Bronchialkarzinom

Lungenkrebs – Ursachen, Heilungschancen und Lebenserwartung

Lungenkrebs gehört zu den bösartigsten Krebsformen und ist hierzulande nach wie vor eine der häufigsten Todesursachen. Was viele nicht wissen: Er wird zu 90 Prozent direkt oder indirekt durch Rauchen verursacht. Lesen Sie hier alles über Symptome, Therapien und Heilungschancen des Bronchialkarzinoms.

Am häufigsten entsteht Lungenkrebs in den Bronchien. Man spricht deshalb auch vom Bronchialkarzinom.
© iStock.com/Sebastian Kaulitzki

Laut Krebsregister des Robert-Koch-Instituts erkranken jedes Jahr in Deutschland etwa 55.000 Menschen an Lungenkrebs. Er ist bei Männern die zweithäufigste Krebserkrankung nach dem Prostatakrebs – und bei Frauen die dritthäufigste. Lungenkrebs tritt überwiegend nach dem 40. Lebensjahr auf und die Häufigkeit steigt mit zunehmendem Alter weiter an. Im Durchschnitt sind Betroffene etwa 70 Jahre alt.  

Seit Ende der 80er Jahre geht die Zahl der Neuerkrankungen bei den Männern kontinuierlich zurück, gleichzeitig steigt sie bei den Frauen jedoch immer schneller an. Grund sind vermutlich veränderte Rauchgewohnheiten. Denn eines gilt heute als sicher: Lungenkrebs wird in erster Linie durch Zigarettenrauchen ausgelöst.

Lungenkrebs verursacht praktische keine Frühsymptome und wird dadurch meist sehr spät entdeckt. Erste Anzeichen können ein über mehrere Wochen anhaltender Husten, Kurzatmigkeit oder Brustschmerzen sein – doch diese Symptome treten auch bei vielen anderen Krankheiten auf. Insofern denkt dabei verständlicherweise kaum jemand als erstes an eine Krebserkrankung.

Artikelinhalte im Überblick:

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Ursachen und Risikofaktoren für Lungenkrebs 

Die meisten Lungenkrebsarten entstehen in den Bronchien, sind also genaugenommen Bronchialkarzinome. Von den Bronchien ausgehend breitet sich der Tumor in das umliegende Lungengewebe aus. Bronchialkarzinome können grundsätzlich in allen Abschnitten der Lunge entstehen, entwickeln sich aber am häufigsten im oberen Bereich der Lungenflügel. Diese werden bei der Atmung am stärksten belüftet, sodass hier auch die Belastung durch giftige, krebserregende Schadstoffe am höchsten ist. Im stark durchbluteten Lungengewebe treffen die Krebszellen auf zahlreiche Blut- und Lymphgefäße, über die sie sich weiter im Körper ausbreiten können. Aus diesem Grund ist die Gefahr der Bildung von Tochtergeschwülsten (Metastasen) bei Lungenkrebs sehr hoch.

Rauchen ist die Hauptursache von Lungenkrebs!

Es gilt heute als gesichert, dass schädliche Stoffe wie beispielsweise Zigarettenrauch, die über einen längeren Zeitraum auf die Schleimhäute einwirken, die Entstehung von bösartigen (malignen) Zellen begünstigen. Bei Männern lassen sich vermutlich 90 Prozent aller Erkrankungsfälle und bei Frauen mindestens 60 Prozent auf aktives Rauchen zurückführen. Je früher damit angefangen wird und je mehr Zigaretten pro Tag geraucht werden, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, an Lungenkrebs zu erkranken. In Abhängigkeit davon kann das Erkrankungsrisiko für einen Raucher bis zu 30-mal höher sein als das eines Nichtrauchers. Aber nicht nur aktives Rauchen, sondern auch Passivrauchen kann das Erkrankungsrisiko erhöhen.

Umweltgifte und Luftverschmutzung können Lungenkrebs verursachen

Nach dem aktiven und passiven Rauchen stehen weitere kanzerogene (krebserregende) Substanzen an zweiter Stelle der Auslöser. Diesen Substanzen sind spezielle Berufsgruppen oft besonders stark ausgesetzt.

