs, Staublunge und Asbestose zu melden.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 10. Juni 2013
Durch: sw / Lifeline
Quellen: Ärzte Zeitung, 1.7.2010, Download vom 21.07.2010 unter http://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/praxisfuehrung/article/609619/berufskrankheiten-fortbildung-aber-meldepflicht-hausarzt.html

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