Krankheitsverlauf - drei Varianten möglich

Verlaufsformen der rheumatoiden Arthritis

Die rheumatoide Arthritis, auch als chronische Polyarthritis bekannt, ist geprägt von unterschiedlichen Verlaufsformen. Aufgrund vielfältiger Einflussfaktoren bei der Entstehung und Aufrechterhaltung der Erkrankung kann eine Abschätzung des Verlaufes im Einzelfall mitunter schwierig sein.

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Die rheumatoide Arthritis kann fortschreitend verlaufen, in Schüben oder mit Unterbrechungen auftreten.
© iStock.com/tbel

Mit welchem Ausprägungsgrad der Erkrankung zu rechnen ist, zeigt sich jedoch meist innerhalb der ersten drei bis fünf Jahre nach Krankheitsbeginn.

Generell können drei mögliche Verlaufsvarianten unterschieden werden:

  • Progredient (fortschreitend), 60 bis 70 Prozent: Die Krankheit kann mit unterschiedlicher Geschwindigkeit kontinuierlich und/oder schubweise voranschreiten.
  • Intermittierend (mit Unterbrechungen auftretend), etwa 20 Prozent: Betroffene zeigen im Verlauf immer wieder Phasen mit einer deutlichen Besserung ihrer Beschwerden. Die Neigung zur Ausbildung von Gelenkschäden und Funktionsbehinderung ist meist geringer, als bei den anderen Verlaufsformen.
  • Maligne (=bösartig), mehr als 10 Prozent: Schnell und mit hoher Entzündungsaktivität verlaufende Form der rheumatoiden Arthritis. Ausgedehnte Gelenkbeteiligung mit ausgeprägter Gelenkschädigung und häufiger Beteiligung weiterer Organe.

Zeitlich begrenzte, seltener auch anhaltende Ruhephasen der Erkrankung sind bei den meisten Betroffenen also möglich. Neben dem spontanen Auftreten solcher Phasen, tragen unter anderem folgende Faktoren zu einer Abschwächung der Krankheitsaktivität bei:

  • eine frühzeitige und wirksame medikamentöse Behandlung
  • eine konsequente Übungsbehandlung
  • eine begleitende psychosoziale Behandlung und Unterstützung

Zur Beurteilung dieser auch als "Remission" bezeichneten Phasen dienen folgende Kriterien:

  • weniger als 15 Minuten anhaltende Morgensteifigkeit
  • keine Müdigkeit
  • keine schmerzhaften Gelenke
  • kein Druck- oder Bewegungsschmerz
  • keine Weichteilschwellung von Gelenken oder Sehnenscheiden
  • eine Blutsenkungsgeschwindigkeit von unter 30 mm pro Stunde bei Frauen, oder unter 20 mm pro Stunde bei Männern

Sind fünf der genannten Kriterien über einen Zeitraum von zwei Monaten anhaltend erfüllt, so ist die Wahrscheinlichkeit für eine vollständige Remission hoch.

Häufiger (bei 70 Prozent der Patienten) treten jedoch inkomplette Remissionen auf. "Inkomplett" bedeutet hier: dem Patienten geht es deutlich besser, aber nicht alle Entzündungsaktivität ist zurückgegangen und deshalb sind auch nicht alle Kriterien für eine komplette Remission erfüllt.

Für eine gute Prognose der Erkrankung ist eine schnelle Diagnosesicherung und eine frühzeitig einsetzende Behandlung von entscheidender Bedeutung. Nur auf diese Art und Weise können drohende Knochen- und Gelenkschäden, sowie eine Beeinträchtigung anderer Organe, rechtzeitig vermieden werden. Ziel einer modernen Behandlung ist deshalb nicht nur die Linderung und schnelle Rückbildung der Beschwerden, sondern das Eindämmen der zu Grunde liegenden Entzündung.

Aus diesem Grund wird bei der aktuellen Therapie der rheumatoiden Arthritis meist eine Kombination von Medikamenten, die an unterschiedlichen Stellen des Entzündungsprozesses angreifen, eingesetzt. Je nach Schweregrad der Erkrankung können dies Substanzen aus folgenden Medikamentengruppen sein:

  • Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR)
  • Glukokortikoide
  • so genannte Basistherapeutika (langwirksame Antirheumatika - DMARD)
  • Biologics

Selbstverständliche Bausteine der Behandlung sind darüber hinaus:

  • ein konsequentes Schmerzmanagement
  • Krankengymnastik
  • Ergotherapie
  • Gegebenenfalls auch operative Eingriffe

Mehr über die Therapiemöglichkeiten bei rheumatoider Arthritis erfahren Sie hier.

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