Lungenkrebs kann beispielsweise verursacht werden durch:

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Ein weitere Ursache können entzündliche Erkrankungen der Lunge sein, die mit Narbenbildung einhergehen, wie etwa die Tuberkulose. Auch erbliche Faktoren scheinen bei der Entstehung von Lungenkrebs eine Rolle zu spielen. Bisher wurden einige Genveränderungen identifiziert, die das Erkrankungsrisiko erhöhen könnten. Wie bedeutsam genetische Faktoren bei der Entstehung von Lungenkrebs wirklich sind, ist aber noch nicht abschließend geklärt. 

Symptome von Lungenkrebs: Woran man ein Bronchialkarzinom erkennt 

Die Früherkennung von Lungenkrebs gestaltet sich oft problematisch. In den ersten Stadien zeigt er praktisch keinerlei Symptome und wird deshalb meist nur durch Zufall entdeckt. Trotzdem gibt es einige Warnzeichen und Beschwerden, die auf ein Lungenkarzinom hinweisen können: 

Ist das Lungenkarzinom bereits in einem weiter fortgeschrittenen Stadium, können Symptome wie Fieber, Nachtschweiß und der Verlust an Körpergewicht (mehr als zehn Prozent in wenigen Monaten) auftreten, die allgemein als Anzeichen für Krebserkrankungen gelten. 

Mehr über Frühwarnzeichen, Symptome und Beschwerden bei Bronchialkarzinomen lesen Sie in unserem ausführlichen Artikel zum Thema.

Formen und Stadien von Lungenkrebs

Vom Bronchialkarzinom gibt es mehrere Varianten (Subtypen). Sie entstehen durch sogenannte pluripotente Reservezellen im Lungengewebe, die sich ähnlich wie die Stammzellen im Knochenmark in verschiedene Zelltypen ausbilden können. Man unterscheidet je nach Art der Krebszellen: 

Die Einteilung ist wichtig für Therapie und Verlauf der Krebserkrankung. 

Das kleinzellige Bronchialkarzinom  

Kleinzellige Bronchialkarzinome liegen meist eher zentral in der Lunge. Diese Form des Lungenkrebses ist durch ein schnelles Wachstum und früh auftretende Metastasen gekennzeichnet. Dabei gelangen Krebszellen über die Blutbahn in Lunge, Knochen, Gehirn, Leber und Knochenmark und bilden dort Absiedlungen. Es gilt deshalb als aggressivste Form, spricht jedoch im frühen Stadium sehr gut auf Chemotherapie an. 

Das nichtkleinzellige Bronchialkarzinom  

Das nichtkleinzellige Bronchialkarzinom tritt häufiger in den Randbereichen der Lunge auf und kann wiederum in unterschiedlichen Zelltypen unterteilt werden: 

Das Plattenepithelkarzinom ist mit etwa 45 Prozent insgesamt die häufigste Form aller Lungenkrebsarten bei Männern. Das Adenokarzinom ist die einzige Form, die bei (nichtrauchenden) Frauen häufiger auftritt als bei Männern, und zwar mit einer Häufigkeit von 40 Prozent. Anders als beim kleinzelligen Bronchialkarzinom sind die Aussichten beim Plattenepithel- und Adenokarzinom etwas besser, da sich diese Tumore etwas langsamer ausbreiten. Doch leider tendieren sie ebenfalls zur frühen Metastasenbildung. Nicht-kleinzellige Bronchialkarzinome, die noch nicht gestreut haben, sind können meist gut durch eine Operation entfernt werden. 

Einteilung in Stadien 

Für die Therapieplanung ist es wichtig zu wissen, wie weit der Tumor fortgeschritten ist. In der Regel unterscheiden Mediziner zwischen begrenzter (limited disease) und fortgeschrittener Krankheit (extensive disease). Im ersten Fall ist die Ausbreitung des Krebses auf einen Lungenflügel begrenzt, im letzten hat sich das Karzinom auch auf andere Organe ausgedehnt. 

Der Behandlungsplan ist abhängig vom Stadium des Tumors. Bei der Festlegung der Therapie werden neben der exakten Stadien-Einteilung auch Gesundheitszustand und das allgemeine Abwehrsystem des Patienten sowie die Zielsetzung der Behandlung berücksichtigt. Die Einteilung der Stadien erfolgt nach dem sogenannten TNM-System. Dabei steht

Unterschieden werden T1-4, N0-3 und M0-1. So bedeutet T1 N0 M0 beispielsweise: kleiner Tumor, keine Lymphknoten befallen und keine Fernmetastasen vorhanden. 

Diagnose und Früherkennung 

Als ersten Schritt wird der Arzt bei Verdacht auf ein Lungenkarzinom ein ausführliches Gespräch mit dem Betroffenen führen (Anamnese). Wichtig ist dabei, welche Beschwerden auftreten und wie lange diese bereits bestehen. Anschließend folgt eine körperliche Untersuchung, bei der der Arzt die Lunge abhören wird. 

Vermutet er, dass eine Lungenkrebserkrankung vorliegt, wird er eine Vielzahl weiterer Untersuchungen vornehmen, um diese Vermutung zu überprüfen. Dazu gehören unter anderem eine Röntgenuntersuchung der Lunge, eine Untersuchung der Zellen im Auswurf (Sputum) und eine Lungenspiegelung (Bronchoskopie).  

Die Röntgenuntersuchung kann erste Hinweise bieten, indem sie eventuelle Tumorgebiete als Schatten auf der Lunge anzeigt. Bei der Bronchoskopie kann der Arzt mit Hilfe des Endoskops Veränderungen an der Luftröhre oder an der Bronchialschleimhaut erkennen und auch gleich Gewebeproben entnehmen (Biopsie). Verdächtiges Gewebe wird anschließend mikroskopisch auf Krebszellen hin untersucht. Man nennt dies eine histologische Untersuchung. Hat sich der Verdacht Lungenkrebs bestätigt, folgen weitere Untersuchungen, um die Ausdehnung des Tumors festzustellen und eine Streuung der Krebszellen in andere Körperregionen zu erkennen oder auszuschließen.

Eine Lungenfunktionsprüfung gibt Aufschluss darüber, wie gut die Lunge arbeitet und wie viel funktionstüchtiges Lungengewebe nach einer geplanten Operation zur Verfügung stehen würde. Sie ist somit auch ein Kriterium dafür, ob es möglich ist, das vom Krebs befallene Gewebe vollständig zu entfernen.  

Weitere Untersuchungen bei Lungenkrebs sind

Tumormarker werden aufgrund ihrer nicht sehr präzisen Aussagekraft nicht zur Diagnose herangezogen, können aber gegebenenfalls zur Verlaufskontrolle dienen.

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Lungenkarzinom behandeln: Krebstherapie und Schmerztherapie 

Die Behandlung bei Lungenkrebs richtet sich nach Tumorart und Allgemeinzustand des Patienten. Infrage kommen Chemo- oder Strahlentherapie und eine operative Entfernung des Tumorgewebes. Die Entscheidung über die Behandlung von Lungenkrebs hängt vom Gesamtgesundheitszustand und auch vom Alter des Patienten ab.

Zur Behandlung des Bronchialkarzinoms stehen folgende Therapieformen zur Verfügung:

Wichtig ist, für jeden Betroffenen einen individuell angepassten Behandlungsplan aufzustellen. 

Operative Entfernung 

Operationen kommen als Lungenkrebs-Therapie infrage, wenn der Tumor eine bestimmte Größe noch nicht überschritten hat und keine Fernmetastasen existieren. Mit dem operativen Eingriff sollen die Geschwulst und möglicherweise befallene Lymphknoten komplett entfernt und damit eine Heilung erreicht werden. Speziell für das lokalisierte nicht-kleinzellige Bronchialkarzinom stellt die Operation eine gute Therapiemöglichkeit dar. Wird ein kleinzelliger Bronchialkrebs in einem frühen Stadium entdeckt, so kann auch hier eine Operation durchgeführt werden.

Voraussetzungen für einen Eingriff sind die gute körperliche Verfassung des Patienten und die Sicherstellung einer ausreichenden Atemfunktion nach der Operation. Zudem dürfen benachbarte Organe wie Speiseröhre oder größere Gefäße dadurch nicht gefährdet werden. Sollte dies nicht gewährleistet sein, sind andere therapeutische Möglichkeiten in Erwägung zu ziehen. 

Bei der Operation wird das tumoröse Geschwür einschließlich eines "Sicherheitssaumes" aus gesundem Gewebe entnommen. Oft erfolgt die Entfernung eines Lungenlappens (Lobektomie). Die linke Lunge besteht aus drei und die rechte Lunge aus zwei derartigen Abschnitten – aus jeweils einem Ober- und Unterlappen, die linke Lunge zusätzlich aus einem Mittellappen. In manchen Fällen entnehmen die Operateure einen ganzen Lungenflügel (Pneumektomie), das heißt die komplette linke oder rechte Lunge. Es gibt jedoch mittlerweile operative Verfahren, durch welche Lobektomien vermieden werden können. 

Lässt sich der gesamte Tumor durch die Operation entfernen, ist im Anschluss keine weitere Behandlung nötig. Sind Krebszellen in umgebenden Lymphknoten oder tumoröses Restgewebe nachweisbar, kann eine Strahlentherapie (adjuvante Strahlentherapie) folgen. Die Sicherstellung, ob die komplette Geschwulst entfernt wurde, erlangt man durch eine histologische Untersuchung des entnommenen Gewebes. 

Durch die Entfernung von Lungenabschnitten wird die Atemfläche des Betroffenen verringert, was bei einer voroperativ ausreichenden Lungenfunktion eigentlich kein Problem darstellt. Nach dem Eingriff können besondere atemgymnastische Methoden helfen, die Funktion der Lungen und damit die Lebensqualität des Patienten wiederherzustellen. 

Strahlentherapie 

Der Strahlentherapie kommt besonders dann große Bedeutung zu, wenn ein nichtkleinzelliger Bronchialkrebs nicht operabel – da zu groß – ist, oder wenn nach erfolgter Operation noch verbliebenes Tumorgewebe vermutet wird. In Kombination mit einer Chemotherapie wird die Bestrahlung auch bei manchen kleinzelligen Lungenkarzinomen eingesetzt. 

Eine wesentliche Voraussetzung für die Anwendung der Strahlentherapie ist die genaue Lokalisation des Tumors. Dieser wird dann mit hochbeschleunigten Teilchen (Megavolt) bestrahlt, was die Krebszellen abtötet. Um Beschädigungen des gesunden Gewebes zu vermeiden, geschieht die Bestrahlung häufig in mehreren Sitzungen; dabei sind die Einzeldosen geringer. Die Bestrahlung selbst dauert nur wenige Minuten, die komplette Behandlung erfolgt aber über einen Zeitraum von mehreren Wochen. Dazu sind nur kurzzeitige Aufenthalte im Krankenhaus nötig. Manchmal werden Bestrahlungen auch vor einer Operation durchgeführt. In diesen Fällen soll der Tumor verringert und so durch einen operativen Eingriff komplett entfernbar gemacht werden. 

Beim kleinzelligen Bronchialkarzinom wird nach wirkungsvoller Chemotherapie häufig auch der Kopf vorsorglich mitbestrahlt, um ein Bestehen von Metastasen im Gehirn zu verhindern. 

Chemotherapie 

Die Chemotherapie macht sich eine besondere Eigenschaft der Krebszellen zunutze: das schnelle Wachstum. Die verwendeten Medikamente (Zytostatika) hemmen das Zellwachstum und führen so zum Zelltod. Vor allem bei der Behandlung des kleinzelligen Bronchialkrebses hat die Chemotherapie ihre Effektivität unter Beweis gestellt. Auch bei operativer Entfernung eines kleinzelligen Bronchialkarzinoms erfolgt eine Chemotherapie vor und nach dem Eingriff, um verbleibende Krebszellen abzutöten. 

Auch zur Behandlung der Absiedlungen von Krebszellen in anderen Organen (Fernmetastasen) greifen Mediziner auf die Chemotherapie zurück, vorausgesetzt, dass der Patient in einer guten körperlichen Verfassung ist. Allerdings dient die Chemotherapie dann der Lebensverlängerung und Symptombesserung und beugt damit einer Verschlechterung des Allgemeinzustandes des Patienten vor. Eine Heilung ist in dieser Phase so gut wie unmöglich. 

Schmerzbehandlung

Viele Patienten leiden infolge der Krebserkrankung unter starken Schmerzen. Dagegen helfen Analgetika. Des Weiteren können opiumänliche Substanzen – sogenannte Opioide – eingesetzt werden. Die Opioide zeigen die stärkste schmerzlindernde Wirkung. Die früher eher reservierte Einstellung vieler Ärzte gegenüber Opioiden hat sich mittlerweile gewandelt. Bei Nichtwirken anderer Medikamente gegen Lungenkrebsschmerzen greifen Mediziner heute schneller auf entsprechende Wirkstoffe zurück.

Unerwünschte Auswirkungen der Lungenkrebs-Therapie 

Vor, während und nach einer Lungenkrebs-Therapie, insbesondere der Chemotherapie, treten häufig Symptome wie  Übelkeit und Erbrechen auf. Diese müssen angemessen behandelt werden. Auch Durchfälle und die erhöhte Neigung zu Entzündungen sind in diesem Zusammenhang zu beachten. Maßnahmen zur Vorbeugung dieser Symptome, sollten – neben der Behandlung der Schmerzen bei Lungenkrebs – ebenfalls ergriffen werden, um die Belastung des Tumorpatienten zu senken.

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Lungenkrebs-Nachsorge ist besonders wichtig  

Nach der eigentlichen Behandlung beginnt die Lungenkrebs-Nachsorge. Sie soll dazu beitragen, ein Wiederaufflammen (Rezidiv) der Krebserkrankung oder andere begleitende Krankheiten frühzeitig festzustellen und zu therapieren sowie den Betroffenen in körperlichen, seelischen und sozialen Belangen zu unterstützen. 

Die Nachsorge ist fester Bestandteil jeder Lungenkrebs-Therapie. Bei vollständiger Entfernung des Tumors erhalten die Patienten in der Regel Termine zur Wiedervorstellung bei den Fachärzten im Abstand von einem Vierteljahr. Nach zwei Jahren ohne besondere Vorkommnisse erhöhen sich die Zwischenräume auf ein halbes Jahr. Letztlich hängt die Frequenz der Termine von den spezifischen Voraussetzungen des Patienten und vom Krankheitsverlauf ab. Bei Tumoren mit einer hohen Rezidivwahrscheinlichkeit, zum Beispiel bei kleinzelligem Lungenkrebs, finden Nachuntersuchungen in schnellerer Reihenfolge statt. 

Folgende Untersuchungen sind in der Regel Teil der Lungenkrebs-Nachsorge: 

Auch Computertomografien, Ultraschalluntersuchungen der Leber oder die Spiegelung der Atemwege kommen, abhängig vom jeweiligen Krankheitsbild, infrage. Dabei wird besonders darauf geachtet, ob sich Metastasen in anderen Organen feststellen lassen, die sich besonders oft in Gehirn, Leber, Knochen und Nebennieren herausbilden. Von großer Bedeutung sind dabei auch die Aussagen der Patienten über ihre Beschwerden. Sie liefern wichtige Hinweise darüber, ob möglicherweise ein oder mehrere der genannten Organe befallen sind. 

Starke physische und psychische Anspannung bewältigen 

Ein weiterer nicht zu unterschätzender Aspekt der Nachsorge ist das Gespräch zwischen Arzt und Patient. Die Betroffenen stehen durch ihre Erkrankung und die Behandlung, die zum Teil mit beträchtlichen Nebenwirkungen verbunden ist, unter einer starken Anspannung. Im Rahmen der Lungenkrebs-Nachsorge finden sie Unterstützung und Hilfe. 

Schon im Krankenhaus kann eine psychische Betreuung der Patienten einsetzen. Viele Kliniken bieten eine psychologische Beratung an. Auch gibt es in den meisten Einrichtungen Sozialdienste, die kompetente Hilfe leisten können. Weiterhin besteht für Betroffene während der Lungenkrebs-Nachsorge die Möglichkeit, sich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen oder sich an eine Beratungsstelle zu wenden.

Heilungschancen und Lebenserwartung bei Lungenkrebs

Falls Lungenkrebs frühzeitig erkannt wird, sind die Heilungschancen gut. Nachdem dies aber äußerst selten der Fall ist und der Tumor meist schon in Form von Tochtergeschwülsten in den Körper ausgestreut hat, muss man beim Lungenkarzinom allgemein eher von einer schlechten Prognose sprechen.  

Die schlechtesten Heilungschancen hat ein spät diagnostiziertes kleinzelliges Bronchialkarzinom. Ohne Therapie liegt die durchschnittliche Überlebenszeit hier bei einigen Wochen bis wenigen Monaten. Mit entsprechender Therapie erhöht sie sich auf etwa ein Jahr.  

Die beste Prognose haben früh diagnostizierte kleine Tumoren ohne Befall der Lymphknoten und ohne Metastasenbildung. Sie können bei Operationen meist vollständig entfernt werden, so dass hier die Heilungschancen gut sind. So liegt die 5-Jahres-Überlebensrate bei nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinomen im ersten Stadium bei 75 bis 80 Prozent.

Lungenkrebs: Bisher gibt es keine Vorsorgeuntersuchungen 

Für andere häufige Krebsarten wie Brustkrebs oder Darmkrebs gibt es heute gute Vorsorgescreenings. Leider ist das bei Lungenkrebs nicht der Fall. Untersuchungen haben gezeigt, dass vorbeugende Röntgenscreenings bei Lungenkrebs die Überlebenschancen nicht verbessern. Andere Maßnahmen wie routinemäßige CT-Untersuchungen haben zahlreiche falsch-positive Ergebnisse geliefert und wurden deshalb wieder verworfen. 

Wie lässt sich Lungenkrebs vorbeugen? 

Der beste Vorsorge-Tipp zur Vermeidung des Bronchialkarzinoms ist und bleibt deshalb eine gesunde Lebensweise: 

Leben mit Lungenkrebs: Rat und Hilfe finden 

Wenn bei Ihnen Lungenkrebs festgestellt wurde, sollten Sie sich mit allen fachlichen Fragen zunächst an Ihren behandelnden Arzt werden. Fragen Sie nach, wenn Sie etwas nicht verstehen! Auch bei konkreten Fragen zur Prognose oder Therapie sind Sie bei Ihrem Arzt an der richtigen Adresse. Er kann Ihnen außerdem weitere Ansprechpartner, Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen nennen. 

Viele Betroffene fallen mit der Diagnose Lungenkrebs und den möglichen Belastungen einer Therapie in ein seelisches Tief. In diesem Fall ist es wichtig, therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Dies kann ein Psychotherapeut oder auch ein Seelsorger sein. Professionelle Hilfe speziell für Krebskranke bieten Psychoonkologen. Regionale Krebsberatungsstellen und Selbsthilfegruppen können außerdem Unterstützung bieten.

Auch im Internet finden Sie Rat und Hilfe bei Lungenkrebs: 

Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg (DKFZ): www.krebsinformationsdienst.de

Deutsche Krebshilfe: 
www.krebshilfe.de 

Deutsche Krebsgesellschaft: 
www.krebsgesellschaft.de 

Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Psychoonkologie: 
www.dapo-ev.de 

Krebsberatungsstellen finden mit der Suchfunktion des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg (DKFZ): 
www.krebsinformationsdienst.de/wegweiser/adressen/krebsberatungsstellen.php

Zusammenfassung

Lungenkrebs gehört zu den bösartigsten Krebsformen und ist hierzulande nach wie vor eine der häufigsten Todesursachen, weil Lungentumoren oft erst spät erkannt werden. Anhaltender Husten, Kurzatmigkeit oder Brustschmerzen können erste Anzeichen sein. Lungenkrebs wird zu 90 Prozent direkt oder indirekt durch Rauchen verursacht. Doch auch Luftverschmutzung oder erbliche Faktoren spielen mitunter eine Rolle bei der Entstehung. Als Behandlung kommen unter anderem eine Operation, Strahlen- und Chemotherapie infrage.

Autor: / Expertenteam
Letzte Aktualisierung: 27. September 2018
Quellen Online-Informationen Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V.: www.lungenaerzte-im-netz.de (Abruf: 09/2018); Zentrums für Krebsregisterdaten (ZfKD) im Robert Koch-Institut: Krebs in Deutschland 2014/2014 (Abruf: 09/2018); Amboss Miamed – Wissen für Mediziner: Lungenkarzinom www.amboss.com/de/wissen/Lungenkarzinom (Abruf: 09/2018); Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, de Gruyter, 266. Auflage 2014;
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